Mo, 19:46 Uhr
27.02.2017
Kulturszene aktuell
Kaltnadelradierungen des Panorama-Kinderkurses
Gestern ging die Sonderausstellung DAS STUNDENBUCH – Ein kindlicher Blick auf die Stunden des Tages mit Kaltnadelradierungen des Panorama-Kinderkurses und Federzeichnungen von Grundschülern der ehemaligen Schmücke-Grundschule Heldrungen in der Studiogalerie des Panorama Museums zu Ende. Dazu erreichte kn dieser Bericht...
Die Reaktionen darauf waren wieder überaus positiv und pendelten zwischen Erstaunen über die handwerklich-künstlerischen Fertigkeiten der Kinder und freundlicher Anerkennung, das zumindest suggerieren die meisten Eintragungen im ausgelegten Besucherbuch. Doch die Mehrzahl der Besucher verewigt sich nicht darin, geht womöglich eher verwundert, gleichgültig oder gelangweilt durch eine solche Schau, registriert vielleicht noch: Das ist die Spielwiese von ambitionierten Museumspädagogen!
Ein(e) Besucher(in) schien diese Ausstellung jedoch tatsächlich erreicht und auf ihn/sie gewirkt zu haben, denn er/sie schrieb: Krotesk beängstigend, ruft schlimme Gedanken wieder zurück, die ich hoffte längst verträngt zu haben. Nur ist leider nicht ersichtlich, welches der ausgestellten Werke, diese Wirkung verursacht haben mag oder ob es die Schau als Ganzes war? Vielleicht war es auch lediglich das Bewusstsein der verstreichenden Zeit und die mit den Stunden verbundenen Tätigkeiten und Zwänge, die auch den Alltag von Kindern bestimmen, die so negative Gefühle bei diesem(r) Besucher(in) ausgelöst haben.
Ziel der Schau war es neben der Präsentation dieser kindlichen Bildnereien, die auch die museumspädagogischen Aktivitäten des Museums illustrierte, beim Betrachter darüber hinaus das Bewusstsein für unsere Gegenwart und unseren Alltag zu schärfen (wenn auch aus der kindlichen Perspektive) sowie das Verstreichen der Zeit durch diese hier festgehaltenen Einzelmomente zu veranschaulichen. Deshalb auch die unablässig tickende Uhr mitten in dieser Ausstellung.
Doch mit diesem Ticken assoziiert mancher auch Stress, die Angst sich zu verspäten und den Verlust an Unbeschwertheit. Die ungelenke Hand der zeichnenden Kinder, ihre Fabulierfreude und der ganz eigene Humor mancher dieser jungen Künstler machte die Mehrzahl der Alltagssorgen und Nöte vergessen, hob sie auf in Leichtigkeit. Es ist vielleicht auch das sanfte Vergessen, das die Lebenswelten der ferneren Vergangenheit schönt und somit auch bei dem Betrachter dieser Werke in einem sonnigeren Licht erscheinen lässt.
Fred Böhme
Panorama Museum
Autor: khhDie Reaktionen darauf waren wieder überaus positiv und pendelten zwischen Erstaunen über die handwerklich-künstlerischen Fertigkeiten der Kinder und freundlicher Anerkennung, das zumindest suggerieren die meisten Eintragungen im ausgelegten Besucherbuch. Doch die Mehrzahl der Besucher verewigt sich nicht darin, geht womöglich eher verwundert, gleichgültig oder gelangweilt durch eine solche Schau, registriert vielleicht noch: Das ist die Spielwiese von ambitionierten Museumspädagogen!
Ein(e) Besucher(in) schien diese Ausstellung jedoch tatsächlich erreicht und auf ihn/sie gewirkt zu haben, denn er/sie schrieb: Krotesk beängstigend, ruft schlimme Gedanken wieder zurück, die ich hoffte längst verträngt zu haben. Nur ist leider nicht ersichtlich, welches der ausgestellten Werke, diese Wirkung verursacht haben mag oder ob es die Schau als Ganzes war? Vielleicht war es auch lediglich das Bewusstsein der verstreichenden Zeit und die mit den Stunden verbundenen Tätigkeiten und Zwänge, die auch den Alltag von Kindern bestimmen, die so negative Gefühle bei diesem(r) Besucher(in) ausgelöst haben.
Ziel der Schau war es neben der Präsentation dieser kindlichen Bildnereien, die auch die museumspädagogischen Aktivitäten des Museums illustrierte, beim Betrachter darüber hinaus das Bewusstsein für unsere Gegenwart und unseren Alltag zu schärfen (wenn auch aus der kindlichen Perspektive) sowie das Verstreichen der Zeit durch diese hier festgehaltenen Einzelmomente zu veranschaulichen. Deshalb auch die unablässig tickende Uhr mitten in dieser Ausstellung.
Doch mit diesem Ticken assoziiert mancher auch Stress, die Angst sich zu verspäten und den Verlust an Unbeschwertheit. Die ungelenke Hand der zeichnenden Kinder, ihre Fabulierfreude und der ganz eigene Humor mancher dieser jungen Künstler machte die Mehrzahl der Alltagssorgen und Nöte vergessen, hob sie auf in Leichtigkeit. Es ist vielleicht auch das sanfte Vergessen, das die Lebenswelten der ferneren Vergangenheit schönt und somit auch bei dem Betrachter dieser Werke in einem sonnigeren Licht erscheinen lässt.
Fred Böhme
Panorama Museum
