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14.05.2019
Meldungen aus der Region

Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus

Am gestrigen Abend erfolgte im Festsaal von Schloss Bad Frankenhausen der Auftakt eines deutschlandweiten Projektes zum Schutz der Mopsfledermaus...

Am Abend überreichten Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Dr. Hans-Jürgen Schäfer, Abteilungsleiter im Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz des Freistaates Thüringen, sowie weitere Geldgeber Fördermittelbescheide in Höhe von insgesamt 5.037.610 Euro für das Verbundprojekt „Schutz und Förderung der Mopsfledermaus in Deutschland“. Empfänger der Fördermittel sind die Projektpartner Stiftung FLEDERMAUS, Naturstiftung David, NABU Baden-Württemberg, NABU Niedersachsen und die Universität Greifswald. Rund 700.000 Euro stammen davon von den teilnehmenden Bundesländern...


Neben BfN-Präsidentin Beate Jessel und in Vertretung von Umweltministerin Anja Siegesmund; Dr. Schäfer, waren Antje Hochwind-Schneider (SPD), Landrätin des Kyffhäuserkreises, Matthias Strejc (SPD), Bürgermeister der Stadt Bad Frankenhausen, Georg Schlapp, Vorstand Bayerischer Naturschutzfonds, Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer Deutsche Wildtier Stiftung, Alexandra Nordmann, Regierungspräsidium Kassel und Markus Melber, Geschäftsführer Stiftung FLEDERMAUS unter den Ehrengästen und hielten Grußworte.


Nach der Begrüßung durch den Moderator Adrian Johst Geschäftsführer der Naturstiftung David, ergriff Matthias Strjc als Gastgeber das Wort. Strejc verwies darauf, das gerade in der Stadt Bad Frankenhausen viel zum Thema Fledermaus getan wird, so die Nacht der Fledermaus und die ständige Ausstellung zum Thema Fledermaus im Regionalmuseum.

Strejc dankte besonders Wolfgang Sauerbier (2. Bild Bildergalerie) der viel durch seine Tätigkeit für die Fledermaus und deren Bekanntheitsgrad getan hat. Den versammelten Fledermausexperten aus mehreren Bundesländern stellte er kurz die Stadt mit ihren Höhepunkten Schiefer Turm und Solewasser-Vitalpark vor.

Hochwind-Schneider verwies auf ein weiteres Großprojekt, dass im Kreis läuft, das Großprojekt Hohe Schrecke, zusammen mit der Naturstiftung David. Im Kreis wurde schon viel für eine weitere Fledermausart getan, der kleinen Hufeisennase. Hier ging ebenfalls der Dank an Wolfgang Sauerbier.


Dann ergriff Beate Jessel zum Hauptvortrag das Wort. Die sehr selten gewordene Mopsfledermaus sei ein Waldfledermaus und brauche alte Bäume. Die Mopsfledermaus steht in Deutschland auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Das europäische Hauptverbreitungszentrum sei in Thüringen, deshalb die hohe Verantwortung für den Erhalt der Art. Und Thüringen leistet viel dazu.

Ein wichtiger Punkt zum Erhalt alter Wälder sei, dass 5 Prozent der Forstflächen aus der Nutzung genommen werden.

Zu den Themen des Projekts sagte sie, wichtig sei zu wissen, wie sehen die verbleibenden Verbreitungsgebiete aus. Teil sehr gefährdete Verbreitungsgebiete liegen in Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen, deshalb sind diese Länder in dem Studienprojekt das über sechs Jahre gehen sollen eingebunden und stellen auch Mittel bereit.

In diesen Bundesländern sollen dann besonders die Waldbesitzer informiert und in die Schutzmaßnahmen für die Mopsfledermaus eingebunden werden. Geplant ist die Erstllung eines Handbuchs für den Schutz. Wichtig sei auch, die Information für die Bevölkerung.

Dr. Schäfer überbrachte die Grüße der Umweltministerin Thüringens, die kurzfristig wegen eines anderen Termins absagen musste. Dr. Schäfer bezeichnete die rund fünf Millionen Euro als gut investiertes Geld. In Thüringen gäbe es 20 Fledermausarten. Durch Schutzmaßnahmen sei bei sieben Arten ein positiver Trend zu erkennen.


Am 24. Juni soll auf dem Possen die 12 Natura 2000 Station Thüringens offiziell ihren Betrieb aufnehmen. In diesem Zusammenhang betonte Dr. Schäfer nochmals, wie wichtig es sei, Wälder aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen.

Georg Schlapp verwies auf ein anderes Problem. Fledermäuse seien besonders auf Insekten angewiesen. Der Insektenrückgang trifft besonders auch die Fledermäuse. Positiv zu werten sei, dass das Probleminsektenrückgang beeits bei der Bevölkerung angekommen sei.

Hilmar Freiherr von Münchhausen machte in seinen Grußworten auf ein anderes Problem aufmerksam. Windparks in Wälder zu bringen sei besonders für die Fledermäuse problematisch. Das Projekt sei super, deshalb wolle die Stiftung das Projekt unterstützen.

Alexandra Nordmann bestätigte, dass auch die Mopsfledermaus in Hessen stark gefähreist.
Abschließend informierte Markus Melber, Geschäftsführer Stiftung FLEDERMAUS, dass nach der Projektlaufphase von sechs Jahren die Ergebnisse in einer internationalen Abschlusstagung vorgestellt werden sollen.

Im Anschluss nach dem feierlichen Auftakt fand ab 20 Uhr auf der Unteren Sachsenburg eine Abendexkursion mit Netzfang und Beobachtung von Mopsfledermäusen statt.


Ein Archivbild von Wolfgang Sauerbier zeigt eine Mopsfledermaus.

Morgen beginnen bereits mit den Experten die ersten begleitenden Untersuchungen im Rahmen des Projekts.
Mit einem Workshop hatte man bereits am Montagvormittag in Bad Frankenhausen erste Gespräche geführt.

Hintergrund

Die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) wurde im Rahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung als „Verantwortungsart“ eingestuft, d.h., aufgrund ihres Verbreitungsschwerpunktes in der Bundesrepublik trägt Deutschland eine zentrale Verantwortung für den Erhalt dieser Fledermausart. Bundesweit zählt sie außerdem zu den stark gefährdeten bzw. vom Aussterben bedrohten Arten. Mit dem Ziel, die Verbreitung der Art bundesweit zu analysieren und in ausgewählten Modellregionen konkrete Schutzmaßnahmen umzusetzen, haben sich die Stiftung FLEDERMAUS, die Naturstiftung David, die NABU Landesverbände Baden-Württemberg und Niedersachsen sowie die Universität Greifswald in einem Verbundprojekt zusammengeschlossen.

Das Vorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms zur Biologischen Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie weiteren Partnern auf Länderebene gefördert.
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mittel zum Schutz der Mopsfledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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