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Do, 11:18 Uhr
31.05.2018
Konjunkturumfrage der IHK

Verschnaufpause eingelegt

Nach der furiosen Rekordjagd im vergangenen Jahr hat die regionale Wirtschaft nun wieder einen Gang zurückgeschaltet. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch der Blick auf die kommenden Monate fallen nicht mehr ganz so euphorisch aus wie noch zum Jahreswechsel...

Grafik (Foto: IHK Erfurt) Grafik (Foto: IHK Erfurt)
Im Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 800 Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen sinkt der Geschäftsklimaindex um sieben Punkte und erreicht nun 120 von 200 möglichen Prozentpunkten. Mit einem Wachstumseinbruch muss jedoch nicht gerechnet werden. Die Wirtschaftsentwicklung steht auf einem starken Fundament. Exporte und Inlandsnachfrage bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau.

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„Die Stimmung in den Unternehmen ist nach wie vor sehr gut, auch wenn die hohe konjunkturelle Schlagzahl des vergangenen Jahres nicht mehr ganz erreicht wird“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Gerald Grusser die vorliegenden Daten. Branchenübergreifend würden 92 Prozent der Firmenchefs nur wenig Anlass sehen, über ihre aktuelle Geschäftslage zu klagen. Stabile Auftragseingänge aus dem In- und Ausland hätten für nahezu ausgelastete Kapazitäten und eine positive Ertragslage gesorgt. 85 Prozent der Befragten arbeiteten mit Gewinn oder zumindest kostendeckend. Dies eröffne zusätzliche Spielräume für neue Investitionen. So beabsichtigten 19 Prozent ihr Budget weiter aufzustocken, 51 Prozent wollten ihre Ausgaben konstant halten.

„Für den Arbeitsmarkt bleiben die Perspektiven somit vielversprechend und dürften im Sommer für neue Erfolgsmeldungen sorgen“, ist Grusser zuversichtlich. Die Bereitschaft Personal einzustellen, liege weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt. 72 Prozent der Befragten würden mit der vorhandenen Mitarbeiterstärke planen, 12 Prozent der Unternehmer wollten sogar zusätzliche Stellen schaffen.

„Obwohl die Unternehmer ihre Erwartungen für die kommenden Monate leicht zurückgeschraubt haben, ist eine Trendwende in naher Zukunft nicht zu erwarten“, erklärt der IHK-Chef. Schließlich rechne immer noch knapp jeder Fünfte mit einer positiven Entwicklung, lediglich 12 Prozent seien eher skeptisch. Vor allem exportorientierte Unternehmen würden vorsichtiger agieren, was durchaus verständlich sei. Lange wären die Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft nicht mehr so unsicher gewesen wie derzeit: Die Gefahr eines durch den US-Präsidenten angezettelten globalen Handelskriegs, die nach wie vor bestehende Unklarheit über die Modalitäten des Brexits sowie die instabile politische und ökonomische Lage in Italien seien nur einige der Risiken, die die Konjunktur schwächen könnten. Bislang allerdings zeige sich die heimische Wirtschaft dagegen ausgesprochen widerstandsfähig.

Ergebnisse ausgewählter Branchen

Als Branchenprimus fungiert wieder einmal die Industrie. In mehr als der Hälfte der Betriebe (55 Prozent) laufen die Geschäfte gut, über ein Drittel der Manager beurteilt die Lage befriedigend. Sowohl der intakte Binnenhandel als auch stabile Exportwerte stützen den gegenwärtigen Trend und sorgen in drei von vier Firmen für fast ausgelastete Kapazitäten. Die vollen Auftragsbücher schüren Optimismus für die kommenden Monate. 97 Prozent der Befragten erwarten eine günstigere oder gleich bleibend gute Entwicklung.

Auch das Baugewerbe bewegt sich weiter in der Erfolgsspur. Es fährt das beste Ergebnis seit 1992 ein. Dank einer stetig wachsenden Nachfrage kann sich die Branche über steigende Auftragszahlen und eine positive Ertragslage freuen. Insgesamt bewerten 93 Prozent der Unternehmer die aktuelle Geschäftslage gut bis befriedigend. Saisonal bedingt fällt der Blick auf die Sommermonate zuversichtlich aus. Ein Ende des Booms ist derzeit nicht in Sicht. 25 Prozent der Firmenchefs rechnen sogar noch mit einer weiteren Verbesserung der Situation. Lediglich 7 Prozent zeigen sich pessimistisch.

Trotz der anhaltenden Ausgabefreude der Verbraucher haben die Einzelhändler nach einem erfreulichen Weihnachtsgeschäft ihre zuversichtlichen Einschätzungen vom Jahresbeginn erwartungsgemäß wieder etwas nach unten korrigiert. Dennoch bewerten 87 Prozent der Befragten ihre Geschäftslage gut bis befriedigend. Bei jedem Fünften macht sich die positive Stimmung der Konsumenten auch durch steigende Umsätze bemerkbar. Dank der stabilen Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation rechnen zwei von drei Unternehmern mit einer konstanten, 17 Prozent sogar mit einer besseren Entwicklung.

Fazit des IHK-Hauptgeschäftsführers: „Den Firmen geht es gut. Dank der stabilen Inlandsnachfrage und gut laufender Exporte zeigen sich im Moment nur wenige Wolken am Konjunkturhimmel. Diese dürften sich nach Einschätzung der Unternehmer aber in den nächsten Monaten zunehmend verdichten. Zahlreiche globale Risiken belasten insbesondere die Exportaussichten negativ. Deshalb ist es jetzt wichtig, den noch vorhandenen Schwung zu nutzen und die Bedingungen für unternehmerisches Engagement zu verbessern. Dazu gehören weniger Bürokratie, flächendeckender Breitbandausbau und ein investitionsfreundlicheres Steuersystem.“
Autor: nnz

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