Mi, 09:22 Uhr
30.05.2018
Meldung aus dem Landratsamt
Landrätin informierte zum Stand am Kyffhäuser
In der 2. Kreistagssitzung in diesem Jahr und der ersten nach der Wiederwahl, befasste sich Landrätin Antje Hochwind in ihrem Verwaltungsbericht sehr intensiv mit dem Thema Stand am Kyffhäuser und Initiativen für die weitere Entwicklung am Kyffhäuser...
Im Redekonzept vom Verwaltungsbericht, der kn vorliegt, heißt es dazu...
Die Weiterentwicklung am Kyffhäuser-Denkmal steht dabei außer Frage. Mit seinen jährlich mehr als 150.000 Besuchern nimmt der Kyffhäuser eine bedeutende Ankerfunktion im Tourismus ein.
Es geht dabei nicht nur um die Frage, wie eine technische Lösung für die Beförderung von Besuchern vom Parkplatz zum Denkmal aussehen kann, sondern um eine nachhaltige Qualitätsverbesserung, die die Gesamtheit des Areals im Blick hat.
Mit diesem Schwerpunkt möchte ich gemeinsam mit Ihnen, den regionalen und überregionalen Partnern und unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in die neue Wahlperiode starten.
Was aber bedeutet das nun konkret?
Anders als in der Öffentlichkeit zuweilen reflektiert worden ist, haben wir die Zeit seit dem endgültigen Aus des Geolifts nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hat es eine Beratung zwischen der Verwaltung und dem Betreiber gegeben, bei der wichtige Eckpunkte zur künftigen Entwicklung am Denkmal festgelegt worden sind.
Dabei wurde deutlich, dass ein umfassendes Entwicklungskonzept erforderlich ist. Von diesem ist auch das Einwerben von Fördermitteln unter anderen beim Thüringer Wirtschaftsministerium abhängig.
Neben der Konzepterstellung, beschäftigt uns momentan aber weiterhin die Notwendigkeit der Steilwandsicherung unterhalb des Denkmals. Im Zuge der Entbuschung wurde eine fachliche Einschätzung zur Situation im Bereich der Steilwand vorgenommen.
Das Abschlussdokument hierzu liegt uns als Verwaltung seit wenigen Tagen vor.
Aus diesem geht hervor, dass die Steilwand in den Abschnitten 4 und 5 starke Klüftungen aufweist, die zeitnah wegen des Risikos späterer Felsstürze beträchtliche Sicherungsmaßnahmen erfordern.
Als technische Lösungen werden Anker und Netze ähnlich den Abschnitten 1 bis 3 vorgeschlagen. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf geschätzte 3,8 Mio. Euro.
Um die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen umsetzen zu können, haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten vor Ort sehr intensive Gespräche mit dem Thüringer Ministerpräsidenten, dem Thüringer Wirtschaftsminister, dem Präsidenten des Thüringer Landesverwaltungsamtes sowie mit Vertretern der Bundespolitik geführt und gemeinsam die Steilwand besichtigt.
Erste Recherchen ergaben, dass Fördermittelprogramme für eine solche Steilwandsanierung weder beim Bund noch beim Land existieren.
Bei allen Besuchen von Bundes- und Landespolitikern haben wir klar gemacht, dass diese außergewöhnliche finanzielle Belastung für den Kyffhäuserkreis nicht nebenbei gestemmt werden kann.
Wir haben hier Verständnis und offene Ohren gefunden und hoffen auf die Unterstützung durch den Freistaat Thüringen.
Hier haben wir bereits positive Signale erhalten. Ich danke der Landesregierung - insbesondere unserem Ministerpräsidenten Herrn Bodo Ramelow - der sich diesem Problem angenommen hat und sehr zügig Unterstützung auf den Weg gebracht hat.
In den nächsten Tagen wird es dazu weiterführende Gespräche in der Thüringer Staatskanzlei geben.
Mit Blick auf das 125. Jubiläum der Fertigstellung des Kyffhäuser-Denkmals, welches 2021 begangen wird, haben wir uns zu folgenden Leitzielen verständigt:
1. Wir brauchen ein museales Gesamtkonzept, mit welchem wir besser als bisher die Themenschwerpunkte der Ausstellungen definieren und diese mit modernen Präsentationstechniken den Besuchern nahe bringen. Maßstab soll dabei die im Dezember 2017 in der linken Seitenkammer eröffnete Ausstellung sein.
2. Wir benötigen ein komplexes Investitionspaket, welches u.a. die Neugestaltung der Allee, die bessere Einbindung des Barbarossaturmes, die Teilsanierung der Ringterrasse sowie des Denkmalvorplatzes einschließt.
3. Wir benötigen Angebote, die stärker auf Kinder und Jugendliche als Zielgruppe fokussieren. Ein Mittelalterspielplatz und naturpädagogische Angebote könnten dazu dienen.
4. Wir brauchen eine umweltverträgliche, leistungsfähige, attraktive und wirtschaftliche Lösung der Beförderungsproblematik zwischen den Parkplätzen und dem Denkmal. Die Suche nach einer Lösung ist ergebnisoffen und technologieneutral.
5. Wir brauchen ein modernes Parkraumkonzept sowie ein adäquates Verkehrsleitsystem. Investitionen in diesem Bereich sind aus unserer Sicht zwingend erforderlich, müssen jedoch im Einvernehmen mit dem jeweiligen Grundstückseigentümer erfolgen.
6. Die Wanderwege und auch der Nordweg zum Denkmal sind nicht mehr zeitgemäß. Auch hier sind Investitionen unter Wahrung der Interessen des Denkmalund Naturschutzes wichtig.
7. Wir brauchen mehr Miteinander am Denkmal. Die Diskussion hierzu muss mehr sachbezogen mit Blick auf die Gesamtentwicklung auf das Areals gesamt geführt und darf nicht von persönlichen Interessen überlagert werden.
Wir haben als Verwaltung die letzten Monate zu einer intensiven Recherche und zum Informations- und Erfahrungsaustausch mit verschiedenen nationalen und internationalen Einrichtungen genutzt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wollen wir in den
Diskussions- und Entscheidungsprozess zum Kyffhäuser und seinem Denkmal einfließen lassen.
Ähnlich wie bei der Fortschreibung des Kurortentwicklungsplanes in Bad Frankenhausen wollen wir im Rahmen einer Bürgerwerkstatt die Menschen in der Region in diesen Prozess aktiv mit einbeziehen.
Im nächsten Wirtschaftsausschuss werden wir noch einmal ausführlich über die Gesamtthematik berichten.
Autor: khhIm Redekonzept vom Verwaltungsbericht, der kn vorliegt, heißt es dazu...
Die Weiterentwicklung am Kyffhäuser-Denkmal steht dabei außer Frage. Mit seinen jährlich mehr als 150.000 Besuchern nimmt der Kyffhäuser eine bedeutende Ankerfunktion im Tourismus ein.
Es geht dabei nicht nur um die Frage, wie eine technische Lösung für die Beförderung von Besuchern vom Parkplatz zum Denkmal aussehen kann, sondern um eine nachhaltige Qualitätsverbesserung, die die Gesamtheit des Areals im Blick hat.
Mit diesem Schwerpunkt möchte ich gemeinsam mit Ihnen, den regionalen und überregionalen Partnern und unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in die neue Wahlperiode starten.
Was aber bedeutet das nun konkret?
Anders als in der Öffentlichkeit zuweilen reflektiert worden ist, haben wir die Zeit seit dem endgültigen Aus des Geolifts nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hat es eine Beratung zwischen der Verwaltung und dem Betreiber gegeben, bei der wichtige Eckpunkte zur künftigen Entwicklung am Denkmal festgelegt worden sind.
Dabei wurde deutlich, dass ein umfassendes Entwicklungskonzept erforderlich ist. Von diesem ist auch das Einwerben von Fördermitteln unter anderen beim Thüringer Wirtschaftsministerium abhängig.
Neben der Konzepterstellung, beschäftigt uns momentan aber weiterhin die Notwendigkeit der Steilwandsicherung unterhalb des Denkmals. Im Zuge der Entbuschung wurde eine fachliche Einschätzung zur Situation im Bereich der Steilwand vorgenommen.
Das Abschlussdokument hierzu liegt uns als Verwaltung seit wenigen Tagen vor.
Aus diesem geht hervor, dass die Steilwand in den Abschnitten 4 und 5 starke Klüftungen aufweist, die zeitnah wegen des Risikos späterer Felsstürze beträchtliche Sicherungsmaßnahmen erfordern.
Als technische Lösungen werden Anker und Netze ähnlich den Abschnitten 1 bis 3 vorgeschlagen. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf geschätzte 3,8 Mio. Euro.
Um die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen umsetzen zu können, haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten vor Ort sehr intensive Gespräche mit dem Thüringer Ministerpräsidenten, dem Thüringer Wirtschaftsminister, dem Präsidenten des Thüringer Landesverwaltungsamtes sowie mit Vertretern der Bundespolitik geführt und gemeinsam die Steilwand besichtigt.
Erste Recherchen ergaben, dass Fördermittelprogramme für eine solche Steilwandsanierung weder beim Bund noch beim Land existieren.
Bei allen Besuchen von Bundes- und Landespolitikern haben wir klar gemacht, dass diese außergewöhnliche finanzielle Belastung für den Kyffhäuserkreis nicht nebenbei gestemmt werden kann.
Wir haben hier Verständnis und offene Ohren gefunden und hoffen auf die Unterstützung durch den Freistaat Thüringen.
Hier haben wir bereits positive Signale erhalten. Ich danke der Landesregierung - insbesondere unserem Ministerpräsidenten Herrn Bodo Ramelow - der sich diesem Problem angenommen hat und sehr zügig Unterstützung auf den Weg gebracht hat.
In den nächsten Tagen wird es dazu weiterführende Gespräche in der Thüringer Staatskanzlei geben.
Mit Blick auf das 125. Jubiläum der Fertigstellung des Kyffhäuser-Denkmals, welches 2021 begangen wird, haben wir uns zu folgenden Leitzielen verständigt:
1. Wir brauchen ein museales Gesamtkonzept, mit welchem wir besser als bisher die Themenschwerpunkte der Ausstellungen definieren und diese mit modernen Präsentationstechniken den Besuchern nahe bringen. Maßstab soll dabei die im Dezember 2017 in der linken Seitenkammer eröffnete Ausstellung sein.
2. Wir benötigen ein komplexes Investitionspaket, welches u.a. die Neugestaltung der Allee, die bessere Einbindung des Barbarossaturmes, die Teilsanierung der Ringterrasse sowie des Denkmalvorplatzes einschließt.
3. Wir benötigen Angebote, die stärker auf Kinder und Jugendliche als Zielgruppe fokussieren. Ein Mittelalterspielplatz und naturpädagogische Angebote könnten dazu dienen.
4. Wir brauchen eine umweltverträgliche, leistungsfähige, attraktive und wirtschaftliche Lösung der Beförderungsproblematik zwischen den Parkplätzen und dem Denkmal. Die Suche nach einer Lösung ist ergebnisoffen und technologieneutral.
5. Wir brauchen ein modernes Parkraumkonzept sowie ein adäquates Verkehrsleitsystem. Investitionen in diesem Bereich sind aus unserer Sicht zwingend erforderlich, müssen jedoch im Einvernehmen mit dem jeweiligen Grundstückseigentümer erfolgen.
6. Die Wanderwege und auch der Nordweg zum Denkmal sind nicht mehr zeitgemäß. Auch hier sind Investitionen unter Wahrung der Interessen des Denkmalund Naturschutzes wichtig.
7. Wir brauchen mehr Miteinander am Denkmal. Die Diskussion hierzu muss mehr sachbezogen mit Blick auf die Gesamtentwicklung auf das Areals gesamt geführt und darf nicht von persönlichen Interessen überlagert werden.
Wir haben als Verwaltung die letzten Monate zu einer intensiven Recherche und zum Informations- und Erfahrungsaustausch mit verschiedenen nationalen und internationalen Einrichtungen genutzt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wollen wir in den
Diskussions- und Entscheidungsprozess zum Kyffhäuser und seinem Denkmal einfließen lassen.
Ähnlich wie bei der Fortschreibung des Kurortentwicklungsplanes in Bad Frankenhausen wollen wir im Rahmen einer Bürgerwerkstatt die Menschen in der Region in diesen Prozess aktiv mit einbeziehen.
Im nächsten Wirtschaftsausschuss werden wir noch einmal ausführlich über die Gesamtthematik berichten.

