Do, 18:34 Uhr
26.09.2019
MAN KANN ZU HERRN MAAßEN STEHEN, WIE MAN WILL
Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat er Recht
Die öffentlich-rechtlichen Sender seien "zu viele, zu teuer, zu fett, zu borniert und zu parteiisch", urteilte Maaßen am 17. September und geht dabei so weit, vorzuschlagen, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu reformieren oder gleich ganz abzuschaffen. Eine Reformation scheint logisch unabdingbar...
Der Rundfunkbeitrag ist jetzt schon absurd hoch. Die Vorstellungen einiger Politiker, leider auch in Thüringens Landesregierung, diesen in Zukunft automatisch anzupassen, kann kein Mensch, der sich mit der Materie beschäftigt hat, verstehen. Ein Wille zum Sparen ist seitens der Verantwortlichen nicht erkennbar.
Wozu braucht Deutschland mehr als 35 öffentlich-rechtliche Fernseh- und mehr als 70 Rundfunkprogramme? Je nach Sendung bzw. n-ter Wiederholung können doch teilweise die Intendanten die Zuschauer und Hörer mit Handschlag begrüßen. Wiederholungen von TV-Sendungen sind im Zeitalter von Mediatheken und Recorderfunktionen vieler Fernsehgeräte auf große, durchaus bezahlbare, Festplatten reine Energieverschwendung!
Warum müssen diese Programme auch noch zunehmend über das Internet verbreitet werden? Die Verbreitungswege Kabel, Satellit und DVB-T2, DAB+ wären - ressourcenschonend und planvoll eingesetzt - völlig ausreichend und würden vor allem für mobile Radiohörer einen deutlichen Mehrwert bringen. Für die Datenautobahnen im Internet würde das eine deutliche Entlastung bringen.
Bereits 2015 sollte einem Willen der EU entsprechend der Betrieb der Energie verschwendenden, nicht mehr zeitgemäß effektiven, UKW-Rundfunksender eingestellt werden. Seitens der Verantwortlichen wurde und wird der Termin bis heute negiert. 2013 wurde sogar eine Hörerpetition organisiert, um einen Grund für die Nichtumstellung auf DAB zu haben. Die Hörer wurden mit falschen Argumenten und Milchmädchenrechnungen in die Irre geführt.
teltarif.de vom 26.7.2019(!): Vor einigen Wochen hat sich der niedersächsische Landtag einstimmig gegen eine weitere Förderung des terrestrischen Digitalradios DAB+ ausgesprochen. Der Hörer habe sich letzten Endes dafür entschieden, beim analogen UKW-Rundfunk zu bleiben. Das habe die Politik zu akzeptieren. Da frage ich: Welche DAB-Hörer und wie viele hat man befragt? Wer hat die Mitglieder des niedersächsischen Landtags da falsch beraten und warum war nicht ein Abgeordneter in der Lage, sich vor der Abstimmung über die Tatsachen zu informieren? Warum sind vor allen die an Umwelt- und Klimaschutz interessierten Abgeordneten nicht auf die Barrikaden gegangen?
Den Empfang der NDR-Rundfunkprogramme über DAB+ bietet der NDR nur in und um Braunschweig, Hamburg, Hannover, Rostock und neuerdings auf der Insel Rügen an. Weil die Sender auch noch auf verschiedenen Kanälen arbeiten, muss das Empfangsgerät während der Fahrt bedient werden. Damit kann man keinen mobilen Radiohörer von DAB+ überzeugen.
Wer schon einmal mit Kanal 5c (Deutschlandfunk und einige andere) ohne das Radio anzufassen längs oder quer durch Deutschland gefahren ist, kann auf das deutlich störanfälligere UKW-Radio gut und gerne verzichten.
Die Energiebilanz von UKW-Radio ist verheerend. Die meisten großen Sender senden mit 100 kW Strahlungsleistung ein einziges Rundfunkprogramm. Mit einem Zehntel dieser Strahlungsleistung vertreiben die großen DAB+-Sender 14 Programme zum Beispiel auf Kanal 5c.
Dass durch durchgängige Einführung von DAB+-Radio bei den Hörern ein gigantischer Haufen Elektroschrott entsteht, ist Unsinn. Selbst ein altes Röhren-Dampf-Radio mit Tonabnehmer-Anschluss lässt sich mit einem kleinen DAB+-Empfänger für 30 Euro (geringere Qualität gibt es auch schon mal für 20 Euro) bequem weiter benutzen. Wer in seinem Haushalt mehrere alte Radios/Stereoanlagen betreibt, muss sich einen DAB-Empfänger zulegen, der das empfangene Programm in Stereo auf UKW umsetzt. Auch diese Geräte sind bezahlbar.
Ob senderseitig alle Optionen, Investitionen gering zu halten, ausgeschöpft wurden, weiß ich nicht. Dass es diesbezüglich viele Möglichkeiten gab, kann ich gern für Interessierte auflisten.
Der mdr ist für die Einführung von DAB+ fast zu loben. Nach meinen mobilen Erfahrungen sind die Sender in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt jeweils durchgehend zu empfangen. Das fast bezieht sich auf die verschenkte Möglichkeit, einen Kanal in allen 3 Ländern einzuführen, auf dem man seinen Heimatsender im gesamten mdr- Sendegebiet empfangen kann.
Vor diesem Hintergrund sind Anstöße zum Sparen von viel Geld und Energie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehprogramm mehr als sinnvoll und die Zwangsabgabe Telekommunikationsgebühren könnte gesenkt oder sogar abgeschafft werden. Einer Gebührenerhöhung sollten wir Konsumenten entschlossen entgegen treten. Mit der drastischen Senkung des Energieverbrauchs auf der Senderseite kann man viel mehr für den Klimaschutz tun, als mit vielerlei Kleinklein auf der Seite der Konsumenten.
Jürgen Wiethoff
Autor: redDer Rundfunkbeitrag ist jetzt schon absurd hoch. Die Vorstellungen einiger Politiker, leider auch in Thüringens Landesregierung, diesen in Zukunft automatisch anzupassen, kann kein Mensch, der sich mit der Materie beschäftigt hat, verstehen. Ein Wille zum Sparen ist seitens der Verantwortlichen nicht erkennbar.
Wozu braucht Deutschland mehr als 35 öffentlich-rechtliche Fernseh- und mehr als 70 Rundfunkprogramme? Je nach Sendung bzw. n-ter Wiederholung können doch teilweise die Intendanten die Zuschauer und Hörer mit Handschlag begrüßen. Wiederholungen von TV-Sendungen sind im Zeitalter von Mediatheken und Recorderfunktionen vieler Fernsehgeräte auf große, durchaus bezahlbare, Festplatten reine Energieverschwendung!
Warum müssen diese Programme auch noch zunehmend über das Internet verbreitet werden? Die Verbreitungswege Kabel, Satellit und DVB-T2, DAB+ wären - ressourcenschonend und planvoll eingesetzt - völlig ausreichend und würden vor allem für mobile Radiohörer einen deutlichen Mehrwert bringen. Für die Datenautobahnen im Internet würde das eine deutliche Entlastung bringen.
Bereits 2015 sollte einem Willen der EU entsprechend der Betrieb der Energie verschwendenden, nicht mehr zeitgemäß effektiven, UKW-Rundfunksender eingestellt werden. Seitens der Verantwortlichen wurde und wird der Termin bis heute negiert. 2013 wurde sogar eine Hörerpetition organisiert, um einen Grund für die Nichtumstellung auf DAB zu haben. Die Hörer wurden mit falschen Argumenten und Milchmädchenrechnungen in die Irre geführt.
teltarif.de vom 26.7.2019(!): Vor einigen Wochen hat sich der niedersächsische Landtag einstimmig gegen eine weitere Förderung des terrestrischen Digitalradios DAB+ ausgesprochen. Der Hörer habe sich letzten Endes dafür entschieden, beim analogen UKW-Rundfunk zu bleiben. Das habe die Politik zu akzeptieren. Da frage ich: Welche DAB-Hörer und wie viele hat man befragt? Wer hat die Mitglieder des niedersächsischen Landtags da falsch beraten und warum war nicht ein Abgeordneter in der Lage, sich vor der Abstimmung über die Tatsachen zu informieren? Warum sind vor allen die an Umwelt- und Klimaschutz interessierten Abgeordneten nicht auf die Barrikaden gegangen?
Den Empfang der NDR-Rundfunkprogramme über DAB+ bietet der NDR nur in und um Braunschweig, Hamburg, Hannover, Rostock und neuerdings auf der Insel Rügen an. Weil die Sender auch noch auf verschiedenen Kanälen arbeiten, muss das Empfangsgerät während der Fahrt bedient werden. Damit kann man keinen mobilen Radiohörer von DAB+ überzeugen.
Wer schon einmal mit Kanal 5c (Deutschlandfunk und einige andere) ohne das Radio anzufassen längs oder quer durch Deutschland gefahren ist, kann auf das deutlich störanfälligere UKW-Radio gut und gerne verzichten.
Die Energiebilanz von UKW-Radio ist verheerend. Die meisten großen Sender senden mit 100 kW Strahlungsleistung ein einziges Rundfunkprogramm. Mit einem Zehntel dieser Strahlungsleistung vertreiben die großen DAB+-Sender 14 Programme zum Beispiel auf Kanal 5c.
Dass durch durchgängige Einführung von DAB+-Radio bei den Hörern ein gigantischer Haufen Elektroschrott entsteht, ist Unsinn. Selbst ein altes Röhren-Dampf-Radio mit Tonabnehmer-Anschluss lässt sich mit einem kleinen DAB+-Empfänger für 30 Euro (geringere Qualität gibt es auch schon mal für 20 Euro) bequem weiter benutzen. Wer in seinem Haushalt mehrere alte Radios/Stereoanlagen betreibt, muss sich einen DAB-Empfänger zulegen, der das empfangene Programm in Stereo auf UKW umsetzt. Auch diese Geräte sind bezahlbar.
Ob senderseitig alle Optionen, Investitionen gering zu halten, ausgeschöpft wurden, weiß ich nicht. Dass es diesbezüglich viele Möglichkeiten gab, kann ich gern für Interessierte auflisten.
Der mdr ist für die Einführung von DAB+ fast zu loben. Nach meinen mobilen Erfahrungen sind die Sender in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt jeweils durchgehend zu empfangen. Das fast bezieht sich auf die verschenkte Möglichkeit, einen Kanal in allen 3 Ländern einzuführen, auf dem man seinen Heimatsender im gesamten mdr- Sendegebiet empfangen kann.
Vor diesem Hintergrund sind Anstöße zum Sparen von viel Geld und Energie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehprogramm mehr als sinnvoll und die Zwangsabgabe Telekommunikationsgebühren könnte gesenkt oder sogar abgeschafft werden. Einer Gebührenerhöhung sollten wir Konsumenten entschlossen entgegen treten. Mit der drastischen Senkung des Energieverbrauchs auf der Senderseite kann man viel mehr für den Klimaschutz tun, als mit vielerlei Kleinklein auf der Seite der Konsumenten.
Jürgen Wiethoff