Kommentare
altmeister
29.05.2018, 08:43 Uhr
Umfragen
Repräsentativ ist eine in solch kleinem Maßstab durchgeführte Umfrage für ganz Deutschland definitiv nicht, noch dazu, da hier auch die Zahl der direkt betroffenen Teilnehmer enthalten ist.
Dann sollte doch darüber nachgedacht werden, die KKW wieder in Betrieb zu nehmen, die Strompreise in Deutschland sind schon hoch genug und Speichermöglichkeiten für den zeitweilige Stromüberschuss aus Photovoltaik und Windkraft sind noch in weiter Ferne, dieser wird zur Zeit verschenkt mit Draufgabe an Nachbarstaaten und zu Mangelzeiten dieser Energieerzeugungen wird teuer vom Ausland eingekauft, Atom- und Kohlestrom!
Aber, vielleicht werden Kerzen und Waschbrett als Standard bald wieder Einzug halten in deutschen Haushalten, jeder sein Pferd im Stall haben...
Bodo Bagger
29.05.2018, 09:17 Uhr
KKW Wiederinbetriebnahme...
ist nicht realisierbar. Zum einen ist die Betriebsgenehmigung erloschen und die Anllagen sind nicht wieder lizenzierbar.
Viel schwerwiegender als diese, eventuell noch umkehrbare Tatsache ist, dass mit dem Abfahren die meisten Betreiber mitlerweile einen direkten Rückbau grüne Wiese anstreben. Dazu werden noch vor Beginn der, nach AtG genehmigungspflichtigen Rückbauarbeiten im nuklearen Anlagenteil meist schon nicht mehr benötigte Hilfsanlagengebäude etc. abgebaut. Als nächstes folgt das Dekomprogramm im nuklearen Anlagenteil mittels Ameisen- bzw. Schwefelsäure. Und danach ist es mit Wiederanfahren eh vorbei.
Der schwerwiegendeste Fakt ist allerdings, dass es in Deutschland gar kein qualtifiziertes Personal für den Betrieb (lizenzierte Reaktorfahrer) und die Unterhaltung der Anlagen gibt. Die wenigen noch vorhandenen, qualifizierten Leute sind entweder in Rente oder aber ins benachbarte Ausland gegangen.
Es gibt ja nicht mal mehr genügend qualifiziertes Personal um den Rückbau fachgerecht zu begleiten.
Kurzum, Deutschland wird auch in Zukunft keinen Strommangel leiden. Die energieintensive Industrie wird dazu das Land schleichend weiter verlassen, nicht schlagartig, nein schleichend indem nicht mehr in die Erneuerung der Anlagen investiert wird. Damit sinkt der Stromverbrauch im Land und wenn Wind und Sonne mal wieder nicht liefern, dann kann man ja für die Lücken immer noch im Ausland zukaufen... schicken nuklear erzeugten Strom aus Tschechien, Frankreich, Belgien der Schweiz und bald auch Polen und UK. Das Verbundnetz macht es möglich.
Ok, wird etwas teurer für die in Deutschland Verbliebenen, aber heh die, die euch das eingebrockt haben, haben ja auch mal behauptet, dass das ganze nur eine Kugel Eis kostet.
Blueman
29.05.2018, 09:20 Uhr
Man sollte auf die Deutschen hören
Über kurz oder lang wird ein Ausstieg aus fossilen und nuklearen Energieträgern zu sinkenden Strompreisen führen. Betrachte man nur die letzten Ausschreibungsergebnisse für Wind- und Sonnenstrom. Dort wurden Erzeugungskosten von unter 5 ct/kWh erzielt. Bei steigenden Rohstoffpreisen von Öl, Gas und Kohle wird das in Zukunft von den Oldtimern nicht eingehalten werden können, außer die alten abgeschriebenen Kraftwerke laufen weiter. Je früher der Ausstieg passiert, desto größer ist auch der Wettbewerbsvorteil den Deutschland dabei erlangt und die Wirtschaft für die Zukunft Fit macht. Der Umbruch wird schmerzhaft, keine Frage. Aber das wird er auch wenn er erst später kommt. billiger wird er dadurch jedenfalls nicht. Je länger man wartet, desto höher werden die Klimafolgekosten sein die die Gesellschaft zu tragen hat.
Barbarossa´s Spross
29.05.2018, 11:16 Uhr
Das deutsche "Fachpersonal"
Frag doch mal die Finnen wie die das von den deutschen und französischen "Fachpersonal" ausgelösten kuddelmuddel um Olkiluoto so finden. Da kann man froh sein das die nicht in dem Betrieb von deutschen AKWs beteiligt sind.
Bodo Bagger
29.05.2018, 11:23 Uhr
nein Blueman,
das wird er nicht, denn all diese Ausschreibungen basieren darauf, dass die jeweiligen Anbieter keinerlei Verpflichtung haben, eine Grundlastabdeckung zu gewährleisten.
Diese Grundlastabdeckung wird in Deutschland nach wie vor von den 4 großen, halb- bis ganzstaatlichen EVU und einigen lokalen Versorgern und im immer größeren Maße aus Importen aus dem Ausland gestemmt.
Wers nicht glaubt, kann sich dahingehend gern ein mal über die täglichen Lastgänge beim Energiewende Thinktank AGORA informieren. Tagesaktuell.
Volatile Quellen wie Soralenergie und on- wie offshore Windernergie werden von der Bundesnetzargentur hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit und Planbarkeit mit 0% bzw. 5% bewertet, integral betrachtet seit Jahren unverändert und basierend auf den realen Verfügbarkeiten über der Anforderung. Somit wird auch klar, dass beide Erzeugungsformen ohne verfügbare und bezahlbare, gro0technische Speichermöglichkeiten nicht ansatzweise eine verlässliche Grundlastabdeckung garantieren werden.
Jetzt haben ja schlaue, grüne Koryphäen der Energietechnik wie Baerbock vor kurzem ja großspurig behauptet, dass Netz diene als Speicher, und sie hätten auch schon alles nachgerechnet...
Deutscher Wettbewerbsvorteil? In den hochsubventionierten Unternehmen grüner Sonnengötter wie Asbeck (Grünen Mitglied und erfolgreicher doppelter Solarworld Pleitier) mit Subventionsraten von bis zu 30.000€ pro Jahr?
Der Umbruch wird schmerzhaft, vor allem für die in Deutschland Verbleibenden, die die Rechnung für den deutschen Alleingang zahlen werden.
Bodo Bagger
29.05.2018, 11:26 Uhr
zum nachschauen der Lastgänge...
https://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdatenagorameter/chart/power_generation_price/24.04.2018/25.05.2018/
Paulinchen
29.05.2018, 11:46 Uhr
Da wurden wohl nur...
...die Deutschen befragt, welche glauben, dass über Deutschland eine Glocke gestülpt wird, wenn am Rande zu Nachbarländern mal so ein A-Kraftwerk ernsthafte Schwierigkeiten bekommt. Hallo - die Tschernobylfolgen wurden auch hier bei uns gemessen! So lange, wie rund um Deutschland noch derartige Kraftwerke in Betrieb sind, können wir die Welt allein nicht sicherer machen. Leider.
Blueman
29.05.2018, 12:50 Uhr
Die Grundlast ist nicht das Problem
Statistiken anschauen und verstehen sind anscheinend zwei paar Schuhe. Die Grafiken der Agora zeigen ganz klar, dass Deutschland mehr Strom exportiert als importiert. Physikalisch kann natürlich beides gleichzeitig auftreten aber der Export dominiert hier ganz offensichtlich. Der Grund dafür liegt auf der Hand und da haben sie Jörg teilweise recht, dass erneuerbare Energieträger fluktuierend in Erscheinung treten. Jedoch ergänzen sich Sonnenstrom und Windstrom saisonal recht gut (siehe Daten von Agora). Der Export Überschuss zeigt aber auch deutlich, dass im wesentlichen eine konstante Last der Grundlastkraftwerke exportiert wird. Klar das liegt am Einspeisevorrang von den Erneuerbaren usw..
Niemand behauptet das der Umbau des Energieversorgungssystems einfach und kostenlos von Statten geht. Aber Aufzuhalten ist er nicht mehr und vor allem er ist absolut notwendig (Klimaerwärmung, Peak Oil und so). Neben dem Kraftwerkspark sind natürlich auch verbrauchsseitig Veränderungen notwendig. Das alles ist auch nicht von Heute auf Morgen zu schaffen. Aber wir sollten die Ärmel hochkrempeln die Sache anpacken und die Zukunft gestalten, oder wir setzen uns hin und schauen zu wie der Karren vor die Wand fährt. Und das wird er, wenn wir nichts machen.
Und zu den Argumenten ala, wir sind keine Insel und haben keine Glocke über Deutschland, solange die anderen nichts machen nützt das alles gar nichts:
1.) Ein laufendes Atomkraftwerk in Deutschland macht kein Atomkraftwerk im Ausland sicherer.
2.) Ein modernes, "sauberes" Kohlekraftwerk in Deutschland wird immer teurer Strom produzieren als das abgeschriebene, dreckige Kohlekraftwerk im Ausland.
3.) Wenn nicht Deutschland, wer soll denn sonst den Anfang machen?
4.) Die Daten der Agora zeigen auch, dass selbst bei dem noch vergleichsweise geringen Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung die Deckung der Grundlast in Zukunft nicht das Problem sein wird.
Bodo Bagger
29.05.2018, 14:34 Uhr
Blueman...
das was Sie Exportüberschuss nennen, nennt der geneigte Fachmann primäre und sekundäre Regelenergie oder sogenannte Residuallast.
Deutschland hat einen Baseload von ca. 50GW Grundlast, um diese Flächenmäßig ausregeln zu können, müssen zwangsweise zwischen 5% bis 10% Leistungsüberschuss vorgehalten werden, bzw. die Kapazität vorhanden sein, diese über den Verbund kurzfristig zu importieren. Das genau sind 80% der vielfach kolpotierten Überschüsse, die dann als Export verklärt werden.
Aufgrund der immer geringer werdenden rotierenden Massen im Netz und der damit verbundenen masseträgheitsmomentbedingten Nachlauf- und damit Regelreserven (immer weniger Großgeneratoren als frequenzerzeugende und stabilisierende rotierende Masse im Netz da thermische Großkraftwerke abgeschaltet werden). müssen die vorgehaltenen Regelüberschüsse in Zukunft auf bis zu 20% erhöht werden. (Blindlastgeneratoren z.b. ehem. KKW Biblis).
Wie es tatsächlich aussieht, kann man am Beispiel der Ex- Importgänge aus/nach Polen sehr gut sehen. Die regeln bei nichtvorhandener eigener Nachfrage bei 2,5GW Import einfach über ihre Phasenschieber ab und schützen damit ihr Netz, anstatt sich mit volatilen Wind- und Solarstrom zudumpen zu lassen, bzw. sich von Deutschland ohne finanzielle Gegenleistung als Bereitsteller von Regelenergie missbrauchen zu lassen.
Zur planbaren Deckung der Grundlast durch EE können Sie sich gern ein mal ideologiefrei bei der Bundesnetzargentur informieren.
Der Anteil der EE stagniert dort trotz mitlerweile installierter 200GW bei 5%. Der Rest ist volatil und zufällig erzeugter Flatterstrom. Gerade im Lastgang der vergangenen Tage recht gut zu erkennen.
Lasterzeugung bei 140GW bei gleichzeitig gerade mal 50GW Verbrauch führte zu einer Überproduktion von 90GW, die dann vorrangig nach Frankreich "exportiert" werden musste anstatt abzuriegeln (geht bei Solar nun mal schlecht). Wenn man sich dann die Vergütung des "Exports" so anschaut, stehen dem nach Frankreich verdumpten Strom eine Negativvergütung von 50€/MWh entgegen, sprich der deutsche Stromverbraucher zahlt Frankreich 50€/MWh, damit diese die deutsche Überproduktion aufnehmen.
Das alles führt im Jahr zu, als EEG Umlage getarnten Subventionen von 30 Milliarden EUR und zusätzlich 8 Milliarden EUR für die Bereitstellung von Regel- und Netzeingriffen.
Mueller13
29.05.2018, 14:45 Uhr
@ Blaumann
Zitat BM: " Aber wir sollten die Ärmel hochkrempeln die Sache anpacken und die Zukunft gestalten, oder wir setzen uns hin und schauen zu wie der Karren vor die Wand fährt. Und das wird er, wenn wir nichts machen."
-> Letztendlich Durchhalteparolen aus dem Führerbunker.
Zitat BM: "Umbau des Energieversorgungssystems...ist absolut notwendig (Klimaerwärmung, Peak Oil und so)"
-> Klimaerwärmung, Peak Oil und so: und so und so... Das sind beides Theorien, die einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht standhalten... der Peak Oil wurde uns schon in den 90ern vorausgesagt und im nächsten Jahr sollte das Öl alle sein... Ich vermute mal, das wird nicht eintreten!?
Zu Ihren sonstigen Einlassungen:
1.) Ein laufendes Atomkraftwerk in Deutschland macht kein Atomkraftwerk im Ausland sicherer.
-> ein sicheres Atomkraftwerk in D verhindert aber eventuell den Fortbetrieb eines unsicheren direkt hinter der Grenze.
2.) Ein modernes, "sauberes" Kohlekraftwerk in Deutschland wird immer teurer Strom produzieren als das abgeschriebene, dreckige Kohlekraftwerk im Ausland.
-> Produziert aber in D (billigen) Strom. Unsere Abhängigkeit von ausländischen Öl ist schlimm genug, vielleicht sollte wir probieren nicht in allen Feldern vom Ausland abhängig zu sein. Eines kann man im Ernstfall mal eine Weile ausgleichen...
3.) Wenn nicht Deutschland, wer soll denn sonst den Anfang machen?
-> Nur weil wir schon mal die grössten Idioten waren, müssen wir das ja nicht ständig wiederholen...
4.) Die Daten der Agora zeigen auch, dass selbst bei dem noch vergleichsweise geringen Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung die Deckung der Grundlast in Zukunft nicht das Problem sein wird.
-> Da haben Sie wie immer eine ganz eigene Interpretation der Realität.
Andreas Dittmar
29.05.2018, 15:04 Uhr
Das sollte gut überlegt sein
2017 lag der Anteil von Wind und Sonnenenergie bei der Gesamtstromerzeugung bei 25 %. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko besteht darin, dass man diese Quellen schlecht steuern kann. Wer Solarmodule zur Warmwassererzeugung betreibt kennt das Problem. Es ist Hochsommer, der 600 l Pufferspeicher ist ausgereizt und die Wassertemperatur im Pool hat die 30 Grad-Marke geknackt. Zeit für ein heißes Vollbad :-)) Man muß den Überschuß bei der Stromerzeugung irgendwo speichern und bei einer Flaute bzw. in der Nacht wieder abrufen. Ein Pumpspeicherkraftwerk wäre eine Möglichkeit. Bei Elektromobilität sieht das schon wieder anders aus. Niemand lädt im Sommer tagsüber wenn es hell ist verstärkt sein Auto auf. Wenn Jendrickes sauteure Akkubusse tagsüber im Depot stehen, verdienen die kein Geld. Auch das Netz speichert keine Energie. Bei Leuten wie KGE überraschen mich solche geistigen Tiefflüge allerdings nicht. Das Netz wird eher kollabieren, wenn man bei Schwachlast einspeist und bei hohem Lastbedarf kompensieren muß. Eine Sonnenfinsternis+Windstille hat man zwar nicht so oft, sollte aber auf diesen Moment vorbereitet sein. Erdwärme und Gezeiten sind auch natürliche Energieträger, jedoch in Deutschland nur begrenzt verfügbar. Biogasanlagen setzen unter anderem auf Massentierhaltung. Kraftstoffe auf pflanzlicher Basis benötigen Anbaufläche und setzen auf Monokultur. Das ist auch nicht unbedingt umweltfreundlich.
Edit: Herr Thümmel und auch Müller13 haben es schon super beschrieben. Hab die Kommentare erst nach dem Speichern gelesen.
Blueman
29.05.2018, 15:24 Uhr
Bitte bei den Fakten bleiben
@Mueller13: Bitte nehmen sie sich Jörgs Hinweis zu Herzen und informieren sie sich Ideologiefrei.
@Jörg: Sie bringen da ein wenig durcheinander. Regelleistung (Primär-/ Sekundärregelleistung) ist die Leistung die kurzfristig dazu da ist, Leistungsschwankungen auszugleichen. Also eben genau das Gegenteil von Grundlast! Ein Kohlekraftwerk und auch ein Atomkraftwerk sind eben auch genau das Gegenteil von Regelkraftwerken. Die wollen strich durchfahren und können nur in sehr engen Grenzen in ihrer Leistung geregelt werden.
Und das wird sie jetzt erschrecken, aber Sonnenstrom- und Windstromanlagen können sehr wohl heruntergeregelt werden. Diese Anlagen sind sogar Teilllastfähig. Und über die entsprechende Leistungselektronik, die sowieso verbaut ist, können sogar Netzdienstleistungen bereitgestellt werden. Zugegebener Maßen muss dazu der Energiemarkt entsprechend gestaltet sein. Das ist zum Beispiel eine der Zukunftsaufgaben die uns bevor stehen.
Ich habe jetzt die aktuellen Zahlen nicht parat, aber 200GW erneuerbare Energien haben wir dann leider doch noch nicht am deutschen Stromnetz.
Zusammenfassend können wir also festhalten, dass Kohlekraftwerke nicht für ein mordernes Energiesystem geeignet sind, da sie am liebsten konstante Leistung abgeben und keine Regelleistung zur Verfügung stellen. Der Strommarkt muss an die sich geänderte Situation auf dem Erzeugungsmarkt angepasst werden. Und Last but least brauchen wir wenn dann flexible GuD Kraftwerke um Lastschwankungen aufzufangen.
Blueman
29.05.2018, 15:34 Uhr
@AndyDittmar: Äpfel und Birnen
Da offenbart sich wieder die energiepolitische Inkompetenz der AfD. Wärme und Strom sind beides Energieformen, jedoch sieht die Nutzung Grundverschieden aus. Die von ihnen beschriebene Wärmeerzeugung erfolgt außerdem dezentral. Und wer kann sich bitte schön einen Pool leisten?
Elektroautos stehen insbesondere Tagsüber wenn die Leute arbeiten sind rum und können geladen werden. Auch kann das Stromnetz sehr wohl als "virueller" Speicher betrachtet werden. Natürlich nur bis zu einer bestimmten Erzeugerleistung. Und wenn alle stricke Reisen kann wie bereits im Kommentar vorher dareglegt abgeregelt werden. Das ist sogar bei neuen Anlagen vorgeschrieben. Über die entsprechenden Entschädigungszahlungen kann man natürlich streiten. Aber auf der anderen Seite ist die abgeregelte Leistung von EE Anlagen bisher auch zu vernachlässigen.
Von daher ist die Darstellung von Jörg, Müller und Andy kompletter Nonsens.
Bodo Bagger
29.05.2018, 15:53 Uhr
Blueman
Ich habe nie geschrieben das Residuallast und Regelleistung Grundlast wären. Also noch mal genau lesen. Es ist lediglich so, dass permanent vorzuhaltende Regelenergie je nach Anforderung bei Überschuss in engen Grenzen exportiert wie auch bedarfsweise importiert wird. Dieser Umstand wird in ideologisierten Debatten nur gern als Exportüberschuss dargestellt um auf einen vermeintlichen Misstand hinzuweisen, der technisch aber nicht existent ist.
KKW regeln, und das in weiten Bereichen (bis zu 70% Nominallastbereich) bei Lasttransienten von bis zu 50MW/min, ohne entsprechende schädigende Temperaturtransienten zu fahren. Das enspricht der Realität, alles andere ist populistischer Schwachsinn, der gern von entsprechenden Organisationen ohne jegliche fachliche Basis verbreitet wird. Gern dazu auch in den entsprechenden KTA Regelwerken nachzulesen.
Richtig ist, dass Kohlekraftwerke primär für Grundlast ausgelegt sind bzw. wurden, jedoch sind diese ebenso dazu in der Lage entsprechende Lastanforderungen zu fahren, was diese auch tun.
Einige Anlagen im Bereich von Industrieanlagen wie KW West WOB, die gesamten RDK5-8 in Kalsruhe, das GKM5-9 in Mannheim sind per se dafür ausgelegt Wocheend- und Nachtabsenkungen zu fahren und auch Regelenergie bereitszustellen.
Was allen thermischen Kraftwerken gemein ist, und das schließt die als Allheilmittel bekannten GuD ausdrücklich ein, ist die relativ langsame Startfähigkeit dieser Anlagen im Wasser- Dampfkrei. Sprich diese Anlagen können Regelenergie nur aus dem laufenden Betrieb bereitstellen, nicht aber aus Kaltstartvorgängen bzw. geht dies zu Lasten der Dehnungswechselermüdung und der damit verbunden reduzierten Lebensdauer. Das trifft im übrigen auch auf die Bioenergieanlagen und Reststoffverwertungskraftwerke zu, in noch engeren Rahmen aufgrund der Abgasproblematik.
Im Gegensatz dazu liegt bei PV und Wind , neben der Unplanbarkeit und Volatilität und dem damit verbundenen Problem der Grundlastfähigkeit deren Eignung frequenzstabilisierend und gebend zu arbeiten vollkommen. Zwar kann ich, was ja auch getan wird über entsprechende Wechselrichter auf das Netz aufmodulieren, mit entsprechenden Verlusten, jedoch benötige ich dazu eben freequenzgebende Großgeneratoren.
Diese Antwort bleibt neben vielen anderen, die Energiewende nach wie vor schuldig.
Zusätzlich stellt sich bei den EE immer noch die ungeklärte Frage der Schwarzstartfähigkeit.
Bodo Bagger
29.05.2018, 16:11 Uhr
installierte Leistung EE
inklusive Laufwasser und Pumpspeicher sind ca. 115GW als Nachtrag...
mit einer Bereitstellung zwischen 0MW und 115GW, zufällig und unplanbar.
Da ändert auch ein weiterer Zubau von EE nichts an der Tatsache, dass in der sogenannten Einwetterzone Deutschland (meterologisch wird Deutschland aufgrund seiner geografischen Lage und Grösse immer nur eine vorherrschende Großwetterlage haben).
Genausowenig werden aus dem selben Grund, die als Allheilmittel angesehen neuen Stromtrassen diesen Umstand beheben können.
Da die Akzeptanz der Kernenergie in Deutschland bekanntlich sehr gering ist, muss man derzeitig leider wohl oder über auf Kohleverstromung oder Importe setzen.
EE allein sind ohne regelnde Eingriffe und Speicher nicht Grundlastfähig und mit Speicher derzeit nicht finanzierbar. Und eine Engergieversorgung auf eine vage, eventuell in 10 bis 15 Jahren verfügbare Speichertechnologie aufzusetzen ist in etwa so seriös als auf die sogenannte Fusionskonstante zu setzen. Die besagt auch immer, dass in fünfzig Jahren die Fusion als Energiequelle im industriellen Maßstab zur Verfügung stehen wird.
Blueman
29.05.2018, 16:26 Uhr
und noch einmal
Mit zunehmender installierter Leistung von erneuerbaren Energieerzeugern am Netz, brauchen wir immer weniger Grundlastkraftwerke. Man braucht eher mehr Regelleistung. Das kann z.B. auch durch eine Überkapazität von erneuerbaren Energieanlagen erfolgen, die dann sehr schnell hochgeregelt werden können.
Keine Ahnung ob Meteorologen von einer Einwetterzone sprechen. Fakt ist, wenn im Süden die Sonne scheint, kann es im Norden bewölkt sein und der Wind wehen und umgekehrt.
Und noch eine Ergänzung. Offshore Windstrom ist mit 6000 Vollaststunden im Jahr und mehr sehr wohl Grundlastfähig!
Flitzpiepe
29.05.2018, 16:44 Uhr
Ey ihr beide dreht euch im Kreis
Nach der Definition von Jörg ist keine Energieerzeugungsart grundlastfähig, da auch einem Kohlekraftwerk mal die Kohle ausgehen kann genauso wie mal keine Sonne scheint oder kein Wind weht. Nur die die Wahrscheinlichkeiten sind anders.
Andreas Dittmar
29.05.2018, 16:56 Uhr
Versuch macht klug....
Die Zeit ist reif, sich von der Logik zu verabschieden. Traditionelle Naturwissenschaften wie Mathematik, Physik, Chemie und auch die Biologie sind unflexiebel weil die selben Variablen immer zum selben Ergebnis führen. Man kann da auch zur Ideologie greifen und die Welt einfach neu erklären. Mit einer neuen Fehlerkultur kann man dann sogar eingetretene unerwünschte Ergebnisse als notwendigen negativen Nebeneffekt begründen. Allerdings werden sich die Effekte eher häufen und das erwünschte Ergebnis ausbleiben.
Blueman
29.05.2018, 17:06 Uhr
Soviel Selbstkritik...
...hätte ich ihnen gar nicht zu getraut Andy.
Naja aber dann scheint ja doch noch Hoffnung zu bestehen, dass die AfD und ihrer Anhänger ihrer Ideologie abschwören und endlich wieder auf den Boden der Tatsachen kommen und die traditionelle Naturwissenschaft anerkennen.
Mueller13
29.05.2018, 17:32 Uhr
@ Blaumann - nicht meine Logik
Warum kommt es mir immer nur so vor, als ob Sie, egal was gesagt wird, 50 Textbausteine zum Thema haben und die immer wieder neu zusammenwürfeln?
Offshore-Wind hat also circa 6.000 Volllaststunden? Sehr schön, und das verbleibende Drittel sitzen wir im Dunkeln und Kalten?
Zitat: "Mit zunehmender installierter Leistung von erneuerbaren Energieerzeugern am Netz, brauchen wir immer weniger Grundlastkraftwerke."
-> Ich fass das mal zusammen:
Je mehr unsichere Energieerzeuger wir haben, desto weniger stabile Energieerzeuger brauchen wir...
Ja, diese Logik überzeugt mich. Vielleicht sollten Sie sich darauf ein Patent anmelden lassen.
@ A.Dittmar - den Logikansatz hatte ich auch. Hatte Ihre Bemerkung aber erst später gesehen. Ja, die ideologiegetriebene Politik ist auf dem Vormarsch. Wir werden viel zu tun haben die nächsten Jahre. Das Aufräumen wird ein schmerzhafter Prozess. Gruss vom KSW.
Bodo Bagger
30.05.2018, 06:23 Uhr
nein blauer Mann...
Sie kolpotierten 6000 Vollaststunden für Windenergie in Deutschland. Schaue ich mir auf Statista die dort für 2018 veröffentlichten Werte an, so haben selbst besonders windhöffige Offshorestandorte dort gerade mal 4500 Bh zu vermelden. Im Median sind es über alles WKA (on und offshore) und alles Standorte eher 2800 Bh.
Demnach entsprechen Ihre 6000 Bh einfach nicht der Wahrheit. Bleibt die Frage, ob Sie hier bewusst mit falschen Zahlen argumentieren um zu täuschen oder aber ob Ihnen Ihr Textbaukasten diese Zahlen vorgibt. Aber auch so kann man den EROI frisieren gelle.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/224720/umfrage/wind-volllaststunden-nach-standorten-fuer-wea/
Weiterhin können Sie das Mantra von der zunehmenden Versorgungssicherheit von Wind und Solar, dass Ihnen Ihr Textbaukasten vorgibt und das der üblichen Doktrien der Grünen entspricht gern tausendfach wiederholen.
Nur wird es dadurch nicht richtiger. Trotz mitlerweile installierten 80GW an Wind und Solar werden diese Erzeugungsformen von der Bundesnetzargentur nach wie vor mit 0% bzw. 5% bewertet.
Warum wohl? Ich weiß jetzt kommt wieder die Dolchstosslegende von den bösen Lobbyisten, die verhinden, dass dies anders ist.... Nee isses nicht, die Abschätzungen der Netzargentur basieren auf deterministischen Analaysen von Eintrittswahrscheinlichkeit vs. Vorhersage und sind statistisch relevant und damit evident.
Also am besten Sie gehen noch mal zu Ihren grünen Vorsängern und lassen sich besseres und evidenteres Zahlenmaterial in Ihren Textbaukasten implementieren. Sonst wirds lächerlich.
Blueman
30.05.2018, 09:34 Uhr
Wie auch immer Jörg
Von mir aus sind es auch nur 4500 Volllaststunden, bei 6000 und mehr Betriebsstunden.
Das ändert aber auch nichts am Gesamtergebnis. Das klassische Grundlastkraftwerk ist ein Auslaufmodell. Das zeigen schon allein die Lastgänge von Agora. Die angesprochenen Großspeicher werden sicherlich benötigt. Jedoch nicht um Energie für mehrere Monate zu speichern. Der Speicherbedarf erstreckt sich eher über einige Tage.
Die Angabe der Bewertung von der Bundesnetzagentur kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht trifft sie auf eine einzelne Anlage auch zu. Jedoch müssen wir in diesem Zusammenhang das Gesamtesystem bzw. die Gesamtheit der volatilen Erzeuger betrachten. Und auch da wieder der Verweis auf die Lastgänge bei Agora: Wer sich die Zahlen bis 2010 anschaut, wird feststellen, dass es zu keinem Zeitpunkt keine Einspeisung von Erneuerbaren Stromerzeugern gab. Die kontinuierliche (Grundlastähnliche Einspeisung) beträgt immer irgendwas über 10 GW, tendenz steigend.
So jetzt gehen mir die Textbausteine aus. Es ist deutlich geworden, das wir unterschiedlicher Meinung sind und das wird sich wohl in diesem Punkt auch nicht mehr ändern. Kleiner Tipp zum Abschluss, nicht so dolle aufregen. Ist schlecht fürs Herz und vertrübt den Blick auf die Wirklichkeit.
Bodo Bagger
30.05.2018, 11:05 Uhr
Netzbetreiber / Netzargentur / Energiewirtschaft
hier nachzulesen, wie die Verfügbarkeit und Planbarkeit ermittelt wird.
Faktum 1% planbare und gesicherte Leistung, der Rest ist Zufall.
http://www.et-energie-online.de/Zukunftsfragen/tabid/63/NewsId/1028/Die-Verfugbarkeit-von-Windkapazitaten.aspx
Das solls dann auch von meiner Seiter zum Thema gewesen sein.
Deutschland hat so entschieden diesen Weg zu gehen. Mit allen Konsequenzen und den damit verbundenen Kosten bzw. auch negativen Auswirkungen auf Industrie und Strompreise gerade im Hinblick auf Digitalisierung.
Mueller13
30.05.2018, 15:09 Uhr
@ Jörg Thümmel: Nicht Deutschland!
Deutschland hat sich nicht entschieden. Eine kleine Sekte gewissenloser Halunken hat dies entschieden. Das Volk wurde einfach nicht über die Zusammenhänge informiert. Die etablierten Parteien sind ihrem Auftrag (Aufklärung und Meinungsbildung) nicht nachgekommen.
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