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Mi, 10:22 Uhr
09.10.2019
Wahlaufruf von evangelischer und katholischer Kirche

„Gesicht zeigen, wählen gehen!“

Die evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer veröffentlichen unter dem Motto „Gesicht zeigen, wählen gehen!“ einen Aufruf zur Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober. „Bitte nutzen Sie Ihr Wahlrecht!“, heißt es in dem Appell der fünf Bischöfe. Wir haben den genauen Wortlaut...


„Im 30. Jahr nach der Friedlichen Revolution erinnern wir uns dankbar daran, dass die vielen Menschen guten und friedlichen Willens demokratische Verhältnisse erkämpft haben. Sie haben im Herbst 1989 für freie und geheime Wahlen demonstriert. Heute geht es darum, das Wahlrecht nicht brach liegen zu lassen. Für eine lebendige Demokratie kommt es auf Jede und Jeden an.

Die Kirchen in Thüringen treten für die einzigartige Würde jedes Menschen und die Gleichheit aller Menschen vor Gott ein. Das Christentum setzt keine kulturellen und ethnischen Grenzen. Minderheitenschutz, Religionsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit sind für uns nicht verhandelbar. Wir sind gegen jede Form von Hass und Hetze, von Geringachtung und Ausgrenzung von Migranten und erst recht gegen jede Form von Antisemitismus.

Eine Gesellschaft, in der alle gut leben können, braucht Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung:

»Gerechtigkeit erhöht ein Volk...« (Sprüche 14,34)
Erfahrene Ungerechtigkeit ist Anlass für viele zwischenmenschliche Konflikte. Die Schere zwischen existenzbedrohender Armut und unvorstellbarem Reichtum geht auch in unserem Land auseinander. Daraus resultieren soziale Spannungen. Es geht um eine wirkliche Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Wohlstand. Bezahlbarer Wohnraum auch im Alter, eine gerechte Verteilung der Arbeit und ein ausreichendes monatliches Einkommen sind wichtige Ziele für gesellschaftliche Gerechtigkeit.

»Suche Frieden und jage ihm nach.« (Psalm 34,15)
Frieden kann nur dort gelingen, wo Menschen bereit sind, friedfertig zu sein, dem Anderen Frieden und Glück zuzugestehen. Diskriminierungen, Ausgrenzungen und Gleichgültigkeit stehen dem inneren Frieden in unserem Land entgegen.

»Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.« (Genesis 2,15)
Die menschengemachte Klimakrise stellt uns vor entscheidende Fragen. Wir stehen in Verantwortung vor Gott, seiner gesamten Schöpfung mit unseren Kindern und Enkeln. Unser Gebet, unser persönlicher Lebensstil und unsere politischen Entscheidungen sind gleichermaßen wichtig.

Das sind für die Kirchen Grundlagen politischen Handelns. Wir empfehlen allen Bürgerinnen und Bürgern, vor der Wahl zu prüfen, was die Parteien zu diesen Handlungsfeldern ankündigen, um daran die eigene Wahlentscheidung auszurichten.“

Landesbischof Friedrich Kramer
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland

Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

Bischof Dr. Ulrich Neymeyr
Bistum Erfurt

Bischof Dr. Michael Gerber
Bistum Fulda

Bischof Heinrich Timmerevers
Bistum Dresden-Meißen
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Kommentare

09.10.2019, 12.55 Uhr
Psychoanalytiker | Liebe Bischöfin, liebe Bischöfe ...
... ich stimme Ihnen in vielem, aber nicht in allem zu!!!

Googeln Sie doch einfach mal unter mobil.krone.at -> Nachrichten -> Welt vom 16.09.2016, 14:30 bezüglich des Imam von Mekka nach. Wenn Sie es dann gefunden haben, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie dessen Worte unter Berücksichtigung der christlichen Religion in dieser Zeitung auch mal "einem Laien" interpretieren würden ...

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09.10.2019, 13.37 Uhr
Örzi | Kirche und Politik
Die Damen und Herrn Kleriker sollten sich vornehm aus der Tagespolitik heraushalten. Das ist weder ihr Metier noch ihre Aufgabe. Wahlempfehlungen zu geben, auch verdeckte, ist in ihrem Fall Nötigung. Sie sollten in die Geschichte schauen, welche fatalen Auswirkungen die Einmischung der Kirche in die Politik hatte.
Im Übrigen gäbe es im eigenen Haus genug zu tun, bevor man anderen Ratschläge erteilt.

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09.10.2019, 13.49 Uhr
Frank1966 | 500 Mio. Euro jährlich!
Das ist die Summe, welche die Kirche jährlich als sogenannte Staatsleistungen erhält und das, obwohl die Weimarer Reichsverfassung und genauso das Grundgesetz den Abschied von dieser Praxis vorsehen.

Quelle: Welt vom 08.02.2019

Sie haben ihre Grundlage darin, das kirchliche Güter im Jahre 1803 im Rahmen des sogenannten "Reichsdeputationshauptschlusses" in den staatlichen Besitz übergegangen sind.
Carsten Frerk kommt auf den Gesamtbetrag von 435 Mrd. Euro (150 Mrd. in Geld und Aktien, 220 Mrd. in Immobilien (ohne Kirchen) und 65 Mrd. in Stiftungen und anderen Vermögenstiteln (FRERK 2002).

Quelle: Wissenschaftliche Dienste - Deutscher Bundestag WD 10 - 3000 - 040/16

Wo, liebe Kirche, ist Euer finanzieller Beitrag an der Bekämpfung der Ungleichheit in diesem Land. Warum gibt es Obdachlose, Tafeln und soziale Einrichtungen auch für Kinder in diesem Land. Oder habt Ihr mehr als einen Tebartz - van Elst in Eueren Reihen.

Wenn er es jetzt schon nicht mehr schafft, die Menschen zu ernähren, wie soll der Schöpfer dann noch eine Milliarde mehr Menschen ernähren.
Clemens Tönnies musste erfahren, was passiert wenn man über die Schöpfung in Afrika spricht.

Aber so lange der Euro fliesst, so lange wird man sich jeder Veränderung in den Weg stellen.

Also "Gesicht zeigen, wählen gehen!" Es gibt eine Alternative.

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09.10.2019, 14.06 Uhr
mgoerk | Kirche - Meinung
Ich finde es völlig in Ordnung, wenn sich die verfasste Kirche mit einem Statement zu gesellschaftlichen und gern auch zu politischen Themen äußert. Das ist für mich eine Haltung oder Meinung. Die darf ja jeder äußern!

Ich persönliche entnehme daraus für mich keine Handlungs- oder Wahlempfehlung. Da kann ja jeder für sich was draus machen oder bleiben lassen.

Es braucht ja immer zwei, einen der es macht und einen der es mit sich machen läßt!

Grundsätzlich brauchen wir, meiner Meinung nach, mehr Einmischung von Sozialverbänden, Kirchen, Betrieben, u.a.. Wir brauchen, meiner Meinung nach, nachhaltige, praktikable und den Menschen zugewandte Lösungen und keine polittheoretischen bzw. rhetorischen Winkelzüge oder Ansagen vor einer Wahl.

Michael Görk

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09.10.2019, 14.12 Uhr
tannhäuser | Gottseidank...
...bin ich aus dem Heuchler-Laden ausgetreten, und das nicht mal hauptsächlich wegen der Kirchensteuer.

Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, dass Wölfe im Schafspelz mich zum Lämmchen machen wollten.

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09.10.2019, 14.29 Uhr
guckan | Eklatante Bildungslücken
Das mag über die Vorstellungskraft der ortsansässigen Demokratieverächter weit hinaus gehen, aber in der Demokratie dürfen auch Kleriker politische Äußerungen tätigen und Wahlempfehlungen abgeben.

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09.10.2019, 21.13 Uhr
Kobold2 | Es ist geradezu anmaßend
darüber bestimmen zu wollen, wer, oder welche Institution, sich zu gesellschaftlichen Themen äußern darf, oder sollte! Das hat was mit gegenseitigem Respekt, Achtung und Toleranz zu tun. Dann klappt es auch besser mit der Disskusionskultur ! Die Kritik an Letzterer, haben ja gestern schon einige nicht verkraftet.
Ganz grob, kann man das auch einfach Meinungsfreiheit nennen.
Nicht nur dafür haben vor 30 Jahren ne Menge Leute einiges riskiert und sind auf die Strasse gegangen. Ohne den Schutz der Kirche wäre das so, nicht möglich gewesen. Wenn man mit der Meinung des Anderen nicht zurecht kommt, dann sollte man vielleicht mal in sich gehen und, etwas von seinem Standpunkt zurücktreten . Das erweitert die Übersicht .
Mir persönlich, ist es lieber, das jemand überhaupt einen Standpunkt hat, auch wenn er sich nicht mit meinem deckt. Denn mit egal, ist niemandem geholfen.

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09.10.2019, 23.17 Uhr
tannhäuser | Natürlich dürfen sie Stellung beziehen!
Auch gegen die AfD. Die wird das garantiert nicht nur überleben, sondern ihr sogar noch mehr Stimmen von frustrierten Christen einbringen.

Aber wenn sie wie Protestantenhirte Bedford-Strohm sowie Kardinal Marx Gelder aus der Kirchen- und nicht Privatschatulle spendieren, um Schleuser wie Rackete zu fördern, sollten die geretteten Schiffbrüchigen auf eigene oder Kirchenkosten unterbringen und finanzieren.

Mal sehen, wie viele Gläubige dann noch die Flucht von Klerus und Luther-Reformation ergreifen.

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10.10.2019, 11.50 Uhr
Joerg B. | Ad fontes!
„Kommunismus (lateinisch communis ‚gemeinsam‘) ist ein um 1840 in Frankreich entstandener politisch-ideologischer Begriff mit mehreren Bedeutungen:

Er bezeichnet erstens gesellschaftstheoretische Utopien, beruhend auf Ideen sozialer Gleichheit und Freiheit aller Gesellschaftsmitglieder, auf der Basis von Gemeineigentum und kollektiver Problemlösung.“ (Wikipedia)

Genau dies praktizierte der legendäre Jesus. Er hatte gemäß der neutestamentlichen Legende kein Problem damit, seinen Kollegen Fischern die Netze zu füllen und mit fünf Broten und zwei Fischen fünftausend Menschen zu speisen. (Alles nachlesbar, auch ohne Bibel im Haushalt!)

Nun warten manche von uns schon über 2000 Jahre auf die Wiederkehr dieses legendären Wohltäters. So ist es doch eigentlich kein Wunder, dass sich 1847 ein paar von den „Stellvertretern Gottes“ Enttäuschte ans Werk machten und das Kommunistische Manifest schrieben!?

Leider waren sie weder Übermenschen noch Götter, wollten aber dennoch den Homo „sapiens“ zu seinem Glück zwingen. Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao, Ho Chi Minh, Pol Pot, so ging es langsam abwärts bis schließlich wie eine glückliche Mutation Gorbatschow – fast aus Versehen – an die Macht kam.

Doch wie sah es im Mittelalter mit den „unfehlbaren Stellvertretern Gottes“ aus? Das Paradies auf Erden konnten sie alle nicht herbeizaubern. Der „liebe“ Gott hatte sie ja auch aus dem Paradies vertrieben. Dabei war doch nur ein dummes Reptil (Auch ein Geschöpf Gottes!) dran schuld. Oder waren Adam und Eva ihrem Schöpfer einfach nur ZU ähnlich geraten?

Da ist Stephen Hawkings Lösung des Fermi-Paradoxons ja fast schon eine positive Verheißung.

#Nu' is's aber gut!#

Fazit:
Geht wählen! Aber überlegt Euch genau, welche Partei das kleinste Übel ist! „Neu“ ist nicht unbedingt „besser“! Wer kennt eigentlich noch den „Zauberlehrling“ von dem ollen deutschen Schreiberling?

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