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Do, 11:53 Uhr
11.01.2018
Faszination Glücksspiele

Immer mehr sehen reizvolle Anlage im Online-Spiel

Die Glücksspielbrache erlebt bereits seit Jahren einen noch nie gekannten Boom. Die Umsätze klettern jährlich im zweistelligen Bereich. Ein Ende des Trends ist derzeit nicht abzusehen. Das ruft auch viele Investoren auf den Plan...


Gefragt sind Aktien von Glücksspielunternehmen, viele versuchen sich jedoch angesichts des schon lange Zeit historisch tiefen Zinsniveaus auch gleich selbst an den Spielautomaten, bei Online-Poker oder bei Sportwetten. Der Erfolg scheint ihnen Recht zu geben. Voll im Bewusstsein, dass es sich beim Einsatz im Glücksspiel um eine riskante Geldanlage handelt, deren Ergebnis im Wesentlichen vom Zufall abhängt, gehen sie bei ihren Anlagen strategisch vor. Sie setzen nicht alles auf eine Karte und versuchen ihre Payroll langfristig zu erhöhen.

Viele Anleger wissen schon seit Jahren nicht so recht, wie sie ihr Vermögen sinnvoll strategisch anlegen können. Risikoarme Spareinlagen oder Tagesgeldkonten werfen einfach nicht genug Zinsen ab, um das Geld sinnvoll bis zur Rente zu vermehren. Auch der Immobilienmarkt ist wie leergefegt und bietet mit seinen astronomischen Hauspreisen kaum noch sinnvolle Anlagealternativen. Bei Aktien sieht es ähnlich aus.

Zwar sorgte die Rallye der vergangenen Jahre für ordentliche Kurssteigerungen, jedoch sehen viele Anleger bereits das Ende des Booms erreicht und befürchten, dass die Blase bald platzen könnte. So sieht es auch Peter H., im Hauptberuf KFZ-Elektrikermeister aus Göttingen: „Nachdem ich bei der Volksbank über Jahre so gut wie keine Zinsen auf mein Erspartes bekommen habe, war ich schon seit längerem auf der Suche nach vernünftigen Anlagemöglichkeiten. Die Glücksspielbranche ist in den letzten fünf Jahren jeweils deutlich über 10 % gewachsen. Daher habe ich mich umgeschaut, welche Aktien von Glückspielanbietern interessant sein könnten und ein Teil hier angelegt. Ich spiele aber auch selbst mit und habe mit einen Account bei einem Online-Casino angelegt und nehme dort regelmäßig bei Freeroll- und Buy In-Pokerturnieren mit. Aber auch Spielautomaten und Online-Roulette haben ihren Reiz. Allerdings sollte man nicht alles auf „17“ legen, sondern ein bisschen streuen. Meine Payroll kann sich bislang sehen lassen. Das habe ich mit den anderen Anlagen davor nicht geschafft.“ So wie Peter H. denken mittlerweile viele ehemals konservative Anleger. Es gibt schlichtweg kaum noch seriös zu empfehlende Geldanlagen. Erschwerend kommt hinzu, dass einfach zuviel Liquidität in den Märkten vorhanden ist, was sich unmittelbar in astronomisch hohen Kaufpreisen widerspiegelt.

Auf was sollte man bei Anlagen im Glücksspiel achten?

In jedem Fall sollte man sich einen Online-Anbieter aussuchen, der seriös ist und das eingezahlte Geld und die Gewinne auch sicher wieder auszahlt. Außerdem sollten die Spieler darauf achten, dass das Casino oder der Pokeranbieter eine offizielle EU-Lizenz besitzen, um legal spielen zu können. Wer sich zu einzelnen Online-Casinos informieren möchte, kann dies beispielsweise bei www.spielhalle.net tun. Hier finden sich Casinotests und Erfahrungsberichte von Nutzern zu vielen Anbietern. Auch die steuerliche Seite ist zu beachten.

Glücksspiel gilt nur dann als steuerfrei, wenn das Spielergebnis nur vom Zufall abhängt und außerdem der Lebensunterhalt hauptsächlich aus anderen Einnahmequellen finanziert wird. So manch ein Pokerspieler kam hierbei schon in Erklärungsnot gegenüber dem Finanzamt und musste auf seine regelmäßig erzielten Gewinne Steuern entrichten. Der neueste Trick einzelner Finanzbehörden ist es, dem Pokerspiel den Glücksspiel-Status zu entziehen und es zum Geschicklichkeitsspiel zu erheben, worauf dann in jedem Fall Gewinne versteuert werden müssten. Aber hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und es sind derzeit einige Klagen anhängig. Wer allerdings hohe Einnahmen aus einem Online-Casino hat, auch einmalig, sollte diese sicherheitshalber in seiner Steuererklärung angeben.

Ansonsten sollten sich die Spieler unbedingt einen Plan machen, was sie wo und wie viel einsetzen wollen und Gewinne und Verluste stets notieren, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Wer sich beispielsweise ein Einsatzlimit pro Tag setzt und bei Verlusten konsequent wieder aussteigt, macht in jedem Fall alles richtig. Vor allem sollten die Investoren und Spieler sich nicht von der Gier steuern lassen, vor allem dann, wenn eine Glückssträhne vorliegt. Besser ist es, sich ein Gewinnziel zu setzen und nach Erreichen einfach aufzuhören. Erst nach einer kleinen Cool-Down-Phase sollte dann wieder mit Einsätzen begonnen werden.
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