Do, 12:05 Uhr
28.06.2018
Neues aus Sondershausen
Wird der Nordhang des Possen bald verschandelt?
Diese Befürchtung untersetzte gestern der Verein "Kulturwald statt Urwald". Hier die Einzelheiten aus der gestrige außerordentlichen Mitgliederversammlung...
Zu erst informierte der Vereinsvorsitzende Dr. Heinz Scherzberg über das Projekt Mutterblutbuche. Am bisherigen Standort auf dem Possen wurden Bänke aufgestellt. Eine noch leere Schautafel wird demnächst mit einer Infotafel über die Historie der Mutterblutbuche aufgefüllt. Auch das Aufstellen einer Stele ist geplant.
Die Einweihung soll mit einem kleinen Fest noch in diesem Jahr erfolgen. Der genaue Termin steht noch nicht fest.
Dramatischer sieht es da beim Thema Waldwildnis Possen aus. Hier sieht die Entwicklung, die sich aus den beiden zuständigen Ministerien zusammenbraut, nicht gut aus.
1. Zwar gab es bisher eine Einigung, dass auf dem Posssen statt der ursprünglich mal 2.500 ha, nur 1.000 ha aus der Nutzung genommen werden. Bisher sind die Flächen noch nicht bestätigt, die stillgelegt werden sollen.
Aber die Pläne sind beängstigend, die bekannt geworden sind, so Dr. Scherzberg. Die Flächen die aus der Waldnutzung herausgenommen werden sollen, sind ausgerechnet die Waldflächen, die aum produktivsten für den Forstbetrieb sind.
Was das bedeuten kann, erläuterte Dr. Scherzberg. Wie sah es bisher auf dem Possen aus? Der gesamte Nordhang des Possens, der in Blickrichtung aus der Stadt liegt, wurde bisher bereits vom Forst freiwillig aus der Nutzung genommen.
Der Grund ist einfach. Wegen der Steilheit des Geländes ist eine produktive Holzgewinnung kaum möglich. Deshalb hatte der Forst den gesamten Nordhang praktisch schon als Waldwildnis aus der Nutzung genommen. Keine Baumfällungen, keine Rückegassen, der Possen zeigt sich aus Richtung Stadt mit seiner kompletten grüne Seite.
Die Pläne von NABU und der Landesregierung sehen aber anders aus. Die produktiven Flächen auf daem Hochplateau sollen stillgelegt werden und der Forstbetrieb soll seinen Holzeinschlag auf den Nordhang verlagern. Das wird beim Blick aus der Stadt dann so aussehen, dass der Nordhang durch die Forstnutzung durch die unvermeidlichen Rückegasse recht zerteilt aussehen wird. Für den Tourismus ist das ein Schlag ins Gesicht, so die Meinung im Verein.
Für den Forstbetrieb kommt ein enormer Kostendruck darauf zu. Es ist ja nicht nur das der Erlös aus den produktivsten Flächen fehlt (Beträge in Millionen Höhe so Scherzberg), die Holzgewinnung in den Steilflächen ist erheblich problematischer, weil die gefällten Bäume mit der Seilwinde nach oben transportierte werden müssen.
Man kann sich auch ausrechnen, Baumeinschlag in Steilflächen, wo man kaum sicher stehen kann, ist ein Sicherheitsrisiko.
2. Bei früheren Verhandlungen war zugesichert worden das die geschätzten 80 Waldarbeiter in anderen Tätigkeiten unterkommen, so in der geplanten Natura2000 Station. Aber eine neue Hürde wurde aufgebaut.
Entgegen früheren Aussagen soll die Natura2000 Station durch einen Freien Trägerverein betrieben werden. Dafür ist man bereits auch Vereinssuche.
Vereinsmitglieder bezweifeln, dass sich im Beamtentum befindliche Forstleute darauf einlassen, sich in einen unsicheren Verein zu begeben.
Ein im Raum stehende Zahl von 80.000 Euro pro Jahr Zuschuss für die Natura2000 Station reicht vorn und hinten nicht, um Arbeitskräfte zu beschäftigen, so gestern die Meinung im Verein.
Das was mit dieser Verfahrensweise von der Landesregierung gemacht wird, ist Vertragsbruch.
Auch gab Dr, Scherzberg bekannt, dass der Verein "Kulturwald statt Urwald" auf Grund der Arbeitsweise und der Personaldecke nicht in der Lage ist, eine Natura2000 Station zu betreiben.
Man werde das dem Ministerien in Erfurt so mitteilen. Dr. Scherzberg sicherte aber zu, dass man einzelne Projekte als Verein unterstützen werde.
Man darf gespannt sein, wie sich unter diesen Aussagen das Gesicht des Possens verändern wird. Es sieht, so der Verein, wohl nicht gut aus.
Autor: khhZu erst informierte der Vereinsvorsitzende Dr. Heinz Scherzberg über das Projekt Mutterblutbuche. Am bisherigen Standort auf dem Possen wurden Bänke aufgestellt. Eine noch leere Schautafel wird demnächst mit einer Infotafel über die Historie der Mutterblutbuche aufgefüllt. Auch das Aufstellen einer Stele ist geplant.
Die Einweihung soll mit einem kleinen Fest noch in diesem Jahr erfolgen. Der genaue Termin steht noch nicht fest.
Dramatischer sieht es da beim Thema Waldwildnis Possen aus. Hier sieht die Entwicklung, die sich aus den beiden zuständigen Ministerien zusammenbraut, nicht gut aus.
1. Zwar gab es bisher eine Einigung, dass auf dem Posssen statt der ursprünglich mal 2.500 ha, nur 1.000 ha aus der Nutzung genommen werden. Bisher sind die Flächen noch nicht bestätigt, die stillgelegt werden sollen.
Aber die Pläne sind beängstigend, die bekannt geworden sind, so Dr. Scherzberg. Die Flächen die aus der Waldnutzung herausgenommen werden sollen, sind ausgerechnet die Waldflächen, die aum produktivsten für den Forstbetrieb sind.
Was das bedeuten kann, erläuterte Dr. Scherzberg. Wie sah es bisher auf dem Possen aus? Der gesamte Nordhang des Possens, der in Blickrichtung aus der Stadt liegt, wurde bisher bereits vom Forst freiwillig aus der Nutzung genommen.
Der Grund ist einfach. Wegen der Steilheit des Geländes ist eine produktive Holzgewinnung kaum möglich. Deshalb hatte der Forst den gesamten Nordhang praktisch schon als Waldwildnis aus der Nutzung genommen. Keine Baumfällungen, keine Rückegassen, der Possen zeigt sich aus Richtung Stadt mit seiner kompletten grüne Seite.
Die Pläne von NABU und der Landesregierung sehen aber anders aus. Die produktiven Flächen auf daem Hochplateau sollen stillgelegt werden und der Forstbetrieb soll seinen Holzeinschlag auf den Nordhang verlagern. Das wird beim Blick aus der Stadt dann so aussehen, dass der Nordhang durch die Forstnutzung durch die unvermeidlichen Rückegasse recht zerteilt aussehen wird. Für den Tourismus ist das ein Schlag ins Gesicht, so die Meinung im Verein.
Für den Forstbetrieb kommt ein enormer Kostendruck darauf zu. Es ist ja nicht nur das der Erlös aus den produktivsten Flächen fehlt (Beträge in Millionen Höhe so Scherzberg), die Holzgewinnung in den Steilflächen ist erheblich problematischer, weil die gefällten Bäume mit der Seilwinde nach oben transportierte werden müssen.
Man kann sich auch ausrechnen, Baumeinschlag in Steilflächen, wo man kaum sicher stehen kann, ist ein Sicherheitsrisiko.
2. Bei früheren Verhandlungen war zugesichert worden das die geschätzten 80 Waldarbeiter in anderen Tätigkeiten unterkommen, so in der geplanten Natura2000 Station. Aber eine neue Hürde wurde aufgebaut.
Entgegen früheren Aussagen soll die Natura2000 Station durch einen Freien Trägerverein betrieben werden. Dafür ist man bereits auch Vereinssuche.
Vereinsmitglieder bezweifeln, dass sich im Beamtentum befindliche Forstleute darauf einlassen, sich in einen unsicheren Verein zu begeben.
Ein im Raum stehende Zahl von 80.000 Euro pro Jahr Zuschuss für die Natura2000 Station reicht vorn und hinten nicht, um Arbeitskräfte zu beschäftigen, so gestern die Meinung im Verein.
Das was mit dieser Verfahrensweise von der Landesregierung gemacht wird, ist Vertragsbruch.
Auch gab Dr, Scherzberg bekannt, dass der Verein "Kulturwald statt Urwald" auf Grund der Arbeitsweise und der Personaldecke nicht in der Lage ist, eine Natura2000 Station zu betreiben.
Man werde das dem Ministerien in Erfurt so mitteilen. Dr. Scherzberg sicherte aber zu, dass man einzelne Projekte als Verein unterstützen werde.
Man darf gespannt sein, wie sich unter diesen Aussagen das Gesicht des Possens verändern wird. Es sieht, so der Verein, wohl nicht gut aus.
