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Fr, 17:31 Uhr
24.05.2019
Neues aus Roßleben

Abschlussfest in der Kita Sonnenschein

In Bottendorf fand heute ein Projekt seinen Abschluss...

Unter dem Motto „Die Kleinen stark machen“ führte die IKK classic seit September 2018 in der Kita „Sonnenschein“ in Bottendorf ihr Ernährungsprojekt durch. In den vergangenen neun Monaten war IKK-Ernährungsexpertin Jana Zumpfe regelmäßig zu Gast und hat mit den Kindern gekocht, gebacken und natürlich viel probiert. In den zehn Projekteinheiten lernten die Kinder gesunde Lebensmittel nicht nur theoretisch sondern vor allem auch praktisch kennen.

Abschlussfest in der Kita Sonnenschein (Foto: IKK classic) Abschlussfest in der Kita Sonnenschein (Foto: IKK classic)

Ernährungserziehung die Spaß macht und lecker ist. Im IKK-Ernährungsprojekt „Die Kleinen stark machen“ lernen Kinder spielerisch, wo das Essen herkommt, wie es zubereitet wird und natürlich wie es schmeckt. Foto: IKK classic


Hintergrund:

Bereits im Kindesalter wird das Essverhalten genauso erlernt, wie die Wahrnehmung von Hunger- und Sättigungssignalen oder etwa die Lieblingsspeisen. Erfolgreich kann Ernährungserziehung aber nur dann sein, wenn die Kinder selbst das nötige Wissen über die verschiedenen Nahrungsmittel haben und eigenständig entscheiden können.

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Mit ihrem Ernährungsprojekt möchte die IKK classic das frühkindliche Essverhalten präventiv fördern und dadurch das Bewusstsein der Kinder für natürliche, gesunde und qualitativ hochwertige Ernährung stärken. Spielerisch lernen Kinder wo das Essen herkommt, wie es behandelt und zubereitet wird und natürlich wie es schmeckt. Das Projekt wird von einer Ernährungsfachkraft der IKK classic durchgeführt, besteht aus zehn Modulen, einem Elternabend sowie einer Schulung für die Erzieherinnen der Kita.

Abschlussfest in der Kita Sonnenschein (Foto: IKK classic) Abschlussfest in der Kita Sonnenschein (Foto: IKK classic)

IKK-Ernährungsexpertin Jana Zumpfe führt seit vielen Jahren Ernährungsprojekte in Kitas durch. Foto: IKK classic

Fragen an Jana Zumpfe

Was Kinder gern essen hängt vom Angebot und der Gewohnheit ab

Die studierte Ernährungswissenschaftlerin Jana Zumpfe aus Kölleda führt seit Jahren für die IKK classic Ernährungsprojekte in Kindertagesstätten durch. Wir sprachen mit ihr über den Sinn und die Notwendigkeit von Ernährungserziehung im Kindergartenalter.


Überall ist zu lesen, dass der Anteil übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Wie haben sich die Ernährungsgewohnheiten von Kindern in den letzten Jahren verändert?

Tatsächlich ist das Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ein im größer werdendes Problem. In Deutschland gelten etwa 20 Prozent der Kinder als übergewichtig – Tendenz steigend.
Die veränderten Ernährungsgewohnheiten von Kindern sind eine Antwort auf veränderte Situationen in der Familienernährung sowie unserer unmittelbaren Umwelt. Für die Nahrungszubereitung sowie für gemeinsame Mahlzeiten bleibt nur noch wenig Zeit. Unsere Nahrung besteht mehr und mehr aus fettreichen Fast Food-, Fleisch- und Fertigprodukten, deren Herkunft und Produktionsweisen Kindern und Jugendlichen zunehmend unbekannt sind. Sie essen zu viel an Süßigkeiten und wählen energiereiche, gezuckerte Erfrischungs-getränke. Sie wissen kaum noch, wo Butter, Milch und Brot herkommen. Nudeln oder Pommes frites werden nicht mehr mit Getreide und Kartoffeln in Verbindung gebracht. Viele Kinder lernen von ihren meist berufstätigen Eltern nicht mehr selbst zu kochen, was sich dann wiederum im Erwachsenenalter in einem verstärkten Konsum von Fast Food und Fertigprodukten äußern kann.

Warum ist Ernährungserziehung gerade im Kindergartenalter sinnvoll und wichtig?
Kinder im Kindergartenalter sind experimentierfreudig und wollen die Welt entdecken. Dazu gehört auch das Kennenlernen neuer Geschmackserfahrungen, wozu kleine Kinder besonders offen sind. Somit kann man gerade in dieser Zeit die Akzeptanz vor allem für gesunde Lebensmittel, wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte fördern. Im frühen Kindesalter geprägte Geschmackspräferenzen werden bis ins Erwachsenenalter mitgenommen.

Aber es gibt durchaus auch Phasen, in denen neue Speisen strikt abgelehnt werden. Ein mehrmaliges Anbieten hilft, mit neuen Lebensmitteln und Speisen vertraut zu werden. Was Kinder mögen, hängt vom Angebot bzw. der Gewohnheit ab.

Als Ernährungsfachkraft der IKK classic begleiten Sie seit Jahren das Ernährungsprojekt „Die Kleinen stark machen“ in Kindergärten. Wie sieht ein Projekttag aus?
Ein Projekttag im Kindergarten umfasst einen gesamten Vormittag. Wir setzten uns gemütlich zusammen, wiederholen das bereits gelernte, die Kinder haben Zeit, Fragen zu stellen und Erfahrungen und Erlebnisse zu erzählen. Hausaufgaben vom vorhergegangenen Projekttag werden angeschaut und im Projekthefter ergänzt.

An jedem Projekttag wird ein neues Ernährungsthema mit den Kindern spielerisch erarbeitet. Je nach Thema werden z.B. Geschichten erzählt, die Kinder bauen die Ernährungspyramide auf, bestücken den Obst und Gemüsegarten, wir stellen eine Zuckerausstellung her oder machen selbst Butter. Anhand von Hördosen, Fühlboxen oder verschiedenen Gewürzen können die Kinder ihre Sinne testen.
Im zweiten, praktischen Teil werden die von den Kindern selbst mitgebrachten Lebensmittel gemeinsam verarbeitet. Dabei lernen die Kinder mit verschiedenen Küchengeräten, z.B. der Zitronenpresse, dem Mixer, dem Handrührgerät, dem Melonenkugler, verschiedenen Ausstechern und nicht zuletzt mit dem Messer umzugehen. Es entstehen an unseren Projekttagen leckere Obstspieße, lustige Gemüsegesichter, Vollkorntürmchen, Gemüseschiffchen, Obstigel, Milchshakes, Fruchtjoghurts, Vollkornwaffeln oder Fruchtbowle.
Nach getaner Arbeit wird zusammen aufgeräumt, der Tisch einladend gedeckt und gemeinsam gegessen. Zur Vertiefung des Gelernten bekommen die Kinder kleine Hausaufgaben und natürlich die Rezepte mit nach Hause.


Wie verändert sich das Bewusstsein der Kinder für Ernährung im Laufe eines Projektes.
Der praktische Umgang mit Lebensmitteln, die kleinen Wissensspiele und das Probieren neuer Speisen lässt die Kinder bewusster mit dem Thema „Essen und Trinken“ umgehen. Sie lernen, was in unserer Nahrung steckt und begreifen eher, wie sich eine ausgewogene Ernährung zusammensetzt.
Durch das stetige Wiederholen im Laufe des Projektes wird das Wissen gefestigt. Durch die Hausaufgaben, Elternbriefe, Aushänge und das gemeinsame Abschlussfest wird dieses Wissen mit ins Elternhaus getragen und im günstigsten Fall dort weiter gelebt.

Was können Eltern zu Hause tun, um ihre Kinder für gesunde Ernährung zu begeistern?
Das Elternhaus ist der wesentliche Ort, an dem Kinder ihre Essgewohnheiten entwickeln. Über die Verfügbarkeit von Speisen, das Mithelfen beim Zubereiten und Kochen, die Atmosphäre bei gemeinsamen Mahlzeiten und durch das Beobachtungslernen von Vorbildern wird kindliches Essverhalten geprägt.

Dabei können Eltern einiges tun, um ihre Kinder für gesunde Ernährung zu begeistern:
- Die Kinder aktiv in die Auswahl und Zubereitung der Speisen mit einbeziehen, z.B. gemeinsames Einkaufen, Waschen von Obst und Gemüse, Kleinschneiden von Bananen und anderen weichen Zutaten, Bestreichen und Dekorieren von Broten, Umrühren von Salatsoßen und Quarkspeisen usw.
- Mahlzeiten sollten in einer angenehmen Atmosphäre stattfinden. Kinder können beim Eindecken und Dekorieren des Tisches behilflich sein.

- Eltern aber auch größere Geschwister sind Vorbilder beim Essen. Gemeinsam können neue Lebensmittel ausprobiert werden.

- Speisen kindgerecht anbieten, z.B. Obst und Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden; farbenfrohes Geschirr verwenden. Ein Strohhalm im Glas macht das Trinken viel interessanter.

- Kinder so früh wie möglich an die natürliche Geschmacksvielfalt der Lebensmittel gewöhnen. Dabei kann eine anfängliche Ablehnung neuer Lebensmittel normal sein. Durch wiederholtes Anbieten lässt sich die Akzeptanz steigern.

- bestimmte Lebensmittel, wie z.B. Süßwaren nicht verbieten. Das erhöht nur deren Attraktivität. Süßwaren nicht als Belohnung einsetzen.

- Kinder sollten selbst entscheiden dürfen, wie viel sie von einem ausgewogenen Nahrungsangebot essen und sich dabei nach ihren Hunger- und Sättigungsgefühl richten.
Autor: khh

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