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Fr, 11:05 Uhr
18.10.2019
Landespolitiker äußern sich

Im Gespräch…

Eine Sondershäuser Institution in Sachen „Kali“ – Dr. Heinz Scherzberg, aber auch um die Waldwildnis ging es. Mit ihm sprach CDU-Landtagskandidat Stefan Schard...

Um mehr über die aktuellen und örtlichen Möglichkeiten sowie die Zukunft hinsichtlich der Arbeit mit dem weltweit gefragten Düngemittel „Kali“ zu erfahren, verabredete sich Landtagskandidat Stefan Schard mit Dr. Heinz Scherzberg, der auch in Sachen

„Waldwildnis“ so einiges zu sagen hat. Viele Aktionen um die „Mutterblutbuche“ bei Sondershausen aber auch die Etablierung der „Blutbuchenkönigin“ gehen ebenso auf sein Konto.

Im Gespräch… (Foto: Stefan Schard) Im Gespräch… (Foto: Stefan Schard)

Dr. Scherzberg ist ein leidenschaftlicher Chemiker, 82 Jahre alt, seit 1959 mit der Materie „Kali“ in Berührung, worüber er auch seine Dissertation verfasste. Der Verfahrensentwicklung rund um dieses Thema gilt heute noch seine große Begeisterung. Hunderte von Patenten bzw. Patentanmeldungen gehen auf seine Arbeit zurück und in der weltweit tätigen Sondershäuser Firma „K-UTEC“, die er 1992 mit gründete und in der heute Mitarbeiter aus 9 Nationen arbeiten, geht er heute noch halbtags mit Enthusiasmus seiner Arbeit als Angestellter nach.

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Auch brandaktuelle Fragen rund um Batterien interessieren den umtriebigen Wissenschaftler. In dem Gespräch wurde viel über die Vergangenheit des Sondershäuser Kalistandortes gesprochen, über den wohl kaum einer so viel weiß wie Dr. Scherzberg. Von besonderem Interesse sind für Schard aber auch die Zukunft der Kali-Industrie und natürlich der Standort Sondershausen. Momentan arbeitet Dr. Scherzberg sehr intensiv daran, ein neues Verfahren zu entwickeln, was ohne Rückstandshalden auskommt.

Die Erläuterungen klingen dabei sehr vielversprechend. Die Vermarktung von Kaliprodukten aus der Region ist für Scherzberg weit mehr als eine Vision. Auch den Standort Sondershausen, und das war für den Gesprächspartner besonders interessant, sieht Dr. Scherzberg in Zukunft wieder im Zusammenhang mit „Kali“. Es ginge jetzt darum, „Leute zu überzeugen und auch die Umweltproblematiken im Griff zu haben“.

Im Gespräch… (Foto: Stefan Schard) Im Gespräch… (Foto: Stefan Schard)

Der zweite Teil des Gesprächs befasste sich mit dem Engagement im Verein „Kulturwald statt Urwald e.V.“. Seit etwa 2,5 Jahren gibt es den Verein, dem Dr. Scherzberg als Mitbegründer (damals 80 Jahre alt) vorsitzt. Es sollte ein „vernünftiges Gegenmodell“ zur Urwaldinitiative der Landesregierung sein. Drei Demonstrationen vor dem Thüringer Landtag und der Staatskanzlei hatte der Verein organisiert. Schard war zu früherer Zeit bereits gemeinsam mit Vereinsvertretern bei der Umweltministerin, um für das Miteinander von Naturschutz und nachhaltiger Bewirtschaftung zu werben. Am Ende hatte der Verein zumindest ein Kompromiss erzielt, was die Größe der Stilllegungsflächen anbelangt, aber auch die auszuwählenden Flächen.

Dr. Scherzberg und Schard waren sich darin einig, dass das unbedingte Festhalten an Ideologien nicht zielführend sei. Gerade nach der Trockenheit und der Nichtzulassung von Aufforstung bzw. auch dem Verbot von Holzentnahmen bestünden ernsthafte Probleme. Vom Totholz geht eine ernsthafte Gefahr aus, was auch den Tourismus am Possenwald stark schwächt. Außerdem wachsen die Wanderwege zu und das verrottende Holz emittiert viel CO².

Auch die Brandgefahr und die fehlende Zugänglichkeit für die Feuerwehr war Thema. Als bedenklich sahen es sowohl Schard als auch Scherzberg an, dass nun mehr Holz aus Ländern importiert werden müsse, die bei weitem nicht den hohen Standard von Deutschland einhalten. Der Effekt, hier vermeintlich Wald zu schützen, führe woanders unweigerlich zu großen Schäden. All diese Argumente haben es bekanntlich jedoch nicht vermocht, die Thüringer Landesregierung umzustimmen. Schard führte an, dass auch an dieser Stelle mehr Vernunft als Gesinnung wünschenswert und begrüßenswerter wäre.

Nach intensiven 90 min. endete das interessante und äußerst informative Gespräch. Schard war es dabei ein besonderes Anliegen, sich bei Dr. Scherzberg dafür aber auch seinen unermüdlichen Einsatz zu bedanken.

Text und Foto: Stefan Schard
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