So, 00:02 Uhr
25.11.2018
Was vor 100 Jahren passierte
25.11.1918 - ein historisches Datum für Sondershausen
Vor 100 Jahren war der Erste Weltkrieg am 11. November 1918 zu Ende gegangen und revolutionäre Zeiten waren angebrochen. Was in Sondershausen vor 100 Jahren passierte? Heimatforscherin Hanna Nagel erinnert daran...
Nicht nur in den Residenzstädten der thüringischen Kleinstaaten und im preußischen Erfurt, sondern auch in vielen Klein- und Landstädten bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte, die unter der Leitung lokaler Revolutionsführer die Macht übernahmen.
Als erster der kleinstaatlichen Monarchen dankte schon am 9. November unter dem Druck des Weimarer Arbeiter- und Soldatenrates Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach ab. Bis zum 13. November hatten auch die anderen thüringischen Fürsten schnell und geräuschlos auf den Thron verzichtet.
Fürst Günther Viktor von Schwarzburg-Rudolstadt, der auch Regent des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen war, konnte sich zunächst behaupten. Günther Viktor vereinbarte mit dem Rudolstädter Landtag, in dem schon vor der Revolution die Sozialdemokraten die Mehrheit gestellt hatten, einen gesetzlichen Übergang. Er dankte vor genau 100 Jahren als letzter regierender deutscher Monarch für Rudolstadt am 23. November und für Sondershausen erst am 25. November 1918 ab.
Im Dezember 1918 wurde mit Fürst Günther Victor ein Abfindungsvertrag über dessen Besitz- und Vermögensverhältnisse geschlossen. Aus dem Fürstentum Schwarzburg – Sondershausen wurde der Freistaat Schwarzburg – Sondershausen.
Das Kammergut mit 24.600 ha Fläche wurde Eigentum des Staates. Dem ehemaligen Landesherrn wurden eine lebenslange jährliche Rente von 210.000 Mark, Nutzungsrechte sowie das Eigentum am wesentlichen Inhalt der Schlösser in Sondershausen und Gehren und das Jagdrechte in seinen ehemaligen Kammerforsten zugesprochen.
Am 19. Juni 1919 stimmte der Landtag von Schwarzburg-Sondershausen dem Zusammenschluss der Thürigischen Staaten zu.
Mit der Gründung des Landes Thüringen am 1. Mai 1920 hörte der Freistaat Schwarzburg-Sondershausen formal auf als souveräner Bundesstaat zu bestehen.
Heute am 25.11.2018 hörte das Fürstentum Schwarzburg – Sondershausen auf zu existieren.
Hanna Nagel
Autor: khhNicht nur in den Residenzstädten der thüringischen Kleinstaaten und im preußischen Erfurt, sondern auch in vielen Klein- und Landstädten bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte, die unter der Leitung lokaler Revolutionsführer die Macht übernahmen.
Als erster der kleinstaatlichen Monarchen dankte schon am 9. November unter dem Druck des Weimarer Arbeiter- und Soldatenrates Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach ab. Bis zum 13. November hatten auch die anderen thüringischen Fürsten schnell und geräuschlos auf den Thron verzichtet.
Fürst Günther Viktor von Schwarzburg-Rudolstadt, der auch Regent des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen war, konnte sich zunächst behaupten. Günther Viktor vereinbarte mit dem Rudolstädter Landtag, in dem schon vor der Revolution die Sozialdemokraten die Mehrheit gestellt hatten, einen gesetzlichen Übergang. Er dankte vor genau 100 Jahren als letzter regierender deutscher Monarch für Rudolstadt am 23. November und für Sondershausen erst am 25. November 1918 ab.
Im Dezember 1918 wurde mit Fürst Günther Victor ein Abfindungsvertrag über dessen Besitz- und Vermögensverhältnisse geschlossen. Aus dem Fürstentum Schwarzburg – Sondershausen wurde der Freistaat Schwarzburg – Sondershausen.
Das Kammergut mit 24.600 ha Fläche wurde Eigentum des Staates. Dem ehemaligen Landesherrn wurden eine lebenslange jährliche Rente von 210.000 Mark, Nutzungsrechte sowie das Eigentum am wesentlichen Inhalt der Schlösser in Sondershausen und Gehren und das Jagdrechte in seinen ehemaligen Kammerforsten zugesprochen.
Am 19. Juni 1919 stimmte der Landtag von Schwarzburg-Sondershausen dem Zusammenschluss der Thürigischen Staaten zu.
Mit der Gründung des Landes Thüringen am 1. Mai 1920 hörte der Freistaat Schwarzburg-Sondershausen formal auf als souveräner Bundesstaat zu bestehen.
Heute am 25.11.2018 hörte das Fürstentum Schwarzburg – Sondershausen auf zu existieren.
Hanna Nagel