So, 12:43 Uhr
26.11.2017
Musiktagung in Sondershausen
Mit der Musica Transalpina, einer Tagung in Sondershausen zur italienischen Musik in konfessionellen Spannungsfeldern des 16. Jahrhunderts war auch ein Konzert verbunden...
Zu einem internationalen Workshop hatte das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar eingeladen: In Kooperation mit der Landesmusikakademie Sonderhausen wurde in den Räumlichkeiten der Akademie am Samstag, 25. und Sonntag, 26. November eine Tagung im Rahmen des DFG-Projekts Italienische Spuren in der wettinischen Hofmusikpflege des 16. Jahrhunderts in Sondershausen durchgehürt. Die wissenschaftliche Leitung haben Prof. Dr. Eckart Lange (Sondershausen) und Dr. Michael Chizzali (Weimar-Jena) inne.
Die Tagung mit dem Titel Musica Transalpina wurde begleitet von einem Konzert am heutigen Sonntag in der Säulenhalle der Landesmusikakademie. Es sang der Projektchor Weimarer Adjuvanten unter der Leitung von Stefan Garthoff.
Auf dem Programm standen u.a. Kompositionen der ersten beiden italienischen Hofkapellmeister in Dresden Antonio Scandello und Giovanni Battista Pinello di Ghirardi. Hinzu kommen lateinische Oden von Joachim a Burck, geistliche Kontrafakturen von Kanzonen, Kanzonetten und Madrigalen sowie italienische Lieder.
Hintergrund:
Die Tagung befasste sich mit italienischer Musik in den konfessionellen Spannungsfeldern des 16. Jahrhunderts. Mit der Internationalisierung des Musiktransfers im 16. Jahrhundert avancierte die italienische Musik zu einem Exportschlager. Sie wurde in den Ländern nördlich der Alpen sehr beliebt. Dies betraf nicht nur Importe geistlicher Werke, sondern auch das breite Repertoire weltlicher Vokalformen.
Zur selben Zeit trug die konfessionelle Diversifizierung im Zuge der Glaubensspaltung wesentlich zu einer Gegensätzlichkeit im kulturellen Pluralismus bei und begünstigt die Entstehung profilierter Wahrnehmungsfelder des Fremden. Letztere sollen nun im geplanten Workshop anhand ausgewählter deutscher Beispiele der Rezeption italienischer Musik skizziert und in Referaten vertieft werden. Hierbei gewinnt die – gerade für den mitteldeutschen Raum wichtige – Frage an Bedeutung, inwieweit das italienische Repertoire als wirkungsgeschichtlicher Teilaspekt protestantischer Identitätsbildung eine Rolle spielt und inwieweit das Ineinander von Musik und Religion für die allmählich aufkommenden Abgrenzungsdiskurse zwischen Nord und Süd relevant ist.
Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
Autor: khhZu einem internationalen Workshop hatte das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar eingeladen: In Kooperation mit der Landesmusikakademie Sonderhausen wurde in den Räumlichkeiten der Akademie am Samstag, 25. und Sonntag, 26. November eine Tagung im Rahmen des DFG-Projekts Italienische Spuren in der wettinischen Hofmusikpflege des 16. Jahrhunderts in Sondershausen durchgehürt. Die wissenschaftliche Leitung haben Prof. Dr. Eckart Lange (Sondershausen) und Dr. Michael Chizzali (Weimar-Jena) inne.
Die Tagung mit dem Titel Musica Transalpina wurde begleitet von einem Konzert am heutigen Sonntag in der Säulenhalle der Landesmusikakademie. Es sang der Projektchor Weimarer Adjuvanten unter der Leitung von Stefan Garthoff.
Auf dem Programm standen u.a. Kompositionen der ersten beiden italienischen Hofkapellmeister in Dresden Antonio Scandello und Giovanni Battista Pinello di Ghirardi. Hinzu kommen lateinische Oden von Joachim a Burck, geistliche Kontrafakturen von Kanzonen, Kanzonetten und Madrigalen sowie italienische Lieder.
Hintergrund:
Die Tagung befasste sich mit italienischer Musik in den konfessionellen Spannungsfeldern des 16. Jahrhunderts. Mit der Internationalisierung des Musiktransfers im 16. Jahrhundert avancierte die italienische Musik zu einem Exportschlager. Sie wurde in den Ländern nördlich der Alpen sehr beliebt. Dies betraf nicht nur Importe geistlicher Werke, sondern auch das breite Repertoire weltlicher Vokalformen.
Zur selben Zeit trug die konfessionelle Diversifizierung im Zuge der Glaubensspaltung wesentlich zu einer Gegensätzlichkeit im kulturellen Pluralismus bei und begünstigt die Entstehung profilierter Wahrnehmungsfelder des Fremden. Letztere sollen nun im geplanten Workshop anhand ausgewählter deutscher Beispiele der Rezeption italienischer Musik skizziert und in Referaten vertieft werden. Hierbei gewinnt die – gerade für den mitteldeutschen Raum wichtige – Frage an Bedeutung, inwieweit das italienische Repertoire als wirkungsgeschichtlicher Teilaspekt protestantischer Identitätsbildung eine Rolle spielt und inwieweit das Ineinander von Musik und Religion für die allmählich aufkommenden Abgrenzungsdiskurse zwischen Nord und Süd relevant ist.
Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar




