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Mo, 18:52 Uhr
03.06.2019
Kulturszene aktuell

Konzert der GOOD LOVELIES

Rezension zum Konzert von den GOOD LOVELIES aus Kanada am 31.5. in der Eingangshalle des Panorama Museums...

Am vergangenen Freitagabend (31. Mai) bot die Eingangshalle des Panorama Museums einen ungewohnten Anblick. Mehr als 170 Gäste drängten sich dort zum Konzert der GOOD LOVELIES aus Kanada, die dieses Mal nicht nur MJ Dandeneau – ihre Tourmanagerin und Bassistin -, sondern auch ihren Schlagzeuger Michael Belyea mitgebracht hatten.

Mit fünf Musikern wurde die größte Bühnenvariante erforderlich, was wiederum Einbußen an Platz für das Publikum zur Folge hatte. Zwangsläufig waren damit die Kapazitätsgrenzen erreicht und es passierte, was noch nie vorgekommen ist, weitere Besucher konnten nicht mehr eingelassen werden. Gut beraten war der gewesen, der sich bereits im Vorfeld die Karten im Vorverkauf gesichert hatte oder sich welche telefonisch reservieren lassen hatte und dann auch pünktlich gegen 19:30 Uhr erschienen ist, um sie abzuholen. Zirka 20 Musikfreunde mussten wieder heimgeschickt werden.

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Schon im Vorfeld zeichnete sich eine ungewöhnliche Nachfrage für dieses Konzert ab, so waren bereits Freitagmittag mehr als 100 Karten verkauft gewesen. Verantwortlich dafür waren zuallererst die Musikerinnen, die nun zum dritten Mal im Panorama Museum gastierten und sich somit einen echten Fankreis auch hier in Thüringen erspielt haben. Einige Gäste waren zu diesem Konzert wirklich weit angereist, so gab es Reservierungswünsche nicht nur aus Sangerhausen oder Nordhausen, sogar aus Schneeberg, Görlitz, Verden und Hannover kamen Fans der Band.

Konzert der GOOD LOVELIES (Foto: Fred Böhme) Konzert der GOOD LOVELIES (Foto: Fred Böhme)

Doch noch etwas war anders als bei ihren früheren Konzerten. Sie hatten ihre kanadischen Musikerfreunde, das Duo Leaf Rapids, Keri und Devin Latimer mitgebracht gehabt, die einen sehr atmosphärischen, traditionell countrygefärbten, zwanzigminütigen Auftakt für das Konzert präsentierten, und die GOOD LOVELIES wollten dieses Mal alles richtig machen, sie wollten definitiv den Sound ihrer letzten CD-Veröffentlichungen und brachten deshalb ihren fingerflinken Tontechniker mit, der am Mischpult ziemlich gekonnt agierte.

Beim Support erwies sich Keri Latimer als Interpretin eindringlicher Songs, wobei sie sich auf der akustischen Gitarre sparsam begleitete, dabei den Looper mit den Füßen traktierte und mit einem geradezu magischen elektronischen Instrument seltsame Sounds erzeugte. Ihr Mann war der Bassist und Stompbox-Interpret und stimmte mitunter in den Gesang mit ein. Die beiden boten einen erstaunlichen Auftakt, weshalb mich ein paar Musikfreunde fragten, wann die beiden mal wieder hier auftreten werden.

Konzert der GOOD LOVELIES (Foto: Fred Böhme) Konzert der GOOD LOVELIES (Foto: Fred Böhme)

Als dann gegen Halbneun die GOOD LOVELIES die Bühne betraten, gab es bereits jede Menge Applaus. In gewohnter Weise wickelten Kerry Ough (Gesang, diverse Keyboards, Banjo), Susan Passmore (Gesang, akustische Gitarre, Perkussion, und Keyboard) und Caroline Brooks (Gesang, E-Gitarre und akustische Gitarre) nicht nur mit kleinen Witzeleien sondern vor allem durch ihren Satzgesang das Publikum um den Finger. Im ersten Set dominierten vor allem neuere Nummern ihrer letzten beiden CDs, die allerdings poporientierter, radiotauglicher, damit auch austauschbarer klangen. Begeisterung kam beim Pubklikum so richtig erst bei ihren Acapella-Einlagen und den virtuosen Gesangsstücken früherer CDs auf, die traditioneller und in den Arrangements reduzierter waren.

Das war dann die erwartete Charmeoffensive gewesen, mit der sie sich in die Herzen des hiesigen Publikums gesungen haben. Der Nummer-1-Hit in Kanada ist jedoch „I See Gold“, eine dieser Popnummern ihrer aktuellen CD „Shapeshifters“. Musikalisch perfekt, nicht unbedingt virtuos, eher schon reduzierter begleitete sich das Trio auf ihren Instrumenten, begleitet von ihrem überragenden Drummer Michael Belyea und einer mehr als nur solide am Bass agierenden MJ Dandeneau. Was ihr Konzert auszeichnete, war, dass es recht abwechslungsreich war, manche ihrer Nummern durchaus prägnante Melodien aufwiesen, sie echte Entertainer auf der Bühne sind, die wissen, wie sie das Publikum über alle Sprachbarrieren hinweg mit Witz und Charme für sich gewinnt und natürlich ihr überragender Satzgesang.
Konzert der GOOD LOVELIES (Foto: Fred Böhme)
Konzert der GOOD LOVELIES (Foto: Fred Böhme)

In den neueren Popnummern mit ihren aufwendigen, dichten und sicher perfekten musikalischen Arrangements tritt dieser leider etwas in den Hintergrund, was zusammen mit den halligen Effekten ihren Songs die Direktheit, Frische und Unmittelbarkeit nimmt. Und das finde ich schade. Da wünschte man sich die ohne viel technischen Schnickschnack losträllernden Mädels zurück, die einfach aus Freude am gemeinsamen Singen und dem Zusammenklang ihrer Stimmen musizierten.
Trotzdem hatten sie es auch dieses Mal wieder geschafft gehabt, ihr Publikum zu fesseln und zu begeistern. Erst nach mehreren Zugaben ließen die begeisterten Zuhörer sie das Konzert beenden.
Allerdings fragte einer der Gäste nach dem Konzert ganz gezielt nach CDs, die weniger poppig seien.


Text und Fotos: Fred Böhme / Archiv
Panorama Museum Bad Frankenhausen
Autor: kn

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