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Mo, 18:00 Uhr
23.01.2017
Neues aus Sondershausen

Ovid-Projekt in Sondershausen

Heute war im Rahmen des Ovid-Projektes der Fotograf Thomas Wolf im Schlossmuseum um Aufnahmen für ein besonderes Projekt zu schießen...

Es soll eine Publikation zu „Ovid in Sondershausen“ erstellt werden. Im Riesensaal und anderen Schlossräumen wird daher ein Profi Fotos schießen, die in das Buch eingehen sollen.

Ovid-Projekt in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Ovid-Projekt in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Riesensaal von Schloss Sondershausen

Da braucht man natürlich auch eine besondere Sichtweise. Zum Beispiel hat kn festgestellt, so oft im Schloss fotografiert wurde, selten wurde der Blick auf die herrlichen Decken und Wände gerichtet. Aber einige Aufnahmen hat kn gefunden.

Ovid-Projekt in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Ovid-Projekt in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Blausen Saal von Schloss Sondershausen

Zum Projekt Ovid verriet Museumsleiterin Christa Hirschler vor ab:

Ovid in Sondershausen

Seit dem hohen Mittelalter ist die Stadt Sondershausen mit der Rezeption eines der bedeutendsten Werke der Literatur der Antike, den „Metamorphosen“ des römischen Dichters Ovid, verbunden. Etwa 1210 bis 1217 übersetzte der im Kloster Jechaburg am Frauenberg bei Sondershausen lebende Scholastikus Albrecht von Halberstadt dieses Werk auf Wunsch des Landgrafen Hermann von Thüringen. Dabei entstand eine Reimdichtung, die „als erste ohne französisches Zwischenglied gemachte Übersetzung aus der klassischen Antike“ gilt und 1545 in Überarbeitung gedruckt wurde.

Noch gewichtiger und vielschichtiger ist der Beitrag, den Sondershausen im Zeitalter des Barock zur Rezeption der „Metamorphosen“ leistete. Beim Barockumbau des Sondershäuser Residenzschlosses bezog sich Fürst Christian Wilhelm von Schwarzburg-Sondershausen bezüglich der Ausstattung der Räume mit Deckengemälden vor allem auf Motive aus dem berühmten Werk des Ovid.

So befindet sich im Südflügel Sondershäuser Schlosses der umfangreichste sowie konzeptionell und künstlerisch bedeutendste Zyklus barocker Deckengemälde in Thüringen. Eine wissenschaftliche Bearbeitung, die diesen kultur- und kunsthistorischen Schatz zugleich für eine breitere Öffentlichkeit erschließt, steht noch aus.
Ovid-Projekt in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ovid-Projekt in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Rahmen des barocken Umbaus des Sondershäuser Schlosses sind in den 1690er Jahren im Riesensaal und fünf in der Etage unter diesem gelegenen fürstlichen Repräsentationsräumen – eingebettet in üppige Stuckaturen – 67 Deckengemälde geschaffen worden – darunter 45 Gemälde nach den „Metamorphosen“ des Ovid, 10 Bildnisse römischer Kaiser und 12 Personifikationen von Herrschertugenden.

Bei dem Sondershäuser Gemäldezyklus handelt es sich um ein in dieser Komplexität und Originalität außergewöhnliches Zeugnis barocker Repräsentationskunst. Die Vielzahl der nach den „Metamorphosen“ des Ovid dargestellten Motive bieten einen in dieser Art einmaligen didaktischen Zugang zur Vermittlung der antiken Mythologie und ihrer Bedeutung für die Kultur der Frühen Neuzeit.

Die auf den Gemälden dargestellten Motive gehen auf grafische Vorlagen aus Italien, Frankreich und den Niederlanden zurück. Dieses Aufgreifen der internationalen Grafik dieser Epoche dokumentiert den Sondershäuser Gemäldezyklus als Zeugnis europäischer Kulturtradition an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert.
Autor: khh

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