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Mi, 18:08 Uhr
30.05.2018
Deutschlandwetter im Frühling 2018

Anfangs kalt, am Ende heiß

Das Frühjahr 2018 begann winterlich und endete hochsommerlich. Anfang März herrschte vor allem im Norden und Osten Deutschlands noch strenger Frost. Selbst Anfang April zeigte sich dort nochmals die kalte Jahreszeit mit viel Schnee. Doch anschließend zog rasch der Frühling in Deutschland ein...

Wetterbild (Foto: Gernot Thelemann) Wetterbild (Foto: Gernot Thelemann)
Ende Mai erlebten die Menschen sogar schon die erste Hitzewelle des Jahres. So folgte dem wärmsten April seit Beginn offizieller Temperaturmessungen ein ebenso warmer Mai. Damit war das Frühjahr insgesamt das zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Während die Niederschlagsmenge deutlich unter dem vieljährigen Mittel blieb, lag die Sonnenscheindauer erheblich darüber. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

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Auf einen kalten März folgten zwei deutlich zu warme Monate mit 10,3 Grad Celsius (°C) lag diesmal der Temperaturdurchschnitt für die Frühjahrsmonate um 2,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,8 Grad. Damit war der Frühling 2018 nach dem Frühling 2007 der zweitwärmste seit Messbeginn. Nachdem der Winter in der eigentlichen Jahreszeit nahezu ausgeblieben war, zog er sich nun bis weit in das Frühjahr hinein: Am 2. März sank das Quecksilber in Barth, westlich von Stralsund, auf -19,2 °C und damit auf den bundesweit tiefsten Wert. Am 17. und 18. lagen die Maxima in der Mitte verbreitet bei -4 °C und selbst am 1. April wurde es in Mecklenburg-Vorpommern oft nicht wärmer als +1 °C.

Doch anschließend schnellten die Temperaturen rasch empor: Am 7. April meldete Kaiserslautern 25,2 °C und am 22. Ohlsbach, südöstlich von Offenburg, 30,4 °C. Lingen im Emsland verzeichnete bereits im Mai insgesamt 20 Sommertage mit Tagesmaxima über 25 Grad. Lingen meldete auch am 29. Mai mit 34,2 °C den bundesweit höchsten Temperaturmesswert.

Gebietsweise erheblich zu trocken, im Süden und Westen schwere Gewitter Bereits zum fünften Mal hintereinander konnte der Frühling sein Soll von 185 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nicht erfüllen: Mit rund 140 l/m² erreichte er 2018 nur 74 Prozent des Klimawertes. Erheblich zu trocken war es vor allem in der Oberpfalz und in Teilen Sachsen-Anhalts, wo gebietsweise nur um 70 l/m² zustande kamen.

Im März und Anfang April zeigte sich der Winter hauptsächlich noch im Norden Deutschlands, teilweise mit beachtlichen Schneehöhen. Im Süden und Westen kam es Ende April und im Mai zu kräftigen Gewittern, die sich örtlich zu verheerenden Unwettern mit Hagel und sintflutartigen Regenmengen entwickelten. So fielen am 24. Mai in Bad Elster-Sohl im Vogtland 151,8 l/m², am 27. Mai in Herrstein-Bruchweiler im Hunsrück
146,6 l/m².

Die Sonnenscheindauer kam mit etwa 610 Stunden auf 133 Prozent ihres Solls von 459 Stunden. Damit gehört der Frühling 2018 zu den vier sonnigsten seit Messbeginn 1951. Am längsten zeigte sich die Sonne in
Brandenburg und Berlin mit bis zu 750 Stunden, am wenigsten im Süden und Südwesten mit örtlich weniger als 500 Stunden.

Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt lag die Temperatur bei 10,6 °C (8,1 °C). Der Niederschlag erreichte mit etwa 100 l/m² nur 74 Prozent des Solls (135 l/m²), der Sonnenschein mit fast 680 Stunden dagegen 145 Prozent (468 Stunden).

Thüringen: Thüringen gehörte im Frühling mit 9,9 °C (7,1 °C) zu den kühleren Bundesländern. Die Niederschlagsmenge betrug etwa 155 l/m² (176 l/m²) und die Sonnenscheindauer gut 605 Stunden (448 Stunden). Ein lokal bedingter Düseneffekt mähte am 18. März bei stürmischem Wind bei Bad Liebenstein, südlich von Eisenach, ein ganzes Waldstück nieder.
Autor: red

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