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23.09.2018
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Hirsche kennen keine Verkehrsregeln

Im Herbst nehmen Wildunfälle drastisch zu: Während sich unterjährig 100 Wildunfälle pro Tag ereignen, steigt die Zahl laut der HUK-COBURG in den Monaten Oktober/November auf 160 Unfälle pro Tag an. Besonders hoch ist die Unfallgefahr in der Dämmerung und auf Straßen, die an Wäldern oder Feldern vorbeiführen...

Hirsche kennen keine Verkehrsregeln (Foto: HUK-COBURG) Wildunfälle sind keine Seltenheit: Mehr als 260.000 Autofahrer müssen ihr Auto deshalb pro Jahr in die Werkstatt bringen. Mit dem richtigen Verhalten lässt sich mancher Unfall vermeiden.

Autofahrer müssen hier immer damit rechnen, dass Wildtiere die Straße queren. Mit einer umsichtigen Fahrweise lässt sich mancher Unfall vermeiden. Konkret heißt das, die Straßenränder im Auge behalten und immer bremsbereit sein. Denn oft taucht das Wild in einer Entfernung von nur 20 Metern oder noch weniger vor der Kühlerhaube auf und das auch meist nicht allein, sondern im Rudel. Schnellfahrer haben keine Chance zu bremsen. Wichtig ist auch, sofort abzublenden und zu hupen.

Was tun, wenn der Unfall trotzdem passiert? Sofort die Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, die Unfallstelle mit einem Warndreieck sichern und die Polizei verständigen. In den meisten Bundesländern ist der Anruf ohnehin obligatorisch. Die Beamten informieren den Jagdpächter, nehmen den Unfall auf und erstellen eine Bescheinigung über den Wildunfall. Letztere braucht der Versicherer, sobald der Schaden die 1.000 Euro-Grenze übersteigt. Und das ist eher die Regel als die Ausnahme. Nach den Erfahrungen der Versicherer kostet ein Wildschaden durchschnittlich 2.500 Euro.

Das Risiko eines Wildunfalls ist hoch: Pro Jahr kommt es laut GDV deutschlandweit zu mehr als 260.000 unliebsamen Begegnungen zwischen Auto und Wild. Für Schäden, die durch eine Karambolage mit Tieren jeglicher Art entstehen, ist die Teilkasko-Versicherung zuständig. Wichtig für Versicherte mit einer Vollkasko-Versicherung: Zwar beinhaltet die immer eine Teilkasko-Versicherung, jedoch wirkt sich ein hier entstandener Wildschaden nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt der Vollkasko aus.

Oft kollidiert ein Fahrzeug aber gar nicht direkt mit dem Tier, sondern der Autofahrer erschreckt und verreißt das Lenkrad. Ein anderes Unfallszenario: Der Autofahrer weicht bewusst aus, um nachweislich einen größeren Schaden zu vermeiden. Auch in solchen Fällen zahlt die Teilkasko-Versicherung. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung muss der Fahrer dafür aber schon den Zusammenprall mit Wildschwein, Reh oder Hirsch vermieden haben und einen Zeugen benennen können.

Wer für Hase und Co. ausweicht, steht aber auch nicht ohne Versicherungsschutz da. Vorausgesetzt er hat eine Vollkasko-Versicherung. Sie übernimmt normalerweise die Schäden, die durch ein derartiges Ausweichmanöver entstehen.
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Kommentare

23.09.2018, 12.30 Uhr
wyski | Aber
viele Autofahrer auch nicht .............
23.09.2018, 13.27 Uhr
tannhäuser | Erlebt man leider jeden Tag!
Und im Gegensatz zu den Tieren kommen diese Exemplare frisch von der Fahrschule oder haben jahrzehntelange Erfahrung.

Manchmal ist man heilfroh, abends heil und gesund an Leib und Auto wieder einparken zu dürfen. Aber nicht wegen der Hirsche und Wildschweine
23.09.2018, 20.46 Uhr
Kritiker86 | Ich fahre....
seit Jahren schon durch ein Wald (mehrere Teilstücke). Und mir ist noch nie irgendwas vors Auto gesprungen. Wenn Hirsche, Katzen, Füchse unterwegs waren hat man die schon von weiten gesehen. Sehe ständig auf meiner Strecke tote Tiere, kann mir das nicht erklären. Denke es ist eher darauf zurückzuführen das Gerast wird ohne Ende und nebenbei geträumt wird(Handy gespielt). Viel halten auch extra noch drauf und erhöhen die Geschwindigkeit um kleiner Tiere zu erwischen. Aber Unfälle wo Menschen dran Schuld sind wo keine Tiere im Spiel sind die hab ich schon öfters erlebt. Durch richtig riskante Überholmanöver und extrem hoher Geschwindigkeit vor allen auf der Landstraße. Polizei sieht man da nur 1x im Jahr wenn man Glück hat. Würde jeder mal ein wenig vorrauschauender fahren hätten wir nicht so viele Tote Tiere jedes Jahr.
23.09.2018, 21.02 Uhr
tannhäuser | Wenn man mal einen Polizisten fragt:
Die Antwort lautet immer: Keine Zeit, nicht genug Leute.

Das Thema hatten wir hier schon neulich wegen der innerstädtischen Raser diskutiert.

Da ist leider keine Abhilfe zu erwarten, solange die Personaldecke so dünn bleibt.

Die SPD Kyffhäuserkreis könnte ja Abhilfe schaffen, die Nordhäuser Genossen ins Boot holen und beantragen, in den gefährlichen Gebieten alle 100 Meter einen Wildwechsel-Zebrastreifen aufmalen zu lassen.

Wenn's schon im Kreisverkehr am Franzberg in SDH damit nicht geklappt hat...

Vielleicht hilft das bei der Entschleunigung des Raser-Tempos.
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