Di, 20:28 Uhr
29.05.2018
Vertreterversammlung der Nordthüringer Volksbank
Peter Herbst: "Wir werden keine Internetbank!"
Die Vertreter der Nordthüringer Volksbank kamen am Abend zu ihrer Versammlung in Sondershausen zusammen. Ort der Zusammenkunft war auch in diesem Jahr das Achteckhaus des Sondershäuser Schlosses…
Vertreterversammlung der Nordthüringer Volksbank (Foto: nnz)
Das Jahr 2018 hat für die Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland eine ganz besondere Bedeutung. Es ist der 200. geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dem Gründungsvater des Genossenschaftswesens, oder wie Volksbank-Vorstand Peter Herbst es ausdrückte, dem Vater der Start-Up-Szene.
Die Grundprinzipien der genossenschaftlichen Unternehmensform
Vorstand Peter Herbst (Foto: nnz)
Etwas sarkastischer ging Herbst dann zu einem weiteren runden Geburtstag über, dem zehnten Jahrestag der Lehmann-Pleite in den USA und den Beginn der Finanzkrise. Grund dafür, so Herbst, sei das Motto Gier frisst Hirn!” und wenn man heute - zehn Jahres danach - auf die Märkte schaue, könnte man annehmen, dass nicht jeder Marktteilnehmer die richtigen Lehren aus der Vergangenheit gezogen habe.
Die Niedrigzinspolitik - auch eine Folge der Finanzkrise und das veränderte Kundenverhalten haben letztlich dazu geführt, dass die Nordthüringer Volksbank ihre Filiale in Mackenrode geschlossen habe und die Filialen in Sollstedt und den Selbstbedienungsstandort Wiehe schließen wird. Allerdings: es wird auch in Filialen investiert, wie in diesem Jahr in Artern.
Aber: Herbst wollte an diesem Abend keinesfalls den Eindruck erwecken, dass sich die Nordthüringer Volksbank zu einer Internetbank entwickle. Das erste und oberste Ziel ist es, mit unseren Mitgliedern und Kunden das persönliche Gespräch zu führen und zwar vor Ort in unserer Filiale oder auch auf Wunsch natürlich bei Ihnen zu Hause. Über diese individuelle, kompetente Beratung werden wir uns differenzieren und abheben müssen, und nur wenn Sie es wollen, werden wir für Sie da sein am PC, am Telefon, im Videochat oder in der Videoberatung.”
Über die Zahlen des Jahres 2017 sowie das soziale Engagement der Volksbank hatten die Nordthüringer Online-Zeitungen bereits ausführlich berichtet. Das Jahr 2018 sei positiv angelaufen, koststatierte Peter Herbst und sagte weiter: Der Fokus unseres Tuns liegt nach wie vor auf der Beratung unseres Kunden. Die Kundenbeziehung ist die absolute Grundlage unseres Geschäftsbetriebes. Auch in Zukunft werden wir vor Ort für Sie da sein, stellen uns aber auch der Herausforderung eines geänderten Kundenverhaltens und investieren zusätzlich erhebliche Summen in die elektronische Infrastruktur. Nie werden wir den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden verlieren. Wir werden uns den Kundenwünschen anpassen. Wer nur digital mit uns kommunizieren möchte, hat bei uns dazu die Möglichkeit und zwar sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Die Ausbildung unserer Mitarbeiter wird unverändert fortgesetzt, um uns auch weiterhin im Markt erfolgreich zu behaupten. Unser Ziel ist es, immer auch ein Stück besser zu sein, als der Mitbewerber.”
Aufsichtsratschef Dr. Karl-Ernst Heerwagen (Foto: nnz)
Im Bericht des Aufsichtsrates, der vom Vorsitzenden Dr. Karl-Ernst Heerwagen vorgetragen wurde, standen dessen Beschlüsse, Sitzungen, aber auch die der Ausschüsse im Mittelpunkt. Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte unverändert zwei Ausschüsse in Form eines Personal- und Prüfungsausschusses eingerichtet. Die Ausschüsse tagten im Berichtsjahr 2017 in regelmäßigen Abständen und behandelten ausschussbezogene Themen und Inhalte. Aus den Sitzungen der Ausschüsse ist dem Gesamtaufsichtsrat berichtet worden. Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden.”
Aus dem Gremien schieden turnusgemäß Jens Diethold und Uwe Vogt aus. Die Wiederwahl der beiden Herren sei zulässig und werde den Vertretern vorgeschlagen. Aus den Reihen der Vertreter wurde ein weiterer Kandidat, Andrè Firme, vorgeschlagen. Also muss nun per Stimmzettel abgestimmt werden, da es für die beiden offenen Positionen drei Kandidaten gibt. Gewählt wurden letztlich, was sich über fast eine dreiviertel Stunde hinzog, Diethold und Vogt. Sie erhielten 96 und 60 Stimmen, für Firme votierten 54 Vertreter.
Nicht zu vergessen letztlich der entscheidende Passus für die Genossenschaftsmitglieder: Den Mitgliedern der Nordthüringer Volksbank wird eine Dividende von 2,5 Prozent vorgeschlagen. Dafür stehen knapp 172.000 Euro zur Verfügung. Zum Ende des offiziellen Teils wurde eine Änderung der Satzung zugestimmt.
Danach ging es zum Buffet.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Vertreterversammlung der Nordthüringer Volksbank (Foto: nnz)
Das Jahr 2018 hat für die Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland eine ganz besondere Bedeutung. Es ist der 200. geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dem Gründungsvater des Genossenschaftswesens, oder wie Volksbank-Vorstand Peter Herbst es ausdrückte, dem Vater der Start-Up-Szene.
Die Grundprinzipien der genossenschaftlichen Unternehmensform
- Selbsthilfe
- Selbstverantwortung und
- Selbstverwaltung
Vorstand Peter Herbst (Foto: nnz)
Etwas sarkastischer ging Herbst dann zu einem weiteren runden Geburtstag über, dem zehnten Jahrestag der Lehmann-Pleite in den USA und den Beginn der Finanzkrise. Grund dafür, so Herbst, sei das Motto Gier frisst Hirn!” und wenn man heute - zehn Jahres danach - auf die Märkte schaue, könnte man annehmen, dass nicht jeder Marktteilnehmer die richtigen Lehren aus der Vergangenheit gezogen habe.
Die Niedrigzinspolitik - auch eine Folge der Finanzkrise und das veränderte Kundenverhalten haben letztlich dazu geführt, dass die Nordthüringer Volksbank ihre Filiale in Mackenrode geschlossen habe und die Filialen in Sollstedt und den Selbstbedienungsstandort Wiehe schließen wird. Allerdings: es wird auch in Filialen investiert, wie in diesem Jahr in Artern.
Aber: Herbst wollte an diesem Abend keinesfalls den Eindruck erwecken, dass sich die Nordthüringer Volksbank zu einer Internetbank entwickle. Das erste und oberste Ziel ist es, mit unseren Mitgliedern und Kunden das persönliche Gespräch zu führen und zwar vor Ort in unserer Filiale oder auch auf Wunsch natürlich bei Ihnen zu Hause. Über diese individuelle, kompetente Beratung werden wir uns differenzieren und abheben müssen, und nur wenn Sie es wollen, werden wir für Sie da sein am PC, am Telefon, im Videochat oder in der Videoberatung.”
Über die Zahlen des Jahres 2017 sowie das soziale Engagement der Volksbank hatten die Nordthüringer Online-Zeitungen bereits ausführlich berichtet. Das Jahr 2018 sei positiv angelaufen, koststatierte Peter Herbst und sagte weiter: Der Fokus unseres Tuns liegt nach wie vor auf der Beratung unseres Kunden. Die Kundenbeziehung ist die absolute Grundlage unseres Geschäftsbetriebes. Auch in Zukunft werden wir vor Ort für Sie da sein, stellen uns aber auch der Herausforderung eines geänderten Kundenverhaltens und investieren zusätzlich erhebliche Summen in die elektronische Infrastruktur. Nie werden wir den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden verlieren. Wir werden uns den Kundenwünschen anpassen. Wer nur digital mit uns kommunizieren möchte, hat bei uns dazu die Möglichkeit und zwar sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Die Ausbildung unserer Mitarbeiter wird unverändert fortgesetzt, um uns auch weiterhin im Markt erfolgreich zu behaupten. Unser Ziel ist es, immer auch ein Stück besser zu sein, als der Mitbewerber.”
Aufsichtsratschef Dr. Karl-Ernst Heerwagen (Foto: nnz)
Im Bericht des Aufsichtsrates, der vom Vorsitzenden Dr. Karl-Ernst Heerwagen vorgetragen wurde, standen dessen Beschlüsse, Sitzungen, aber auch die der Ausschüsse im Mittelpunkt. Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte unverändert zwei Ausschüsse in Form eines Personal- und Prüfungsausschusses eingerichtet. Die Ausschüsse tagten im Berichtsjahr 2017 in regelmäßigen Abständen und behandelten ausschussbezogene Themen und Inhalte. Aus den Sitzungen der Ausschüsse ist dem Gesamtaufsichtsrat berichtet worden. Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden.”
Aus dem Gremien schieden turnusgemäß Jens Diethold und Uwe Vogt aus. Die Wiederwahl der beiden Herren sei zulässig und werde den Vertretern vorgeschlagen. Aus den Reihen der Vertreter wurde ein weiterer Kandidat, Andrè Firme, vorgeschlagen. Also muss nun per Stimmzettel abgestimmt werden, da es für die beiden offenen Positionen drei Kandidaten gibt. Gewählt wurden letztlich, was sich über fast eine dreiviertel Stunde hinzog, Diethold und Vogt. Sie erhielten 96 und 60 Stimmen, für Firme votierten 54 Vertreter.
Nicht zu vergessen letztlich der entscheidende Passus für die Genossenschaftsmitglieder: Den Mitgliedern der Nordthüringer Volksbank wird eine Dividende von 2,5 Prozent vorgeschlagen. Dafür stehen knapp 172.000 Euro zur Verfügung. Zum Ende des offiziellen Teils wurde eine Änderung der Satzung zugestimmt.
Danach ging es zum Buffet.
Peter-Stefan Greiner
