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Sa, 00:40 Uhr
09.03.2019
Meldungen aus der Region

Petition zu Tempolimit

Der BUND Thüringen unterstützt die Petition der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland für ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen, kn berichtete bereits. Dazu diese Meldung des BUND...

Ein Tempolimit sei ein sofort umsetzbarer und kostengünstiger Beitrag, um die CO2-Emissionen zu senken und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Durch die erhöhte Verkehrssicherheit profitierten vor allem die Autofahrer selbst. Eine Geschwindigkeitsreduzierung hätte laut Umweltbundesamt zudem positive Auswirkungen auf eine flächensparsamere und umweltschonende Trassierung.

„Wir fordern die Bürger in Thüringen auf, die Petition der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland zu unterstützen“, erklärt Rom Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Wir mahnen die Umsetzung eines generellen Tempolimits schon seit Jahren an. Deutschland ist das einzige Land in der Europäischen Union ohne generelles Tempolimit auf Autobahnen. In mehr als der Hälfte der Mitgliedsstaaten gilt ein Tempolimit von 130 km/h. Jetzt wird es für Deutschland Zeit, nachzuziehen.“

Als Begründung führt der Verband vor allem die Einsparung von Treibhausgas-Emissionen an, die angesichts der drohenden Erderwärmung und der prognostizierten Folgen dringend geboten ist. Hoffmann: „Wir in Deutschland sind weit davon entfernt, das selbst gesteckte Klimaziel zu erreichen. Bis zum Jahr 2020 sollten die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent sinken. Die Bundesregierung selbst geht davon aus, dass dies verfehlt wird. Bei einem Tempolimit von 130 km/h kann von mindestens 2 Mio. Tonnen CO2-Einsparung ausgegangen werden. Und das sofort und nahezu kostenlos.“

Ein Tempolimit sorge zudem für einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss, sodass weniger Staus entstehen; auch können Kosten beim Bau von Autobahnen und für deren Unterhalt gespart werden. Es mindert zudem das Lärmaufkommen und den Reifenabrieb. Ein Tempolimit verbessert auch die Verkehrssicherheit spürbar. Ein Zusammenhang mit der Anzahl der Verkehrstoten ist statistisch nachweisbar: 2014 sind auf Strecken mit Tempolimit 15 Prozent weniger Personen bei einem Unfall gestorben; das ergab eine Auswertung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates.

„Als positiv schätzen wir auch die Auswirkungen auf den Flächenverbrauch durch Bau- und Ausbau des deutschen Straßennetzes ein“, so Hoffmann. „Durch das geringere Tempo sinken die Anforderungen an die Sicherheit der Straßenführung, beispielsweise durch Kurvenradien. Neue Trassen wäre so nicht nur wirtschaftlicher planbar, sondern könnten sich auch besser an den natürlichen Geländeverlauf anpassen. Außerdem wären einige Straßenausbaupläne sogar hinfällig. Viele sind nur vorgesehen, weil die Kapazitäten bei Beibehaltung vorhandener Geschwindigkeiten bereits erschöpft sind.“

Die Petition der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland läuft noch bis 03.04.2019 und kann hier unterzeichnet werden: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2019/_01/_09/Petition_89913.nc.html. Das Ziel: 50.000 Unterschriften in 4 Wochen. Dann kommt es zu einer Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages.
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Kommentare

09.03.2019, 14.08 Uhr
Kobold2 | welche Statistik
muß denn hier wieder für den Aktionismus herhalten?
mit ein bissel Realitätssinn kommt man ganz schnell zu einigen Fragen...
Wo darf man noch über 130km/h fahren?
Wo kann man noch über 130Km/h fahren ?
Wie hoch ist der Anteil derer, die dann auch wirklich schneller als 130 km/h fahren?
Da kommt dann eine enttäuschend kleine Zahl heraus.
Was bringt es am Ende wirklich?
Das sind meine täglichen Beobachtungen und dafür brauche ich keine Statistik.
Wenn man hier die angegeben Gründe verwirklichen will muß man ganz anders ansetzen.
Die Attraktivität des Nahverkehrs.
Das Umdenken, sowohl bei den Autobauern, als auch den Kunden. Die Kisten werden seit Jahren immer größer ,schwerer und unhandlicher. Der SUV Wahn nimmt hier Ausmaße an, die beängstigend sind.
wie sagte einmal Rudi M. ..." Wenn's die Deppen kaufen."
Es fehlt die Bereitschaft auch mal zu Strecken zu Fuß, oder mit dem Rad zu erledigen, statt dessen verbringt man lieber Zeit bei der Parkplatzsuche, oder im Stau.
Leider klemmts auch am Radwegeausbau. Dazu könnte sich der BUND auch stärker angagieren.
Als Abhilfe wird uns für die Zukunft das autonome Fahren verkauft. (mit vielen neuen Autos). Dann braucht man nichts mehr zu können und auch nicht mehr nachdenken.
Die Vorstufe haben wir ja schon mit selbstparkenden Autos und andern Entmündigungen.
Immer schön runter mit dem Niveau, dann lässt sich die Masse leichter kontrollieren.
Noch sind wir hier in Nordthüringern vergleichsweise gut dran, mit dem Verkehrswahn, aber der Kurs ist klar erkennbar.

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