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Do, 06:16 Uhr
08.08.2019
Meldungen aus der Region

Keine Kennzeichnung der Waldwildnis.

In der Hainleite oberhalb der Stadt Sondershausen wurde ein Waldwildnisgebiet ausgewiesen. Aber Besucher werden beim Wandern nicht informiert, wo die Gebiete sind. Warum das problematisch werden kann, erfahren Sie hier...

Volker Gebhardt vom Vorstand ThüringenForst hatte am 3.7.2019 zu einer Waldbefahrung im Forstrevier Bebra des Forstamtes Sondershausen eingeladen. Er hatte dabei auch vor Gefahren im Wald gewarnt, die mit der Trockenheit zusammenhängen.
Sterben unsere Buchenwälder?

Bemerkenswert dabei seine Aussage:
Stehende, tote Buchen-Bäume stellen im Wald eine erhebliche Gefahr fur Waldbesucher, Jäger, Forstpersonal dar. Unter diesen Bäumen verbietet sich der Aufenthalt und das
Arbeiten. Ohne Gefahrenbeseitigung müsste man stellenweise das Betreten der Wälder verbieten, es
käme zu einer au8erplanmäßigen Stilllegung der Wälder.


Das Problem gilt natürlich erst recht für die Waldwildnisgebieten. Sicher wurden in Karten im Laufe des vorigen Jahres veröffentlicht, wo sich die Waldwildnisgebiete befinden. Aber wer wer hat die Karte auf seinem Smartphone gespeichert. Touristen, die nicht aus der Region stammen, wissen meist überhaupt nicht, dass es hier eine Waldwildnis gibt!

Das besondere an der Waldwildnis ist ja, hier finden keinerlei forstwirtschafliche Arbeiten mehr statt. Wenn ein Baum vertrocknet, bleibt er stehen und fällt irgendwann um und verrottet. Dabei ist es egal, ob er auf einen ehemaligen Waldweg fällt oder so in den Wald.

Nur an überregionalen Wanderwegen wird ThüringenForst noch Sicherungsmaßnahmen durchführen. Andere regionale Wanderwege durch die Waldwildnis wurden stillgelegt.

Und so sieht es aus:


Wer vom Possen über die Possenallee in Richtung Rondell wandert, wird eben nicht durch ein Hinweiszeichen oder ähnliches informiert, dass er mit Überschreiten der Asphaltfahrbahn (Possenauffahrt) sich bereits in die Waldwildnis begibt!


Der im Bild oben rechtsführende Weg (zum Rondell) ist Teil des Hauptwanderweges Wernigerode -Kyffhäuser - Eisenach), blaues Kreuz, hier wird rechts und links noch von ThüringenForst für Sicherheit gesorgt. Problem aber auch hier bereits, wie das Foto zeigt, ein abgestorbener Baum der mit seinen toten Holz bereits über den Wanderweg hängt. Aber auch scheinbar noch belaubte Buchen können wegen der Trockenheit bereits spontan umfallen ohne das starker Wind nötig wäre. Ein Leser berichtete bereits von so einem Fall in Jechaburg, kn berichtete:
Gefährliche Bäume


Noch problematischer wird es aber bei diesem Weg. Er zweigt von der Possenallee (Hauptwanderweg) in den Wald ab. Auf diesem Weg wird es keinerlei Kontrollen mehr geben. Ob da Bäume auf den Weg zu stürzen drohen oder bereits liegen. Und kein auswärtiger Tourist und auch viele Einheimische wissen ja nicht wie sie sich verhalten sollen. Es stehen ja in der Hainleite noch nicht eine Informationstafel.

Und der abzweigend Weg ist der ehemalige Große Possenrundweg. In allen Wanderkarten, die noch nicht geändert werden konnten, ist er ja noch ausgewiesen. Auch in Wanderportalen konnte die GPS-Daten herunter geladen werden. Viele Wanderer richten sich schon nach solchen Daten und haben Sie oft weitergegeben. Die merken oft nicht mal, dass zu den Wanderwegen schon keine Wegzeichen mehr da sind!


Es ist ja nicht der einzige Weg, der betroffen ist. Der Naturlehrpfad ist ebenfalls betroffen. Zwar wurde am Abzweig Possenallee der Wegweiser abgenommen, aber selbst von der Possenallee aus ist ein Wegezeichen noch zu erkennen.
Auch der Brunnenweg ist betroffen, hier hat kn sogar noch Wegezeichen entdeckt, die eigentlich weg müssten.


Und auch wenn an diesem Teil des ehemaligen Naturlehrpfades junge Bäume stehen, dass könnte sich nach der nächsten Biegung schnell ändern.

Wenn Sie in der Waldwildnis noch einige Holzhaufen entdecken, wie in der Bildergalerie am Hauptwanderweg, dann werden solche Stellen normalerweise nicht mehr beräumt und bleiben, bis sich das Holz zersetzt hat. Prinzip der Waldwildnis.

Auch wenn es in den letzten Tagen etwas Regen gab. die Regenmenge reichte bei weitem nicht, um überhaupt in den Wurzelbereich der Waldbäume zu gelangen. Der Trockenstress für die schon geschädigten Waldbäume geht also weiter. Es muss erwartet werden, dass noch wesentlich mehr Bäume geschädigt werden. Besonders betroffen leider die Buchen und gerade die stehen viel in der Waldwildnis in der Hainleite.

Die Behörden sind wegen der besonderen Dürresituation gefordert, hier schnellstens für mehr Sicherheit für die Touristen zu sorgen. Von den vielen Touristen, die den Possen besuchen schwärmen bei Spaziergängen und Wanderungen auch eine ganze Reihe in den angrenzenden Wald aus. Und diese Touristen sollten wissen, wenn sie in eine nicht mehr kontrollierte Waldwildnis wandern.

Hier ist die im Januar gegründete und am 24.6.2019 offiziell gestartete Natura2000 Station noch überfordert. Hier sollten Stadt, Landkreis und ThüringenForst schnellstens für Unterstützung sorgen und für die Ausschilderung der Waldwildnis sorgen, zumindest an den Stellen, wo Wanderer und Touristen zu erwarten sind.

Man sollte sicher nicht in Panik verfallen. Aber wenn die Dürre weiter so anhält, sollten doch Überlegungen angestellt werden, wie die Besucher der Region besser über die Problematik informiert werden.


Keine Kennzeichnung der Waldwildnis. (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Keine Kennzeichnung der Waldwildnis. (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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