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Mo, 10:45 Uhr
21.10.2019
kn-Forum

Leserbrief zum Hotelbau in Bad Frankenhausen

Wie sehen Auswärtige, frühere Frankenhäuser, den Bau eines neuen möglichen Hotel in Bad Frankenhausen?...

Da die Stadt Bad Frankenhausen mit ihrem Plan, auf der Schlosswiese ein Hotel bauen zu lassen, nach eigenen Angaben auch das Ziel verfolgt, abgewanderte Frankenhäuser zurückzugewinnen, erlaube ich mir, mich aus Leipzig zu den Entwicklungen in meiner Heimatstadt zu Wort zu melden.

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Ich kann den Argumenten der Stadt und der Investoren in vielen Punkten folgen. Die Therme soll weiterentwickelt, der Standort Bad Frankenhausen bekannter gemacht und die Innenstadt belebt werden. Geschenkt! Doch die Antwort, die die Stadt auf diese Zukunftsfragen zu geben gedenkt, entsetzt mich - und das aus mehreren Gründen.

Den Umgang des Bürgermeisters und der Stadtverwaltung mit den Frankenhäusern im Vorfeld des Bürgerentscheids empfinde ich als sehr befremdlich. Es begann mit der Eröffnung der Bürgerversammlung, bei welcher der Bürgermeister mittels eines Videos voller schmissiger Musik und großer Versprechen jede Diskussion abzuwürgen versuchte, und gipfelt in diesen Tagen in der Zweckentfremdung des Amtsblatts, in dem der Hotelbau als Voraussetzung u.a. für das kostenfreie Mittagessen in den Kindertagesstätten, die Vereinsförderung und den Ausbau von Freizeitmöglichkeiten in der Stadt dargestellt wird.

Die Wähler sollen nach der Lektüre des Amtsblatts wohl auch glauben, die Bebauung einer der wenigen innerstädtischen Grünflächen trüge zu einer „ansprechenden Wohnatmosphäre“ bei. Ich persönlich verstehe darunter etwas anderes, aber das kann daran liegen, dass ich selbst in einem sogenannten „thermisch überhitzten“ Stadtviertel wohne und froh wäre über auch nur einen einzigen Baum in meiner Straße.

Ich beobachte seit Jahren, wie in Bad Frankenhausen ein Baum nach dem anderen aus dem Stadtbild verschwindet. Die Schattenspender auf der Liegewiese des Freibades, einige Bewohner des Botanischen Gartens oder zuletzt zwei markante Bäume auf dem Altstädter Markt sind nur einige Beispiele.

Bei dem Gedanken, dass demnächst auch noch die Wiese am Schloss großflächig aufgerissen, ausgehöhlt und mit einer Betondecke versehen wird, auf der dann ein paar Zentimeter Erde aufgeschüttet werden, um oben irgendwie den Anschein eines Schlossparks zu erwecken, packt mich eher das blanke Grauen als die Heimatliebe.

Will die Stadt ihre Bürger ernsthaft glauben machen, die Entwicklung der Schlosswiese zu einer Grünanlage, die diesen Namen auch verdient, sei nur durch diesen Hotelbau möglich? Will sie sich wirklich als Reiseziel, als Kur- und Erholungsort positionieren, indem sie konsequent weiter Flächen versiegelt und Grün vernichtet? Für mich hat das wenig mit zukunftsfähiger Stadtentwicklung und Attraktivität zu tun.

Ich wünsche mir stattdessen ein kluges und mutiges Stadtentwicklungskonzept, das Infrastruktur zur Abwechslung nicht zuerst vom Autofahrer her denkt. Das wäre mal ein Alleinstellungsmerkmal.

Katja Zeidler
Leipzig
Autor: khh

Anmerkung der Redaktion:
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