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Fr, 00:24 Uhr
28.09.2018
Neues aus Sondershausen

Kita-Beitragssenkung kontrovers diskutiert

Im Hauptausschuss von Sondershausen stand der Antrag der Volkssolidarität Sondershausen zur Diskussion. Wie es vorläufig ausging, erfahren Sie hier. Mit Update ..
Kita-Beitragssenkung kontrovers diskutiert (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Kita-Beitragssenkung kontrovers diskutiert (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Dieser Abtrag der Volkssolidarität (VS) stand auf dem Programm.

Kita-Beitragssenkung kontrovers diskutiert (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Kita-Beitragssenkung kontrovers diskutiert (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Eigentlich sollte dieser Antrag im nichtöffentlichen Teil behandelt werden. Martin Ludwig stellte den Antrag in den öffentlichen Teil zu verlegen. Auch wenn Sabine Bräunicke (SPD) sich dagegen aussprach, wurde der Wechsel bei fünf Ja-Stimmen und einer Stimmenthaltung in den öffentlichen Teil aufgenommen.

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Es ging um die Senkung der Kitagebühren, um einen Ausgleich zu den Erhöhungen zu schaffen, welche die Stadt im Zuge der Konsolidierung erhöhen musste. Stadtrat Martin Ludwig (VS) begründete den Vorschlag damit, wir haben fast vier Millionen Euro mehr Steuereinnahmen und können damit den Bürger endlich wieder etwas zurückgeben.

Mit rund 25 Euro pro Monat können die Eltern auch wieder etwas in der Stadt ausgeben. Wir hatten den Bürgern viel abverlangt, während die Stadt in der Konsolidierung war. In Summe würde es den Haushalt der Stadt mit rund 231.000 Euro belasten.

Bürgermeister Steffen Grimm (pl): Es gab bisher keine Beschwerden von Bürgern über zu hohe Kitagebühren und Sondershausen liege gegenüber anderen Kommunen auch mit den aktuellen Gebühren niedriger.

Stadtrat Hartmut Thiele (CDU): Ich bin dafür, dass die Kindergartengebühren ganz verschwinden. Wir sollten aber die Entwicklung abwarten, was Bund und Land beschließen, denn dort sollen Milliarden Euro für Kitas bereitgestellt werden. Es könnte ja sogar ein zweites kostenfreies Kita-Jahr beschlossen werden. Deshalb die zentralen Beschlüsse abwarten und dann kann der neue Stadtrat entscheiden, der nächstes Jahr gewählt wird.

Sowohl Grimm als auch Thiele warnten, nur weil wir jetzt höhere Einnahmen haben, sollten wir trotzdem sparsam sein.

Sabine Bräunicke (Fraktion SPD/Grüne): Auch sie betonte Kitas sollten kostenfrei sein. Auch sie plädierte dafür, die Entscheidungen von Bund und Land abwarten. Sie sehe in dem Vorschlag der VS keinen Deckungsvorschlag.
Hier konterte Ludwig, wir haben soviel höhere Einnahmen, da können die Kosten daraus gedeckt werden, es muss an anderer Stelle nicht gestrichen werden.

Stadtrat Patrick Weber (NPD): Wir sollten nicht warten, bis der Bund etwas entscheidet. Niedrige Gebühren bei den Kitas sind ein klarer Standortvorteil

Annemarie Vogt (Freie Wähler): Wir sollten keinen Schnellschuss machen. Eher sollten wir den Kindern das Essensgeld erlassen.
dabei war.

Die Fraktion die Linke konnte heute nicht mitdiskutieren und entscheiden, weil kein stimmberechtigtes Mitglied oder Stellvertreten im Hauptausschuss

Bereits vor einigen Tagen hatte der Sozialausschuss den Vorschlag der VS abgelehnt. Bei der Abstimmung im Hauptausschuss gab es zwei Ja-Stimmen für den Vorschlag der VS, drei Nein-Stimmen und eine Stimmenthaltung.

Zur Einführung hatte Fachbereichsleiterin Mareen Biedermann die Stadträtin über einigen aktuelle Zahlen informiert, siehe Bildergalerie.

Obwohl eigentlich alle Redener betonten, wir wollen eigentlich keine Kitagebühren, scheiterte die Senkung. Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen und es wird eine heiße Diskussion in der nächsten Sitzung im Stadtrat geben.

Update

Im Nachgang unterstrich Martin Ludwig auf Facebook das Ganze mit diesem Kommentar:

"Ich möchte nicht warten, bis Land oder Bund sich endlich dazu entscheiden die Kinderbetreuung kostenlos zu machen.

Wir haben im Zuge der Konsolidierung Spielplätze abgebaut, Wiesen nicht mehr gemäht, die kitagebühr massiv erhöht, die grundsteuer a und b angehoben und auch die Gewerbesteuer. Das war ohne Frage vor 3 Jahren nötig um die Stadt auf Kurs zu halten.

Nun wird es Zeit, dass die Einwohner endlich wieder an vielen Stellen entlastet werden. Die Senkung ist möglich und sollte passieren. Wir haben es in der Hand.

Man sollte damit nicht bis zu den nächsten Wahlen warten. An ihren Taten sollte man die Stadträte messen und nicht an ihren Versprechungen.

Unterstützt uns dabei, am 25ten Oktober wird darüber abgestimmt."
Kita-Beitragssenkung kontrovers diskutiert (Foto: Stadt Sondershausen)
Kita-Beitragssenkung kontrovers diskutiert (Foto: Stadt Sondershausen)
Kita-Beitragssenkung kontrovers diskutiert (Foto: Stadt Sondershausen)
Autor: khh

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Kommentare
geloescht.20250302
27.09.2018, 20:59 Uhr
Wo waren die Linken...
...und die SPD-Vertreterin, beruflich Chefin des Sozialamtes, ist auch nicht begeistert von finanziellen Erleichterungen für die Bürger mit Kindern?

Danke Herr Ludwig und Herr Weber!

Wer auf Geld von Bund oder Land wartet, kann zwischendurch auch Flaschen sammeln.
M. Kuester
28.09.2018, 18:02 Uhr
Natürlich ist man Vorsichtig...
denn aus dem Plus kann ganz schnell wieder ein Minus werden, wenn z.B. eine unvorhergesehene Ausgabe auf dem Tisch landet. Man hat Mehreinahmen. Heißt aber noch lange nicht, dass man nun stabil über den Gipfel des Konsolidierungsberges ist. Und da macht es durchaus Sinn, auf eine Kostenübernahme zu setzen, die sich kostenneutral für die Kommune ausgeht. Geht es nämlich in die Hose. Stehen die gleiche Leute auf der Matte und vertreten die plötzlich gegenteilige Meinung.

Natürlich ist eine günstige Kita ein Standortvorteil. Genauso wie günstiger Wohnraum, Bauland, Autobahnanschluss, Naherholung... was man alles schon hat und den Negativtrend eben nicht stoppt. Denn das ist für eine Standortentscheidung alles sekundär, solange ausreichend und vor allem gut bezahlte Arbeitsplätze fehlen. Oder diese zumindest in der Umgebung schnell erreichbar sind. Und da stehen B4 Ausbau, Ertüchtigung der Bahnstrecke auf höhere Streckengeschwindigkeit und generell besseres ÖPNV Angebot, ganz oben auf der Liste.

Was eine Entlastung betrifft. Da wo die 25 Euro wirklich weh tun, bestand und besteht schon immer die Möglichkeit einer Kostenübernahme durch den Landkreis. Das Essen kann Anteilig über Bildung und Teilhabe bezuschusst werden. Für Geringverdiener ist die Kita also bereits kostenfrei.
Martin Ludwig
28.09.2018, 20:38 Uhr
Vielen Dank für das Feedback
Sehr geehrter Herr oder Frau Küster,
zuerst einmal vielen Dank für Ihre Meinung, welche ich natürlich gerne annehme und reflektiere.

Gerne möchte ich Ihnen versichern, dass ich unseren Haushalt gelesen und verstanden habe, so dass diese Forderung nicht aus einer Laune heraus entstanden ist und auf Gefühlen beruht, sondern auf belegbaren Fakten. Das zu den weichen Standortfaktoren natürlich noch viel mehr gehört ist natürlich unbenommen. Auf die meisten der angeführten Beispiele habe ich als Stadtrat leider wenig bis gar keinen Einfluss. Auf die Kitagebühr allerdings schon. Alle anderen Dinge können wir nur immer wieder an die entsprechenden Stellen herantragen und nachhaken. Auch das tun wir regelmäßig und mit Nachdruck. Der Ertüchtigung der Bahnstrecke habe ich als direkter Anwohner an der Schiene ausdrücklich zugestimmt.

Weiterhin möchte ich sagen, dass ich mich bisher nie gescheut habe unangenehme Entscheidungen zu treffen und auch zu vertreten. Für die damalige Erhöhung habe ich ebenfalls die Hand gehoben und schäme mich dafür nicht. Zum damaligen Zeitpunkt musste dies leider getan werden um die Kommune im Lot zu halten.

Wir haben alle eisern gespart, Steuern erhöht und Lebensqualität zusammengestrichen. Es hat Früchte getragen, wir haben die Konsolidierung schon nach 3 statt nach 10 Jahren gemeistert.

Im Stadtrat waren wir uns damals alle einig, dass wir nach diesem steinigem Weg auch direkt über die Entlastung der Bürger sprechen müssen. Dieser Absprache komme ich hiermit umgehend nach. Was man verspricht muss man nämlich auch halten.

Neben sozial schwachen Familien, die die Kitagebühr tatsächlich erstattet bekommen, gibt es aber auch die alleinerziehende Mutter, das Ehepaar mit 2 Kindern die nur den Mindestlohn verdienen und unzählige weitere Beispiele bei denen eine Erstattung nicht stattfindet. Auch diese haben es verdient, dass man sich für eine Entlastung einsetzt und sie mehr Geld in der Tasche haben, denn auch die eben genannten haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Konsolidierung gelingt.

Kurzum, wir können es uns und auch auf absehbare Zeit leisten es zu tun, wieso also warten? Wenn die Zeiten sich wieder ändern sollten, werde ich nicht zögern auch wieder unangenehme Beschlüsse zu fassen. Aber bis es soweit sein sollte, sollten wir alle Bewohner entlasten wo es geht.

Herzlichst,
Martin Ludwig

@tannhäuser
An dieser Stelle vielen Dank für das Lob und Ihre sonstigen bissigen Kommentare. Ich lese diese immer mit großem Interesse und einem Schmunzeln auf den Lippen.
geloescht.20250302
28.09.2018, 21:40 Uhr
Vielen Dank, Herr Ludwig!
Ich hoffe, meine Bissigkeit kommt nicht zu oft unsachlich daher.

Mir wurde ja hier schon im Bürgermeisterwahlkampf Parteienverdrossenheit nachgesagt, weil ich den parteilosen Kandidaten offensiv bevorzugte.

Deshalb sind mir Fraktionen wie Ihre sehr sympathisch, da Sie Ihrem Gewissen und Ihrer Verantwortung für Ihre Wähler nachkommen, was ja schon die Begriffe "Volk" und "Solidarität" aussagen und Sie keinerlei Parteidisziplin und Weisungen aus Erfurt und Berlin unterliegen.

Es gefällt mir auch, wie Sie hier schildern, dass finanzielle Gründe auch mal unpopuläre Entscheidungen erfordern. Das wird Ihnen auch kein vernünftiger Einwohner dieser Stadt übelnehmen.

Übrigens kennen wir uns, auch wenn es eine Weile her ist. Aber wir sind trotz unterschiedlicher Meinungen niveauvoll miteinander umgegangen.

Und das ich hier unter einem Pseudonym schreibe, hat berechtigte Gründe. Allerdings zählt Feigheit nicht dazu.

Schönes Wochenende Ihnen und Ihrer Familie!
Martin Ludwig
29.09.2018, 09:09 Uhr
Man darf auch mal unsachlich sein...
...wenn man wieder zur Sachebene zurück kommt und am Ende ein Ergebnis steht. Einen "immer-sachlich-Preis" würde mir mein Stadtrat sicher auch nicht verleihen. :)

Es wäre mir ein Vergnügen, wenn wir uns in der Zukunft wieder einmal persönlich austauschen könnten. Vielleicht funktioniert dann auch mein Gedächtnis wieder:)

Meine einschlägigen Kontaktdaten kann man der Firmenseite entnehmen, wenn Bedarf besteht.

Wie gesagt, ich würde mich freuen und wünsche Ihnen und Ihrer Familie ebenfalls ein schönes Wochenende!
Martin Ludwig
29.09.2018, 09:22 Uhr
Man darf auch mal unsachlich sein...
...wenn man wieder zur Sachebene zurück kommt und am Ende ein Ergebnis steht. Einen "immer-sachlich-Preis" würde mir mein Stadtrat sicher auch nicht verleihen. :)

Es wäre mir ein Vergnügen, wenn wir uns in der Zukunft wieder einmal persönlich austauschen könnten. Vielleicht funktioniert dann auch mein Gedächtnis wieder:)

Meine einschlägigen Kontaktdaten kann man der Firmenseite entnehmen, wenn Bedarf besteht.

Wie gesagt, ich würde mich freuen und wünsche Ihnen und Ihrer Familie ebenfalls ein schönes Wochenende!
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