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Di, 11:09 Uhr
04.07.2017
IHK sieht wachsende Anforderungen an Innenstadthändler

Etwas Licht und lange Schatten

Der Handel steht derzeit vor riesigen Herausforderungen – vom demografischen Wandel gerade im ländlichen Raum bis zum intensiveren Wettbewerb durch die Online-Shops. Sinkende Besucherfrequenzen zwingen vor allem die Städte, ihre Zentren attraktiver aufzustellen...



Der massive Strukturwandel – getrieben durch die Digitalisierung – wachsende Bürokratie und rückläufige Besucherfrequenzen setzen insbesondere kleine Einzelhändler in den Innenstädten unter Druck. Dabei sind die Geschäftserwartungen durchaus unterschiedlich.

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Trends wie „Do it yourself“, Outdoor oder Informations- und Kommunikationstechnologie, laufen weitestgehend gut. Bei klassischen Anbietern von Innenstadt-Sortimenten wie Bekleidung, Spielwaren, Schuhen oder Lederwaren fallen die Aussichten weniger erfreulich aus. Besonders zu kämpfen haben Buchhandlungen und Apotheken. Auffällig auch: Je kleiner ein Einzelhandelsunternehmen ist, desto negativer bewertet es seine Geschäftserwartungen. „Vielen kleinen Händlern fällt es schwer, ihr Geschäft auf die veränderten jedoch zwingend notwendigen Anforderungen des Marktes auszurichten“, erläutert Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.

Die wachsenden Umsätze im E-Commerce sowie die Konkurrenz „auf der grünen Wiese“ senken die Besucherfrequenzen in den Zentren. Gerade aber dort sind häufig kleine Einzelhändler angesiedelt, die das individuelle Bild der Stadt prägen und oft als erste die Türen für immer schließen müssen. Der Strukturwandel im Handel ist daher bereits in vielen Innenstädten offensichtlich. Kleinere Städte und schlechte Randlagen verlieren teilweise massiv.

Mittelzentren sind je nach Zentralitätsgrad unterschiedlich betroffen. Aber auch Großstädte spüren die Auswirkungen. Das zeigen beispielsweise die aktuellen Strukturdaten zum Einzelhandel in Erfurt. Mit drei Prozent Wachstumsrate verzeichnet die örtliche Kaufkraft im Einzelhandel eine doppelt so hohe Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Doch während der Kaufkraftzuwachs weiter steigt, stagnieren die Umsätze. Noch 2016 flossen zwei Drittel des jährlichen Kaufkraftzuwachses in den Umsatz vor Ort, 2017 ist es nur noch ein Drittel. „Das bedeutet, das Geld landet nicht in den Kassen der Erfurter Händler, sondern im Onlinegeschäft oder an anderen Standorten“, so Grusser.

Pulsierende Citys sind allerdings für die Attraktivität eines Wirtschafts- und Wohnstandorts elementar. Deswegen ist es wichtig, den Handel in Innenstädten im Wandel zu begleiten und die Stadt im Wettbewerb zu anderen Städten attraktiv und zukunftssicher aufzustellen. Die Schlüsselwörter heißen: Sicherheit und Sauberkeit, Erreichbarkeit, ortsnahe und preisgünstige Parkplätze sowie rechtssichere und kundenorientierte Gestaltung der Öffnungszeiten – auch an Sonntagen.

„Zukünftig wird es noch wichtiger sein, dass eine Angebotsvielfalt vom Einkaufen über die Gastronomie bis zu Freizeit und Kultur für ein nachhaltiges Erlebnis der Innenstadt bei Einwohnern und Gästen sorgt. Dafür sind stärkere Kooperationen und eine Zusammenarbeit aller Akteure der Stadt erforderlich“, unterstreicht der IHK-Chef. Ferner müssten diese lokalen Angebote auch dort präsent sein, wo der Bewohner oder Tourist sie sucht, also auch über das Smartphone im Netz. Hierfür würden die Händler aber auch die Städte selbst eine digitale Strategie brauchen.

Die digitale Verkehrsplanung mit Informationen per App über den Verkehrsfluss oder Hinweisen auf freie Parkplätze, ein offenes städtisches W-LAN sowie Internet-Plattformen mit den örtlichen Angeboten und Services seien hierfür smarte Beispiele.
Autor: red

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