Fr, 14:50 Uhr
31.08.2018
Neues aus Sondershausen
Zur Wiedereröffnung des Besucherrundgangs Sensation im Angebot
Ab 1. September 2018 Wiedereröffnung des Besucherrundgangs durch ehemals gesperrte Bereiche des Schlossmuseums Sondershausen. Sensationeller Möbelfund wird ausgestellt...
Nach Sperrung des Alten Nordflügels durch den Gebäudeeigentümer Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) am 3. November 2017 war die Besichtigung von Räumen wie Liebhabertheater, Schlosskapelle, Billardzimmer, Räume im Turm usw. nicht mehr möglich.
Und die Wiedereröffnung beginnt mit einem Paukenschlag. Nach der im Jahr 2017 erfolgten Restaurierung durch den Restaurator und Kunstsachverständige Herrn Peter Atzig, Pfortzheim, haben zwei Hoffmann-Möbel nun ihren Platz in der Dauerausstellung des Schlossmuseums Sondershausen gefunden.
Es handelt sich um eine Demilune-Konsole (Demi Lune = Halbmond) und einen Toilettentisch.
Beide Möbel sind in der Werkstatt des Kursächsischen Hoftischlers Friedrich Gottlob Hoffmann (1741- 1806) um 1790 in Leipzig gefertigt worden.
Hoffmann-Möbel zahlen heute, neben denen von Abraham und David Roentgen, zu den bedeutendsten
und innovativsten Möbelkreationen des Frühklassizismus in Deutschland.
Für die Finanzierung des Restaurierungsprojektes ist dem Förderkreis Schloss & Museum
Sondershausen e.V. zu danken, der Lottomittel einwarb und gegenfinanzierte. Vereinsvorsitzender Stefan Schard: "Wir sind, was die Möbel betrifft keineswegs provinziell.
Mit der Herausgabe von zwei bebilderten Warenkatalogen betrat der Kunsttischler Hoffmann 1785/
1789 auch unternehmerisches Neuland. Uber Kataloge, die als Vorläufer unserer heutigen
Versandkataloge gelten können, warb Hoffmann u.a. auf der Leipziger Messe für seine Erzeugnisse
und sicherte deren weite Verbreitung. Für seine bürgerlichen und adligen Kunden bot er individuell zugeschnittene Mdbei, je nach Material und Ausführung in unterschiedlichen Preiskategorien.
Auch das Sondershäuser Fürstenhaus war offenbar Kunde und erwarb Möbel aus der Leipziger
Kunsttischlerei Hoffmann. Die beiden im Schlossmuseum vorhandenen Stücke sind aus dem Nachlass
des Schwarzburger Fürstenhauses in Sondershausen überliefert. Vermutlich war das Toilettentischchen in der privaten Nutzung der Fürstin Caroline (Gemahlin von Günther Friedrich Carl I. von Schwarzburg- Sondershausen). Neben seiner Ästhetik beeindruckt die Wandelbarkeit des Tischchens, das als Beispiei für ein "Multifunktionsmöbel aus der Werkstatt Hoffmann gelten kann (Schreibtisch, Frisiertisch, Nachttisch).
Das Tischchen und die Konsole waren im Jahr 2015 von P. Atzig als Erzeugnisse des Leipziger
Kunsttischiers Hoffmann in der Möbelsammlung des Schlossmuseums Sondershausen identifiziert
worden. Weitere Kleinmöbel befinden sich im Schlossmuseum Arnstadt (wo Fürstin Caroline bis zu ihrem Tod 1854 lebte).
Von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten veranlasste Stützmaßnahmen im Alten Nordflügel und der Auszug der Sammlungsdepots des Museums haben nun zur Wieder-Freigabe des Schlossflügels geführt. Bürgermeister Steffen Grimm, Stefan Schard und Museumleiterin Christa Hirschler besichtigten anschließend die früher gesperrten Bereiche. In der Bildergalerie alles was nach der weißen Tür kam.
Neben umfangreichen, durch die handwerklichen Arbeiten verursachten Entstaubungsmaßnahmen in den betroffenen Räumen, der Reinigung von Ausstellungstechnik und Sammlungsobjekten in den vergangenen drei Wochen hat das Museum die Zeit genutzt, um der Dauerausstellung vier neue Objekte hinzuzufügen, die in der jüngsten Vergangenheit restauriert bzw. angekauft und restauriert worden sind.
Es handelt sich um zwei Möbelstücke aus dem Sammlungsbestand des Schlossmuseums, gefertigt um 1790 in der Werkstatt des sächsischen Hoftischlers Friedrich Gottlob Hoffmann, Leipzig. Und um zwei Stühle, die einst die Wohnung des letzten Schwarzburger Fürstenpaars Günther Victor und Anna Luise ausstatteten. Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert und konnten - wie die Hoffmann-Möbel - mit externer Unterstützung angekauft und restauriert werden.
Über die Restaurierung und deren Finanzierung informierte nochmals Stefan Schard. Zusammen mit Förderkreis, der CDU-Fraktion im Stadtrat, sowie dem Lions-Club und dem Rotary-Club war die Finanzierung gelungen. Schard dankte nochmals allen Unterstützern.
Mehr Informationen zu den Stühlen finden Sie hier:
Wie gewohnt ab 10:00 Uhr öffnet am Samstag das Schlossmuseum.
Autor: khhNach Sperrung des Alten Nordflügels durch den Gebäudeeigentümer Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) am 3. November 2017 war die Besichtigung von Räumen wie Liebhabertheater, Schlosskapelle, Billardzimmer, Räume im Turm usw. nicht mehr möglich.
Und die Wiedereröffnung beginnt mit einem Paukenschlag. Nach der im Jahr 2017 erfolgten Restaurierung durch den Restaurator und Kunstsachverständige Herrn Peter Atzig, Pfortzheim, haben zwei Hoffmann-Möbel nun ihren Platz in der Dauerausstellung des Schlossmuseums Sondershausen gefunden.
Es handelt sich um eine Demilune-Konsole (Demi Lune = Halbmond) und einen Toilettentisch.
Beide Möbel sind in der Werkstatt des Kursächsischen Hoftischlers Friedrich Gottlob Hoffmann (1741- 1806) um 1790 in Leipzig gefertigt worden.
Hoffmann-Möbel zahlen heute, neben denen von Abraham und David Roentgen, zu den bedeutendsten
und innovativsten Möbelkreationen des Frühklassizismus in Deutschland.
Für die Finanzierung des Restaurierungsprojektes ist dem Förderkreis Schloss & Museum
Sondershausen e.V. zu danken, der Lottomittel einwarb und gegenfinanzierte. Vereinsvorsitzender Stefan Schard: "Wir sind, was die Möbel betrifft keineswegs provinziell.
Mit der Herausgabe von zwei bebilderten Warenkatalogen betrat der Kunsttischler Hoffmann 1785/
1789 auch unternehmerisches Neuland. Uber Kataloge, die als Vorläufer unserer heutigen
Versandkataloge gelten können, warb Hoffmann u.a. auf der Leipziger Messe für seine Erzeugnisse
und sicherte deren weite Verbreitung. Für seine bürgerlichen und adligen Kunden bot er individuell zugeschnittene Mdbei, je nach Material und Ausführung in unterschiedlichen Preiskategorien.
Auch das Sondershäuser Fürstenhaus war offenbar Kunde und erwarb Möbel aus der Leipziger
Kunsttischlerei Hoffmann. Die beiden im Schlossmuseum vorhandenen Stücke sind aus dem Nachlass
des Schwarzburger Fürstenhauses in Sondershausen überliefert. Vermutlich war das Toilettentischchen in der privaten Nutzung der Fürstin Caroline (Gemahlin von Günther Friedrich Carl I. von Schwarzburg- Sondershausen). Neben seiner Ästhetik beeindruckt die Wandelbarkeit des Tischchens, das als Beispiei für ein "Multifunktionsmöbel aus der Werkstatt Hoffmann gelten kann (Schreibtisch, Frisiertisch, Nachttisch).
Das Tischchen und die Konsole waren im Jahr 2015 von P. Atzig als Erzeugnisse des Leipziger
Kunsttischiers Hoffmann in der Möbelsammlung des Schlossmuseums Sondershausen identifiziert
worden. Weitere Kleinmöbel befinden sich im Schlossmuseum Arnstadt (wo Fürstin Caroline bis zu ihrem Tod 1854 lebte).
Von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten veranlasste Stützmaßnahmen im Alten Nordflügel und der Auszug der Sammlungsdepots des Museums haben nun zur Wieder-Freigabe des Schlossflügels geführt. Bürgermeister Steffen Grimm, Stefan Schard und Museumleiterin Christa Hirschler besichtigten anschließend die früher gesperrten Bereiche. In der Bildergalerie alles was nach der weißen Tür kam.
Neben umfangreichen, durch die handwerklichen Arbeiten verursachten Entstaubungsmaßnahmen in den betroffenen Räumen, der Reinigung von Ausstellungstechnik und Sammlungsobjekten in den vergangenen drei Wochen hat das Museum die Zeit genutzt, um der Dauerausstellung vier neue Objekte hinzuzufügen, die in der jüngsten Vergangenheit restauriert bzw. angekauft und restauriert worden sind.
Es handelt sich um zwei Möbelstücke aus dem Sammlungsbestand des Schlossmuseums, gefertigt um 1790 in der Werkstatt des sächsischen Hoftischlers Friedrich Gottlob Hoffmann, Leipzig. Und um zwei Stühle, die einst die Wohnung des letzten Schwarzburger Fürstenpaars Günther Victor und Anna Luise ausstatteten. Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert und konnten - wie die Hoffmann-Möbel - mit externer Unterstützung angekauft und restauriert werden.
Über die Restaurierung und deren Finanzierung informierte nochmals Stefan Schard. Zusammen mit Förderkreis, der CDU-Fraktion im Stadtrat, sowie dem Lions-Club und dem Rotary-Club war die Finanzierung gelungen. Schard dankte nochmals allen Unterstützern.
Mehr Informationen zu den Stühlen finden Sie hier:
Wie gewohnt ab 10:00 Uhr öffnet am Samstag das Schlossmuseum.




















