Sa, 00:49 Uhr
27.07.2019
Neues aus Bad Frankenhausen
Treffen der Generationen
Beim 119.Deutscher Wandertag in Schmallenberg und Winterberg im Hochsauerland unter dem Motto Treffen der Generationen waren auch Teilnehmer aus Bad Frankenhausen dabei, wie kn erfahren hat...
Am 27.06.2019 fuhr ich mit dem Zug von Sangerhausen über Kassel- Wilhelmshöhe nach Altenbeken. Hier wurde ich von meinen Wanderfreunden Maria und Willi abgeholt und per Auto ging`s weiter nach Lichtenau-Asseln ins Eggegebirge. Diese Anreise verlief reibungslos und das Wiedersehen war sehr herzlich. Im vergangenen Jahr war ich auch in Asseln, um die Eisenacher Wimpelwandergruppe auf ihrem Weg von Eisenach nach Detmold über das Eggegebirge bis Detmold zu begleiten. In diesem Jahr begleiteten wir nun die Detmolder Wimpelwandergruppe über die gesamte Egge von Nord (Detmold) nach Süd auf dem Eggekammweg.
Der Eggeweg Hauptwanderweg, ein Höhenweg älter als der Königsweg via regia, 70km lang, verläuft in nordsüdlicher Richtung, beginnt an den Externsteinen und endet im Süden im Tal der Diemel bei Marsburg. Seine Bezeichnung E 1 Fernwanderweg Nordsee-Bodensee-Mittelmeer ein weißes Kreuz als Eggekammzeichen markiert diesen Wanderweg.
Wir treffen auf die Detmolder Wimpelwandergruppe am 28.6.19 in der Nähe der Externsteine und wandern gemeinsam ins wunderschöne Silberbachtal, wo der Teutoburger Wald und das Eggegebirge ineinander übergehen. Ganz Deutschland stöhnt über die Gluthitze und wir wandern, trinken, trinken Normalerweise wird bei solcher Hitze nicht gewandert, aber der Wanderwimpel musste ja termingerecht in Winterberg eintreffen und zwar nur zu Fuß, niemals darf er gefahren werden.
Der Wanderwimpel ist für die Wanderer so etwas wie das olympische Feuer. An der Spitze der Wimpelstange werden täglich frische Blumen arrangiert. Eine Wimpelwanderung ist für jeden Teilnehmer ein einmaliges Erlebnis im Wanderleben und die Detmolder Gruppe war auch ganz toll besetzt sogar der Oberbürgermeister wanderte und schwitzte wie wir alle unermüdlich mit, auch wenn hin und wieder dabei sein Telefon zu Amtsgeschäften rief.
Vom Silberbachtal kletterten wir schließlich auf schmalem Pfad über unzählige Baumwurzeln und Felsbrocken steil bergan. Bald erreichten wir die nördliche Bergkuppe mit dem gering bewaldeten Lippischen Volmerstot 441m.
Er ist von der Zwillingskuppe, dem Preußischen Volmerstot 468m durch einen flachen Sattel getrennt. Ein hölzerner Aussichtsturm auf dem Preußischen Volmerstot gestattet uns weite Sicht ins Land hinein. Weiter wandern wir in südlicher Richtung und die Sonne brennt! Die Flora ist beeindruckend Heidelbeeren, Erika, Adler-und Rippenfarn, sowie der rote Fingerhut stehen in voller Pracht. Der Kamm des Gebirges ist schmal.
Ein kurzes Verweilen am schwarzen Kreuz, eine weitere Trinkpause kommt uns allen sehr gelegen, derweil uns Willi Glunz die gruselige Geschichte zum schwarzen Kreuz erzählt eine Mörderbande im 30jährigen Krieg raubte einen Köhler aus, ermordete ihn und spießte ihn auf Holzscheite in Kreuzform auf und stellte ihn auf den rauchenden Meiler, wo er am nächsten Tag als schwarzes Kreuz gefunden wurde. Wir wandern weiter und haben bald den Sattel des Rehberges 427m erreicht, unter dem im Tunnel die Eisenbahn nach Altenbeken rollt. Die Driburger Hütte am Waldrand stehend, ist unser Tagesziel. Hier werden wir von Renate Mügge vom Heimatverein Bad Driburg aufs herzlichste begrüßt und vom Team der Hütte bestens mit Kaffee und Kuchen mit leckerer Schlagsahne versorgt.
Am 29.6.19 treffen wir uns morgens wieder an der Driburger Hütte zur nächsten Etappe. Zunächst wandern wir durch Fichtenwald zur schönen Aussicht und weiter durch Buchenwald zu einer Schutzhütte, wo uns Maria mit leckerem Frühstück und der Eggegebirgsverein mit vielen kühlen Getränken versorgt. Die Sonne scheint erbarmungslos auf uns und der Wald spendet wenig Schatten. Wir wandern nach Herbram Wald, die Bahnlinie überquert hier die Egge. Dann kommen wir zum Fernsehturm, der 1962 direkt auf dem Kammweg gebaut wurde. Schließlich erreichen wir die Alte Eisenbahn. Hier hatte man 1847/48 von beiden Seiten der Egge einen Kammdurchbruch versucht, um die Bahnlinie Kassel-Paderborn in einem Tunnel durch die Egge zu führen. Unvorhersehbare Wassereinbrüche und Schwierigkeiten im felsigen Gelände zwangen zur Einstellung der Arbeiten. Schließlich gelangen wir nach Schönthal, einem ganz idyllischen Fleckchen Erde am See gelegen. Die Wanderfreunde von Willebadessen versorgen uns hier bestens mit Speis und Trank.
Am 30.6.19 in immer noch großer Hitze wandern wir über Blankerode zu den Bleikuhlen. Hier treten auf dem höchsten Punkt ca. 400m Erze zu tage Blei, Zink, Brauneisen, Schwefeleisenerze, Schwefelkies und geringe Spuren von Kupfer. Im Tagebau und der 1. Sohle fand der Abbau statt und wurde schließlich 1927 stillgelegt. Inzwischen sind die Bleikuhlen Naturschutzgebiet. Hier wächst das Galmeiveilchen einziges Vorkommen in der Welt und es gilt absolutes Pflückverbot. Wir queren nun die BAB Kassel-Dortmund und kommen zum Waldlehrpfad zwischen Blankerode und Oesdorf. Hier in Oesdorf werden wir wieder gut versorgt, sind aber auf Grund der Hitze +39Grad im Schatten recht k.o. Ab Oesdorf geht es nun ca. 5km auf Teerweg, ohne schattenspendende Bäume oder Sträucher steil bergan zum Waldrand mit Blick ins Diemeltal. Weiter geht es im Mischwald, der Haart 437m hoch gelegen und rechts unten erkennt man den Königsweg, die via regia.
Schließlich führt der Abstieg zur B 7 zur Diemel und dem Ort Niedermarsberg, dem Ende des Eggeweges. Das Tagesziel ist erreicht und alle sind froh, dass diese Hitzeschlacht nun endet. Wir fahren zurück nach Asseln und genießen noch den warmen Sommerabend. Am 1.7.19 feiern wir Marias Geburtstag, d.h. wir legen eine Wanderpause ein. Am 2.7.19 wandere ich nochmals mit Willi ins Eggegebirge. Er zeigt mir wunderbare Wanderwege, die abseits des Haupteggeweges liegen.
Am 3.7.19 fahren wir ins Sauerland, zunächst nach Siedlingshausen. Hier nehmen wir an einer geführten Wanderung teil. Es geht hinein und steil bergan in eine wunderbare Zauberwelt namens Natur. Ich habe den Eindruck, hier ist die Natur noch komplett intakt, sattes Grün wohin das Auge schaut und großflächige Berghänge voll mit rotem Fingerhut. Am späten Nachmittag fahren wir weiter ins malerische Sorpetal. In Obersorpe und Mittelsorpe sind unsere Quartiere gebucht. Vom Sauerland bin ich begeistert das Land der 1000 Berge.
Am 4.7.19 findet der Empfang der Detmolder Wimpelgruppe in Winterberg statt. ein recht fröhliches Fest und hier treffen wir viele uns bekannte Wanderfreunde, die uns mit lustigem Hallo und wie es bei Wanderern üblich ist, einer herzlichen Umarmung begrüßen. Doch zunächst fahren wir ab Nordenau mit dem Planwagen hinauf zum Knochen. Weiter wandern wir zum Kahlen Asten und hinunter nach Winterberg. In Winterberg besuchen wir noch die Wintersportanlagen, ehe wir in die Stadt einmarschieren und auf dem Festplatz uns platzieren. Die Detmolder Wimpelwandergruppe geht mit fröhlichem Gesang auf die Bühne alle singe das Hermann-Lied, es ist ein grandioser Empfang für die Gruppe. Per Bus fahren wir an diesem Abend nach Nordenau zurück und weiter mit dem Auto in unsere Quartiere im Sorpetal. Am 5.und 6.7. gibt es weitere geführte Wanderungen. Am 7.7.19 findet um 10,30 Uhr die Feierstunde in Schmallenbergs großer Festhalle statt. Wir haben dazu Eintrittskarten und ich erlebe eine ergreifende Festveranstaltung. Feierlich zieht die Wimpelwandergruppe aus Detmold ein und alle singe wieder das Hermann-Lied. Anschließend hält der Präsident des Deutschen Wanderverbandes eine kurze aber sehr nette Begrüßungsansprache. Die Stadtkapelle von Schmallenberg, ein großer Musikkörper, spielt wunderbar und danach hält der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfahlen Herr Armin Laschet, Schirmherr des 119. Deutschen Wandertages eine recht passende Rede. Er bekommt tosenden Applaus. Die Stadtkapelle bringt nun aus bekannten Operetten die schönsten Musikstücke zum Gehör ein echter Ohrenschmaus. Nach weiteren Grußworten erfolgt noch eine Multivisions- Show übers Sauerland. Nach dem Schlusswort des Vizepräsidenten vom Deutschen Wanderverbands sangen alle Anwesenden gemeinsam die Wanderhymne Ein Wandervolk, ein einig Volk. Veranstaltungen auf den Festplätzen in Winterberg und Schmallenberg gab es fast ununterbrochen. Vom Ökumenischen Gottesdienst, über Rock und Pop bis zu Tom Astor, dem internationalen Country-Star aus dem Sauerland und häufiger Gast im legendären Nashville war alles dabei also sehr abwechslungsreich und erlebnisreich. Am 7.7.19 14 Uhr wanderten wir in Schmallenberg zum Stellplatz, wo der große Umzug gestartet wurde. 11.000 Zuschauer an den Straßenrändern und 7.000 Teilnehmer beim Festumzug ausgestattet mit Fahnen und Wimpeln zogen durch Schmallenberg. Mit im Zug waren der Vorstand und Ehrengäste des Deutschen Wanderverbandes. 61 Gruppen teils in kreativen Kostümen oder einheitlicher Wanderkleidung marschierten mit.
Es waren Wandervereine aus ganz Deutschland. Für die musikalische Umrahmung sorgten 11 Kapellen. Das Publikum spendete viel Applaus und immer wieder erklang der Ruf Frisch auf. Kurz vor Ende des Zuges bekamen die Wimpelträger der jeweiligen Gruppen den begehrten Wanderwimpel des diesjährigen Deutschen Wandertages überreicht. Auch an unserem Udersleber Wanderstock leuchtet er nun. Wir saßen am 7.7.19 noch lange auf dem Festplatz in Schmallenberg und genossen einfach diese tolle Atmosphäre.
Am 8.7.19 hatte es sich merklich abgekühlt. Heute war warme Kleidung angesagt. Wir fuhren auf den Kahlen Asten zur Abschlussveranstaltung- nochmals ein absoluter Höhepunkt im Wanderjahr 2019. Die Eisenacher Wimpel- Wandergruppe überreichte hier nun ihr Buch mit den Erlebnissen Ihrer Wimpel-Wanderung 2018 von Eisenach nach Detmold und die Detmolder Wimpelgruppe mussten sich nun endgültig vom Wanderwimpel verabschieden, der nun ein Jahr in Schmallenberg/Winterberg bleibt. 2020 tragen dann die Wanderer aus Schmallenberg/Winterberg den Wimpel nach Bad Wildungen, wo der 120. Deutsche Wandertag stattfinden wird. Zum Abschluss dieser Veranstaltung auf dem Kahlen Asten erhoben sich alle Wandere von ihren Plätzen und sangen gemeinsam unsere Nationalhymne ein beeindruckender und ergreifender Moment.
In Bad Wildungen soll nun auch ich wieder mit dabei sein, das Zimmer für mich wurde bereits gebucht. Manch einer wird mich belächeln oder sagen, die ist verrückt. Ich hoffe jedoch sehr, noch viele schöne Wanderungen mit machen zu können. Für mich war der 119. Deutsche Wandertag wieder ein wunderbares Erlebnis. Ich bin sehr dankbar, dass ich dabei sein konnte und danke allen, die dazu beigetragen haben recht herzlich
Das Motto zum 120. Deutschen Wandertages lautet: Wild, Bunt, Gesund
Viele Menschen denken, dass wir Wanderer mit schnellen Schritten viele Kilometer schrubben wollen. Nein das ist nicht der Sinn des Wanderns. Wir wollen gemeinsam die Natur erleben und genießen, dabei ist Rücksicht angesagt, uns ist das Gemeinschaftserlebnis wichtig.
Gehen ist die einfachste Bewegungsform, wandern ist aktive Erholung, Natur erleben, reizende beschauliche Dörfer an Berghängen bestaunen. Wandern vereint die Prädikate Naturverbundenheit, gelebter Umweltschutz, aktive Freizeitgestaltung, Gemeinschaftserlebnis, Genuss für alle Sinne, raus aus dem Alltag - rein in die Natur.
In diesem Sinne Frisch auf
Text und Fotos_ Christiane Thelemann
SSV 23 Udersleben, Gruppe Wandern
Autor: khhAm 27.06.2019 fuhr ich mit dem Zug von Sangerhausen über Kassel- Wilhelmshöhe nach Altenbeken. Hier wurde ich von meinen Wanderfreunden Maria und Willi abgeholt und per Auto ging`s weiter nach Lichtenau-Asseln ins Eggegebirge. Diese Anreise verlief reibungslos und das Wiedersehen war sehr herzlich. Im vergangenen Jahr war ich auch in Asseln, um die Eisenacher Wimpelwandergruppe auf ihrem Weg von Eisenach nach Detmold über das Eggegebirge bis Detmold zu begleiten. In diesem Jahr begleiteten wir nun die Detmolder Wimpelwandergruppe über die gesamte Egge von Nord (Detmold) nach Süd auf dem Eggekammweg.
Der Eggeweg Hauptwanderweg, ein Höhenweg älter als der Königsweg via regia, 70km lang, verläuft in nordsüdlicher Richtung, beginnt an den Externsteinen und endet im Süden im Tal der Diemel bei Marsburg. Seine Bezeichnung E 1 Fernwanderweg Nordsee-Bodensee-Mittelmeer ein weißes Kreuz als Eggekammzeichen markiert diesen Wanderweg.
Wir treffen auf die Detmolder Wimpelwandergruppe am 28.6.19 in der Nähe der Externsteine und wandern gemeinsam ins wunderschöne Silberbachtal, wo der Teutoburger Wald und das Eggegebirge ineinander übergehen. Ganz Deutschland stöhnt über die Gluthitze und wir wandern, trinken, trinken Normalerweise wird bei solcher Hitze nicht gewandert, aber der Wanderwimpel musste ja termingerecht in Winterberg eintreffen und zwar nur zu Fuß, niemals darf er gefahren werden.
Der Wanderwimpel ist für die Wanderer so etwas wie das olympische Feuer. An der Spitze der Wimpelstange werden täglich frische Blumen arrangiert. Eine Wimpelwanderung ist für jeden Teilnehmer ein einmaliges Erlebnis im Wanderleben und die Detmolder Gruppe war auch ganz toll besetzt sogar der Oberbürgermeister wanderte und schwitzte wie wir alle unermüdlich mit, auch wenn hin und wieder dabei sein Telefon zu Amtsgeschäften rief.
Vom Silberbachtal kletterten wir schließlich auf schmalem Pfad über unzählige Baumwurzeln und Felsbrocken steil bergan. Bald erreichten wir die nördliche Bergkuppe mit dem gering bewaldeten Lippischen Volmerstot 441m.
Er ist von der Zwillingskuppe, dem Preußischen Volmerstot 468m durch einen flachen Sattel getrennt. Ein hölzerner Aussichtsturm auf dem Preußischen Volmerstot gestattet uns weite Sicht ins Land hinein. Weiter wandern wir in südlicher Richtung und die Sonne brennt! Die Flora ist beeindruckend Heidelbeeren, Erika, Adler-und Rippenfarn, sowie der rote Fingerhut stehen in voller Pracht. Der Kamm des Gebirges ist schmal.
Ein kurzes Verweilen am schwarzen Kreuz, eine weitere Trinkpause kommt uns allen sehr gelegen, derweil uns Willi Glunz die gruselige Geschichte zum schwarzen Kreuz erzählt eine Mörderbande im 30jährigen Krieg raubte einen Köhler aus, ermordete ihn und spießte ihn auf Holzscheite in Kreuzform auf und stellte ihn auf den rauchenden Meiler, wo er am nächsten Tag als schwarzes Kreuz gefunden wurde. Wir wandern weiter und haben bald den Sattel des Rehberges 427m erreicht, unter dem im Tunnel die Eisenbahn nach Altenbeken rollt. Die Driburger Hütte am Waldrand stehend, ist unser Tagesziel. Hier werden wir von Renate Mügge vom Heimatverein Bad Driburg aufs herzlichste begrüßt und vom Team der Hütte bestens mit Kaffee und Kuchen mit leckerer Schlagsahne versorgt.
Am 29.6.19 treffen wir uns morgens wieder an der Driburger Hütte zur nächsten Etappe. Zunächst wandern wir durch Fichtenwald zur schönen Aussicht und weiter durch Buchenwald zu einer Schutzhütte, wo uns Maria mit leckerem Frühstück und der Eggegebirgsverein mit vielen kühlen Getränken versorgt. Die Sonne scheint erbarmungslos auf uns und der Wald spendet wenig Schatten. Wir wandern nach Herbram Wald, die Bahnlinie überquert hier die Egge. Dann kommen wir zum Fernsehturm, der 1962 direkt auf dem Kammweg gebaut wurde. Schließlich erreichen wir die Alte Eisenbahn. Hier hatte man 1847/48 von beiden Seiten der Egge einen Kammdurchbruch versucht, um die Bahnlinie Kassel-Paderborn in einem Tunnel durch die Egge zu führen. Unvorhersehbare Wassereinbrüche und Schwierigkeiten im felsigen Gelände zwangen zur Einstellung der Arbeiten. Schließlich gelangen wir nach Schönthal, einem ganz idyllischen Fleckchen Erde am See gelegen. Die Wanderfreunde von Willebadessen versorgen uns hier bestens mit Speis und Trank.
Am 30.6.19 in immer noch großer Hitze wandern wir über Blankerode zu den Bleikuhlen. Hier treten auf dem höchsten Punkt ca. 400m Erze zu tage Blei, Zink, Brauneisen, Schwefeleisenerze, Schwefelkies und geringe Spuren von Kupfer. Im Tagebau und der 1. Sohle fand der Abbau statt und wurde schließlich 1927 stillgelegt. Inzwischen sind die Bleikuhlen Naturschutzgebiet. Hier wächst das Galmeiveilchen einziges Vorkommen in der Welt und es gilt absolutes Pflückverbot. Wir queren nun die BAB Kassel-Dortmund und kommen zum Waldlehrpfad zwischen Blankerode und Oesdorf. Hier in Oesdorf werden wir wieder gut versorgt, sind aber auf Grund der Hitze +39Grad im Schatten recht k.o. Ab Oesdorf geht es nun ca. 5km auf Teerweg, ohne schattenspendende Bäume oder Sträucher steil bergan zum Waldrand mit Blick ins Diemeltal. Weiter geht es im Mischwald, der Haart 437m hoch gelegen und rechts unten erkennt man den Königsweg, die via regia.
Schließlich führt der Abstieg zur B 7 zur Diemel und dem Ort Niedermarsberg, dem Ende des Eggeweges. Das Tagesziel ist erreicht und alle sind froh, dass diese Hitzeschlacht nun endet. Wir fahren zurück nach Asseln und genießen noch den warmen Sommerabend. Am 1.7.19 feiern wir Marias Geburtstag, d.h. wir legen eine Wanderpause ein. Am 2.7.19 wandere ich nochmals mit Willi ins Eggegebirge. Er zeigt mir wunderbare Wanderwege, die abseits des Haupteggeweges liegen.
Am 3.7.19 fahren wir ins Sauerland, zunächst nach Siedlingshausen. Hier nehmen wir an einer geführten Wanderung teil. Es geht hinein und steil bergan in eine wunderbare Zauberwelt namens Natur. Ich habe den Eindruck, hier ist die Natur noch komplett intakt, sattes Grün wohin das Auge schaut und großflächige Berghänge voll mit rotem Fingerhut. Am späten Nachmittag fahren wir weiter ins malerische Sorpetal. In Obersorpe und Mittelsorpe sind unsere Quartiere gebucht. Vom Sauerland bin ich begeistert das Land der 1000 Berge.
Am 4.7.19 findet der Empfang der Detmolder Wimpelgruppe in Winterberg statt. ein recht fröhliches Fest und hier treffen wir viele uns bekannte Wanderfreunde, die uns mit lustigem Hallo und wie es bei Wanderern üblich ist, einer herzlichen Umarmung begrüßen. Doch zunächst fahren wir ab Nordenau mit dem Planwagen hinauf zum Knochen. Weiter wandern wir zum Kahlen Asten und hinunter nach Winterberg. In Winterberg besuchen wir noch die Wintersportanlagen, ehe wir in die Stadt einmarschieren und auf dem Festplatz uns platzieren. Die Detmolder Wimpelwandergruppe geht mit fröhlichem Gesang auf die Bühne alle singe das Hermann-Lied, es ist ein grandioser Empfang für die Gruppe. Per Bus fahren wir an diesem Abend nach Nordenau zurück und weiter mit dem Auto in unsere Quartiere im Sorpetal. Am 5.und 6.7. gibt es weitere geführte Wanderungen. Am 7.7.19 findet um 10,30 Uhr die Feierstunde in Schmallenbergs großer Festhalle statt. Wir haben dazu Eintrittskarten und ich erlebe eine ergreifende Festveranstaltung. Feierlich zieht die Wimpelwandergruppe aus Detmold ein und alle singe wieder das Hermann-Lied. Anschließend hält der Präsident des Deutschen Wanderverbandes eine kurze aber sehr nette Begrüßungsansprache. Die Stadtkapelle von Schmallenberg, ein großer Musikkörper, spielt wunderbar und danach hält der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfahlen Herr Armin Laschet, Schirmherr des 119. Deutschen Wandertages eine recht passende Rede. Er bekommt tosenden Applaus. Die Stadtkapelle bringt nun aus bekannten Operetten die schönsten Musikstücke zum Gehör ein echter Ohrenschmaus. Nach weiteren Grußworten erfolgt noch eine Multivisions- Show übers Sauerland. Nach dem Schlusswort des Vizepräsidenten vom Deutschen Wanderverbands sangen alle Anwesenden gemeinsam die Wanderhymne Ein Wandervolk, ein einig Volk. Veranstaltungen auf den Festplätzen in Winterberg und Schmallenberg gab es fast ununterbrochen. Vom Ökumenischen Gottesdienst, über Rock und Pop bis zu Tom Astor, dem internationalen Country-Star aus dem Sauerland und häufiger Gast im legendären Nashville war alles dabei also sehr abwechslungsreich und erlebnisreich. Am 7.7.19 14 Uhr wanderten wir in Schmallenberg zum Stellplatz, wo der große Umzug gestartet wurde. 11.000 Zuschauer an den Straßenrändern und 7.000 Teilnehmer beim Festumzug ausgestattet mit Fahnen und Wimpeln zogen durch Schmallenberg. Mit im Zug waren der Vorstand und Ehrengäste des Deutschen Wanderverbandes. 61 Gruppen teils in kreativen Kostümen oder einheitlicher Wanderkleidung marschierten mit.
Es waren Wandervereine aus ganz Deutschland. Für die musikalische Umrahmung sorgten 11 Kapellen. Das Publikum spendete viel Applaus und immer wieder erklang der Ruf Frisch auf. Kurz vor Ende des Zuges bekamen die Wimpelträger der jeweiligen Gruppen den begehrten Wanderwimpel des diesjährigen Deutschen Wandertages überreicht. Auch an unserem Udersleber Wanderstock leuchtet er nun. Wir saßen am 7.7.19 noch lange auf dem Festplatz in Schmallenberg und genossen einfach diese tolle Atmosphäre.
Am 8.7.19 hatte es sich merklich abgekühlt. Heute war warme Kleidung angesagt. Wir fuhren auf den Kahlen Asten zur Abschlussveranstaltung- nochmals ein absoluter Höhepunkt im Wanderjahr 2019. Die Eisenacher Wimpel- Wandergruppe überreichte hier nun ihr Buch mit den Erlebnissen Ihrer Wimpel-Wanderung 2018 von Eisenach nach Detmold und die Detmolder Wimpelgruppe mussten sich nun endgültig vom Wanderwimpel verabschieden, der nun ein Jahr in Schmallenberg/Winterberg bleibt. 2020 tragen dann die Wanderer aus Schmallenberg/Winterberg den Wimpel nach Bad Wildungen, wo der 120. Deutsche Wandertag stattfinden wird. Zum Abschluss dieser Veranstaltung auf dem Kahlen Asten erhoben sich alle Wandere von ihren Plätzen und sangen gemeinsam unsere Nationalhymne ein beeindruckender und ergreifender Moment.
In Bad Wildungen soll nun auch ich wieder mit dabei sein, das Zimmer für mich wurde bereits gebucht. Manch einer wird mich belächeln oder sagen, die ist verrückt. Ich hoffe jedoch sehr, noch viele schöne Wanderungen mit machen zu können. Für mich war der 119. Deutsche Wandertag wieder ein wunderbares Erlebnis. Ich bin sehr dankbar, dass ich dabei sein konnte und danke allen, die dazu beigetragen haben recht herzlich
Das Motto zum 120. Deutschen Wandertages lautet: Wild, Bunt, Gesund
Viele Menschen denken, dass wir Wanderer mit schnellen Schritten viele Kilometer schrubben wollen. Nein das ist nicht der Sinn des Wanderns. Wir wollen gemeinsam die Natur erleben und genießen, dabei ist Rücksicht angesagt, uns ist das Gemeinschaftserlebnis wichtig.
Gehen ist die einfachste Bewegungsform, wandern ist aktive Erholung, Natur erleben, reizende beschauliche Dörfer an Berghängen bestaunen. Wandern vereint die Prädikate Naturverbundenheit, gelebter Umweltschutz, aktive Freizeitgestaltung, Gemeinschaftserlebnis, Genuss für alle Sinne, raus aus dem Alltag - rein in die Natur.
In diesem Sinne Frisch auf
Text und Fotos_ Christiane Thelemann
SSV 23 Udersleben, Gruppe Wandern



