Neues aus Sondershausen
Bürgerwille wird nicht akzeptiert?
Gegen neue Pläne zu Windparkanlagen im Kyffhäuserkreis regt sich Widerstand, nicht nur im Osten des Kreises, sondern jetzt auch in Sondershausen, wie die gestrige Bürgersprechstunde im Stadtrat zeigt...
Bürger aus Thalebra kritisierten gestern aufs heftigste, dass laut Regionalplanung Nordthüringen im Bereich des Hessenweges von Thalebra Windräder aufgestellt werden sollen, weil dieses Gebiet als Windparkvorranggebiet ausgewiesen wird. Wir werden, so die Bürger Unterschriftensammlungen durchführen, um hier einen Windpark zu verhindern.
Auf die Frage eines Stadtrats, wie stehen die Bürger zu den Plänen? Der Großteil der Bürger ist dagegen. Das Grundstücksbesitzer so einem Windpark positiv gegenüber stehen, weil sie finanzielle Vorteile haben, sei verständlich.
Auch der Ortsteilbürgermeister Hohenebra sprach sich gegen einen Windpark in diesem Bereich aus.
Als Privatperson lehnt Steffen Grimm den Windpark ab, die Stadt Sondershausen diese Pläne in den Fachbereichen prüfen. Eine Stellungnahme der Stadt Sondershausen wird noch bis 8.11.2018 erfolgen.
Stadtrat Martin Ludwig (VS): Wir stehen zu dem schon 2016 gefassten Ablehnungsbeschluss (April 2016 im Stadtrat beraten).
Am 5.11.2018 soll es in Thalebra um 19:00 Uhr eine außerordentliche Einwohnerversammlung im Gemeindesaal geben.
Es ist aber schon sehr interessant, dass Bürgerwille wohl nicht viel zählt? Wie soll man sonst bewerten, dass es vom Stadtrat Sondershausen einen Ablehnungsbeschluss für diesen Windpark gab und trotzdem wird einfach bei der Regionalplanung das selbe Gebiet einfach wieder als Windparkvorranggebiet ausgewiesen.
Autor: khh
Kommentare
Kobold2
26.10.2018, 16:39 Uhr
Geld
frißt bekanntlich Hirn.
Wenn Fördermittel abzugreifen sind werden die Bedingungen halt so lange hingebogen, bis es irgendwie passt.
Einfach nur furchtbar....
geloescht.20250302
26.10.2018, 17:21 Uhr
Doppelte Ignoranz!
Der Wille der Bürger und der Ablehnungsbeschluss der von Iihnen gewählten Vertreter ist in dieser so genannten heutigen Demokratie einen feuchten Kehricht wert.
Verschandelung der Natur, Belästigung von Anwohnern und Vogel- sowie Fledermaussterben sind dann keine Argumente mehr.
Die Abholzung von Wäldern und das Einschlagen von Schneisen in selbige ebenso wenig, wenn es sich nicht gerade um Braunkohle und die grüne Wählerlobby im und am Hambacher Forst handelt.
Der befindet sich ja im tollen NRW und nicht der popligen Nordthüringer Provinz.
Micha123
26.10.2018, 17:40 Uhr
Windenergie
Windenergie ist doch eine feine Sache! Ohne Schadstoffe und irgendwelche Verpestungen. Was wollen die Leute denn? Man kann froh sein, wenn etwas für die Umwelt gemacht wird. Strom will und braucht jeder - Kernenergie und Braunkohle will keiner mehr.
Ich denke, dass die Sache eh schon so gut wie beschlossen ist. Und das ist gut so, außerdem, vielleicht hat dadurch auch die Stadt Vorteile und Einnahmen.
manckus
26.10.2018, 18:58 Uhr
Windparkanlagen-Bürgerwille wird nicht akzeptiert?
Zu Micha123: im Kaiserbad Heringsdorf gibt es keine Windparkanlagen?! Warum, weil dort auch betuchte Menschen Urlaub machen, die keine Windräder vor der Nase haben wollen.
Kobold2
26.10.2018, 20:16 Uhr
Micha 123
Der Grundgedanke ist ja nicht falsch.
Aber es Bedarf keiner höheren Bildung, um zu erkennen, das hier die Vernunft auf der Strecke bleibt. Wenn ich mir die stetig wachsende Anzahl an Windrädern in unserer Region so anschaue, dann ist die Nordseeregion dagegen ein Entwicklungsland !
Hier geht es m.M.n. in erster Linie darum, Fördermittel aus dem Steuersäckel abzugreifen.
Uns wird das als Energiewende verkauft.
Albi
28.10.2018, 12:43 Uhr
Ist Windenergie wirklich eine feine Sache?
Lieber Micha123,
diese fromme These erzählen sie mal den Bürgern, die entweder seit Jahren unter negativen Folgen von überdimensionierten Windkraftanlagen zu leiden haben oder denen, die so ein Gebiet direkt vor die Haustür gesetzt bekommen.
Ich denke, da ist die Welt nicht so einfach, wie von ihnen kolportiert wird. Fakt ist doch, Thüringen und hier ganz speziell unsere Region hat doch seine Milch in Sachen Windenergie bereits gegeben. Ohne über die tatsächliche (negative) Ökobilanz einer Windkraftanlage durch Herstellung, Errichtung und Bodenversiegelung fachsimpeln zu wollen, möchte ich behaupten, dass wenn überhaupt, erst mal andere Bundesländer, wie beispielsweise Bayern am Zug sind. Hier gilt der Bürgerwille, die Mehrheit der Bevölkerung möchte es nicht, ergo findet es nicht statt.
Anders mit unser restriktiven R2G Regierung, hier wird einfach der Bürgerwille missachtet und entsprechende Raumplanungen gegen diesen durchgeführt. Das ist doch des Pudels Kern. Weiterhin muss man festhalten, solange wir nicht in der Lage sind Windenergie und Solarenergie zu speichern, haben wir jetzt schon mehr regenerative Energie, als wir benötigen. Oder finden sie es wirklich sinnvoll, dass deutsche Energieerzeuger Geld an Österreich oder Polen bezahlen, damit wir unsere überschüssige Energie (bei starkem Wind) zur Verhinderung eines Netzkollapses in deren Netze ableiten können? Und auch diesen Schwachsinn bezahlt der gemeine Stromabnehmer in entsprechenden Umlagen mit. Wenige verdienen am Projekt Windenergie und die Allgemeinheit muss dafür die Tasche aufmachen und zusätzlich mit den negativen Folgen leben, wenn sie in der Nähe solcher Anlagen wohnen. Das tun ja nun mittlerweile schon sehr viel Mitmenschen.
Daher mutet ihr Kommentar schon sehr oberflächlich an. Aber sie können ja als Pionier vorangehen und direkt auf einen Ortsteil mit Windkraftanlage ziehen, um die optischen und akustischen Wohltaten einer solchen in vollen Zügen zu genießen.
Wäre R2G bei der Abschiebung von Flüchtlingen genauso konsequent wie bei der Umsetzung von aufdiktierten klimapolitischen Zielen, sehe unser Alltag sicherlich etwas entspannter aus. So wird aber bei beiden Themen: Umwelt- und Flüchtlingspolitik der Wille des Bürgers missachtet.
Meine Meinung dazu, wenn es die Bürger von Thalebra und Hohenebra mehrheitlich nicht möchten, hat keine Planungskommission der Welt das Recht, diesen Willen zu ignorieren. Ich glaube, dass nennt man Demokratie!
geloescht.20250302
28.10.2018, 15:07 Uhr
Liebe Frau Erika!
Bitte schreiben Sie öfters, schon Ihr Helau-Und-Alaaf-Kommentar zur hiesigen SPD-Zebrastreifen-Fanatikerin und Franzberg-Füssgängerbrücken-Architektin hat mir sehr gefallen. Ok, er entsprach natürlich ganz meinem Humor.
Da es sich bei den windkraftgefährdeten Menschen um Bürger Sondershausens handelt, würde ich eine Unterschriftenaktion in der Gesamtstadt wünschen. Das wäre ein Zeichen von Solidarität untereinander.
Lieber Martin Ludwig, sollten Sie wieder mitlesen, ist so das bei so einer Problematik möglich?
Martin Ludwig
28.10.2018, 19:12 Uhr
Lieber Tannhäuser,
eine Willensbekundung ist immer möglich und sicher auch sinnvoll. Den anwesenden Gegnern im letzten Stadrat habe ich auch vorgeschlagen, eine entsprechende Unterschriftenliste direkt im Stadtrat herum zu reichen. Die Ortsteile sind uns nämlich genau so wichtig wie die Kernstadt.
Ich kann mich noch gut an die damalige Sitzung erinnern zu diesem Thema. Ich hatte die Sitzungsleitung und musste mich in der Pause noch von einem ehemaligen Amtsleiter anbrüllen lassen, da ich jeden Beteiligten das Wort zu diesem Thema erteilt habe. Zugegeben, war anstrengend und mühselig, aber so ist die Demokratie nun mal. Knapp 2.5 Stunden hat die Diskussion nur zu diesem Punkt damals gedauert und mit einer Stimme Mehrheit konnten wir die Ablehnung beschließen.
Für die Aufnahme in die Planung habe ich kein Verständnis. Nicht falsch verstehen, ich bin nicht grundsätzlich Windkraftgegner, aber unser Kreis hat, wie bereits weiter oben erwähnt, dass Soll bereits übererfüllt. Soweit ich informiert bin hat Ebeleben positiv dafür votiert, aber keinen Vorzug in der Planung erhalten, obwohl es sich territorial fast um das gleiche Gebiet handelt.
Nein, muss man nicht verstehen und fördert auch wieder die Politikverdrossenheit. Man bekommt ja durchaus wieder das Gefühl, dass "die da oben" doch eh wieder machen was sie wollen.
Ich werde in jedem Fall zur Sonderveranstaltung anwesend sein.
Update: Habe zwischenzeitlich mit meinem Vorsitzenden telefoniert, er hat bereits mit den Bürgern vor Ort telefonisch Kontakt aufgenommen und um entsprechende Listen zur Auslage gebeten. Wir kümmern uns dann darum, dass diese schnellstmöglich unter die Leute kommen.
geloescht.20250302
28.10.2018, 19:57 Uhr
Lieber Herr Ludwig...
...Sie und Ihre Vereinigung (Oder Bündnis) nähern sich bei der Stimmabgabe zu den Kommunalwahlen immer mehr Richtung meines Wahlzettels...
Ich bin auch nicht per se Gegner der Windkraft und verstehe Eigentümer von privatem Grund und Boden, wenn sie ihre Flächen dafür verkaufen, falls sie beispielsweise nicht anderweitig nutz- oder erschließbar sind.
Aber im hier besprochenen Fall handelt es sich um reine bürgerunfreundliche Willkür von oben herab.
Sollte hier also eine Auslegung von Listen bekannt gegeben werden, würden meine Frau und ich gern unterschreiben.
Ansonsten viel Erfolg allen Don Quichotes beim Kampf gegen Windmühlen...Sorry, die sind ja Ausflugsziele...Windräder muss es heissen.
Mueller13
29.10.2018, 00:13 Uhr
Stoppt den Ausbau der Windkraft!
Es macht einfach keinen Sinn, die Windkraftstromerzeugung weiter auszubauen, solange die Speicherung nicht geklärt ist.
Ein weiterer Ausbau der Windenergie wird:
1. zu einem Zusammenbruch des Stromnetzes führen
2. Energie weiter verteuern
3. kein Umweltproblem lösen
Achja, diese Meinung vertreten im übrigen die, die auch in anderen Sachverhalten den gesunden Menschenverstand walten lassen. Es sind diejenigen, die auch die letzte Umfrage dieser Zeitung anführten. Im Gegensatz zur Volkssolidarität werden die im nächsten Jahr hoffentlich in der Lage sein, diesen Unsinn auch im Landesmaßstab zu unterbinden.
Wir müssen aufhören lokal irgendwelche Unterschriftenlisten zu organisieren oder mit Traktoren irgendwo zu protestieren (hat der Bürgermeister vorgeschlagen) - wir müssen die Leute mit dem Knoten im Hirn aus den Parlamenten jagen und wir müssen diesen Prozess beschleunigen.
Leo 1A5
29.10.2018, 08:04 Uhr
Undankbar ;-)
Wo die ersten Windkraftanlagen in der Hainleite gebaut wurden mussten die Windkraftfirmen eine Ausgleichsmaßnahme und Renaturierung durchführen.
Die damalige Gemeinde Schernberg beschloss mit den Mitteln die Schweineställe in Hohenebra wegzureißen und dort eine Bürgerwiese und Streuobstwiese anzulegen bevor ein Holländischer Unternehmer diese aufkauft und sich von der Darre nach Hohenebra umsiedelt mit dem Geruch!
Heute regt man sich auf das die Windräder stören aber damals hat man das Geld gern genommen.
In Hohenebra müsste man jeden Tag Richtung Immenrode und Großberndten beten das die damals nicht so beschränkt waren sonst wäre Hohenebra heute das Schweinemekka vorm Herrn!
Ihr habt die Mittel von den Windrädern bekommen damals und da könnt ihr ruhig auch ein paar vor die Nase gesetzt bekommen.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.