Do, 11:17 Uhr
05.01.2017
Automobilclub kritisiert Lang Lkw
Nein zum Gigaliner
Ein Geschenk an die Logistikbranche sei der jüngst beschlossene Regelbetrieb für sogenannte Gigaliner, kritisiert der Automobilclub Europa, ACE. Die Risiken für Infrastruktur und Verkehrssicherheit die der Betrieb der über 25 Meter langen Lkw mit sich bringe seien bisher nicht ausgeräumt...
Der jetzt verordnete Regelbetrieb für sogenannte "Lang-Lkw "auf 11.600 Kilometern Autobahn, Bundes- und Gemeindestraßen sei ein falsches verkehrspolitisches Signal, erklärt Hans-Joachim Hacker, ACE-Sprecher Region Ost.
Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, hat bereits während des fünfjährigen Modellprojekts mit den sogenannten Gigalinern auf Risiken für Verkehrssicherheit und Infrastruktur hingewiesen. Diese seien längst nicht ausgeräumt. Dass der Feldversuch ohne weitere Debatten per Verordnung des Bundesverkehrsministers nun in einen Regelbetrieb überführt wird, ist ein reines Geschenk an die Logistikbranche. Der Straßen-Güterverkehr wird gegenüber dem Schienentransport und den Wasserwegen attraktiver gemacht. Das kritisieren wir ausdrücklich, so Hans-Joachim Hacker.
Das betrifft etwa Sachsen-Anhalt, wo der Gigalinerbetrieb mit Verweis auf den Koalitionsvertrag von Rot-Schwarz-Grün weiter abgelehnt wird. Doch hat das Bundesverkehrsministerium im Rahmen der Ausnahmen-Verordnung dafür gesorgt, dass Strecken der Bundesautobahnen A 2, A9 und A14 in Sachsen-Anhalt von Lang-Lkw durchfahren werden. Auch in Thüringen ist die Landespolitik gegenüber den Riesenlastern skeptisch und vertritt gegenteilige Ziele, ist aber durch Entscheidungen der Vorgängerregierung gebunden, die jetzt bundespolitisch manifestiert werden. Das Land Berlin hat sich am Modellversuch nicht beteiligt und legt im aktuellen Koalitionsvertrag eindeutig fest: Gigaliner werden in Berlin nicht zugelassen.
Der ACE wirkt im Verbund Europäischer Automobilclubs EAC und als Mitinitiator der Plattform www.nomegatrucks.eu auch europäischen Bestrebungen für größere und schwerere Lastzüge entgegen.
Autor: redDer jetzt verordnete Regelbetrieb für sogenannte "Lang-Lkw "auf 11.600 Kilometern Autobahn, Bundes- und Gemeindestraßen sei ein falsches verkehrspolitisches Signal, erklärt Hans-Joachim Hacker, ACE-Sprecher Region Ost.
Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, hat bereits während des fünfjährigen Modellprojekts mit den sogenannten Gigalinern auf Risiken für Verkehrssicherheit und Infrastruktur hingewiesen. Diese seien längst nicht ausgeräumt. Dass der Feldversuch ohne weitere Debatten per Verordnung des Bundesverkehrsministers nun in einen Regelbetrieb überführt wird, ist ein reines Geschenk an die Logistikbranche. Der Straßen-Güterverkehr wird gegenüber dem Schienentransport und den Wasserwegen attraktiver gemacht. Das kritisieren wir ausdrücklich, so Hans-Joachim Hacker.
Gefahren für Sicherheit und Infrastruktur bleiben
Der ACE-Sprecher der Region Ost weist auf Gefahren für Verkehrssicherheit und Infrastruktur hin, die auch nach dem Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen nicht ausgeräumt seien. Mögliche Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnis durch bis zu 25,5 Meter lange Lastzüge können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sehr langwierige Überholvorgänge auf Bundesstraßen zusätzliche Risiken bieten, dass weder Signal- oder Tunnelanlagen noch viele Brücken und die meisten Raststätten auf Gigaliner ausgerichtet sind, so Hacker. Die Probleme seien bisher weder gründlich debattiert noch beseitigt.Betrieb wider Willen
Der ACE Region Ost macht außerdem geltend, dass auch Bundesländer, die sich nicht am Feldversuch mit Lang-Lkw beteiligt haben bzw. Gigaliner auf ihren Straßen ablehnen, über die Positivliste des Bundesverkehrsministeriums als Transitländer am Regelbetrieb beteiligt werden.Das betrifft etwa Sachsen-Anhalt, wo der Gigalinerbetrieb mit Verweis auf den Koalitionsvertrag von Rot-Schwarz-Grün weiter abgelehnt wird. Doch hat das Bundesverkehrsministerium im Rahmen der Ausnahmen-Verordnung dafür gesorgt, dass Strecken der Bundesautobahnen A 2, A9 und A14 in Sachsen-Anhalt von Lang-Lkw durchfahren werden. Auch in Thüringen ist die Landespolitik gegenüber den Riesenlastern skeptisch und vertritt gegenteilige Ziele, ist aber durch Entscheidungen der Vorgängerregierung gebunden, die jetzt bundespolitisch manifestiert werden. Das Land Berlin hat sich am Modellversuch nicht beteiligt und legt im aktuellen Koalitionsvertrag eindeutig fest: Gigaliner werden in Berlin nicht zugelassen.
Fragwürdige Verkehrslenkung
Verkehrspolitische Zielstellungen und verkehrslenkende Maßnahmen, etwa die Entlastung von Schwerlast- und Durchgangsverkehr, würden durch den jetzigen Regelbetrieb generell beeinträchtigt, betont man in der ACE Region Ost. Auch der Wille einer großen Bevölkerungsmehrheit werde missachtet. Bekanntlich haben im Sommer 2016 in einer forsa-Umfrage fast drei Viertel der Deutschen bekundet, dass sie gegen einen Einsatz von Riesen-Lkw auf deutschen Straßen sind.Der ACE wirkt im Verbund Europäischer Automobilclubs EAC und als Mitinitiator der Plattform www.nomegatrucks.eu auch europäischen Bestrebungen für größere und schwerere Lastzüge entgegen.
