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So, 15:53 Uhr
30.12.2018
GUTER RAT FÜR SENIOREN (1)

Passen Sie gut auf sich auf!

Überfall hier, Enkeltrick da und die tägliche Kleinkriminalität gegenüber Senioren – davon musste auch nnz-online schon oft berichten. Der Fall der 94-jährigen Frau in Ellrich hat ein gutes Ende genommen, weil sie sich einem Taxifahrer anvertraute, der super reagiert hat. Damit sich möglichst viele Senioren auch selbst beschützen können, geben wir hier in mehreren Folgen eigene Erfahrungen und die Erfahrungen von Bekannten und Verwandten weiter...


Alles, was hier beschrieben wird, hat es in Thüringen und Sachsen-Anhalt schon gegeben. Zur Kenntnis gelangte es aus eigenem Erleben, dem Erleben verlässlicher Personen oder den Sendungen des mdr.

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Anlass zur Panik besteht für Gewappnete nicht. Wie sagten doch unsere alten Lehrer: „Gefahr erkannt = Gefahr gebannt.“ Es besteht auch kein Zweifel, dass die Mehrheit der Senioren ohne Probleme ein hohes Alter erreichen kann. Aber wenn diese Serie auch nur eine Straftat verhindern kann, das Sicherheitsgefühl verbessern kann, ist ihr Zweck erreicht.

Die Sprache wird humorlos bis brutal sein, damit Warnungen auch dann verstanden werden, wenn das eigene Empfinden vielleicht alles als nicht so schlimm einstuft. Dafür bitten wir um Verständnis.

Zu Hause...
...müssen Sie sich wohl fühlen. Trotzdem kann es passieren, dass Sie schnell mal aus Wohnung oder Haus müssen. Haben Sie in der Außentür ein Schnappschloss, also ohne Klinke oder Knauföffnung von außen? Dann machen Sie es sich zur Gewohnheit, sich noch vor dem morgendlichen Anziehen einen einzelnen Ersatzschlüssel an einem dünnen, aber stabilen Strick oder im guten, alten Brustbeutel um den Hals zu hängen.

Der tut gute Dienste, wenn Ihnen die Tür aus Versehen zufällt, wenn Sie unterwegs mal Ihr Schlüsselbund verlieren und ist viel billiger, als einen Schlüsseldienst zu rufen. Allerdings kann ein Schloss auch so kaputt gehen, dass Ihnen auch der Ersatzschlüssel nichts nützt. Dann hilft nur der Anruf beim Schlüsseldienst. Ist Ihnen dessen Leumund nicht bekannt, sagen Sie gleich am Telefon, dass Sie kein Bargeld im Haus haben und die Rechnung nur per Überweisung bezahlen können.

Seriöse Betriebe haben dafür Verständnis. Unseriöse Betriebe wollen Sie sogar zur Bank fahren, damit Sie Bargeld holen können und verlangen davon deutlich zu viel. Für den Verbleib Ihrer EC-Karte lassen Sie sich dazu gegebenenfalls eine glaubhafte Ausrede einfallen oder viel besser (!) versuchen gleich, einen seriösen Betrieb zu finden.

Es hat geklingelt, ohne dass sich Besuch angekündigt hat. Öffnen Sie die Tür nur einen Spalt, am besten mit vorgelegter Sicherheitskette. Egal, was man Ihnen auch erzählt, verweigern Sie zunächst den Eintritt. Von Service-Mitarbeitern von Notdiensten lassen Sie sich den Dienstausweis reichen, schließen Sie die Tür wieder und notieren Sie sich Name, Betrieb oder Verwaltung und Ausweisnummer.

Wenn möglich, rufen Sie den Betrieb an und fragen, ob alles seine Richtigkeit hat. Lassen Sie sich nicht drängen, es sei denn, unter Ihrer Badezimmertür läuft schon das Wasser hervor oder aus einem Zimmer riecht es verbrannt. Bedenken Sie immer, dass Sie unbekanntem Besuch möglicherweise körperlich nicht mehr gewachsen sind, sodass Sie ihn vielleicht nicht einmal mit Gewalt aus Ihrer Wohnung verdrängen können.

Bei begründeter Angst vor ungebetenen Besuchern legen Sie sich legale Waffen bereit. Kraftvoll eingesetzt kann da schon ein Gehstock beim Vertreiben helfen. Wenn Sie einen Hund halten wollen, nehmen Sie einen größeren. Wenn Sie bedroht werden, rufen Sie wenn möglich ohne zu zögern die Polizei. Sagen Sie zuerst Ihre Anschrift, dann Name und Art der Bedrohung. Ein lebender Feigling ist besser, als ein toter Held.

Drückerkolonnen sind zum Glück sehr viel seltener geworden. Dafür gibt es leider Betriebe, auch kommunaler Art, die sich zeitweise so benehmen. Da versuchen Ihnen mehrere Mitarbeiter einen neuen Versorgungsanschluss (Wasser, Elektro, Gas) von jetzt auf gleich aufzuschwatzen, vielleicht sogar wenn Ihnen kurz vorher etwas davon abgestellt wurde.

Angeblich gibt es dann eine Havarie, von der Sie allerdings nichts bemerkt haben. Hier ist guter Rat manchmal auch sehr teuer, denn natürlich brauchen Sie alles von den Dreien. Selbst wenn Sie der vermeintlichen Reparatur zustimmen, um im Nachhinein gegen die Rechnung vorzugehen, bedenken Sie: Diese Betriebe sind groß und haben gute Rechtsanwälte, gegen die Ihr Anwalt aus dem Telefonbuch wahrscheinlich machtlos ist.

Schließen Sie möglichst gar keine Haustürgeschäfte ab. Verlangen Sie das Angebot schriftlich und machen Sie klar, dass außer Ihnen auch noch jüngere Verwandte einen Blick darauf werfen werden. Wer Ihnen dann noch ein solches Angebot macht, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts zu verbergen. Fortsetzung folgt
Jürgen Wiethoff
Autor: red

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