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19.08.2019
kn-Forum

Getrübter Schulstart

Abzocke statt freudiger Verabschiedung am ersten Schultag an der Östertalschule. So Beginnt ein Leserbrief, der kn erreichte...

Der allererste Schultag ist ein ganz besonderer Tag - und das nicht nur für die Erstklässler. Auch die Eltern sind aufgeregt, wenn sie den Sprössling zum allerersten Mal zur neuen Grundschule fahren, freuen sich darauf, das Kind zum ersten Mal in den Klassenraum zu begleiten und vielleicht auch darauf, unterwegs noch stolz ein Erinnerungsfoto schießen zu können.

Doch Obacht! Wehe dem, der dafür den Lehrerparkplatz der Östertalschule zum Drehen und/oder Absetzen des Kindes nutzen möchte.

Was zu allen bisherigen Elternabenden noch kein Problem war, erweist sich nun als eines, denn die Zufahrt zum Parkplatz ist für bestimmte Zeiten, u.a. zur Bringzeit am Morgen, gesperrt. Die Einfahrt demnach verboten. Und um das allen neuen Eltern sogleich ins Hirn zu brennen, zeigt die Sondershäuser Polizei Präsenz und erwartet alle, die es dennoch wagen, mit einem barschen "Führerschein, Fahrzeugschein" anstelle eines freundlichen "Guten Morgen".

Was man gegebenenfalls als gelungene verkehrserzieherische Maßnahme bewerten könnte, würden die Beamten es bei einer einfachen Belehrung mit Androhung eines Bußgeldes bei erneutem Verstoß bewenden lassen, bekommt einen ganz faden Beigeschmack von schlichter Abzocke angesichts der Tatsache, dass man - wollte man das Einfahren von Autos aufs Gelände verhindern- einfach die vorhandene Kette zum Absperren nutzen oder aber die eifrigen Beamten an der Zufahrt positionieren könnte. Freilich entginge diesen so das Abkassieren von sicher einem Dutzend Eltern, die ihre Erstklässler an ihrem ersten Tag an der Schule absetzen wollten.

Von der Polizei als Freund und Helfer kann jedenfalls in keinem Fall die Rede sein, wenn selbst hochschwangere Mütter vor ihrem Spross derart unfreundlich am ersten Schultag "begrüßt" werden. Liebe Polizei Sondershausen, diese maßlos überzogene Aktion in diesem Tonfall könnt ihr euch schenken! Wir freuen uns auf den Bußgeldbescheid und danken für diesen unvergesslichen Moment dieses einmaligen Tages in unserem Leben. In Zeiten, da es zur Normalität geworden ist, dass Intensivstraftäter frei herumlaufen dürfen und Gerichte heillos überlastet sind, kann man schon verstehen, dass die Polizei wenigstens beim einfachen Bürger mal wieder die ganze Härte des Gesetzes walten lassen möchte. Hinsichtlich Verkehrserziehung, Bürgernähe und positiver Imagepflege bleibt nach dieser Aktion lediglich zu sagen: "Thema verfehlt, setzen! 6!"


Sebastian Henze und Juliane Zitzke

aus Sondershausen Jecha
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

20.08.2019, 11.28 Uhr
Tibu | Weiter Denken
Vielleicht ist das ja nur ein geschickter Schachzug, um die Innenstadt zu beleben. In den Randgebieten die Leute verärgern, um sie somit in die Innenstadt zu ziehen. Für viele Entscheidungen fehlt dem Pöbel halt einfach der Weitblick.
Aber ganz ehrlich. Das setzt dem ganzen doch die Krone auf. Auf der einen Seite werden städt. Angestellte auf Streife geschickt, um den Bürgern wieder das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, da unsere Polizei eine Ihrer Kernaufgaben, auf Grund Personalmangels, nicht mehr wahrnehmen kann. Und dann sind da Kapazitäten für das Gängeln der Bevölkerung vorhanden? Gut, der Streifendienst wird ja nun von privaten Sicherheitsleuten übernommen, wessen Kernkompetenzen mittlerweile im Aufspüren und Denunzieren von Falschparkern zu suchen sind. Gepaart mit dem neuen Parkkonzept (Galerie, Krankenhaus, Planplatz), ergibt sich so langsam ein Schwerpunkt, dem sich unser neuer Schultheiß wohl mit voller Aufmerksamkeit widmet. Ein erstes Résumé ist ernüchternd. Aus dem erhofften Sicherheits- und Ordnungsmessias, welcher auf Grund seiner beruflichen Laufbahn dafür sorgen wird, dass man auch nach Einbruch der Dunkelheit wieder sicheren Fußes durch Sondershausen flanieren kann, wird nun ein pedantischer Parkgebührenfanatiker und Knöllchenliebhaber.
Auf alle Fälle können sich alle Protagonisten dieser Posse nun selbstzufrieden auf die Schulter klopfen. (u.a. Akteure des lokalen Bündnisses für Familien in Sondershausen)
Die 6 und 7 Jahre alten Schulanfänger können Ihren großen Tag nun auf Dauer damit verbinden, dass Papa und Mama in Konflikt mit der Polizei gekommen sind.
Hat ja auch was.

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20.08.2019, 12.06 Uhr
Kobold2 | Mal ganz vorsichtig
Ärgerlich ist ein Bußgeldbescheid alle mal. Aber er steht nun mal für den eigenen Fehler als erzieherische Maßnahme.
Anstatt hier Fehler anderer and anderer Stelle zur Rechtfertigung des eigenen Fehlverhaltens anzubringen, oder von Gängelei und Abzocke zu reden, reicht es vollkommen, vor der eigenen Tür zu kehren. Wenn ich mir anschaue wie hier Auto gefahren, oder geparkt wird, dann haben wir immer noch zu wenig Kontrollen in SDH. Die Beschilderung am Straßenrand, ist nicht immer umsonst da.
Man darf sich auch durchaus mal Gedanken über deren Sinn machen und das mit den eigenen Interessen in Einklang bringen.
Ich hatte gestern mal wieder das Erlebnis eines besonderen Favoriten. In der Kyffhäuserstrasse stadteinwärts gibt es links markierte Parkplätze. Obwohl dort noch freie Kapazitäten vorhanden waren, hält man rechts, auf Höhe der schon parkenden Autos an, um wohl auf jemanden zu warten, der aber nicht annähernd in Sicht war. Für den nachfolgenden LKW war natürlich kein Platz für die Durchfahrt. Als dieser sich dann mal bemerkbar machte, das der Verkehr so nicht weiterlaufen kann, wird dann nicht etwa vorschriftsmäßig eingeparkt, nein dann gehts halt übern Grünsteifen rechts auf den Gehweg, der ja auch kein Parkplatz ist! Auf solches Fehlverhalten darf man natürlich keinen Anprechen und schon gar nicht, das die jeweilige Person zu faul ist, mal über die Stasse zu laufen.
Auf diesem Niveau bewegt sich vieles in SDH, leider zu viel.
Vor allem fehlt es an der Einsicht der eigenen Fehler und an einer gesunden Rechtsauffassung.

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21.08.2019, 14.37 Uhr
tannhäuser | Hausrecht durchgesetzt!
Gibt es eine Fortsetzung der Geschichte? Wie lief es in den letzten 2 Tagen? Eingeflogen mit dem Helikopter?

Liebe wütende Eltern, die Polizei in Sondershausen ist nicht so lahm unterwegs, wie Sie behaupten.

Und Herr Grimm ist ja wohl als Bürgermeister gar nicht dafür verantwortlich zu machen, was seine Ex-Kollegen veranstalten @ Tibu.

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28.08.2019, 16.43 Uhr
Schlaubert | Selbst Schuld
Tja was soll man dazu sagen. Da erwischt es doch tatsächlich die lieben braven Eltern die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Und wenn sie dann Fehler machen sind die anderen Schuld ?? Liebe Eltern , auch wenn wir verstehen das sie ihre Kids bis zum Eingang der Schule fahren müssen , zählen Verkehrsregeln , Verkehrschilder und Geschwindigkeitsbegrenzungen nur für andere ?? Ihr habt euch genauso an die Regeln zu halten wie jeder andere auch. Hier von "Abzocke" zu reden ist einfach unsachlich.
Der Schlusssatz , "Thema verfehlt, setzen!! 6!" betrifft ganz klar die Autofahrer die sich ganz einfach nicht an Regeln halten können.
Ist die Zufahrt zu bestimmten Zeiten , wie die Bringe- oder Abholzeit , gesperrt dann ist das nun einmal so. Die Durchfahrt der Talstraße am Hagebaumarkt in Sondershausen ist auch zur "Bringezeit" verboten. Wer da erwischt wird wird auch zur Kasse gebeten. Wo ist das Problem ??

Stein des Anstoßes waren Anwohner, Lehrer und auch andere Eltern die ihre Kinder in die Schule bringen. Die sich an die Regeln haltenden Eltern prangerten an dass sehr viele Helikopter Eltern mit dem missachten des Durchfahrtverbotes die Sicherheit der anderen Kinder gefährden.
Es wurde sogar darum gebeten dass diese Kontrollen öfters stattfinden sollen.

Das am Schulberg stehende Verkehrsschild 250
„Durchfahrt Verboten“ bedeutet laut StVO Verbot für Fahrzeuge aller Art, sagt eigentlich alles aus . Wer sich nicht daran hält/halten kann oder will muss dafür „Lehrgeld“ zahlen.

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