Armutsbericht des Paritätischen
Fast jeder fünfte Thüringer ist arm
Die Armut in Deutschland ist auf einen neuen Höchststand von 15,7 Prozent angestiegen, so der Befund des aktuellen Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. In Thüringen betrifft das fast jeden Fünften, so der Verband, der Freistaat liege damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt...
Fast jeder fünfte Thüringer ist derzeit von Armut bedroht. Thüringen belegt mit einer Armutsquote von aktuell 18,9 Prozent nach dem jüngsten Armutsbericht des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes Platz zwölf unter den 16 Bundesländern. Im Freistaat ist der Prozentsatz derjenigen, die in Armut leben, innerhalb eines Jahres von 17,8 auf 18,9 Prozent gestiegen. Thüringen liegt mit dieser Armutsquote deutlich über dem bundesweiten Schnitt von 15,7 Prozent. Rein rechnerisch bedeutet das, das rund 407.000 Thüringerinnen und Thüringer als arm zu gelten haben.
Für Stefan Werner, den Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN, zeigen diese Zahlen, dass Lebenswirklichkeit, soziale Teilhabechancen und Zukunftsaussichten auch in Thüringen auseinanderdriften.
Er verwies unter auf den hohen Sockel an Langzeitarbeitslosen, die drohende Altersarmut für viele Menschen und die Kinderarmut in Thüringen: Das ist angesichts eines reichen und starken Landes ein Skandal, so Werner. Gerade in einer Zeit, in der die Arbeitslosenquote sinke seien die neuen Zahlen zur Armutsentwicklung ein Beleg dafür, dass das Problem der Ungleichhheit in Deutschland und in Thüringen dringend angegangen werden müsse. Der Abbau sozialer Ausgrenzung und das Fördern der Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft und ihren Ressourcen muss das zentrale Anliegen der Thüringer Politik sein, unterstrich Werner. Verteilungspolitische Korrekturen seien notwendig.
Zum einen durch Anhebung von unteren Löhnen oder aber bessere Transferleistungen durch eine deutliche Erhöhung der Regelsätze für Hartz IV-Bezieher und eine ausreichende Existenzsicherung für Kinder, die nicht in Hartz IV belassen werden dürften. Kinder sind keine kleinen Arbeitslosen, kommentierte Werner die aktuellen Regelungen. Außerdem plädierte er für steuerpolitische Maßnahmen, um notwendige Reformen und Investitionen in Soziales, Bildung, Pflege, Kultur und Jugend solidarisch zu finanzieren.
Regional ist die Entwicklung in Thüringen höchst unterschiedlich. Den größten Sprung nach oben bei der Armutsquote gab es in Mittelthüringen von 17,4 auf 20,0 Prozent. Zu der Region zählen die Stätdte Erfurt, Weimar und die Kreise Gotha, Sömmerda, der Ilm-Kreis und der Kreis Weimarer Land. Ebenfalls nach oben gegangen ist die Quote in Ostthüringen (von 18,6 auf 19,3 Prozent) sowie in Südthüringen von 15,9 auf 16,8 Prozent. Einen Trend nach unten, wenn auch nur leicht, gab es im Norden des Freistaates. Dort sank die Quote von 19,4 auf 19,0 Prozent.
Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist die Armutsquote in Thüringen um einen Prozentpunkt gesunken, von 19,9 auf 18,9 Prozent. Den besten Wert gab es 2011 mit 16,7 Prozent. Der gesamte Bericht findet sich
hier.
Als einkommensarm wird in dem Bericht des PARITÄTISCHEN jede Person gezählt, die mit ihrem Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens liegt. Dabei handelt es sich um das gesamte Nettoeinkommen des Haushaltes, inklusive Wohngeld, Kindergeld, Kinderzuschlag, anderer Transferleistungen oder sonstiger Zuwendungen. Es geht nicht um das Bruttoerwerbseinkommen. Die Armutsschwelle für einen Single ohne Kinder liegt damit bei 942 Euro, für ein Paar ohne Kinder bei 1413 Euro, bei einem Alleinerziehenden mit zwei Kindern unter 14 Jahre bei 1507 Euro und bei einem Paar mit zwei Kindern bei 2355 Euro.
Autor: red
Kommentare
Wolfi65
02.03.2017, 10:21 Uhr
Alles Propaganda
Jeden Tag steht indes in den Medien zu lesen, daß es ständig in Deutschland und speziell in Thüringen wirtschaftlich aufwärts geht.
Wie kommt dann der Wohlfahrtsverband dazu zu behaupten, dass die Armut im Rechtsstaat BRD immer weiter ansteigt?
Selbst die Agentur für Arbeitslosigkeit in Nürnberg kommt ständig mit neuen Erfolgen an die Öffentlichkeit.
Man könnte fast meinen, dass die Erfolge im Rechtsstaat BRD schlecht geredet und geschrieben werden sollen, um das Ansehen der heiß geliebten jetzigen Politiker, welche sich jeden Tag auf das Neue unter Einsatz ihrer letzten Kraftreserven einbringen zu wollen, zu schmälern.
Leser X
02.03.2017, 10:32 Uhr
Perversität des Hartz-Systems Deutschland
Je niedriger die Arbeitslosenzahlen, um so mehr Menschen werden vom System dazu gezwungen, sich arm zu arbeiten. Diese staatlich organisierte Armut sorgt für stetig wachsenden Reichtum bei einigen Schmarotzern.
Und unsere noch-Regierung schämt sich nicht, diesen Zustand als Erfolgsmeldung zu verkaufen. Ich wünsche mir diese Leute mal auf die andere Seite, wo sie die Früchte ihrer perversen Politik auskosten sollten.
Sonntagsradler 2
02.03.2017, 10:33 Uhr
Armutsbericht des Paritätischen
Will der Paritätischen Wohlfahrtsverbands In Thüringen an der Glaubwürdigkeit einer Ausage eines Ex SPD Chef zweifeln.
Ex-SPD-Chef Franz Müntefering: Mit 600 Euro Rente pro Monat ist man nicht arm – Quelle: http://www.express.de/24773306 ©2017
Mueller13
02.03.2017, 18:42 Uhr
Schwachsinnige Art der Armutsermittlung
Kleines Beispiel!?
Ich habe 4 Personen. Alle verdienen im Monat 2000 Euro. Alle sind nach dieser Betrachtung "wohlhabend".
Jetzt kommt ein 5ter hinzu, der 10.000Euro verdient. Auf einmal habe ich ich 4 Arme und einen Wohlhabenden, obwohl die 4 "Armen" immer noch 2000Euro verdienen...
I.H.
02.03.2017, 19:57 Uhr
Schwachsinnige Betrachtung,
vom @Müller13! Verwundert aber nicht, Rechnen und Zusammenhänge sind offensichtlich nicht sein's. Das mittlere Einkommen, und genau darauf kommt es bei der Betrachtung an, liegt bei ca. 1600 Euro. Als arm gilt laut Paritätischem also nur der, der weniger als 960 Euro (60%) verdient! `Den Unterschied zwischen 960 und 2000 Euro sollte jeder normal gebildete, einkaufende Mitteleuropäer eigentlich erkennen.
Müller's Milchmädchenrechnungen zeigen aber, dass Armut nicht immer nur materieller Art und Natur sein muss!
canon
02.03.2017, 21:31 Uhr
zu Hartz 4 - Armutsbericht
Ex-SPD-Chef Franz Müntefering: ist wie viele andere aus der CDU / CSU und SPD , die dieses Menschenverachtende System von Hartz 4 geschaffen und die Sozialhilfe abgeschafft haben ein wie nennt ihn das einfache Volk : er ist ein Volksveräter und sollte einmal selbst von 404,00 € im Monat leben.
Ich wäre dafür diese sogenannten Parlamentarier die dieses Monster der Unterdrückung / Hartz 4 beschlossen haben oder es gut finden restlos zu enteignen und Sie dann Mittellos des Landes zu verweisen . Diese Damen und Herren die solche Beschlüsse gegen die Bürger und bürgerinnen unseres Landes fassen und mittragen wo gegen das Grundgesetz verstoßen wird, gehören hinter Gitter. 1989 wurde schon einmal mit einen System von Bonzen abgerechnet, die gegen das Volk regiert haben. Also weg mit dem wie Herr Gabriel sagt : Bonzen- Pack
Motte83
03.03.2017, 06:46 Uhr
Falsch, H. Plotz
Müller kritisiert die Art dieser Betrachtung und führt diese mit seinem völlig KORREKTEN Beispiel ad adsuurdum.
Wenn vier Menschen eine Gesellschaft bilden, die 2.000 Euro netto haben, beträgt das mittlere Einkommen 2.000 netto. Alle liegen Beinbruch durchschnittswert, niemand ist arm.
Nun kommt ein Mensch dazu, der 10.000 Euro hat. Das mittlere Einkommen liegt dann bei 3.600,-. Davon 60% sind 2.160 Euro.
Schwups, sind die anderen arm, ohne dass sich für Sie etwas geändert hat.
Wir könnten im Umkehrschluss also einfach sagen: Abgeordnetenbezüge zu kürzen führt Menschen aus der Armut.
Müller13 der geistigen Armut zu bezichtigen, nur weil er Mathematik kann, ist nicht fair. Aber leider typisch für Menschen, die Mathe eben nicht verstehen.
Herr Taft
03.03.2017, 09:11 Uhr
@Müller13....genauso ist es...
...das Problem ist die Relativität... man müsste eine Art Warenkorb zusammenstellen, der die Grundbedürfnisse abdeckt. Der Wert dieses Grundbedürfniswarenkorbes, der sich natürlich ändert, könnte sie Armutsgrenze definieren.
Auch hier gäbe es eine Relativität, jedoch würde hier Einkommen und Grundbedarf ins Verhältnis gesetzt und nicht Einkommen mit Einkommen.
Im Übrigen ist diese falsche Relativität ein Grundübel unserer Zeit - jedenfalls in meinen Augen. Prozentuale Werte sind oftmals falsch platziert. Beispiel: Tarifanpassung im Einzelhandel: satter Gehaltsanstieg von beispielsweise 5%. Applaus ! Aber was passiert ? Die Verkäuferin mit angenommen 1000 Euro brutto (keine Ahnung was da wer verdient) bekommt 50 Euro mehr im Monat. Der Filialleiter mit vielleicht 3000 Euro brutto bekommt 150 Euro mehr. Relativ genauso viel, absolut das dreifache. Wessen Kaufkraft steigt nun mehr ? Wer ist der Gewinner ?
Nicht immer muss alles in Prozenten gemessen werden....ist meine Meinung.
I.H.
03.03.2017, 09:39 Uhr
Diesen "Warenkorb" gibt es!
Versuchen Sie es mal mit Existenzminimum @Spätzlevernichter und sie werden fündig. Der Paritätische geht bei seiner Armutsdefinition sogar noch darunter.
Deshalb ist dieser Unsinn, den hier Müllers und Wolfies verbreiten ja so grottig und absurd. Natürlich ist jemand arm, der weniger als das staatlich definierte Existenzminimum zur Verfügung hat.
Wolfi65
03.03.2017, 10:54 Uhr
Sehr schön!
Ich hätte gerne die Gesichter der Bürger 1989 auf dem Bebelplatz gesehen, wenn man ihnen die Zukunft in der Freiheit und Demokratie mit Hartz 4 und einem sogenannten Warenkorb vorausgesagt hätte.
Viele wären sofort fassungslos nach Hause gegangen und hätten auf die Bonn-Berliner "Erlöser" gepfiffen.
Leser X
03.03.2017, 11:30 Uhr
Richtig Wolfi
Viele konnten damals den Hals nicht vollkriegen, und dann kam es genau andersrum. C'est la vie...
Mueller13
03.03.2017, 11:33 Uhr
@ H. Plotz - Mathe in der 5ten Klasse abgewählt!?
Ich verstehe Ihre Kritik an MIR nicht. Ich habe mich nur mit der angewandten Methodik des paritätischen Wohlfahrtverbandes auseinandergesetzt. Das Ergebnis meiner "Manipulation" mag Ihnen nicht gefallen, aber die Methodik halte ich für schwachsinnig. Ich habe zu der Höhe oder der Schwelle, ab der man als "arm" gilt keinerlei Aussage getroffen. Vielleicht sollten Sie sich inhaltlich mit meiner Aussage auseinandersetzen und nicht nur meinen Namen lesen und gleich rot sehen.
Widerlegen Sie doch bitte meine Aussage. Nicht nur rumpoltern, holen Sie doch einfach den Taschenrechner raus und weisen Sie nach nach, dass ich mathematisch falsch liege. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei.
NDHler
03.03.2017, 12:00 Uhr
wolfi ist wieder in seinem Element,
und vergisst dabei ganz den letzten Armutsbericht der DDR zu studieren. Oder gab es gar keinen. Waren alle reich und wohlhabend, oder?! Fakt ist, dass es in einer DDR von heute deutlich schlechter aussehen würde als in wolfis geliebter DDR von 1989! Somit würde ich immer wieder mit auf den Bebel Platz gehen, wenn nötig in der ersten Reihe! Eine andere Alternative gab es damals nicht!
Mueller13
03.03.2017, 12:07 Uhr
@ Canon - bitte das volle Bild betrachten
Wir müssen bei der Höhe von H4 aber ergänzend folgendes betrachten:
1. H4 soll nicht der Normalfall sein, sondern dem Bürger, der gerade nicht in der Lage ist seinen Lebensunterhalt aus eigener Fähigkeit oder Leistung zu organisieren, eine Grundlage geben, dass er weder obdachlos wird noch verhungert.
2. Über die 404Euro hinaus bekommt der H4 Empfänger noch eine Wohnung, die Heizung, eine Krankenkasse und Zugang zu diversen sozialen Einrichtungen (Kleiderkammern, Möbelkammern, Tafeln) finanziert. Wenn Sie all diese Leistungen zusammennehmen, sind wir weit über 1000Euro pro Monat.
3. Müssen wir uns klar sein, dass eine höhere Leistung auf der Empfängerseite ZWANGSWEISE mit höheren Abgaben auf der Erbringerseite verbunden sind. Sie können gerne losziehen und den Arbeitern, die mit 1200-1500Euro gerade so über die Runde kommen, erklären, dass Sie zukünftig noch 100Euro mehr abgeben müssen, weil Sie H4 erhöhen wollen... (Wir hätten zwar auch andere Finanzierungsmöglichkeiten, aber unsere 2Mio Gäste aus anderen Ländern wollen ja auch versorgt werden).
geloescht.20250302
03.03.2017, 12:16 Uhr
Reisen und Bananen satt!
Die Geschichtsschreibung über diese Zeit schwankt doch heute zwischen den Extremen.
Entweder waren wir alle wie Zonen-Gabi, die eine Gurke schält und für eine Banane hält sowie unbedingt eine Weltreise machen will in dem Irrglauben, sowas gibt's im "Paradies vereinter deutscher Nation" für Kleingeld.
Andererseits waren wir alle entweder Stasi- und SED-Opfer oder Täter. Scheinbar gab es keine normalzufriedenen Menschen.
Die damals bei Wind und Wetter demonstrierten sind die Verlierer. Die heutigen Gewinner hatten sich schnell in die Zimmer der Macht an die Runden Tische verzogen und das Fell des Roten Bären unter sich aufgeteilt.
NDHler
03.03.2017, 12:24 Uhr
Richtig @Mueller13
Ich würde H4 in Einzelfällen noch weiter kürzen um auch die letzten zum arbeiten zu bewegen bzw. sich aus- und weiterzubilden um Arbeit zu bekommen! Eigeninitiative ist gefragt, der Gang zum Jobcenter bringt da nichts!
Ich bin jede Woche mit den verschiedensten Geschäftsführern in ganz Deutschland geschäftlich zusammen und alle beklagen sich, dass sie kein geeignetes Personal finden. Jeder H4 Empfänger sollte sich nicht darüber beschweren, dass er zu wenig von den anderen bekommt, er sollte sich vielmehr Gedanken machen wie er aus dem H4 System herauskommt.
Augen auf und Arsch hoch!
Wolfi65
03.03.2017, 12:32 Uhr
Jaaaaaa
Wenn man gut bezahlte Arbeit im Rechtstaat BRD hat, dann ist die DDR natürlich keine Alternative.
Und dann kommt ja noch die böse Staasi und sperrt jeden DDRler der nicht bei drei auf dem Baum war, nach Bautzen ein.
Und die ständige Überwachung, welche es ja heute überhaupt gar nicht gibt.
Ja NDHler, meine geliebte DDR. Ja Ja......
Wo doch hier im Neokapitalismus die gebratenen Tauben vom Dach fallen und jeder der keine Arbeit hat, nur zu faul ist, sich eine zu besorgen.
Gerade die Sozialschmarotzer sind doch an der misslichen politischen und wirtschaftlichen Lage der bunten Republik Deutschland schuld.
Und dann mecker die noch und wollen vielleicht die Grenze und die Volkskammer zurück?
Und dann diese Parteibonzen und Wandlitz, welche regelmäßig Südfrüchte bekamen, wärend der Rest der DDR in größter Hungersnot schwelgte.
Ein Jammer ist das mit diesen Wolfi65.
Mit nichts ist er zufrieden.
Noch nicht einmal zur Tatsache, das er jetzt in einer verbr...... Scheindemokratie leben muss.
Ja kann ja nach Nordkorea wegziehen.
Dort werden ja sogar Baumwurzeln gegessen um sich die Atomwaffen leisten zu können.
Welche ein böses Regime?
Da ist doch das geliebte Amerika das Non plus Ultra.
Da leuchten die Augen des NDHlers.
Wolfi65
03.03.2017, 12:45 Uhr
Nachtrag zum Vortrag
Tja NDHler.
Sie schreiben es ja bedauerlicherweise schon selbst.
Die Jobcenter besorgen keine Arbeit.
Folglich sind diese fehl am Platze.
Ich finde es aber trotzdem schön, dass Sie sich auf Ihren Geschäftsreisen mit Ihren Partnern, Gedanken um die Probleme der Unterschicht machen.
Wenn Sie nicht aufpassen, kommen Sie noch in den Bereich der Sozialdenkenden.
Ab und zu dem Gemeinen Volk mal einen Knochen hinwerfen, reicht allemal aus, um beim Papst die Absolution zu empfangen.
Frank1966
03.03.2017, 12:52 Uhr
@NDHler
Eine nicht unwichtige Anmerkung zu Ihrer Haltung gegenüber Hartz IV Empfängern ist, das ein Großteil derer nicht so faul sind, wie Sie es darstellen. Es gibt genug Einzelschicksale, welche sich ihr Leben sicher auch anders vorgestellt haben. Es gibt auch Menschen, die nach der fünfzigsten Bewerbung, einfach nicht mehr wollen. Von der Generation Praktikum garnicht erst zu reden. Es geht einfach und schlicht darum, vom Lohn anständig leben zu können. Und fragen Sie doch mal Ihre vielen Geschäftsführer, wieviele davon den angesprochenen Fachkräften auch Fachkräftegeld zahlen würden. Da geht das Geeiere los. Und als Kommunikationsprofi, erkennen Sie die Wahrheit an der Körpersprache und den vielen Ausreden. Ich gebe Ihnen zum Teil recht, aber jede Medaille hat halt zwei Seiten.
NDHler
03.03.2017, 13:10 Uhr
Lassen sie es raus wolfi
vielleicht hilft`s!
U. Alukard
03.03.2017, 13:48 Uhr
Ich gehöre auch zu den armen Bürgern!
Ich jammere nicht, aber ich kenne die Grenzen!
Hatte eine super Ausbildung, zwei Berufe gelernt, mit gut und sehr gut abgeschlossen.
Ich bin viel besser als mancher Jugendlicher, so helfe ich den Lehrern ihren Job zu machen und gleiche die defizitäre Ausbildung zu Hause aus, helfe der Jugend.
Mein Problem war, dass die Arbeitgeber auch ihre Vorstellung von Mitarbeitern haben, die müssen jung und stark sein, dann sind sie aber zu ungebildet, die Gebildeten über 50 sind zu alt und könnten ja krank werden.
Also liebe Arbeitgeber ändert eure Vorstellungen dann habt ihr genug Arbeitskräfte.
Jugendliche müssen noch lernen und auf die schlauen älteren MA müsst ihr halt etwas Rücksicht nehmen, die Mischung macht‘s.
Ach so, und natürlich mal selber ausbilden, dann wisst ihr wie wertvoll eine gute Arbeitskraft ist!
Günther Hetzer
03.03.2017, 13:50 Uhr
@Frank1966
Eigentlich wollte ich zu diesem Thema und der dazugehörigen Diskussion schweigen. Da es, wie an den Meinungen in den Kommentaren ersichtlich ist, zu viele Aspekte gibt die es zu betrachten gilt. Beim Thema Armut kann man sich de facto nur in einem Punkt einig sein: nämlich darin, dass man sich nicht einig sein kann!
Aber ein Satz von Ihnen @Frank1966, hat mich dann doch dazu veranlasst etwas zu schreiben...folgender:
"...Es gibt auch Menschen, die nach der fünfzigsten Bewerbung, einfach nicht mehr wollen..."
Finden Sie nicht, dass ein Mensch der trotz 50, sorgfältig erstellter Bewerbungen, keinen Arbeitsplatz gefunden hat, in unserem Sozialsystem sehr gut aufgehoben ist? Denn scheinbar erfüllt dieser Mensch dann nicht einmal im Ansatz den Ansprüchen des Arbeitsmarktes und kann somit nicht verlangen am Arbeitsmarkt teilzuhaben. Im Ernst, wer nach 20 plus X Bewerbungen noch keine Anstellung gefunden hat, sollte mehr als dankbar über H4 und Co. sein.
Frank1966
03.03.2017, 14:25 Uhr
@Highvoltage
Ich hatte die Meinung von NDHler kommentiert, welcher alle Hartz IV Empfänger unter generalverdacht der Faulheit gestellt hat. Und ja es gibt studierte, die heute für den Mindestlohn unterwegs sind. Und ja, wer nicht mehr arbeiten kann und will, ist in unserem Sozialsystem gut aufgehoben. Und ja, es gibt Menschen, die trotz Qualifikation und Fachwissen, keine Arbeit finden und vielleicht irgendwann resignieren. In meinem Kommentar ging es nicht um Hartz IV als solches, sondern um den Menschen.
Leser X
03.03.2017, 14:36 Uhr
Highvoltage, das ist eine Frage der Ethik...
... ob man wie auch immer benachteiligte Menschen automatisch in die Armut entlässt. Ein zivilisierter Staat würde sich genau daran messen lassen müssen, wie er mit den schwächeren Mitgliedern seiner Gesellschaft umgeht. Irgendwo sollten wir uns schon vom Tierreich abgrenzen, wo die Schwächeren gefressen werden.
Franziskus
03.03.2017, 15:42 Uhr
Man sollte nach
nur ca.20 oder 30 Bewerbungen nicht aufgeben!
Auch dabei sollte man längere Anfahrten in Kauf nehmen .
geloescht.20250302
03.03.2017, 15:59 Uhr
Leider zynisch @ Highvoltage
Ihr Schlusssatz drückt genau diese Gleichgültigkeitsmentalität aus.
Wer nichts findet, ist zu dumm und selbst schuld und sollte froh sein über...ja, worüber? Die so genannte soziale Hängematte?
Klar 404 € H4 und der Rest wird bezahlt. Soviel ich weiss, ist da Strom nicht inklusive und die Wohnungsgrösse und Miethöhe sind auch streng begrenzt.
Vielleicht sollten Sie mal einen Selbstversuch starten...für mindestens ein Jahr! Bedenken Sie aber die Vermögensfreigrenzen inklusive Ihrer Sparbücher und materiellen verkaufbaren Wertgegenstände.
Ja, und viel Spass, sollten Sie auf Tafel etc. angewiesen sein.
Gottseidank bin ich davon nicht betroffen, besitze aber wenigstens genug Empathie und Anstand, arrogante Kommentare zu diesem Thema nicht im Repertoire zu haben.
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