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12.09.2018
Meldungen vom Sport

Thüringer Kinder- und Jugendsport-Preis 2018

Sportvereine und Schule als Team zu neuen Talenten und fitten Kindern. LSB und Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport übergeben Thüringer Kinder- und Jugendsport-Preis 2018. Auch ein Verein / Schule aus dem Kyffhäuserkreis ist unter den Preisträgern...

Gemeinsam verleihen der Landessportbund Thüringen und das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport am Freitag, dem 14. September, 18 Uhr im Steigerwaldstadion Erfurt den Kinder- und Jugendsport-Preis 2018 an sechs beispielhafte Partnerschaften von Sportvereinen mit Schulen.



Bewegung und Sport sind unverzichtbare Bestandteile des Bildungsauftrags in allen Thüringer Schulen. Zur praktischen Umsetzung, vor allem im Bereich von Ganztagsschulen, bedarf es kompetenter Partner. Einer davon ist der organisierte Sport. Erst die Unterstützung von Sportvereinen ermöglicht Schülern den Zugang zu einem aktiven Lebensstil, denn zwei Schulsportstunden pro Woche reichen nicht aus. Also kommen die Vereine direkt in die Schulen mit qualifizierten Übungsleitern und wechselnden Sportangeboten. Die Schulen unterstützen bei der Organisation, suchen weitere Übungsleiter, stellen Sportstätten oder planen gemeinsam Veranstaltungen.



Sechs vorbildliche Partnerschaften werden am Freitag, dem 14. September, ab 18 Uhr im Steigerwaldstadion Erfurt mit dem Thüringer Kinder- und Jugendsport-Preis 2018 geehrt. Ziel der 9. Auflage des Wettbewerbs war es wieder, innovative und zugleich praktisch bewährte bewegungs-, spiel- und sportbezogene Konzepte und Projekte auszuzeichnen. Ein Kriterium für die Auswahl der Gewinner war der Mitgliederzuwachs im Altersbereich bis 14 Jahre, entstanden durch die Kooperation zwischen Verein und Schule. Die Partnerschaften erhalten je 650 Euro als Anerkennung ihres Engagements.



Dass aus der Kooperation auch leistungssportliche Talente hervorgehen können, zeigt die Zusammenarbeit zwischen dem Nordhäuser Sportverein und der Staatlichen Grundschule Käthe Kollwitz Nordhausen, durch die Handballspielerin Julia Weise in der deutschen Jugend-Nationalmannschaft Europameisterin wurde. „Genau mit solchen Beispielen geht unser Konzept auf“, erklärt LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt. „Durch die Ehrung sollen noch mehr Vereine motiviert werden, mit den Schulen vor Ort zu kooperieren, um das Interesse von Kindern zu gewinnen verschiedene Sportarten zu testen und schließlich im Verein dauerhaft Sport zu treiben.“ Oberstes Ziel ist es dem steigenden Bewegungsmangel entgegenzuwirken und mehr Kinder in Sportvereine zu bringen.

Infos zu den Preisträgern:

VfB Oldisleben und Thüringer Gemeinschaftsschule Oldisleben

Durch die Zusammenarbeit von Schule und Verein konnte der Sportplatz in Oldisleben saniert und attraktiver gestaltet werden. Auch die Turnhalle wurde in den letzten Jahren erneuert und verschönert. Schule und Verein nutzen die Übungsstätten täglich gemeinsam. Die Turnhalle ist direkt mit der Schule verbunden und der Sportplatz ist nur wenige Meter entfernt. Dadurch bieten Schule und Verein den Kindern eine sichere und schnelle Lösung sowohl Schulsport, als auch Vereinssport zu betreiben. Es besteht eine enge Zusammenarbeit von Schule und Verein durch Angebote wie Sport-AG´s, Sportfeste und Vereinsfeste. In außergewöhnlichen Situationen werden Kinder auch vom Verein und Eltern sowohl finanziell durch Spenden als auch anderweitig unterstützt und der VfB Oldisleben macht es möglich, dass die Kinder eine Möglichkeit haben, ihre Probleme des Alltags kurz zu vergessen.

Nordhäuser Sportverein e.V. und Staatliche Grundschule Käthe Kollwitz Nordhausen

Die Kooperation im Projekt „Kinder von der Straße“ Kommt! Wir spielen (Hand) Ball!“ zwischen dem Nordhäuser Sportverein, Abteilung Handball, und der Grundschule besteht seit über zwölf Jahren. Alle Schüler der Klasse 1 bis 4 üben zusätzlich zum Sportunterricht ein Mal in der Woche. Geleitet von Trainern und Übungsleitern der Abteilung Handball. Diese ununterbrochene Zusammenarbeit ist das Ergebnis eines guten Miteinanders von Schulleiterin, Sportlehrern, Hort-Leiterin und dem Projektkollektiv. In Wettbewerben wie Ball über die Schnur, Zwei-Felder-Ball oder den Spielfeste messen sich die Kinder untereinander. Ein leistungssportliches Ergebnis dieser erfolgreichen Kooperationsarbeit ist, dass die ehemalige Schülerin Julia Weise an das Sportgymnasium Leipzig delegiert wurde und kürzlich als Spielerin in der Jugendmannschaft Europameister wurde.



JSC Stotternheim Jigoro Kano und Staatliche Regelschule Stotternheim

Stotternheim, der flächenmäßig größte Ortsteil von Erfurt, ist mit 3.500 Einwohnern ein kleiner Ort aber mit einem sehr aktiven Sportverein und einer engagierten Regelschule. Gemeinsam werden den Kindern Kompetenzen im Sport wie auch im Zusammenleben untereinander vermittelt, indem eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglicht wird. Auch der anhaltenden Landflucht der Jugendlichen soll zumindest ein wenig entgegengewirkt werden. Im Vordergrund der Kooperation steht die sinnvolle Freizeitgestaltung aber auch das Heranführen an den Sport, speziell Judo. Zudem konnten über die Kooperation in den letzten beiden Jahren 50 neue Mitglieder bis 12 Jahre gewonnen werden.



SKD Sakura Meuselwitz und Staatliche Grundschule Meuselwitz

Dem Vereinsvorsitzenden Vico Köhler gelang es vor Jahren, als „schlagende“ Sportarten in Schulen noch verboten waren, Karate dennoch offiziell in den Schulen Thüringens zu etablieren. Manifestiert wurde dies in einem Positionspapier zwischen dem Thillm und dem Thüringer Karate Verband. Auch war er es, der in Thüringen den Schluss zwischen Schulsport und Karate im Vereinssport schaffte. Als erster Verein richtete der SKD Sakura Meuselwitz Kreismeisterschaften der Kindertagesstätten und Schulen in der Sportart Karate aus. Köhler warb mit Erfolg für dieses Modell im Verband, so dass dieses in anderen Vereinen „Schule“ machte. Die Kinder starten dabei nicht für den Verein, sondern sammeln Punkte für ihre Kindestagesstätte beziehungsweise Schule. Fortfolgend pflegt der Verein Kooperationen und unterhält Schulsport-AGs.



AV Jugendkraft Concordia Zella-Mehlis und Friedrich Schiller Grundschule Zella-Mehlis
Die Kooperation mit der Grundschule "Friedrich Schiller" besteht schon mehr als 20 Jahre. Die Besonderheit besteht in der intensiven Zusammenarbeit. Während der Verein die Möglichkeit erhält sich im Sportunterricht vorzustellen, zu sichten und sich zu präsentieren, unterstützt er die Schule bei allen sportlichen Aktivitäten. Dies geschieht durch die Absicherung von zwei Schul-AGs, aber auch durch Mithilfe bei allen zusätzlichen Veranstaltungen der Schule, zum Beispiel Sommer- und Wintersportfest, Schul- und Hortfeste oder dem Tag der offenen Tür. Auch auf die schulische und persönliche Entwicklung der Kinder wird im Zusammenspiel von Schule und Sportverein wertgelegt. So werden Vorschulkinder fit für den Schulsport gemacht, in der Schule nach Rücksprache mit den Lehrern bei Bedarf gezielt motorisch gefördert und auch auf soziales Verhalten wird beiderseits Einfluss genommen. In gemeinsamen Gesprächen von Lehrern, Erziehern und Trainern erfolgt ein Austausch über notwendige Maßnahmen zur Beseitigung eventuell bestehender Defizite in sportlicher Hinsicht, aber auch wenn es um Verhalten und Umgang mit anderen Schülern geht. 16 neue Mitglieder bis 14 Jahre war die tolle Bilanz des AV Jugendkraft im Jahr 2017.



Deutscher Alpenverein Sektion Gera und Förderschulzentrum Wendepunkt Bad Köstritz
Der Deutsche Alpenverein Sektion Gera gehört zu den wenigen Vereinen, die gezielt eine Kooperation mit einer Schule mit Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf eingehen. Der Verein und die Schule fördern eine intensive Gemeinschaftsarbeit zwischen Schülern, Eltern, Lehrern, Kindern, Jugendlichen, Übungsleitern, Trainern und allen Verantwortlichen. Der Verein arbeitet mit traumatisierten, seelisch beeinträchtigten sowie psychisch kranken Kindern und Jugendlichen und gewinnt Vertrauen. Ein sehr breites Spektrum an gemeinsamen Aktivitäten neben dem Klettern wie Wanderungen, Bergsteigen, Schneeschuhtouren, Ski-Langlauf, Ski Alpin, Mountainbike und Kanutouren schätzen die Kinder und geben den Verantwortlichen mit ihren strahlenden Gesichtern immer auch etwas zurück.
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