Mo, 19:03 Uhr
23.10.2017
Kulturszene aktuell
The GOOD LOVELIES aus Kanada in Bad Frankenhausen
Am Freitag abends im Panorama Museum hieß es beim Konzert beinahe Land unter, so groß war der Ansturm. Hier die Rezension von Fred Böhme...
Am vergangenen Freitagabend (20.10.) platzte die eigentlich nicht kleine Eingangshalle des Panorama Museums aus allen Nähten. Alle Stühle in der Eingangshalle und im vorderen Bereich des Café P. waren besetzt und an den zahlreicher als sonst gestellten Stehtischen drängten sich ebenfalls viele Konzertbesucher. Das Konzert des kanadischen Gesangstrios THE GOOD LOVELIES (verstärkt durch die Tourbassistin MJ Dandeneau) bewirkte dieses Mal einen außerordentlichen Besucheransturm. Im Vorverkauf waren bereits über 90 Karten verkauft worden, letztlich waren ca. 170 Gäste gekommen. Der Veranstalter fürchtete bereits, dass er den Einlass stoppen und das Konzert für ausverkauft erklären müsse. Das war auch der Grund dafür, dass der Bitte nach noch mehr Stühlen von einigen Besuchern nicht entsprochen werden konnte, denn die Sicherheit der Anwesenden hat natürlich Vorrang.
Nach einigen Staukapriolen auf der Autobahn gelangten die Musikerinnen von Solingen kommend gegen 18:00 Uhr auf dem Schlachtberg an, also noch ausreichend Zeit für Aufbau und Soundcheck. Übereifrige Musikfreunde, die sich schon vor 19:00 Uhr am Einlass drängten, mussten sich ein wenig gedulden, denn ein optimaler Klang lässt sich nur bei möglichst geringer akustischer Beeinträchtigung erzielen.
Kurz nach 20:00 Uhr eröffneten dann die vier Musikerinnen ihr Konzert mit Made For Rain von ihrer 2011 erschienenen CD Let The Rain Fall und dieser Song wies gleich alle stilistischen Merkmale ihrer Stücke auf: Sparsame Gitarrenbegleitung mittels einer akustischen Gitarre gespielt hier von Caroline Brooks, Susan Passmore ist verantwortlich für die kleine Snare, Shaker und die Stompbox und dazu klimpert Kerry Oug etwas auf dem Banjo. Doch wichtiger ist der mehrstimmige Satzgesang, wobei Susan den Liedgesang übernahm und ihre Mitstreiterinnen dann in diesen perfekt mit einstimmten.
MJs Part beschränkte sich darauf mit ihrem Kontrabass den Groove des Stückes zu verstärken. Und das sind dann auch schon die Zutaten für eine typische Good-Lovlie-Nummer. Bei Down, Down, Down stand Carolines Gesang mehr im Vordergrund und die anderen sorgten für die nötige Country-Melancholie und so ging es durch das Programm an diesem Abend, immer wechselnd zwischen diesem mitreißenden Satzgesang und folkig-countryesker Melancholie. Dabei wurde die akustische Gitarre herumgereicht, Caroline wechselte zu ihrer E-Gitarre, die sie sehr sparsam und wirkungsvoll einsetzte, Kerry übernahm mal das Keyboard, dann mittels Omnicord – eine Art kleines Keyboard – spielte sie einen vorproduzierten elektronischen Groove ein.
Zwischen den Stücken erzählten sie von den besonderen Umständen ihrer diesjährigen Tour, denn nicht nur drei Kleinkinder auch die Ehemänner von Susan und Caroline begleiteten sie dieses Mal, in England auch noch die Eltern von Susan: Das war Rock´n´Roll. Insgesamt wirkten sie recht aufgekratzt, schließlich waren sie das zweite Mal hier und dann noch angesichts der vielen Gäste. Sie witzelten und blödelten zwischen den Stücken herum und es war ihnen anzumerken, dass sie sichtlich Spaß hatten. Es folgten noch Stücke wie Last Night, Sleepwalkin´, Into The Dark oder In The Morning.
Sie ackerten sich durch das Repertoire ihrer inzwischen 7 erschienenen CDs, wobei sich ihr Fokus spürbar weg vom Swing und Folk stärker zur harmoniesüchtigen Country-Ballade verschoben hat. Doch noch immer bestimmt dieser perfekte Satzgesang ihre Lieder. Das Publikum nahm sie sehr positiv auf, dankte mit lebhaftem Beifall. Zahlreiche verkaufte Tonträger und mehrere Zugaben waren sicher Beleg genug dafür, wie positiv sie aufgenommen wurden, auch wenn einzelne Stimmen kritisch anmerkten, dass ihnen dieser Auftritt zu ruhig gewesen sei.
Ein Punk- oder Rockkonzert war von ihnen auch nicht zu erwarten gewesen und man musste sich natürlich auf ihre Musik einlassen, dann zündete sie auch. Ihr Charme und ihr Humor tat dann das ihrige. Als nach Konzertende alles zusammen gepackt und wieder verstaut war, ließen sie sich gar noch zu Leonhard Cohens Hallelujah überreden und gaben diesem Abend noch ein I-Tüpfelchen der besonderen Art.
Text und Fotos: Fred Böhme Panorama Museum
Autor: khhAm vergangenen Freitagabend (20.10.) platzte die eigentlich nicht kleine Eingangshalle des Panorama Museums aus allen Nähten. Alle Stühle in der Eingangshalle und im vorderen Bereich des Café P. waren besetzt und an den zahlreicher als sonst gestellten Stehtischen drängten sich ebenfalls viele Konzertbesucher. Das Konzert des kanadischen Gesangstrios THE GOOD LOVELIES (verstärkt durch die Tourbassistin MJ Dandeneau) bewirkte dieses Mal einen außerordentlichen Besucheransturm. Im Vorverkauf waren bereits über 90 Karten verkauft worden, letztlich waren ca. 170 Gäste gekommen. Der Veranstalter fürchtete bereits, dass er den Einlass stoppen und das Konzert für ausverkauft erklären müsse. Das war auch der Grund dafür, dass der Bitte nach noch mehr Stühlen von einigen Besuchern nicht entsprochen werden konnte, denn die Sicherheit der Anwesenden hat natürlich Vorrang.
Nach einigen Staukapriolen auf der Autobahn gelangten die Musikerinnen von Solingen kommend gegen 18:00 Uhr auf dem Schlachtberg an, also noch ausreichend Zeit für Aufbau und Soundcheck. Übereifrige Musikfreunde, die sich schon vor 19:00 Uhr am Einlass drängten, mussten sich ein wenig gedulden, denn ein optimaler Klang lässt sich nur bei möglichst geringer akustischer Beeinträchtigung erzielen.
Kurz nach 20:00 Uhr eröffneten dann die vier Musikerinnen ihr Konzert mit Made For Rain von ihrer 2011 erschienenen CD Let The Rain Fall und dieser Song wies gleich alle stilistischen Merkmale ihrer Stücke auf: Sparsame Gitarrenbegleitung mittels einer akustischen Gitarre gespielt hier von Caroline Brooks, Susan Passmore ist verantwortlich für die kleine Snare, Shaker und die Stompbox und dazu klimpert Kerry Oug etwas auf dem Banjo. Doch wichtiger ist der mehrstimmige Satzgesang, wobei Susan den Liedgesang übernahm und ihre Mitstreiterinnen dann in diesen perfekt mit einstimmten.
MJs Part beschränkte sich darauf mit ihrem Kontrabass den Groove des Stückes zu verstärken. Und das sind dann auch schon die Zutaten für eine typische Good-Lovlie-Nummer. Bei Down, Down, Down stand Carolines Gesang mehr im Vordergrund und die anderen sorgten für die nötige Country-Melancholie und so ging es durch das Programm an diesem Abend, immer wechselnd zwischen diesem mitreißenden Satzgesang und folkig-countryesker Melancholie. Dabei wurde die akustische Gitarre herumgereicht, Caroline wechselte zu ihrer E-Gitarre, die sie sehr sparsam und wirkungsvoll einsetzte, Kerry übernahm mal das Keyboard, dann mittels Omnicord – eine Art kleines Keyboard – spielte sie einen vorproduzierten elektronischen Groove ein.
Zwischen den Stücken erzählten sie von den besonderen Umständen ihrer diesjährigen Tour, denn nicht nur drei Kleinkinder auch die Ehemänner von Susan und Caroline begleiteten sie dieses Mal, in England auch noch die Eltern von Susan: Das war Rock´n´Roll. Insgesamt wirkten sie recht aufgekratzt, schließlich waren sie das zweite Mal hier und dann noch angesichts der vielen Gäste. Sie witzelten und blödelten zwischen den Stücken herum und es war ihnen anzumerken, dass sie sichtlich Spaß hatten. Es folgten noch Stücke wie Last Night, Sleepwalkin´, Into The Dark oder In The Morning.
Sie ackerten sich durch das Repertoire ihrer inzwischen 7 erschienenen CDs, wobei sich ihr Fokus spürbar weg vom Swing und Folk stärker zur harmoniesüchtigen Country-Ballade verschoben hat. Doch noch immer bestimmt dieser perfekte Satzgesang ihre Lieder. Das Publikum nahm sie sehr positiv auf, dankte mit lebhaftem Beifall. Zahlreiche verkaufte Tonträger und mehrere Zugaben waren sicher Beleg genug dafür, wie positiv sie aufgenommen wurden, auch wenn einzelne Stimmen kritisch anmerkten, dass ihnen dieser Auftritt zu ruhig gewesen sei.
Ein Punk- oder Rockkonzert war von ihnen auch nicht zu erwarten gewesen und man musste sich natürlich auf ihre Musik einlassen, dann zündete sie auch. Ihr Charme und ihr Humor tat dann das ihrige. Als nach Konzertende alles zusammen gepackt und wieder verstaut war, ließen sie sich gar noch zu Leonhard Cohens Hallelujah überreden und gaben diesem Abend noch ein I-Tüpfelchen der besonderen Art.
Text und Fotos: Fred Böhme Panorama Museum



