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Mo, 18:30 Uhr
21.01.2019
Aus dem Vereinsleben

Bilanz und Ausblick des Vereins Statt Urwald – Kulturwald..

Offener Brief zum Kompromiss am Possenwald an alle Mitglieder des Vereins “Statt Urwald – Kulturwald am Possen und Hainleite e.V.”, an alle Freunde und Mitstreiter und alle, denen das Wohl unserer Wälder am Herzen liegt...


Das Jahr 2018 liegt hinter uns und das neue Jahr 2019 hält weitere Arbeit und Herausforderungen für uns bereit. An dieser Stelle sei es erlaubt, Bilanz zu ziehen, Danke zu sagen und Ziele für die zukünftige Arbeit abzustecken.

Während das Jahr 2017 – Gründungsjahr unseres Vereins – hauptsächlich Aktivitäten und Aktionen zum Inhalt hatte, eine beabsichtigte Stilllegung von 2500 Hektar produktiver Waldfläche zu verhindern, wurde ab Ende 2017 und im Jahr 2018 der Hauptaugenmerk auf die möglichst verträgliche Ausgestaltung des durch die Landesregierung beschlossenen Kompromissen ausgerichtet.

Mit der Festlegung, dass 1.000 Hektar Nutzwald im Bereich Possen stillzulegen sind, mussten wir uns abfinden und haben das auch getan. Unser Verein hat als erster bereits im Januar 2018 einen Vorschlag erarbeitet und in der Presse publiziert, welche der Flächen stillgelegt, welche zum Erholungswald umgestaltet werden sollten und welche als nachhaltig forstlich genutzter Wald bestehen bleiben sollten. Unser veröffentlichter Vorschlag war Diskussionsgrundlage und wurde auch von den Forstleuten als zielführend betrachtet.

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Schwerpunkt unseres Vorschlages war und ist ein möglichst geringer wirtschaftlicher Schaden und ein möglichst hoher Nutzeffekt für Natur und Tourismus, in dem steile Hanglagen und nicht ebene Hochflächen der Nutzung entzogen werden.
Diese Strategie wurde mehrfach verteidigt und schließlich als Grundlage der ministerialen
Vereinbarung anerkannt.
Nochmals allen, die uns dabei unterstützt haben, unseren Dank!

Der Kompromiss am Possen – ein Gewinn?

Zu allererst gilt der Dank unseren Vereinsmitgliedern, Unterstützern, Sympathisanten, Politikern von Kreis, Land und Bund.
Wir, der “e. Verein Kulturwald statt Urwald” respektiert den Kompromiss, 1.000 ha Possenwald und 500 ha Erholungswald stillzulegen. Aber ist es ein Gewinn für unsere Region?
Versuch einer Bilanz.

Kapital: 1.000 ha Waldstilllegung kosten uns 10 Mill. €. 80.000 € bringt die NATURA 2000 Station mit. Zusätzliches Steuergeld (je ha 295,00 € je Jahr) ist notwendig, um Verkehrssicherung und Umweltschutzaufgaben realisieren zu können.

Klima: Jeder Raummeter Schadholz (Totholz) emittiert C02. Im Bauholz, Möbeln usw. bleibt dies u.U. jahrzehntelang gespeichert. Neues Holz kann nachwachsen und somit C02 binden. Die Formel dazu finden Sie auf unserer Homepage:
http://kulturwald-possen.de

Brandschutz: Das Totholz bildet eine erhebliche Brandlast, verstärkt durch Trockenperioden. Ist unsere Feuerwehr dafür gerüstet? Portugal, Spanien, Frankreich und die USA, Kalifornien entfernen nach Brandkatastrophen ihr trockenes Unterholz und verbringen es aus dem Wald.

Arbeitsplätze: Werden neue Arbeitsplätze entstehen, haben diese Tarifbindung? Erst einmal fallen 80 tarifgebundene weg. Kommen jetzt mehr Touristen? Wie viel Geld geben diese pro Tag und Nase in unserer Region aus?
Wer misst das? Nur was ich messe, kann ich verbessern!
Wer ist dafür verantwortlich?

Fairness: Das bei uns nicht geerntete Holz wird importiert, z. T. aus Ländern, in denen unsere Umweltstandards nicht gelten. Lange Transportwege sind die Folge und damit eine schlechte CO2-Bilanz.

Artenschutz: Seit 230 Jahren ist nachweislich im Forst keine Art ausgerottet worden. Ein stillgelegter Buchenwald wird zur Monokultur (Prof. Wittecke, Prof. Ammer beim Vortrag in Sondershausen 2018) und trägt somit zum Artenschwund bei.

Unser Beitrag 2019: Wir als Verein, werden unserer Ansage nachkommen und 2019 weitere Meilensteine aus unserem 12 Punkte-Plan (siehe o.g. Homepage) realisieren.

Kennzahlen zur Flächenstilllegung.

Quellen der Zahlen: Thür. Landtag aus Kleiner Anfrage der Fr. Holbe 2016, Petitionen im Landtag zum Possen, Kuratorium Holzcluster

2500 ha Stilllegung
Abschreibung: 7.400 € / ha Waldbodenfläche x 2 500 ha = 18,5 Mill. € Ernte / Umsatz. 4,4 Mill / a Ertrag / Gewinn. 612 500 € / a (2016) Steueraufkommen 2,0 Mill. / a
Arbeitsplätze: 180

1000 ha Stilllegung

Abschreibung: 7,4 Mill €
Ernte / Umsatz: 1;76 Mill. € / a
Ertrag / Gewinn: 245 000 € geschätzt f. 2017
Steueraufkommen: 800 000 € / a
Arbeitsplätze: 80


Schwerpunkte 2019 sind:

- Weitere Pflege und Entwicklung des Standortes der Mutterblutbuche einschließlich möglicher touristischer Vermarktung und Traditionsentwicklung,

- Planung und Teilrealisierung des Natur-Baumkronenpfades im Abschnitt Göldner Rondel-Bismarckturm,

- Herrichtung sowie Sanierung der historischen Schutzhütte am künftigen Musikwanderweg,

- weitere Betreuung der Seminarfacharbeiten von zwei Schülergruppen des Gymnasiums,

- Fortsetzung der wissenschaftlichen Vorträge und Naturfilme in der Cruciskirche,

- Organisation und Unterstützung von Waldwanderungen mit Jugendlichen, Kindern und Naturfreunden zu verschiedenen Jahreszeiten sowie

- weitere Entwicklung der Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband, Stadtmarketing, den Abgeordneten, der Landrätin, dem Bürgermeister und den Förstern sowie nicht zuletzt dem Erlebnis- und Freizeitpark Possen.

Hierzu bitten wir alle, auch befreundete Vereine und Institutionen, um eine gute Zusammenarbeit, damit wirtschaftliche Nutzung weiter möglich, aber auch Natur und sanfter Tourismus eine verträgliche Symbiose eingehen können.

Der Vorstand
Statt Urwald – Kulturwald Possen und Hainleite e.V.

Autor: khh

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