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Di, 00:46 Uhr
12.03.2019
Neues aus Sondershausen

Wie entstand der Kyffhäuserkreis

Wo sie nicht alle herkamen, die Zuhörer, die sich gestern einen Vortrag in Sondershausen anhörten: u.a. Bad Frankenhausen, Nordhausen und Sondershausen. Sterne Heimat für Thüringen: Von Schwarzburg- Sondershausen zum Kyffhäuserkreis, unter diesem Thema fand eine Veranstaltung in Sondershausen statt...


Die Begrüßung hatte Daniel Braun übernommen, der die Organisation des Politischen Bildungsforum Thüringen der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert hatte und sich mit der Entstehung von Thüringen, des Kyffhäuserkreises und deren Wappen beschäftigte.

Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich im Bürgersaal des Bürgerzentrums Cruciskirche eingefunden und sie erlebten einen interessanten Abend und erfuhren viel aus der Geschichte der Region, was man sonst nicht mal in der Schule erfuhr, wie ein Bürger in der Diskussion sagte.

Das Impuls Refarat hielt Dr. Steffen Raßloff, Historiker und Publizist aus Erfurt. Man erfuhr, Thüringen ist das Bundesland mit der längsten Vorgeschichte und der Weltkultur. Das Königreich Thüringen war schon mal wesentlich größer, als in den jetzigen Grenzen und es wurde im Jahre 531 in einer Schlacht von den Franken zerschlagen.

Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Danach zerfiel das heute Gebiet von Thüringen in viele Kleinstaaten mit aber einer reichen Kultur, ehe 1920 sich der Freistaat Thüringen gründete, zum dem damals weder Erfurt noch Nordhausen als Beispiel gehörten (zählte zu Preußen). Erst 1990/94 entstand Thüringen in der jetzigen Form und Größe.

Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Allein das zugehörigen Wappen zu finden war ein Problem, wie Dr. Raßloff berichtete. Der Löwe als Zeichen der Fürstentümer sollte es nicht sein aber die sieben Sterne sollten es für die sieben Fürstentümer sein. Das Thüringer Landeswappen änderte sich dann später und enthält nun den gestreiften Löwen der Ludowinger und acht Sterne, die auf die historischen Herrschaftsgebiete des Freistaats verweisen.

Dann ging er auf die Entwicklung des Kyffhäuserkreises ein. Ein Ausgangspunkt war das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen (das Schwarzburger Geschlecht entwickelte sich bereits im 8. Jahrhundert. Später gab es zwei Hauptlinien mit Schwarzburg-Sondershausen (hier gehörte Sondershausen dazu) und Schwarzburg-Rudolstadt (hier gehörte Frankenhausen dazu).

Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
1952 schaffte man das Land Thüringen ab und Bildete die drei Bezirke Erfurt, Gera und Suhl und Artern fiel dem Bezirk Halle zu. Erst die Kreisgebietsreforf 1994 schuf wieder die Kreis in der jetzigen Form bis es noch den Zusammenschluss von Artern und Sondershausen zum Kyffhäuserkreis kam.
Interessant was er zum Wappen des Kreises sagte. Die drei Berge (Wellenlinie) sybolisieren Hainleite, Windleite und Kyffhäuser und der Schwarzburger Löwe trägt das Mansfelder Land und die beiden Linien stellen die Flüße Wipper und Unstrut.
Abschließend sagte Dr. Raßloff, Thüringen sollte in seiner Kreisstruktur erhalten werden und sagte nochmals, die Gebietsreformen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen hätten nicht die Einsparungen gebracht, die man sich erwartet hatte.

Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Danach referierte Stefan Schard, Fachbereichsleiter Zentrale Verwaltung der Stadt Sondershausen, zum Thema Heimat. Was macht Heimat aus? Das müsse jeder mit sich ausmachen, so Schard, denn eine wirkliche schlüssige Definition gibt es nicht wirklich. Heimat ist aber mit der Örtlichkeit verbunden.

Gemeinden und Ort sich Stifter der Identität. Er sagte klar, bloß gut, dass die Gebietsreform noch nicht gekommen ist. Die Auswirkungen der Gebietsreform auf das Engagement wurde noch nie groß ins Kalkül gezogen.

Zum Thema noch größere Kreise sagte er, die Politiker verlieren einfach die Kontakte zur Bevölkerung. Es ist ja schon schwierig von einem Ende zum anderen Ende des Kyffhäuserkreises zu kommen. Probleme mit der Identität der Menschen mit der Region gibt es erst recht bei Zwangsfusionen, so Schard, räumte aber auch ein, Heimatgefühl kann man nicht messen.

In der anschließenden munteren Diskussion zeigte sich auch, wie weit die Meinungen auseinanderliegen. Ein Bürger sagte, die Landkreises seien reine Verwaltungsstrukturen, hätten aber nichts mit der Identität der Bürger mit der Region zu tun.

Auf die Frage eines Bürgers, ob die Kreisgebietsreform endgültig vom Tisch sei, sagte Schard, dass glaube er nicht, RRG hätte wohl eher wegen der anstehenden Wahlen das Thema abgelegt, aber wahrscheinlich nicht abgehakt.

Hier gab es natürlich auch die absolut gegenteilige Meinung, denn Dr. Raßloff verwies auf den Eichsfeldkreis, der traditionell eine starke Bindung hat und man sich dort in breiter Front gegen die Kreisgebietsreform gekämpft hatte.
Heimat und Identität mit der Region, ein Thema worüber man sich trefflich streiten kann und wohl doch nicht immer zu einem Konsens kommt.

Aber es war ein unterhaltsamer Abend.
Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Wie entstand der Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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