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So, 16:05 Uhr
16.06.2019
Kulturszene aktuell

Rezension zum Konzert

Guadalupe Mediavilla und ihrer mexikanischen Band waren am Freitag in der Eingangshalle des Panorama Museums Bad Frankenhausen und von Fred Böhme erfahren wir, wie es war....

Virtuos, temperamentvoll und voller Musizierlust…
präsentierten sich am Freitagabend GUADALUPE MEDIAVILLA, die argentinische Songschreiberin, Sängerin und Akkordeonistin und ihre mexikanische Virtuosen-Kapelle. Und letzteres ist wahrlich nicht übertrieben, zeigten ihre Mitmusiker doch wiederholt ihr instrumentales Können in jazzinspirierten, mitreißenden Soli.

Rezension zum Konzert (Foto: Fred Böhme) Rezension zum Konzert (Foto: Fred Böhme)

Mit dabei waren dieses Mal der schüchterne Bassist Málik Peña, der erst ein bisschen Zeit zum Auftauen brauchte, Jovan Guerra, der temperamentvoll das Cajon und die Percussions traktierte, der wie gewohnt die Stücke vorantreibende Rhythmusgitarrist Rob Cavazzini, der ein paar schöne fingerflinke Soli zelebrierte und der großartig aufspielende Saxophonist Pavel Lopez. Rob gestand mir nach ihrem ersten Set, dass die Band ein Jahr lang nicht zusammen mit Guadalupe musiziert hätten und sich erst auf der Tournee zusammenfinden musste.

Das allerdings war wenig spürbar.
Im ersten, sehr abwechslungsreichen Set präsentierte die Band vor allem Stücke von ihrer letztjährigen CD „Selvadentro“. Schon im Auftaktstück „Reite de vos mismo“ waren bereits alle Zutaten ihrer Musik enthalten gewesen:

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Erst ein Akkordeon-Auftakt, melancholisch, fast an französische Musette-Musik erinnernd und dann fällt die gesamte Band mit ein, das treibende Cajon-Trommeln, dazu die nicht weniger vorpreschende Rhythmusgitarre, wie man sie aus Gipsy-Jazz-Nummern der 30er von Django Reinhardt kennt und der im Hintergrund grummelnde Bass. Getrieben von der Band beginnt Guadalupe zu singen, dann folgt ein Saxophon-Solo, als nächstes ein finger-brecherisches von Rob auf der Gitarre, wie es allen Flamenco-Virtuosen Ehre gemacht hätte und dann wieder die ganze Band, die zum Ende hin in einen stampfenden Marschrhythmus fällt, als wolle sie jedes gesungene Wort Guadalupes zusätzlich wichten. Es folgt begeisterter Applaus.
Rezension zum Konzert (Foto: Fred Böhme)
Rezension zum Konzert (Foto: Fred Böhme)

Der Band gelang es sehr früh, ihr Publikum zu packen. Ihre neue CD ist weitaus abwechslungsreicher als der Vorgänger, auf dem die schnellen, treibenden Balkan-Gipsy-Kleszmer-Mariachi-Nummern dominierten, nur unterbrochen von einem einzigen wunderschönen Bossa-Stück. Hier nun sind sie in den Tempi variantenreicher und auch stilistisch noch breiter aufgestellt. Die Latino- und die Jazz-Anteile waren bei diesem Konzert dieses Mal spürbarer, es blieb auch mehr Raum für träumerisch-melancholische Tango-Nummern wie beim „Con toda palabra“.

Darauf dann das „Cumbia san pancera“, eines dieser mitreißenden Cumbia-Stücke, galoppierend und mit viel Spielfreude vorgetragen und das Publikum zum Mitklatschen animierend. Danach nimmt die Band das Tempo wieder zurück und gibt ihrer Sängerin Raum für eine schöne Latino-Jazz-Nummer, wie sie auch von Astrut Gilberto stammen könnte und natürlich gibt es dazu ein schönes Saxophon-Solo, hier allerdings von Pavel und nicht von Stan Getz.

Rezension zum Konzert (Foto: Fred Böhme) Rezension zum Konzert (Foto: Fred Böhme)

Die Musiker bestätigten mir nach dem Konzert, dass das weniger tanzfreudige Frankenhäuser Publikum doch sehr genau zuhört und sie somit zu Höchstleistungen anstachelte.
Als im zweiten, etwa halbstündigen Set dann alle Stücke der letztjährigen CD gespielt waren und die Band bereits ihr Konzert beenden wollte, war das Publikum noch längst nicht zufrieden. Hier retteten sie sich mit Spielwitz und Improvisationsfreude, präsentierten einen brasilianischen Schlager zum Mitsingen und ein zwei ältere Stücke zum Mitklatschen.

Fazit: Es war eines der Konzerte, bei dem nicht nur die Stücke einer aktuellen CD brav präsentiert wurden, sondern eines mit überbordender Musizier- und virtuoser Improvisationslust, die den Stücken Frische und Leben einhauchten und natürlich getragen wurde von überaus sympathischen Musikern.

Fred Böhme
Panorama Museum

Fotos: Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Autor: khh

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