Mo, 23:08 Uhr
16.01.2017
kn-Forum
Kippt der Geolift?
In Anspielung auf den gleichlautenden Artikel einer örtlichen Tageszeitung (und eines Fernseh- und Rundfunksenders - kn), der letzten Woche erschien, möchte ich die Meinung vieler befragter Bürger zu diesem Projekt wiedergeben, so ein Leser gegenüber kn...
Für die Meisten war es keine negative Überraschung, was die geologischen Bohrungen am Kyffhäuser zu Tage brachten.
Nur gut, dass das Landesamt für Bau und Verkehr die Untersuchungsbohrungen forderte und so den Kreisausschuss und den Kreistag vor einem großen Reinfall bewahrte, denn sie hatten das Bauvorhaben Geolift am 21.10.2015 alternativlos beschlossen.
Aus jahrelangen Erfahrungen ist bekannt, dass der Berg sehr sensibel und gefährlich mit Steinschlägen und Abgängen auf jegliche Erschütterungen reagiert und Bohrungen im Sandstein nicht planbar sind. Der Geolift könnte so zum Millionengrab werden und dabei die Kur-GmbH Bad Frankenhausen als Träger des finanziellen Eigenanteils in die roten Zahlen treiben.
Foto: Archiv kn
Bisher wurden für die Planung ca. 200.000 Euro Steuermittel ausgegeben. Nach Aussagen des Pressesprechers und Verwaltungsleiters vom Landratsamt, Herrn Dr. Thiele, rückt der Kreis von seinem Vorhaben trotz der immensen Probleme nicht ab.
Was aber wird, wenn die Kosten 4,22 Millionen Euro nach oben offen steigen? Wer übernimmt die möglichen Mehrkosten und die Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern?
Das Prestigevorhaben Geolift wird von der Mehrheit der Bevölkerung nicht getragen, zumal der Lift nur auf dem Plateau vor dem Denkmal endet und der Besucher trotzdem alle Stufen des Denkmals bewältigen muss.
Und geologische Formationen vom Lift aus anzuschauen, ist Augenwischerei. Wer möchte, kann sich die Geologie im Geo-Infozentrum an der Barbarossa-Höhle besser anschauen.
Andere kostengünstigere und umweltverträglichere Beförderungsmöglichkeiten für Touristen zum Denkmal wurden von vorn herein ausgeschlossen. Man könnte sich z.B. einen Kleinbus mit bequemen Einstieg für behinderte Personen und umweltfreundlichen Elektroantrieb vorstellen.
Das Landratsamt Kyffhäuserkreis muss Verantwortungsbewusstsein zeigen und den Geolift ad acta legen, bevor noch mehr Steuergelder und kostbare Zeit verschwendet werden.
Stattdessen sollte man ein Gesamtkonzept für einen Erlebnisbereich Kyffhäuser unter Einbeziehung aller dort ansässigen Gewerbetreibenden erarbeiten und realisieren. Man könnte so auch junge Familien mit Kindern als neues Klientel dazu gewinnen.
Bernd Otto
Bad Frankenhausen, 15.01.2017
Autor: khhFür die Meisten war es keine negative Überraschung, was die geologischen Bohrungen am Kyffhäuser zu Tage brachten.
Nur gut, dass das Landesamt für Bau und Verkehr die Untersuchungsbohrungen forderte und so den Kreisausschuss und den Kreistag vor einem großen Reinfall bewahrte, denn sie hatten das Bauvorhaben Geolift am 21.10.2015 alternativlos beschlossen.
Aus jahrelangen Erfahrungen ist bekannt, dass der Berg sehr sensibel und gefährlich mit Steinschlägen und Abgängen auf jegliche Erschütterungen reagiert und Bohrungen im Sandstein nicht planbar sind. Der Geolift könnte so zum Millionengrab werden und dabei die Kur-GmbH Bad Frankenhausen als Träger des finanziellen Eigenanteils in die roten Zahlen treiben.
Foto: Archiv kn
Bisher wurden für die Planung ca. 200.000 Euro Steuermittel ausgegeben. Nach Aussagen des Pressesprechers und Verwaltungsleiters vom Landratsamt, Herrn Dr. Thiele, rückt der Kreis von seinem Vorhaben trotz der immensen Probleme nicht ab.
Was aber wird, wenn die Kosten 4,22 Millionen Euro nach oben offen steigen? Wer übernimmt die möglichen Mehrkosten und die Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern?
Das Prestigevorhaben Geolift wird von der Mehrheit der Bevölkerung nicht getragen, zumal der Lift nur auf dem Plateau vor dem Denkmal endet und der Besucher trotzdem alle Stufen des Denkmals bewältigen muss.
Und geologische Formationen vom Lift aus anzuschauen, ist Augenwischerei. Wer möchte, kann sich die Geologie im Geo-Infozentrum an der Barbarossa-Höhle besser anschauen.
Andere kostengünstigere und umweltverträglichere Beförderungsmöglichkeiten für Touristen zum Denkmal wurden von vorn herein ausgeschlossen. Man könnte sich z.B. einen Kleinbus mit bequemen Einstieg für behinderte Personen und umweltfreundlichen Elektroantrieb vorstellen.
Das Landratsamt Kyffhäuserkreis muss Verantwortungsbewusstsein zeigen und den Geolift ad acta legen, bevor noch mehr Steuergelder und kostbare Zeit verschwendet werden.
Stattdessen sollte man ein Gesamtkonzept für einen Erlebnisbereich Kyffhäuser unter Einbeziehung aller dort ansässigen Gewerbetreibenden erarbeiten und realisieren. Man könnte so auch junge Familien mit Kindern als neues Klientel dazu gewinnen.
Bernd Otto
Bad Frankenhausen, 15.01.2017
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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