Di, 10:12 Uhr
31.01.2017
Der Blick auf den Arbeitsmarkt im Januar
Erwartungsgemäßer Anstieg der Arbeitslosigkeit
Erwartungsgemäß startete in Nordthüringen das Jahr mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Überraschend kommt dieser Zuwachs jedoch nicht, denn alljährlich steigt die Zahl der Arbeitslosen zum Jahresende nach dem Auslaufen befristeter Verträge und mit Einzug des Winters. Der saisonale Anstieg der Arbeitslosenzahlen fiel dabei moderater als in den letzten Jahren aus. Im Vorjahresvergleich sank die Zahl der Arbeitslosen deutlich...
Die Arbeitslosenquote im Januar 2017 (Foto: Agentur für Arbeit Nordhausen)
Die Arbeitslosigkeit sei auf den niedrigsten Januarwert seit 1990 gefallen, berichtet Agenturchef Karsten Froböse anlässlich eines Pressegespräches in der Firma WARESA BAU GmbH: Wir haben über zwölf Prozent Arbeitslose weniger als letztes Jahr. Noch nie habe man in einem Monat Januar so wenig Menschen ohne Arbeit gehabt. Die Beschäftigungsverhältnisse sind stabiler geworden. Unternehmen haben weniger entlassen. Das wirkt entlastend und spiegelt sich im Jahresvergleich wieder, so Froböse.
10.838 Männer und Frauen waren Ende Januar auf Jobsuche. Vor fünf Jahren lag die Arbeitslosigkeit noch bei 16.000 Menschen. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, betrug 7,8 Prozent.
Um über 13 Prozent sank die Arbeitslosigkeit zum Vorjahr im Landkreis Nordhausen. 3.574 Männer und Frauen sind derzeit ohne Arbeit. Gegenüber Dezember stieg die Zahl der Erwerbslosen um 10,4 Prozent zum Dezember. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 8,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 9,3 Prozent.
Im Landkreis Eichsfeld ging die Zahl der Arbeitslosen um 12,5 Prozent zum Vorjahr zurück. Gegenüber Dezember verzeichnete der Landkreis einen Anstieg um 16,4 Prozent. Für Karsten Froböse nichts Ungewöhnliches. Die Beschäftigung in Außenberufen spiele eine große Rolle. Über 10 Prozent der Menschen sind im Eichsfeld allein im Baugewerbe tätig, weitaus mehr als das im Bundesdurchschnitt der Fall ist. Auswirkungen habe dies vor allem auf die saisonale Arbeitslosigkeit bei den Männern. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 5,5 Prozent.
Deutsche Jugendliche profitieren auch weiterhin von der positiven Arbeitsmarktlage. Wir konnten die Jugendarbeitslosigkeit weiter senken und jungen Leuten gute Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten, sagt Karsten Froböse. Rund 260 Arbeitslose unter 25 Jahren betreut die Agentur für Arbeit, 420 sind in der Betreuung der Jobcenter. Die Arbeitslosenquote für Jugendliche liegt aktuell bei 7,0 Prozent.
Mit dem Frühjahr wachse die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. Erfreulicherweise ziehe bereits schon jetzt die Nachfrage nach Fachkräften aus dem Baugewerbe wieder an. Menschen mit beruflichen Defiziten werde man durch Qualifizierung unterstützen, um so eine Arbeitsaufnahme voranzubringen. Das habe sich bewährt und sei, beim Blick auf die demografische Entwicklung, umso bedeutender. Jeder vierte Arbeitnehmer auf dem Bau ist älter als 55 Jahre. Für Unternehmen nimmt das Thema Ausbildung an Bedeutung weiter zu, wenn es um den Ersatz ausscheidender Mitarbeiter geht.
Mitunter könnten Jugendliche, die auf den ersten Blick nicht passend erscheinen, später eine gute Fachkraft abgeben. Die Arbeitsagentur verweist in dem Zusammenhang auf die Unterstützung in Form Assistierter Ausbildung. Betriebe und Jugendliche werden bei der Ausbildung durch erfahrene Bildungseinrichtungen vor Ort und während der gesamten Ausbildungszeit begleitet.
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 337 auf 3.574 Personen gestiegen. Das waren 541 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 8,2%; vor einem Jahr belief sie sich auf 9,3%. Dabei meldeten sich 919 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 326 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 579 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–309). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 64 Stellen auf 335 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 10 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 165 neue Arbeitsstellen, 38 mehr als vor einem Jahr.
Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 427 auf 3.032 Personen gestiegen. Das waren 434 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 5,5%; vor einem Jahr belief sie sich auf 6,3%. Dabei meldeten sich 1.009 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 343 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 578 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–188). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 16 Stellen auf 738 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 30 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Januar 130 neue Arbeitsstellen, 105 weniger als vor einem Jahr.
Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 479 auf 4.232 Personen gestiegen. Das waren 547 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 10,6%; vor einem Jahr belief sie sich auf 11,8%. Dabei meldeten sich 1.053 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 121 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 564 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–152). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 12 Stellen auf 315 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 47 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 93 neue Arbeitsstellen, 5 weniger als vor einem Jahr.
Autor: red
Die Arbeitslosenquote im Januar 2017 (Foto: Agentur für Arbeit Nordhausen)
Die Arbeitslosigkeit sei auf den niedrigsten Januarwert seit 1990 gefallen, berichtet Agenturchef Karsten Froböse anlässlich eines Pressegespräches in der Firma WARESA BAU GmbH: Wir haben über zwölf Prozent Arbeitslose weniger als letztes Jahr. Noch nie habe man in einem Monat Januar so wenig Menschen ohne Arbeit gehabt. Die Beschäftigungsverhältnisse sind stabiler geworden. Unternehmen haben weniger entlassen. Das wirkt entlastend und spiegelt sich im Jahresvergleich wieder, so Froböse.
10.838 Männer und Frauen waren Ende Januar auf Jobsuche. Vor fünf Jahren lag die Arbeitslosigkeit noch bei 16.000 Menschen. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, betrug 7,8 Prozent.
Um über 13 Prozent sank die Arbeitslosigkeit zum Vorjahr im Landkreis Nordhausen. 3.574 Männer und Frauen sind derzeit ohne Arbeit. Gegenüber Dezember stieg die Zahl der Erwerbslosen um 10,4 Prozent zum Dezember. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 8,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 9,3 Prozent.
Im Landkreis Eichsfeld ging die Zahl der Arbeitslosen um 12,5 Prozent zum Vorjahr zurück. Gegenüber Dezember verzeichnete der Landkreis einen Anstieg um 16,4 Prozent. Für Karsten Froböse nichts Ungewöhnliches. Die Beschäftigung in Außenberufen spiele eine große Rolle. Über 10 Prozent der Menschen sind im Eichsfeld allein im Baugewerbe tätig, weitaus mehr als das im Bundesdurchschnitt der Fall ist. Auswirkungen habe dies vor allem auf die saisonale Arbeitslosigkeit bei den Männern. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 5,5 Prozent.
Kyffhäuserkreis auf Ruhrgebietsniveau
Gegenüber dem Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit im Kyffhäuserkreis um 11,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei 10,6 Prozent. Vor zwei Jahren wurde ein vergleichbares Ergebnis nur im Sommer erzielt. Die Region bewegt sich damit auf dem Niveau des Ruhrgebietes. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis um 12,8 Prozent an.Jugendarbeitslosigkeit auf niedrigem Niveau
Knapp 680 arbeitslose Jugendliche waren zu Beginn des Jahres bei der Arbeitsagentur und den drei Jobcentern gemeldet. Das waren fast 16 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Zahl der ausländischen Jugendlichen hat zum Vorjahr erwartungsgemäß zugenommen. Aktuell sind rund 130 junge Leute ausländischer Herkunft arbeitslos.Deutsche Jugendliche profitieren auch weiterhin von der positiven Arbeitsmarktlage. Wir konnten die Jugendarbeitslosigkeit weiter senken und jungen Leuten gute Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten, sagt Karsten Froböse. Rund 260 Arbeitslose unter 25 Jahren betreut die Agentur für Arbeit, 420 sind in der Betreuung der Jobcenter. Die Arbeitslosenquote für Jugendliche liegt aktuell bei 7,0 Prozent.
Weniger Arbeitslosmeldungen als 2016
Weniger Menschen als zuvor haben sich nach dem Erhalt einer Kündigung arbeitslos melden müssen. Um über 17 Prozent sei die Zahl der Arbeitslosmeldungen nach einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt in den letzten vier Wochen zum Vorjahr gesunken, so Karsten Froböse. Vor allem im Baugewerbe habe die Zahl der Entlassungen im Januar, trotz eisiger Temperaturen, um über 22 Prozent abgenommen. Das sei für den Start ins Jahr von großem Vorteil, denn im Thüringenvergleich habe das Baugewerbe in Nordthüringen den höchsten Beschäftigungsanteil. Rund 1.600 Arbeitslose aus der Baubranche gibt es derzeit bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern. Vor vier Jahren waren es noch fast 40 Prozent mehr.Mit dem Frühjahr wachse die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. Erfreulicherweise ziehe bereits schon jetzt die Nachfrage nach Fachkräften aus dem Baugewerbe wieder an. Menschen mit beruflichen Defiziten werde man durch Qualifizierung unterstützen, um so eine Arbeitsaufnahme voranzubringen. Das habe sich bewährt und sei, beim Blick auf die demografische Entwicklung, umso bedeutender. Jeder vierte Arbeitnehmer auf dem Bau ist älter als 55 Jahre. Für Unternehmen nimmt das Thema Ausbildung an Bedeutung weiter zu, wenn es um den Ersatz ausscheidender Mitarbeiter geht.
Mitunter könnten Jugendliche, die auf den ersten Blick nicht passend erscheinen, später eine gute Fachkraft abgeben. Die Arbeitsagentur verweist in dem Zusammenhang auf die Unterstützung in Form Assistierter Ausbildung. Betriebe und Jugendliche werden bei der Ausbildung durch erfahrene Bildungseinrichtungen vor Ort und während der gesamten Ausbildungszeit begleitet.
Der Blick in die Regionen
Landkreis NordhausenDie Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 337 auf 3.574 Personen gestiegen. Das waren 541 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 8,2%; vor einem Jahr belief sie sich auf 9,3%. Dabei meldeten sich 919 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 326 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 579 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–309). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 64 Stellen auf 335 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 10 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 165 neue Arbeitsstellen, 38 mehr als vor einem Jahr.
Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 427 auf 3.032 Personen gestiegen. Das waren 434 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 5,5%; vor einem Jahr belief sie sich auf 6,3%. Dabei meldeten sich 1.009 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 343 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 578 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–188). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 16 Stellen auf 738 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 30 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Januar 130 neue Arbeitsstellen, 105 weniger als vor einem Jahr.
Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 479 auf 4.232 Personen gestiegen. Das waren 547 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 10,6%; vor einem Jahr belief sie sich auf 11,8%. Dabei meldeten sich 1.053 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 121 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 564 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–152). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 12 Stellen auf 315 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 47 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 93 neue Arbeitsstellen, 5 weniger als vor einem Jahr.
