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Sa, 19:05 Uhr
05.01.2019
Exportbilanz 2018: neuer Rekordwert erreicht

Thüringer Außenhandel bleibt weiter auf Erfolgskurs

Zunehmender Protektionismus, Unsicherheiten beim Brexit oder der Handelskonflikt zwischen den USA und China waren nur einige Stolpersteine, die den exportorientierten Unternehmen des Freistaats im Weg lagen. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat sich der Thüringer Außenhandel jedoch als robust erwiesen und kann wiederum eine positive Jahresbilanz präsentieren...


Vorläufigen Berechnungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt zufolge, dürften die Exporte auch 2018 mit rund 15,5 Milliarden Euro einen neuen Spitzenwert erzielen.

„Angesichts des rauen Außenwirtschaftsklimas war zu befürchten, dass die Thüringer Exporte 2018 eine langsamere Gangart einschlagen. Umso erfreulicher ist die bisherige Entwicklung zu bewerten“, erklärt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Immerhin wären die Lieferungen ins Ausland in den ersten neun Monaten 2018 um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Allerdings hätte die Exportdynamik etwas nachgelassen. 2017 sei im selben Zeitraum noch ein Plus von 6,9 Prozent verzeichnet worden.

„Die guten Zahlen sind nicht zuletzt auf die günstige Entwicklung in der Eurozone zurückzuführen“, begründet der IHK-Chef. Die Thüringer Ausfuhren dorthin wären in den ersten neun Monaten mit 6,6 Prozent überdurchschnittlich gewachsen. Auch die Warenlieferungen nach Asien legten mit 11,8 Prozent deutlich zu. Neben China zählten Japan und Südkorea zu den Hauptabnehmerländern. Inzwischen ging knapp ein Zehntel der gesamten Exporte in diese Regionen. Vor zehn Jahren lag der Anteil noch bei rund 6 Prozent.

„Dagegen liefen die Geschäfte mit den Vereinigten Staaten von Amerika 2018 erneut nur auf Sparflamme“, berichtet Grusser. Zwar würden die USA in der Exportländerstatistik noch den ersten Platz belegen, seit Jahresbeginn seien die Ausfuhren über den Atlantik jedoch um rund 3 Prozent gesunken. Der handelspolitische Kurs der USA sorge vermehrt für Unsicherheiten in den Unternehmen.

„Ein weiterer Risikofaktor für den Thüringer Außenhandel ist der nahende Brexit. Immerhin ist Großbritannien der viertgrößte Handelspartner Thüringens. Von Januar bis September belief sich das gesamte Handelsvolumen des Freistaats mit dem Vereinigten Königreich, also Ex- und Importe, auf 1,3 Milliarden Euro. Vielen Firmenchefs bereitet die aktuelle Situation deshalb Sorgen“, so Grusser. Noch immer sei unklar, wie es mit dem Brexit weitergeht. Leider müsse die Wirtschaft bis heute mit verschiedenen Szenarien arbeiten. Dazu gehöre auch, dass es bis Ende März keinen Deal geben könnte und damit die Einführung von Zöllen droht. Die Unternehmen müssten dann die notwendige Anmeldung von Waren bei den Zollämtern berücksichtigen.
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