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Do, 21:32 Uhr
21.02.2019
kn-Forum

Thema Briefkästen und deren Beschriftung

Ist es Aufgabe der Ordnungsbehörde der Stadt, sich für die Zustellung der Post zu sanktionieren? Diese Frage stellt ein Leser im Forum...

In den letzten Tagen erschienen Pressemeldungen wonach sich die Ordnungsbehörde der Stadt um das Anbringen von Hausnummern und die Beschriftung (Namen) der Hausbriefkästen kümmern will. zu gut Deutsch gesagt, man will kontrollieren ob die Hausnummern angebracht und die Briefkästen mit Namen beschriftet sind.

Während man dieses beim Anbringen der Hausnummern noch verstehen kann, ist es völlig unverständlich was die Ordnungsbehörde mit der Beschriftung der Hausbriefkästen zu schaffen hat. Geht es wirklich nur um die Verwarnungen, sprich Bußgelder?

Betrachtet man den Fall ganz unvoreingenommen, dann kommt man unweigerlich zu dem Schluss, die Postbeförderung sprich Einlieferung einer Postsendung, Beförderung und Aushändigung stellt einen Dienstleistungsvertrag zwischen dem Unternehmen Post( wofür die Gebühren kassiert werden) und den Kunden dar. Wenn die Post den Dienstleistungsvertrag nicht erfüllen kann, muss sie sich mit dem Kunden auseinandersetzen. Welche Rolle spielt in dem Prozess die Ordnungsbehörde der Stadt Sondershausen?

Hat man wieder eine Einnahmequelle für Bußgelder entdeckt?
In einer Zeit, wo man sich über Datenschutz unterhält und sogar befürwortet Hausbriefkästen nicht mehr mit Namen zu beschriften, fordert die Stadtverwaltung bei Androhung von Bußgeld, die Beschriftung der Hausbriefkästen in Sondershausen.

Kann es sein, dass die Entwicklung an den Verantwortlichen von Sondershausen vorbeigegangen ist?
Sollte es irgendwelche Satzungen geben, die dieses fordern, sollte sich die Stadtverwaltung schnellstens daran machen, diese der Realität anzupassen.

Wenn es zu viel Bedienstete der Ordnungsbehörde der Stadt Sondershausen gibt, sollte man nicht die Beschriftung der Hausbriefkästen kontrollieren, sondern diese Kräfte zur Durchsetzung der Grundordnung in Sondershausen einsetzen (Hundehinterlassenschaften, Kontrolle der Hundemarken, Verhalten auf öffentlichen Plätzen, Spielplätzen usw., um nur einige zu nennen.)

Viel wichtiger, als das Kümmern um die Hausbriefkästen wäre, wenn sich die Stadtverwaltung stark dafür macht, dass in der Innenstadt von Sondershausen wieder ein benutzbarer Briefkasten vorhanden ist. Seit dem Brand der „ Alten Post“ ist der Briefkasten nicht mehr nutzbar. Man kann außerhalb der Schalterzeiten der Post keinen Brief mehr verschicken.
Aber das ist ein Problem, ohne Ordnungsgeldfälligkeit und daher wahrscheinlich für die Stadtverwaltung uninteressant.

Man sollte nicht immer nur mit Bußgeld drohen, sondern sich besser für die Belange der Bürger einsetzen.
Lassen wir uns überraschen, wie die Glosse Post/ Stadtverwaltung weitergeht.

Rainer Scheerschmidt
Sondershausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

21.02.2019, 21.43 Uhr
tannhäuser | Aber Herr Scheerschmidt...
...es geht doch nicht um die korrekte Zustellung von Liebesbriefen oder SAT-Receivern...

Es ist wieder Wahljahr, die persönlichen Benachrichtigungen müssen ankommen und besonders die Briefwähler erreicht werden, deren Stimmen höchstkorrekt gefäl....Sorry, gewertet werden können

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22.02.2019, 08.44 Uhr
Raisch | Deshalb die Aktivitäten
@tannhäuser,
danke für Ihren Beitrag.
Bei all meinen Betrachtungen hatte ich doch den bereits laufenden Wahlkampf glatt übersehen.
Das kann natürlich ein Grund sein.
Ich dachte, es geht nur um das Bußgeld.
Nein die Ordnungsbehörde hat hehere Ziele, sie unterstützt dei Post, damit die hoffentlich zahlreichen Briefwahlunterlagen auch pünktlich ankommen.
Was stört da schon der Datenschutz? Nein, er interessiert gar nicht.

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23.02.2019, 19.07 Uhr
tannhäuser | Ordnungsbehörde und Stadt..
Bußgelder sind auch im Wahljahr ebenso unvermeidlich wie Steuerbescheide oder Post im gelben Umschlag mit Zustellungsbestätung durch die in den Briefkasten werfende Person.

Ich persönlich möchte nicht, dass die Polizei oder sonstwer vor meiner Tür steht, weil weder ich noch der aufzusuchende Nachbar ein Namensschild an Klingel oder Briefkasten hat.

Den Datenschutz haben doch schon lange andere für uns ad acta gelegt.

Aber davon abgesehen bin ich der Meinung, dass sich die Stadt nicht zum Handlanger der Post machen sollte.

Wenn jemand meint, er möchte kein Namensschild, verzichtet er also auf Wahlbenachrichtigungen, Briefe und kann keine Waren bestellen. Dann sollte er aber auch nicht Nachbarn zur Entgegennahme missbrauchen.

Und wer gesucht und angeschrieben werden muss, den finden die Behörden. Das funktioniert doch bei Kriminellen und Abschiebepflichtigen auch hervorragend. Oder etwa nicht?

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