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Mi, 18:21 Uhr
03.10.2018
kn-Forum

Windräder passen nicht ins Unstruttal

In Nordthüringen sollen in den kommenden zehn Jahren sechs neue Gebiete für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Das sieht der Entwurf des neuen Regionalplanes für die vier Kreise Eichsfeld, Nordhausen, Kyffhäuser und Unstrut-Hainich vor, so unser Leser Jochen Sauerbier...

Strom aus Windkraft soll in Thüringen weiter an Bedeutung gewinnen. Im Kyffhäuserkreis betrifft es unter anderen ein Gebiet bei Kalbsrieth/Heygendorf. Im Kreis Nordhausen wird es nach derzeitigem Stand keine neuen Windkraftanlagen wegen der zahlreichen Naturschutzgebiete geben.

In Roßlebener Rathaus liegt für alle Interessenten bis Mitte November der überarbeitete Entwurf des Regionalplanes für Nordthüringen zur Einsicht und Stellungnahme vor. In Schönewerda hat sich bereits eine Interessengemeinschaft gegründet, die gegen die Ausweisung von Windvorrangebieten im Raum Kalbsrieth/Heygendorf protestiert und argumentiert.

Niemand kann uns Nordthüringern vorwerfen, wir seien gegen erneuerbare Energien, wenn wir uns gegen weitere Windparks wehren. Die Solarparks auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik, des ehemaligen Kaliwerkes, am Ortsausgang von Kalbsrieth, die Module auf öffentlichen und privaten Gebäuden sind Beweis dafür.

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Aber Windparks bei Kalbsrieth oder Heygendorf mit 200 m hohen Anlagen sind eine unvertretbar hohe Beeinträchtigung der sensiblen Unstrut-Finne-Region. Seit vielen Jahren wird an Tourismuskonzepten gebastelt, die Naturschutzgebiete, die Flächennaturdenkmale, die geschützten Altarme, die Hohe Schrecke (Alter Wald mit Zukunft), große Fledermauswochenstuben in Baudenkmalen der Region, die wertvollen kulturhistorischen Denkmale in ein Netzwerk einzubinden.

Mit großem Engagement und Kostenaufwand wurden Kloster Mönchpfiffel rekonstruiert und ausgedehnte Obstplantagen angelegt. Nach dem Niedergang des Weinbaus wurden an den Hängen des Unstruttals, des Ziegelrodaer Forstes und der Finne ausgedehnte Obstplantagen aufgeforstet. Als geschützte Streuobstwiesen sind sie heute Refugien zahlreicher geschützter Pflanzen- und Tierarten.

Wir liegen an der Grenze zu Sachsen/Anhalt.

Mit der Burgruine Wendelstein, von Kloster und Kaiserpfalz Memleben (Sterbeort Heinrich I. und dessen Sohnes, Otto der Große) sowie dem Erlebniszentrums zur Himmelsscheibe von Nebra, liegen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft Kulturdenkmale von nationaler und internationaler Bedeutung.

Das Land Sachsen-Anhalt hat viel Geld investiert, um am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra einen Aussichtsturm zu errichten, der den Besuchern die Möglichkeit bieten soll, den Blick ihrer bronzezeitlichen Vorfahren zwischen Wintersonnen- uns Sommersonnengleiche nachzuvollziehen. Genau in diesem Blickfeld würden 200 m hohe Windräder die Sicht versperren.

Die kleingliedrige Unstrutregion mit solchen Bauwerken zu verschandeln, zeigt die mangelnde Ortskenntnis oder die Ignoranz der verantwortlichen Planer.

Der Stadtrat und die Ortschaftsräte unserer Stadt haben in ihrer jüngsten Stadtratssitzung das Vorhaben abgelehnt. Nun gilt es für alle Einwohner des Kyffhäuserkreises, sowie der Landkreise Burgenland, Saalkreis und Mansfeld Südharz aufzustehen, um diesen Frevel nicht zuzulassen.

Jochen Sauerbier
Roßleben
Autor: khh

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