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Di, 13:28 Uhr
09.04.2019
IG Bauen-Agrar-Umwelt

Millionen gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Endlich wieder ein richtiger Job: Im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit bekommt der Kyffhäuserkreis zusätzliche 5,9 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt. Damit werden bis zum Jahr 2022 insbesondere Lohnzuschüsse für Unternehmen bezahlt, die Langzeitarbeitslose regulär anstellen. Das teilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt mit...

Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen aus dem Bundesarbeitsministerium. Demnach erhalten die Jobcenter in ganz Thüringen im Rahmen des „Teilhabechancengesetzes“ 118 Millionen Euro zur Förderung von Langzeitarbeitslosen.
Der stellvertretende IG BAU-Bezirksvorsitzende Harald Buntfuß spricht von einem überfälligen „Kraftakt am Arbeitsmarkt“.

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Die Bundesmittel könnten dafür sorgen, einen großen Teil der Menschen, die oft seit Jahren ohne Job sind, in „Lohn und Brot“ zu bringen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es im Kyffhäuserkreis aktuell rund 1.310 Langzeitarbeitslose. Ihre Zahl ging zwar in den vergangenen zehn Jahren um 62 Prozent zurück – „ist aber mit Blick auf die gute Lage am Arbeitsmarkt immer noch viel zu hoch“, so die IG BAU.

Die Gewerkschaft begrüßt insbesondere, dass sich die Zuschüsse an Tariflöhnen statt nur am Mindestlohn orientieren. „Langzeitarbeitslose werden nicht als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt. Wenn im Betrieb ein Tarifvertrag gilt, dann werden auch sie nach Tarif bezahlt und nicht mit dem Mindestlohn von aktuell 9,19 Euro pro Stunde abgespeist“, betont Buntfuß. Ein drängendes Problem in Branchen, die von körperlich harter Arbeit geprägt sind, bleibe aber weiter ungelöst: In der Langzeitarbeitslosigkeit landen nach Beobachtung der IG BAU auch viele Beschäftigte, die zu krank für eine vollschichtige Arbeit, zu gesund für die Erwerbsminderungsrente oder zu jung für die Altersrente sind.

Es sei nicht einzusehen, warum langjährig Beschäftigte mit körperlichen Einschränkungen erst in die Arbeitslosigkeit gehen müssten, bevor der Staat Lohnkostenzuschüsse gewähre, so Buntfuß. „Besser wäre es, ihre Kompetenz im Betrieb zu halten und die Einsatzmöglichkeiten im Betrieb flexibel zu fördern. Eine passende Lösung ist das von der IG BAU vorgeschlagene Altersflexi-Geld, das jetzt schnell angepackt werden muss.“

Um Langzeitarbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen, sei es zudem nötig, deutlich mehr für die Qualifizierung zu tun, so der Gewerkschafter. „Wer seit Jahren arbeitslos ist, muss erst einmal fit gemacht werden, um im Arbeitsalltag klarzukommen. Dabei ist die technische Entwicklung rasant. Auf dem Bau waren Smartphones und Tablets noch vor ein paar Jahren eine Seltenheit – heute ist der souveräne Umgang damit häufig ein Muss.“

Das seit Januar geltende Teilhabechancengesetz sieht Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose für die Dauer von bis zu fünf Jahren vor. Für Menschen, die mehr als sechs Jahre lang arbeitslos waren, übernimmt das Jobcenter die Lohnkosten über drei Jahre voll. Bei Arbeitslosen, die mindestens zwei Jahre ohne Job waren, liegt der Zuschuss für Unternehmen bei 75 Prozent im ersten und 50 Prozent im zweiten Jahr. Weitere Infos gibt es im Netz auf der Seite des Bundesarbeitsministeriums: www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Sozialer-Arbeitsmarkt/sozialer-arbeitsmarkt
Autor: red

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Kommentare
geloescht.20250302
09.04.2019, 14:17 Uhr
Toll angelegt!
Wenn das Geld wirklich für die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen mit deutschem Pass (Ohne doppelte Staatsbürgerschaft!) verwendet wird, die KEINE Sprachkurse brauchen, unverschuldet und durch Einreise ohne Sozialsystem rutschten oder bei Nacht und Nebel Besuch von Abschiebebeamten zu erwarten haben!
Oktobersonne
09.04.2019, 14:46 Uhr
Fein daß der Staat nun die Unternehmer bezahlt.
Wie nennt sich das? Hyperkapitalismus? Ich finde für so etwas keine Worte mehr.

"Der Staat" ist natürlich in dem Fall wie so meist, der Steuerzahler. Der Steuerzahler bezahlt also die Unternehmer.

Klassisch ist auch, daß die Gewerkschaften dem als Handlanger der Wirtschaft freudigst zustimmen. Gewerkschaften sind heutzutage für die Tonne. Leider findet man auch in den Medien keinerlei kritisches Wort mehr für solch ein Vorgehen.

Nicht, daß ich Langzeitarbeitslosen keine Arbeit gönnen würde. Nur muß man, was die Wirtschaft angeht, völlig umdenken; es wird immer weniger Arbeit geben, und die muß auf mehr Menschen verteilt werden, das wäre der richtige Weg. Statt dessen betet man zur Ikone der Vollbeschäftigung, garniert mit Arbeitslosenzahlen, die offensichtlich geschönt sind. So kommt man aber tragbaren Lösungen keinen Schritt näher.
geloescht.20250302
09.04.2019, 15:10 Uhr
Liebe Oktobersonne!
Sie haben natürlich Recht!

Die Firmenchefs pfeifen normalerweise auf diese Zuschüsse zur langfristigen Einstellung älterer Arbeitnehmer genauso wie seit Jahrzehnten auf Förderinstrumente für Schwerbehinderte.

Ich frage mich einfach nur, wieso ist plötzlich wieder soviel Geld da, welches vorher in der Verwaltung der Arbeitslosen in sinnlosen Massnahmen oder Personalkosten der Arbeitsagentur versickerte und teilweise wieder an das Arbeitsministerium zurückgereicht oder gar nicht abgerufen wurde?

Und wenn Sie hier länger mitlesen...Ich habe schon lange den monatlichen Froböse-Report angezweifelt, aber keine Lust mehr, von Kommentatoren, die scheinbar in diesem Verschönerungsssystem beruflich involviert sind, dafür angegiftet zu werden.

Ich schiebe die sprudelnden Geldquellen auf Wahlkampf ebenso wie verteilte Schecks aus Lottomitteln und die Tatsache, dass angepriesene ausländische Fachkräfte doch bitte den schon länger hier Lebenden nicht als Antragsteller auf den Fluren und Wartezimmern der Arbeitsagentur begegnen sollten
Oktobersonne
09.04.2019, 15:37 Uhr
Zusammenhang sprudelnde Gelder und Wahlkampf
Sie haben vermutlich Recht, @tannhäuser. Das ist der Zusammenhang.

Ich lese in der Tat hier schon länger mit, mir waren die weltfremden Jubelkommentare der jeweiligen Schreiber bezüglich der Arbeitsmarktsituation/Wirtschaftslage bereits aufgefallen.
Da ich andere Zahlen kenne aus anderen Medien. Denen ich auch mehr glaube. Zumindest deshalb,weil hier es hier eine Interessenverquickung zu geben scheint zwischen Medienkommentatoren und Wirtschaft, um alles so weiter laufen zu lassen, wie es derzeit ist.

Der Deutsche muß halt ausgequetscht werden bis zum bitteren Ende. Damit das weiterhin funktionieren kann, gibt es eben solche die meisten Menschen beruhigende Meldungen.
geloescht.20250302
09.04.2019, 17:24 Uhr
Nochmal ich!
Hier in KN kann man glücklicherweise eher entspannter diskutieren, ohne jedesmal bei gewissen Themen gleich einen "Shitstorm" zu ernten.

Das gleiche Thema gibt's auch in der NNZ, da geht's um Zuschüsse für Nordhausen. Ich denke, wir 2 Hübschen würden da innerhalb 24 Stunden jeweils mindestens ein halbes Dutzend "Daumen runter" kassieren.

Ich vermute, wir lesen ähnliche "andere" Medien, Oktobersonne. Das machen viel mehr Menschen als nach der öffentlichen Wahrnehmung zu vermuten ist.

Aber manch einer, der eine gewisse Tageszeitung gekündigt hat und im Internet unterwegs ist, muss darauf hingewiesen werden, was er da mit etwas Recherche an Informationen finden könnte.

Und damit meine ich nicht das, was jeder intelligente Mensch selbst als Lüge oder Hetze enttarnen könnte.
Oktobersonne
10.04.2019, 10:07 Uhr
Ich würde mir wünschen
daß Menschen, die ebenfalls andere Medien konsumieren, sich hier beteiligen damit nicht der Eindruck entsteht, daß hier nur "Menschen von Vorgestern" (mir fällt grad keine bessere Beschreibung ein) wohnen.
Meinungsvielfalt ist doch was Schönes und sie sollte auch öffentlich Ausdruck finden.
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