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Do, 11:02 Uhr
01.08.2019
Gewerkschaft warnt

Reinigungskräften drohen Einbußen

Weniger Urlaubstage, gestrichene Zuschläge, Arbeit auf Abruf: Einem Großteil der 726 Reinigungskräfte in Nordthüringen drohen ab sofort massive Einbußen. Das berichtet die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU – und ruft die Beschäftigten dazu auf, die Einschnitte nicht hinzunehmen...

„Aktuell legen viele Chefs ihren Mitarbeitern neue Arbeitsverträge zu deutlich schlechteren Konditionen vor. Die sollte keiner unterschreiben“, warnt Harald Buntfuß von der IG BAU Nordthüringen.

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Sollten die Arbeitgeber bei dieser Praxis bleiben und die anstehenden Tarifverhandlungen blockieren, dürfte die Reinigungsbranche einen „heißen Sommer“ erleben. „Auch iNordthüringen könnten dann Schulen, Büros und Krankenhäuser schmutzig bleiben“, so Buntfuß. Die Friedenspflicht zwischen IG BAU und Arbeitgebern lief Ende Juli aus.

Zum Hintergrund: Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks hat den Rahmentarifvertrag für die Branche zum 31. Juli gekündigt. Bevor Gewerkschaft und Arbeitgeber am 15. August über einen neuen Vertrag verhandeln, sollen nach Beobachtung der IG BAU in der Zwischenzeit die Standards gedrückt werden. „Statt bisher 28 oder 30 Tagen Urlaub sollen Beschäftigte jetzt das gesetzliche Minimum von 20 Tagen hinnehmen. Zuschläge für Überstunden oder besondere Aufgaben wie etwa die OP-Reinigung werden in den neuen Arbeitsverträgen eingekürzt oder ganz gestrichen“, berichtet Buntfuß. Besonders brisant: Geht es nach dem Willen einiger Firmen, dann sollen Beschäftigte, die bislang feste Arbeitszeiten hatten, künftig auf Abruf arbeiten.

Die IG BAU appelliert an Reinigungskräfte keine schlechteren Arbeitsverträge zu unterschreiben (Foto: IG Bauen-Agrar-Umwelt, Bezirksverband Nordthüringen) Die IG BAU appelliert an Reinigungskräfte keine schlechteren Arbeitsverträge zu unterschreiben (Foto: IG Bauen-Agrar-Umwelt, Bezirksverband Nordthüringen)
Die IG BAU appelliert an Reinigungskräfte keine schlechteren Arbeitsverträge zu unterschreiben

Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssen“, kritisiert die IG BAU. Gerade Frauen seien von den Kürzungen betroffen. Eine Reinigungskraft, die Vollzeit rund 1.300 Euro netto verdiene, habe schon jetzt große Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung zu finden. „Hinzu kommt: Ein Großteil der Beschäftigten hat nur einen Teilzeit- oder Minijob. Da wird es am Monatsende richtig eng.“

Die IG BAU Nordthüringen ruft jetzt die Reinigungsfirmen in der Region auf, sich in ihrem Arbeitgeberverband für die Rückkehr zu den tariflichen Standards einzusetzen. Davon profitiere am Ende die Branche selbst: Denn bleibe es bei der aktuellen Praxis, dann dürften sich nach Einschätzung der IG BAU viele Beschäftigte nun für einen Arbeitgeber entscheiden, der sich an die bisherigen, attraktiveren Bedingungen halte. Das wiederum werde auch den Wettbewerb zwischen „sauber arbeitenden“ Firmen und „Schmutzkonkurrenten“ verschärfen.

„Aber auch die öffentliche Hand ist gefordert: Städte und Kommunen können die Regeln festlegen, nach denen Schulen, Rathäuser und Ämter gereinigt werden. Klar ist: Zu sauberen Gebäuden gehören auch saubere Arbeitsbedingungen“, so Buntfuß.

Sollte die schon seit April vergangenen Jahres andauernde Tarifrunde am 15. August erneut keinen Durchbruch bringen, müssen Firmen und Kunden mit Arbeitsniederlegungen auch im Kreis Nordhausen rechnen.
Autor: red

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Kommentare
Echter-Nordhaeuser
01.08.2019, 13:23 Uhr
Reinigungskräfte
Reinigungskraft ist ein undankbarer und nicht leichter Jop. Drum lasst euch das nicht gefallen und legt die Arbeit nieder. Sollen doch die Bonzen mal selber ihre Büros und Scheisshäuser putzen da wissen sie mal wie schön das ist.
Denkt nicht nur von heute auf morgen denkt auch an eure Rente.
Mister X
01.08.2019, 17:31 Uhr
@ Echter-Nordhaeuser
Ich gebe Ihnen völlig Recht, Aber bei den Meisten wird Ihr Aufruf nicht ankommen. Der deutsche Michel ist viel zu bequem um sich zu wehren, oder? Kritisieren und am Stammtisch nölen, solche Sachen liegen ihm mehr und das war es auch schon, oder nicht?
Aika
01.08.2019, 17:48 Uhr
Ungerecht bezahlen und ungerechte Behandlung von manchen Chefs
Bei uns in der Firma ist es eine Sauerei wie man manchmal vom Chef behandelt wird.Wir müssen in 3 St ohne Pause 3 Arbeiten hintereinander erledigen zudem noch scheiss Kisten spülen obwohl man sich dafür nicht beworben hat und das nicht im Vertrag drin steht.Ferner noch den miesen Lohn der sowieso zum Leben hinten und vorn nicht reicht.
Ausserdem sollten so Arbeitenicht mehr gemacht werden .Soll sich mancher Chef selbst sein Arsch in Zukunft abputzen.
Und der ober Hammer ist das man Samstag von Urlaub abgezogen kriegt und die Chefs sich die Urlaubs tage einstecken auch Sekretärinnen werden immer nett behandelt nur wir nicht und Recht kriegen wir nicht mal wenn mal ein Fehler unterlaufen tut. Obwohl man nur von Montag bis Freitag arbeiten tut ist gesetzlich eigentlich nicht tragbar
Nein Der Chef hat immer recht
Echter-Nordhaeuser
01.08.2019, 18:17 Uhr
@Aika
Ja so sieht das aus in vielen Firmen,
"Ich Chef du nix"
Drei mal im Jahr in den Urlaub fahren einen auf dicke Hose machen und den Leuten keine Löhne bzw.wenig Lohn bezahlen.
Das ist Kapitalismus andere verhungern lassen.
Da gibt es noch ein Spruch
"Jedem das Seine, aber mir das Meiste"
Teja
01.08.2019, 18:21 Uhr
Reinigungsfirmen
Auch hier wieder ein Beispiel für absolute Ausbeutung des Personals.
Auf diesem Sektor wird mit Dumpingpreisen.für Reinigungsleistungen gearbeitet.Auf Kosten des Personals mit immer kürzeren Rüstzeiten und immer mehr Quadratmetern pro Stunde.Das geht auf Dauer nicht gut.Aber wenn es deshalb Mängelmeldungen gibt,hat natürlich das Personal schuld.
Die Chefs entblöden sich auch nicht,sich bei Ausschreibungen durch den öffentlichen Dienst mit nicht nachvollziehbaren Preisnachlassangeboten um die Aufträge zu bewerben.Wo wird dann gespart?Beim Personal und bei der zu verwendenden Reinigungschemie.Sie geben auf keinen Fall etwas von ihrem Profit ab.
free Gigi
01.08.2019, 19:36 Uhr
stimmt
und für Nachschub ist auch gesorgt...
Kobold2
02.08.2019, 07:33 Uhr
Vom jammern
wirds nicht besser. Sinnvoller ist es die Konsequenzen zu ziehen.
Mueller13
02.08.2019, 09:50 Uhr
@ Aika: Werktage vs. Arbeitstage
Was steht denn in Ihrem Arbeitsvertrag für eine Bezeichnung?
Wenn da Werktage stehen, wird der Samstag mit hinzugerechnet und Sie müssen an diesem Tag tatsächlich Urlaub nehmen, auch wenn Sie da gewöhnlich nicht arbeiten.
Ihr gesetzlicher Mindesturlaub beträgt 24 Werktage oder halt 20 Arbeitstage.
Franz Tabak
02.08.2019, 16:35 Uhr
Reinigungskräfte
Es ist schon eigenartig: es wird sich beschwert, dass der Lohn kaum zum Leben ausreicht, aber diese Personen wieder auf Arbeit gehen. Warum gehen die Reinigungskräfte und andere Geringverdiener nicht auf die Straße? Bequemlichkeit?
geloescht.20250302
02.08.2019, 17:35 Uhr
Der Unterschied...
. .zwischen Herunterschlucken und Aufbegehren liegt wohl in der Wortwahl "Reicht kaum zum Leben" und "Reicht nicht zum Leben".

Fritz Lang und Charlie Chaplin haben es tatsächlich in "Metropolis" und "Moderne Zeiten" vorausgesehen:

Es werden keine Menschen mit eigenen Bedürfnissen, sondern humanoide Arbeitsroboter gewünscht.

Was jetzt bei den Reinigigungskräften thematisiert wird, ist in der Sicherheitsbranche bezüglich unterirdischer Bezahlung und Urlaubs-/Freizeitregelung im Osten von Anfang an gängige Praxis.

Da hat keiner aufbegehrt und ich bin froh, damals nach einem Riesenkrach mit dem unfähigen AG-Hörigen Betriebsrat den Absprung in bessere Verhältnisse geschafft zu haben.
Franz Tabak
02.08.2019, 18:32 Uhr
Tannhäuser
Das ich so eine Meinung von Ihnen lese, hätte ich nie gedacht! Wir gehen ja quasi konform mit unserer Meinung.

Sie haben Recht: der Film "Moderne Zeiten" beschreibt genau unsere heutige Zeit. Absolut vorrausschauend von Charlie Chaplin!
geloescht.20250302
02.08.2019, 19:37 Uhr
Herr Tabak!
Ich weiss ja nicht, was Sie von mir dachten.

Dass ich nie schmutzige Hände hatte geschweige denn diese immer noch habe und an einer Universität einen Lehrstuhl? Oder beim Lohorchester in die größten Hörner blase?

Was ich mit meinem Kommentar ausdrücken wollte ist in einem Zitat aus dem Film "Fight Club" ähnlich:

"Erst wenn wir alles verloren haben haben emwir die Freiheit alles zu tun".

Wer sind wir, Menschen als Memmen zu sehen, bloß weil sie hier ihre Unzufriedenheit artikulieren, aber den Arbeitsplatz behalten wollen und mangels Unterstützung anderer Unzufriedener nicht auf die Straße gehen?

Wir sind ja nicht in den USA der 50/60er Jahre und einen Jimmy Hoffa gibt es hier in keiner Gewerkschaft.

Ist vielleicht auch besser so...
Echter-Nordhaeuser
02.08.2019, 20:54 Uhr
@Franz Tabak
Das Problem ist das viele Leute auf solche Jops angewiesen sind weil sie froh sind das sie überhaupt was verdienen.
Dies nutzen natürlich auch manche Chefs aus.
geloescht.20220103
02.08.2019, 21:56 Uhr
@echter-Nordhaeuser
Glauben Sie wirklich, dass jemand darauf angewiesen ist sich ausbeuten zu lasen? Wenn dem so ist, dann ist Deutschland am Ende.
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