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Mi, 09:55 Uhr
07.06.2017
Meldungen aus dem Kirchenkreis

Auch Bad Frankenhausen würdigt 500 Jahr Reformation

Wie schon kn berichtete, ist seit einigen Wochen am Turm der Unterkirche ein Banner zu sehen: „Reformation geht weiter“ mit dem Schattenriß von Martin Luther. Inzwischen ist seit Ende Mai das Banner etwas verändert (siehe Foto): Man sieht das allgemein bekannte (aber nicht authentische) Gesicht von Thomas Müntzer und den Hinweis: „Müntzer – Deutsche Messe -18. Juni“....

Während es deutschlandweit in kleinen und großen Veranstaltungen und Ausstellungen um die Person und das Wirken Luthers geht, kommen die „ungeliebten Brüder“ der Reformation kaum zur Geltung, obwohl auch sie zur Verbreitung des Gedankenguts der Reformation ihren Beitrag leisteten. Nur in Mühlhausen gibt es zu diesem Thema eine größere Ausstellung.

Auch die Evangelische Kirchengemeinde Bad Frankenhausen stellt sich diesem Thema in einem besonderen Gottesdienst, liegt doch Frankenhausen im Lebens-Spannungsfeld Müntzers zwischen Allstedt und Mühlhausen. Frankenhäuser Bürger gaben sich 12 Artikel einer neuen Ordnung und mehrere Briefe zwischen Frankenhausen und Müntzer zeugen von der aktiven Rolle in unserer Region.
Diese Tatsache soll in einem besonderen Gottesdienst am 18. Juni 2017 (Sonntag) um 10.00 Uhr gewürdigt werden.

Auch Bad Frankenhausen würdigt 500 Jahr Reformation (Foto: Peter Zimmer)
Auch Bad Frankenhausen würdigt 500 Jahr Reformation (Foto: Peter Zimmer)


In seiner Form wird der Gottesdienst dem heutigen Ablauf entsprechen. Die Liturgie ist allerdings von Thomas Müntzer, der noch vor Martin Luther alle liturgischen Gesänge in die deutsche Sprache übersetzte (veröffentlicht unter dem Titel „Deutsche Messe“) und diese so zum Allgemeingut der versammelten Gemeinde wurden. Noch Jahrzehnte nach Ende des Bauernkrieges wurde nach Müntzers Liturgie in den Gemeinden gesungen, aber ohne Nennung seiner Autorenschaft. Während in heutiger Zeit diese Liturgie in einfacher Form gesungen wird, erklingt sie zu Müntzers Zeiten in Form der gregorianischen Melodik – so wird sie auch am 18. Juni in der Unterkirche zu hören sein.

Der Höhe- und Schwerpunkt eines evangelischen Gottesdienstes ist die Predigt. Von Thomas Müntzer ist nur die Fürstenpredigt im Wortlaut überliefert. Vor seinem Landesfürsten Herzog Johann und seinen Gefolgsleuten konnte er in der Allstedter Schloßkirche 1524 seine Theologie darlegen. „Die Auslegung des zweiten Kapitels des Buches Daniel (Altes Testament) bot Gelegenheit, seine Auffassung von Offenbarungen Gottes in Träumen und Visionen zu erläutern, seine Überzeugung vom nahen Ende der Reiche dieser Welt zu vertreten und schließlich die Aufgabe der Fürsten in diese Endzeit zu verkündigen.“ (Zitat aus Eike Wolgast: „Thomas Müntzer – ein Verstörer der Ungläubigen“). Mit dem Danieltext konnte Müntzer seine Vorstellungen vom Wechselverhältnis von göttlichem Geist und weltlicher Macht darstellen.

Superintendent Kristóf Bálint wird sich intensiv mit Müntzers Predigt auseinandersetzen und eine auf die heutige Zeit bezogene „Fürsten“-Predigt halten, angereichert mit Originalzitaten der damaligen Predigt.
Mit diesem besonderen Gottesdienst soll schon einmal auf das Jubiläum 2025 hingewiesen werden – Bauernkriegsgeschehen in Mitteldeutschland vor 500 Jahren.

Nach dem Gottesdienst wird zu einem erweiterten Kirchenkaffee eingeladen, jeder kann mit jedem ins Gespräch kommen.
(PS: die Müntzerdarstellung auf dem Banner wurde durch ehrenamtliches Engagement von Jürgen Seifert angefertigt!)

Peter Zimmer
Bad Frankenhausen
Autor: khh

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