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Do, 10:16 Uhr
11.07.2019
Ein Blick in die Statistik

Thüringen schrumpft bis 2040

Das Thüringer Landesamt für Statistik veröffentlicht heute die Ergebnisse der 2. regionalisierten Be-völkerungsvorausberechnung. Nach den Ergebnissen wird sich die Thüringer Bevölkerung weiter stark reduzieren. Lebten Ende 2018 rund 2.143.100 Personen in Thüringen, werden es im Jahr 2040 noch 1.862.200 Personen sein...

Regionalisiert bedeutet, dass zunächst die Berechnungen für die kreisfreien Städte und Landkreise durchgeführt wurden und sich das Ergebnis für Thüringen aus der Summe dieser ergibt. Die Annahmen orientieren sich an den Annahmen der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung, die zwischen dem Bund und den Ländern abgestimmt wurden.

Die Vorausberechnungen basieren auf dem fortgeschriebenen Bevölkerungsstand zum 31.12.2017 und reichen bis zum Jahr 2040. Die Ergebnisse für Deutschland und die Bundesländer wurden am 27. Juni dieses Jahres von Destatis veröffentlicht und können unter www.destatis.de eingesehen werden.

Bezüglich der Gesamtentwicklung gibt es zwischen den einzelnen Jahren des Vorausberechnungszeitraums große Unterschiede. So schwankt die jährliche Reduzierung von -8.800 Personen im Jahr 2019 (Minimum) bis -14.800 Personen im Jahr 2029 (Maximum), wobei Thüringen im Durchschnitt pro Jahr ca. 12.800 Einwohner verliert.

Die Ergebnisse bestätigen somit auch die generellen Trends der vorhergehenden 1. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung. Für den Zeitraum 2015 bis 2035 wurde ein durchschnittlicher Ein-wohnerrückgang von 13.200 Personen pro Jahr berechnet.

Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang ist der anhaltende Sterbefallüberschuss, der sich aus der Altersstruktur der Thüringer Bevölkerung ergibt. Bis zum Jahr 2040 werden im Durchschnitt jähr-lich fast 16.000 Kinder weniger geboren als Menschen sterben. Der durchschnittliche jährliche Wanderungsgewinn von rund 2.800 Personen im betrachteten Zeitraum kann die Lücke zwischen der Zahl der Geborenen und Gestorbenen nicht schließen.

Die Bevölkerung Thüringens wird sich nicht nur weiter verringern, sondern zudem immer älter wer-den. Ende 2018 betrug der Anteil der Personen ab 65 Jahre an der Gesamtbevölkerung 25,7 Prozent. Im Jahr 2037 werden mit 33,1 Prozent ein Drittel aller Thüringer 65 Jahre und älter sein. Danach sinkt ihr Anteil leicht ab auf 32,8 Prozent im Jahr 2040.

Der Anteil der jungen Menschen unter 20 Jahren an der Gesamtbevölkerung ist vergleichsweise stabil. Er steigt bis 2026 von aktuell 16,8 Prozent auf 17,4 Prozent. Anschließend reduziert sich der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 2040 wieder auf 16,8 Prozent.

Entgegengesetzt zur Entwicklung der Bevölkerung ab 65 Jahre verläuft der Anteil der Bevölkerung im Alter von 20 bis unter 65 Jahren. Von aktuell 57,5 Prozent sinkt der Anteil der Menschen im er-werbsfähigen Alter auf 50,0 Prozent im Jahr 2036. Anschließend steigt er bis 2040 leicht an auf 50,4 Prozent.

Das Durchschnittsalter der Thüringer lag Ende 2018 bei 47,2 Jahren und wird demnach bis zum Jahr 2040 auf 49,6 Jahre ansteigen.

Damit zeigt sich, dass trotz des sehr hohen Zustroms von Schutzsuchenden und dem damit verbundenen einmaligen Einwohnergewinn im Jahr 2015, der generelle Trend des Bevölkerungsrückgangs in Thüringen nur durch extrem hohe Zuwanderung gestoppt werden könnte. Wenn die mit der Berechnung formulierten Annahmen eintreffen, wird Thüringen auch bis 2040 weiter Einwohner verlieren.

Ab sofort werden die Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnungen und der darauf aufbauen-den Anschlussrechnungen im neuen Internetportal des TLS THÜRINGEN MORGEN zu finden sein. Dieses wird sukzessive erweitert und ständig aktualisiert.
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