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Do, 09:24 Uhr
19.09.2019
Nnz-Betrachtung

Gedanken zu Klima-Krise und Klima-Hysterie

Die „Klimakrise“ beherrscht inzwischen fast tagtäglich die Schlagzeilen, es gibt Demonstrationen, Aufrufe, Aktionen, ein nie dagewesenes Drängen tätig zu werden. Auf der einen Seite. Auf der anderen sieht man „Klima-Hysterie“ und „apokalyptische Wanderprediger“. Alles also nicht so schlimm? Das Thema ist vielschichtig aber doch eigentlich nicht so schwer nachzuvollziehen, meint Angelo Glashagel...


Beginnen wir mit einer kleinen Anekdote. Ein Bekannter gab vor kurzem eine kleine Geschichte aus seinem Arbeitsalltag zum Besten. Der Herr ist Zerspanungsmechaniker, die Erzählung drehte sich um Diskussionen, die man so mit Kollegen führt. Das Thema, wie scheinbar überall in diesen Tagen: der Klimawandel und seine Folgen. Mein Bekannter frag also seinen Kollegen, ob der kein Interesse daran habe, dass seine Kinder in zwanzig oder dreißig Jahren noch in einer halbwegs intakten Welt leben können. Die Antwort des Kollegen: „Ich will das mein Kind in zwanzig Jahren noch Diesel fahren kann.“

Was will man da noch sagen? In der aktuellen Debatte prallen (mindestens) zwei Welten aufeinander. So scheint mir. Die einen, die sich sorgen wie es wird. Die anderen, die sich sorgen, dass es nicht so bleibt wie es ist. Diese ganze Diskussion, diese Gegensätzlichkeit, will mir nicht in den Kopf. Warum ist es so schwer zu verstehen, das wir vor umwälzenden Veränderungen stehen, wenn alles so weiter läuft wie bisher?

Das Thema ist vielschichtig und Bedarf wahrscheinlich eines mehrjährigen, intensiven Studiums, um sich einem umfassenden Verständnis auch nur zu nähern. Wir haben ein, zugegebenermaßen hochkomplexes System, dass wir „Klima“ nennen und das von einer gefühlten Myriade Faktoren beeinflusst wird. Zu viele vielleicht, um vom durchschnittlich gebildeten Mitteleuropäer vollends verstanden zu werden. Aber die grundlegenden Gedanken sind doch nicht so schwer zu fassen, oder irre ich mich da?

Ein paar Gedanken

Wir geben dem System einen Stoff X zu, in unserem Fall vor allem CO2. Das war schon einmal drin im System, in einer Zeit, in der es wesentlich wärmer war als heute. Wo war es hin verschwunden? Unter die Erde, gespeichert in dem, was wir „fossile Brennstoffe“ nennen. Die holen wir nun seit gut 150 Jahren aus ihrem unterirdischen Schlummer und pumpen sie in einer Geschwindigkeit in die Atmosphäre, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Das Ergebnis? Laut „Skeptikern“: keines. Die Menge an CO2 in der Atmosphäre sei ja viel zu gering, um einen Effekt zu haben. Dass die Dosis das Gift macht und die nicht unbedingt groß sein muss, um Schaden anzurichten, das ignoriert man geflissentlich. Das trifft natürlich nicht auf alle überall zu, aber auf manche, oft lautstarke „Skeptiker“.

Grundlegender Gedanke Numero zwei. Was passiert, wenn ich großen Mengen Salzwasser substantielle Mengen Süßwasser zugebe? Der Wasserspiegel steigt, soviel sollte offensichtlich sein. Zweitens wird sich der Salzgehalt des Wassers verändern. Nun geben wir dem ganzen noch ein paar durch Temperatur und Dichte bedingte Strömungen hinzu. Könnten diese durch den Zustrom großer Mengen Süßwassers und die damit verbundenen Änderungen beeinflusst werden? Wer in Chemie und Physik ein bisschen aufgepasst hat, sollte zumindest die Ahnung einer Antwort haben, ohne gleich die Komplexität globaler Wasserströme durchdringen zu müssen. Sollte es diese Änderungen geben, könnte sich das auf die allgemeine Wetterlage auswirken? Greifen Sie dazu bitte auf ihr Grundlagenwissen aus dem Geographie-Unterricht zurück, Stichwort: Wasserkreislauf. Regen, Flüsse, Meere, Verdunstung, Wolken, Regen – die Nummer. Auch hier: die Ahnung einer Antwort sollte offensichtlich sein.

Das Gletscher, Festlandeis und der antarktische Eisschild abschmelzen ist nicht zu bestreiten. Diese Phänomene können wir zu unseren Lebzeiten mit dem eigenen Auge beobachten, so wir denn gewillt sind zu sehen. Dass der Permafrostboden, wie der Name schon sagt eigentlich „permanent“ gefrorener Boden, gerade auftaut und Methan freisetzt, ist ebenso unbestritten. Zu unserem Stoff X kommt also noch Stoff Y, erweitern Sie die Gleichung entsprechend und erklären Sie, wie das keine Auswirkungen auf die Gesamtgemengelage haben soll.

Der Teufel steckt aber bekanntermaßen im Detail. Im Wo, Wie und Wann. Nicht im „Ob“. Da ich nun lediglich über ein leidlich ausgeprägtes Wissen um mögliche Zusammenhänge verfüge, wende ich mich vertrauensvoll der Wissenschaft zu, begebe mich in die Hände von Leuten, die Jahrzehnte ihres Lebens mit genau diesen Detailfragen zugebracht haben. Und damit kommen wir zum nächsten grundlegenden Gedanken: dem Vertrauen in die Wissenschaft. Das es hier einen breiten Konsens zu Gunsten eines vom Menschen beeinflussten Klimawandels gibt, ist bekannt. Das der sich nicht zu 100% deckt, ebenso. Die „Skeptiker“ führen eben deswegen gerne Studien ins Feld, die gegenteiliger Meinung sind, die gegen den „Mainstream“ schwimmen. Es gibt Dissenz, Klimathese widerlegt, badabum und tusch.

Das die Damen und Herren Gelehrten in der übergroßen Mehrheit nach der wissenschaftlichen Methode arbeiten wird...ignoriert? Vergessen? Ist nicht bekannt? Kurz zur Erklärung. Wissenschaftler A hat eine These, die er überprüfen will. Er oder Sie denkt sich ein entsprechendes Experiment aus, um seine These zu überprüfen. Im vorliegenden Fall sind das in Ermangelung praktikabler Laborexperimente meist Berechnungen durch komplexe Computermodelle.

Methode und Ergebnisse werden geprüft, wieder geprüft und noch einmal geprüft. Dann wird publiziert, meist in einschlägigen Fachmagazinen und die eigene Arbeit den Kolleginnen und Kollegen weltweit zur nochmaligen Überprüfung vorgelegt. „Peer review“ nennt sich das. Können die Experimente von A durch B, C, D und E bis Y mit gleichen oder ähnlichen Ergebnissen reproduziert werden haben wir eine Theorie, die solange gilt bis sie, im gleichen Prozess, widerlegt werden kann. Wir dürfen in Sachen Klimawandel also, auch bei ein paar abweichenden Ergebnissen, mit Fug und Recht von wissenschaftlichem Konsens sprechen.

Aber die machen das ja alle nur des Geldes wegen!, werden unsere „Skeptiker“ nun einwerfen, den eingebildeten Gelehrten im Elfenbeinturm kann man nicht vertrauen. Ja, Wissenschaft kostet Geld. Wenn wir wissenschaftlichen Fortschritt nur noch in ehrenamtlicher Tätigkeit für ehrbar erachten, dann müssen wir zu den Tagen zurückkehren, in denen Universalgelehrte ihre Freizeit nutzten und mit eigenen Mitteln und in den eigenen vier Wänden zu Durchbrüchen gelangten. Diese Zeiten sind aber schon lange vorbei. Kein Hobbywissenschaftler wird die Komplexität klimatischer Zusammenhänge in seiner Garage abschließend entschlüsseln, im Keller einen Teilchenbeschleuniger zusammenschustern oder die kalte Fusion knacken.

Und ja, die Drittmittelakquise in der Wissenschaft ist ein Problem. Eines, dass man dem Staat zu Füßen legen muss, der sich eigentlich um die auskömmliche Finanzierung von Grundlagenforschung kümmern müsste. Die Punkte die hier gerne übersehen werden sind zweierlei: Erstens: das „Abhängigkeiten“ nicht nur auf Seiten mancher Klimawandel-Befürworter bestehen sondern auch auf der Gegenseite. Es gibt ganze Industriezweige und dahinter eine erkleckliche Zahl an einflussreichen Personen, denen das Wasser im Munde zusammenlaufen dürfte, wenn sie an all die köstlichen, köstlichen Ressourcen denken, die da noch unter dem Eis schlummern und die Party noch ein wenig länger am laufen halten. Nicht zu vergessen diejenigen, denen staatliche Regulierung aus Umweltschutzgründen als Teufelszeug gilt.

Unsere Welt und unsere Wirtschaft ist auf Öl gebaut. Zu glauben, dass diejenigen, die von diesem Fundament am meisten profitieren, der Debatte nicht gerne eine andere Richtung geben würden, ist schlicht naiv. Punkt zwei: wir reden hier nicht von einer deutschen oder westlichen Problemstellung, sondern einer globalen. Die Argumente der Wissenschaft mit dem Ruf nach Korruption beiseite zu wischen, würde bedeuten, das weltweit tausende Männer und Frauen die Ideale und Methoden wissenschaftlichen Strebens nach zwei Jahrhunderten um des Mammons willen von heute auf morgen über Bord geworfen haben. Und das ist, wie jede global gedachte Verschwörung, eher unwahrscheinlich. Man darf dem globalen Konsens in Sachen Klimawandel also durchaus vertrauen schenken, auch wenn er nicht zu 100% ausfällt und es, sowohl auf der Pro wie auf der Contra Seite, Forscher gibt, die nicht so sauber arbeiten, wie sie es sollten.

Würden wir bei einem Verhältnis von 50 zu 50 oder 70 zu 30 liegen, wäre das etwas anderes. Wären es nicht so viele verschiedene wissenschaftliche Disziplinen, die jede in ihrem Fachgebiet zu ähnlichen Schlussfolgerungen gelangen, sondern nur eine einzige, deren Mitglieder sich beharken, dann wäre es etwas anderes. Aber hier hat die Quantität ihre eigene Qualität.

Womit wir zum vorerst letzten grundlegenden Gedanken kommen: der Endlichkeit. Und hier werde ich mich weit aus dem sprichwörtlichen Fenster lehnen und einen Blick in die Zukunft wagen. Der erste Blick ist ganz klar und nicht nur wahrscheinlich sondern unausweichlich. Die Ressourcen des Planeten, die wir für eine „weiter so“ brauchen, werden der Menschheit über kurz oder lang ausgehen. Alles was nicht nachwächst, ist endlich. Zerstören wir sehenden Auges die Grundlagen der wachsenden Dinge, werden auch die ihrem nutzbarem Ende entgegen gehen. Der zweite Blick hängt weit aus dem geöffneten Fenster und klingt im ersten Moment nach Science-Ficiton. Unsere Ressourcen sind, bis auf wenige Ausnahmen, nicht endlich. Sie liegen nur nicht auf der Erde. Mineralien und anorganische Materialien, die wir tagtäglich verschlingen gibt es in Hülle und Fülle im All. Das einzige, was wahrlich (und relativ gesehen auch zeitnah) endlich ist, ist das, was nicht durch den Kosmos schwebt. Dinge, die es nur hier gibt, also all jenes, was aus lebendem Material entstanden ist und das wir, wie schon bemerkt, als „fossile Rohstoffe“ bezeichnen.

Blöd nur das man das ganze Zeug im All nicht rankommt. Oder vielleicht doch? Bei Goldmann Sachs, mag man von den Finanzjongleuren halten was man will, geht man davon aus, dass der erste Trillionär ein „space-miner“, ein Bergbau-Unternehmer im Weltraum sein wird. Rein technologisch ist die Menschheit von dieser Möglichkeit der Ressourcenbeschaffung vielleicht weniger weit entfernt, als man das allgemein hin annehmen könnte. Die Kosten, Material und Technik ins All zu bringen sind in den letzten Jahren massiv gesunken und sollten bei anhaltendem Fortschritt weiter fallen. Ein paar prall gefüllte Gesteinsbrocken von den Rändern des Sonnensystems in Erdnähe zu schleppen und auszubeuten ist mit ein paar Milliarden Dollar technisch theoretisch umsetzbar und private Firmen, die genau das anstreben, gibt es bereits.

Gelingt das, hätte man einen ersten Schritt getan um die Zivilisation in der Kardaschow-Skala von Stufe 1 auf Stufe 2 zu heben. Alleine, also einem Menschen oder gar einem Staat, wird das kaum gelingen. Wir stehen vor globalen Herausforderungen, die global gelöst werden müssen. Je eher wir das erkennen und akzeptieren, desto besser. Dem steht freilich der wiederaufkommende Nationalegoismus gegenüber, aber das ist, wie noch einiges mehr rund um die Klima- und Rohstoffdiskussion, ein Thema für eine andere Betrachtung.
Angelo Glashagel
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Kommentare

19.09.2019, 10.24 Uhr
Thüringen-Mann | Klima-Krise und Klima-Hysterie
"Wenn ich sehe,dass Schüler die Mülltrennung nicht hinkriegen,
mit einen Flugzeug auf Studienfahrt möchten und die Türen im Winter offen lassen,
sollten sie mal überlegen,wo sie bei sich anfangen können,etwas gegen den Klimawandel zu tun."
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Die Kinder werden von Montag bis Donnerstag mit dem Diesel zur Schule gebracht .
Am Freitag demonstrieren sie gegen ihr Auto. (Greta Thunberg)
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Und dann noch eine Goldende Kamara verliehen zu bekommen,nein Danke.
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Alles nur PR mit Gretachen !!!
In Schweden liest man nix über sie,komisch ??


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Greta Thunberg erhält Goldene Kamera ich fasse es nicht.
Die hätte von mir Hausaufgaben für die Schule bekommen.
Böses Mädchen halt.


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15   |  11     Login für Vote
19.09.2019, 10.49 Uhr
Joe 50 | Danke
für die sachliche Betrachtung der Dinge. Arroganz, Größenwahn und Fanatismus bringen uns nämlich nicht weiter.

15   |  2     Login für Vote
19.09.2019, 11.05 Uhr
jo jau | dem ist nichts hinzuzufügen
Wie Jane Goodall schon sagte: In einer Welt mit begrenzten Ressourcen,ist kein stetiges Wachstum möglich.

15   |  0     Login für Vote
19.09.2019, 11.48 Uhr
N. Baxter | Problem Wachstum
darin liegt die Ursache, denn die Menschheit und Wirtschaft kann nicht unendlich weiter wachsen!!!

9   |  1     Login für Vote
19.09.2019, 12.28 Uhr
Echter-Nordhaeuser | E-Auto SUV
Fallen diese E-Auto SUV mit unter die neue Typenklassen der Versicherer. Dann wird es ab nächstes Jahr teurer in der Versicherung.
Dann werden diese Fahrzeuge wieder zum Ladenhüter.

3   |  2     Login für Vote
19.09.2019, 13.09 Uhr
der_Fuchs | verändern?
ich habe den Verdacht, wir Menschen werden erst dann wahr nehmen wollen, wenn es uns selbst betrifft, wenn es uns weh tut! Bis dahin, bloß nix verändern...

9   |  2     Login für Vote
19.09.2019, 16.27 Uhr
gosalianer | Der Untergang - damals und heute
In den achtziger und neunziger Jahren gab es ein wachsendes Ozonloch. Als Ursache fand man heraus, dass die Chemikalie FCKW maßgeblich zur Zerstörung beitrug. Kühlschränke und Spraydosen waren das Problem.

Vor ein paar Jahren gaben Wissenschaftler bekannt, dass das Ozonloch - erfreulicher Weise - erheblich geschrumpft sei. Momentan ist es wieder so klein wie vor 30 Jahren. 1987 beschlossen rund 200 Staaten im Montreal-Protokoll die Chemikalie FCKW zu verbannen. Die politischen Entscheidungen von '87 sei der Grund für den Erholungsprozess, so die Meinungen aus der Wissenschaft.

Das wachsende Ozonloch rief damals eine ähnliche Untergangsstimmung auf den Plan. Hautkrebs, verdorrte Felder, eine weltweite Hungersnot sollte ausbrechen - bis hin zur Apokalypse. In diesem Jahr gaben die gleichen Wissenschaftler bekannt, dass das Ozonloch in 2018 wieder etwas größer geworden ist, dies aber ganz normal sei, da man auch schon in den Jahren zuvor signifikante Schwankungen ausmachen konnte. Die Gründe dafür sind nicht bekannt - eventuell ist es eine 'Laune der Natur'. Egal ob nun faktisch richtig oder hypothetisch mit fehlerhaften Aussagen bespickt - niemand würde im Nachhinein etwaige Fehler in der Analyse von damals und heute zugeben oder gar veröffentlichen. Nehmen wir es also so hin, dass nicht alle natürlichen Prozesse rational erklärt werden können. Es bleibt immer eine gewisse Schwammigkeit - auch aus wissenschaftlicher Sicht.

Das Thema "Ozonloch" taucht kaum noch in den Medien auf. Vielleicht auch, weil die Berichterstattung zu positiv behaftet ist und von keinem Untergangsszenario begleitet wird. Außerdem ließe es sich politisch nicht mehr vermarkten. Eine Steuer auf FCKW wäre heute so einträglich wie die Eröffnung einer Sauna in der Sahelzone. Ich kann verstehen, dass es gegenwärtig zahlreiche Klimaskeptiker gibt, denn das Thema CO2 wird - ähnlich wie damals und heute im Fall FCKW - von zu vielen Ungereimtheiten begleitet. Jede kleinste Wetterveränderung, die nicht maßgeschneidert zur jeweiligen Jahreszeit passt, wird dem Klimawandel zugesprochen. Es ist zu heiß oder zu kalt. Es schneit zu viel oder zu wenig. Der Wind bläst zu stark. Jahrhundertsommer. Kältewelle. Die Liste an Absurditäten und Widersprüchen ist mir beim Thema Klimawandel schlichtweg zu lang.

Dass der menschliche Raubzug über den Erdball kein gutes Ende nimmt, wenn wir die nächsten Jahrzehnte so weiter wirtschaften, ist trotzdem klar. Aus der Vergangenheit können wir aber schlussfolgern, dass es immer einen Prozess gab und nie einen langanhaltenden Stillstand der uns alle ins Verderben riss. Und politisch wird der Klimawandel momentan zur Apokalypse aufgepumpt um von den tatsächlichen Problemen abzulenken, denn plötzlich rücken Eurorettung, Flüchtlingskrise und Co. verdächtig weit in den Hintergrund. Ein Weltuntergang bringt einfach mehr Sympathien, schließlich sitzen ja alle in einem Boot, das auf den schmelzenden Eisberg zusteuert - das fördert und fordert viel mehr den Zusammenhalt als ein paar Flüchtende, die ihre Zelte vor Europa aufschlagen oder Graf Draghi, der - gewusst wie - die Sparkonten der europäischen Bürger wie von Zauberhand schmälert.

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19.09.2019, 18.04 Uhr
Joerg B. | Alle Menschen wissen, dass sie sterben müssen.
Zumindest ab etwa 5 Jahren, sagen Psychologen. In Putins Russland, habe ich gehört, darf in Kinderbüchern der Tod nicht erwähnt werden. Außer vielleicht „der süße Tod fürs Vaterland“.

Und so verbringen wir fast das ganze Leben damit, diese unangenehme Tatsache zu verdrängen. Dass die Sterblichkeit auch unsere ganze Spezies betreffen könnte, wollen wir erst recht nicht wahrhaben. Deshalb verdient Angelo Glashagel große Anerkennung dafür, dass er den Mut hat, im „Land wo die Kartoffeln blüh'n und kleine Ochsen große Wagen zieh'n“ eine Betrachtung über existenzielle Menschheitsprobleme zu wagen.

Ich glaube allerdings nicht, dass viele Leser z.B. mal nach der „Kardaschow-Skala“ und ihre hypothetischen drei Stufen „gegoogelt“ haben. Wenn man berücksichtigt, wie schnell sich unsere Zivilisation bisher EXPONENTIELL(!) entwickelt hat, müssten wir bis 2150 in der Lage sein, eine Typ-I-Zivilisation entwickelt zu haben. Die Enkelkinder unserer Enkelkinder sollten sie noch erleben. Würde z.B. das Projekt "Desertec" ernsthaft verfolgt, sollte z.B. eine Fläche von nur 500x500 km ausreichen, den gesamten Energiebedarf der heutigen Menschheit zu decken.

Und zwar durch den Kernfusionsreaktor, den wir „Sonne“ nennen. Dazu bräuchten wir aber mindestens bilaterale Abkommen mit den Staaten der Sahelzone. Deutschland hat eine studierte Physikerin als Kanzlerin, die den Klimawandel als „eine Schicksalsfrage für die Menschheit“ bezeichnet. Was aber passiert in dieser Richtung? Praktisch NICHTS!

Warum? Weil Desertec in einflussreichen Kreisen nicht erwünscht ist. So titelte am 10. Oktober 2014 ein gewisser Franz Alt (CDU) in der Online-Zeitung „Telepolis“: „Der Desertec-Größenwahn ist ausgeträumt!“

Weiter schreibt er dort: „Energiefachleute haben ausgerechnet: Strom in Nordafrika zu produzieren und ihn über riesige Leitungen nach Mitteleuropa zu transportieren, wird doppelt so teuer, wie ihn hierzulande über Solaranlagen, Wasserkraft, Windräder oder Biogasanlagen zu erzeugen. In Deutschland wird gegen jedes Windrad protestiert, aber den Südeuropäern sollten 3.000 Kilometer lange Stromtrassen für Deutschland zugemutet werden.“

Aha, welche „Energiefachleute“!
„Solaranlagen, Wasserkraft, Windräder oder Biogasanlagen“ in einem der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas. Als ob wir nicht schon jetzt unter einem ähnlichen Flächenfraß leiden würden wie das Brasilien Bolsonaros. Anscheinend hat dieser „Fachmann“ auch noch nie was von H2-Technologie gehört?

„Dächertec statt Desertec!“
Weiß dieser „Experte“ nicht, wie energieaufwändig die Produktion monokristalliner Solarzellen ist? („Googeln!“) Ihr Wirkungsgrad beträgt am Ende nicht einmal 30%. Dagegen erreichen „bei idealen Wetterbedingungen […] solarthermische Kraftwerke deutlich höhere Wirkungsgrade als Photovoltaikanlagen.“, schreibt z.B. „energie-lexikon.info“. „Ideale Wetterbedingungen“ gibt es in der Sahara viel öfter als in Mitteleuropa, wo man jetzt schon massenhaft gegen Windräder klagt. Und es gibt dort auch sehr viel mehr ungenutzte Fläche!

Man braucht wohl auch nicht lange zu warten, bis einigen besonders strengen Kulturmenschen der Anblick von Solardächern ein Dorn im Auge ist. Und die ganz antiimperialistischen Gutmenschen betrachten Desertec auch noch als „Ausdruck neokolonialistischen Größenwahns“.

Menschen mit ideologischem Tunnelblick werden wohl immer in der Mehrzahl sein. Es lebt sich ja so bequem in der Wohlfühl-Filterblase. „Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!“

„Böse kleine Mädchen“ wie Greta, die auch schon mal ganz unorthodox über eine Renaissance der Kernenergie nachgedacht hat, stören da nur. Allerdings, das billigste und bislang ungefährlichste Fusionskraftwerk funktioniert voraussichtlich noch Jahrmillionen – 8 Lichtminuten und 20 Sekunden von uns entfernt. Kein Trump, kein Putin oder ein sonstiger Homo „sapiens“ hat Macht darüber, um anderen – vermeintlichen Feinden – zu schaden.

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19.09.2019, 18.58 Uhr
5020EF | Warum die Erde untergeht?
Weil einfach viel zu viele Parasiten (Menschen) auf ihr leben...

Schon mal darüber nachgedacht?

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19.09.2019, 20.24 Uhr
H.Freidenker | Heute in den Nachrichten,
In Japan plant man 7 neue Atomkraftwerke, Deutschland stieg wegen der japanischen Atomkatrastrophe aus dieser Technologie aus.
In Polen wurde die Laufzeit für die Braunkohle im grenznahen Raum zu Deutschland und Tschechien um 25 Jahre verlängert.
In Deutschland herrscht der Klimawahn und Greta bekommt die Goldene Henne.
Wir in Deutschland bekommen eine CO2- Steuer, denn die rettet das Klima.
Merkt keiner, wie wir verarscht werden!

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19.09.2019, 20.40 Uhr
5020EF | Freidenker....
SIE haben es auf den Punkt gebracht!

Deutschland muss "sauber" sein, egal ob wir 'schmutzigen' Strom von den Nachbarn beziehen... Hauptsache bei uns glänzt die Öko-Weste schön weiss....

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19.09.2019, 22.13 Uhr
Gylfaginning | Nichts genaues weiß man nicht !
Die einen sagen so - die anderen so.

Herr Glashagel:

Grundlegender Gedanke Numero zwei. Was passiert, wenn ich großen Mengen Salzwasser substantielle Mengen Süßwasser zugebe? Der Wasserspiegel steigt, soviel sollte offensichtlich sein. Zweitens wird sich der Salzgehalt des Wassers verändern.... Sollte es diese Änderungen geben, könnte sich das auf die allgemeine Wetterlage auswirken?

Welt der Physik:

Coral Gables (USA) - Bisherige Klimamodelle sagen eine Abschwächung des Golfstroms voraus, ausgelöst durch die Eisschmelze der Arktis und die dadurch bedingte Aussüßung des Atlantiks. Der Golfstrom transportiert große Massen an warmem Wasser aus der Karibik an die Westküste Europas und sorgt somit für das milde Klima in Europa. Neue Erkenntnisse eines internationalen Wissenschaftlerteams um Lisa Beal von der Universität Miami zeigen nun, dass der Einfluss eines afrikanischen Stroms im Indischen Ozean, des Agulhasstroms, den Salzgehalt und die Temperatur im Atlantik erhöht und somit der Abschwächung des Golfstromes entgegenwirkt.

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19.09.2019, 22.41 Uhr
5020EF | Gylf....
Und was wollen Sie damit sagen?

Sind die Deutschen/Europäer Schuld? Was müsste sich ändern?

Außer "Gutmenschen-quatsch" kommt hier nicht viel rum.... man müsste, man sollte... man hätte...

Was sind ihre Vorschhläge?

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20.09.2019, 14.43 Uhr
Paulinchen | Vielleicht haben die beiden Herren,...
... welche im Focus geschrieben haben, ganz einfach nur die Realität beschrieben. Sie sagen, das Ende des Euro muss jetzt kommen, das die EU auseinander triftet. Je länger wir uns an dieser Währung klammern, desto teurer wird der Abschied werden. Die Klimahysterie ist nur ein Ablenkungsmanöver, um von den tatsächlichen und gravierenden Problemen abzulenken. Denn unsere Wirtschaft schwächelt gewaltig und wenn wir den Grünen und den Klimachaoten folgen, war es das dann mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland. Deshalb, Vorsicht mit volle Kraft voraus in ein neues Klima. Ach ja, FFF in Deutschland, wie war das doch mit der Schulpflicht? In Frankreich müssen die Schüler bis zum bitteren Ende den Unterricht verfolgen und erst danach wird demonstriert. So heute im TV n24.

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20.09.2019, 16.57 Uhr
Kama99 | @H.Freidenker
Richtig erkannt, viele merken wirklich nicht das sie vera.... werden. Aber scheinbar ist demnächst eine unsichtbare Glocke über Deutschland die sämtliches C02 aus dem Rest der Welt von uns fern hält. Wenn man den heutigen Nachrichten Glauben schenken darf, werden Öl-Heizungen verboten, ich hoffe nur das alle die es betrifft einen Gasanschluß vor der Tür liegen haben, sonst könnte es im Winter kalt werden.

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