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Mi, 00:16 Uhr
20.11.2019
Neues aus Sondershausen

Natura2000-Stationschef Sondershausen sorgt für Verwirrung!

Ist es absolute Unkenntnis oder bewusste Ignorierung? Bei Bürgern und Touristiker sorgen Aussagen des Natura2000-Stationschef Sondershausen mehr als nur für Kopfschütteln. Hier kn mit den Einzelheiten...


Seit Mitte des Jahres ist Thomas Pap-Vary Leiter der Natura2000-Station Possen in Sondershausen. Sorgte schon die Errichtung dieser Station weit ab vom Possen und den Touristen für einiges Kopsfschütteln in der Region, die Station hat jetzt ihren Sitz im Haus der Vereine in Jecha so sorgten jetzt Äußerungen von Thomas Pap-Vary mehr als nur für Kopfschütteln, ja fast schon Entsetzen.

In einer regionalen Tageszeitung sorgte er mit seinen Aussagen für viel Wirbel und einige entsetzte Wanderfreunde forderten kn auf, als ehemaliger langjähriger Ortswegewart Wandern und Radwandern, solche Aussagen nicht unwidersprochen im Raum stehen zu lassen.

Worum geht es?

Der Leiter der Natura2000 Station wurde zum Thema Wandern befragt. Und seine Aussage schlägt jeden Fass den Boden aus. Es gäbe am Possen keine nennenswerte Wanderwege von überregionaler Bedeutung.

Nun, von Eisenach führt der Hauptwanderweg (Kennzeichen Blaues Kreuz) über Sondershausen, der Possenallee und dem Possen über das Klappental weiter in Richtung Kyffhäuserdenkmal und von dort weiter nach Wernigerode, was schon in Sachsen-Anhalt liegt. Keine überregionaler Wanderweg?
Hauptwanderweg im Bereich des Kyffhäuserkreises.

Noch klarer ist die Aussage des großen Wanderportals Wanderkompass:
Wanderwege Thüringen
Wenn man auf dieser Seite etwas herunter scrollt, findet man die Aussage, der Barbarossaweg ist einer der schönsten Fernwanderwege (X8 Weißes Kreuz auf schwarzem Feld). Der Barbarossaweg führt von Korbach in Hessen über Mühlhausen, Friedrichsrode nach Sondershausen.. Über die Possenallee geht es dann weiter über den "Fürstenberg" teils im Bereich der Waldwildnis teile auf den Grenzen durch den Wald entlang des Filsbergs und weiter über Hachelbich Göllingen bis zum Kyffhäuser.

Babarossaweg im Bereich des Kyffhäuserkreises.

Der Barbarossaweg sei ein unbedeutender Wanderweg? Gerade am Barbarossaweg gibt es das große Projekt Kunst am Wanderweg vom Verein Ars Natura:
Babarossaweg


Während viele Regionen sich mit Projekten beteiligen, bis hin zum letzten Projekt in Mühlhausen glänzt der Kyffhäuserkreis leider schon seit vielen Jahren mit Ignoranz.

Und ein weiterer überregionaler Wanderweg führt durch das Possengebiet. Es ist der Hainleitewanderweg, der von Friedrichsrode über den Frauenberg vorbei an den Bebraer Teichen über den Prinzessinnenweg (liegt schon in der Waldwildnis) zum Rondell führt und dann über den Fürstenberg und Hachelbich bis zu den Sachsenburgen bei Oldisleben.
Ars Natura


In den offiziellen Unterlagen des Kreiswegewarts Wandern sind oben genannt Wanderwege als überregionale Wanderwege klassifiziert.

Nicht vergessen darf man natürlich den Unstrut-Werra-Radweg, der am Grass die Ausläufer des Possen streift, ein Weg von eminenter überregionaler Bedeutung. Über diesen Weg gibt es über den Rund um Sondershausen-Radweg, sowohl von Oberspier aus, als auch von Hachelbich aus den Weg direkt zum Possen, extra mit Schildern ausgewiesen:
Radweg Rund um Sondershausen

In den letzten Tagen wurde ein interessanter Wanderweg neu ausgeschildert. Der Wanderweg zur Mutterblutbuche wurde im Wegeverlauf verändert. Statt Startpunkt Oberspier, wie früher wurde jetzt der Parkplatz Possen als Ausgangspunkt gewählt, was diesem Weg sehr gut tut, auch wenn es kein überregionaler Wanderweg ist, aber eine wichtige Bedeutung zu einem „Kulturgut“ hat, dem „Entstehungsort“ der Mutterblutbuche.

Bleibt abschließend nur die Frage, warum kennt der Leiter der Natura2000 Station diese Wege nicht? Oder will er sie aus unerfindlichen Gründen diese Wege ignorieren, weil er eine ganz eigene Definition von überregionalen Wanderwegen hat? Vielleicht sollte er sich mal mit dem Kreiswegewart in Verbindung setzen.
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Kommentare

20.11.2019, 13.41 Uhr
tannhäuser | Also wenn man sieht...
...wer sich heutzutage alles Kapitän*In nennen darf und wie einige von denen ihr Arbeitsfeld defininieren, muss man auch in diesem Falle schon mal nachfragen dürfen, welche Kompetenzen im Vorfeld bei der Einstellung (Oder war es eine Ernennung?) des Natura-Stationsleiters gefordert wurden.

Schon seit Monaten meldet sich KHH mit "Waldstandsmeldungen" und die Reaktionen darauf kamen nur wieder von uns Nörgel-Kommentatoren.

Ansonsten scheinen den Verantwortlichen ihre eigene Aussendarstellung und die Zustände in ihrem Aufgabengebiet völlig egal zu sein...

Ob aus Unfähigkeit, Faulheit, Inkompetenz oder der Sicherheit eines (unbefristeten?) Arbeitsvertrages resultierend, wird hier garantiert noch geklärt werden.

Bleiben Sie dran, KN!

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21.11.2019, 11.05 Uhr
Naturliebhaber | Könnte es Absicht sein ?
Dass es sich bei den Natura 2000 Maßnahmen nicht um wirkliche Naturschutzprojekte handelt, dürfte doch eigentlich jedem klar sein. Ja, sie verstoßen sogar gegen die Idee der Natura 2000. Hier heisst es:
"Ziel der Natura 2000 ist es nicht Kulturlandschaft in Naturlandschaft umzuwandeln, Ziel ist es den derzeitigen Naturzustand zu erhalten u.g.f. zu Verbessern."
Unter dem Deckmantel der Natura 2000 soll sich einfach grüne Macht in der Fläche zu zementieren. Das Wahlergebnis spricht eigentlich eine andere Sprache.
Auch interessieren mich mal folgende Punkte:
- wurden die Stellen ausgeschrieben?
- warum wird nicht auf die Kompetenz des einheimischen Fachpersonals zurückgegriffen ?
Gleiches sieht man am Stausee in Kelbra, dort wird derzeit das sich in 50 Jahren entwickelte Ökosystem unter dem Deckmantel des Vogelschutzes, nennen wir es einmal angepasst.
Man scheut sich nicht einmal vor Begründungen ,wie Fische sind Nahrungskonkurrenten der Vögel, oder die Anwesenheit von Hechten gefährdet die Population der Schwarzhalstaucher.
Und auch ein Totalablass des Stausees ist geplant um evtl. Fischpopulationen absterben zu lassen. Wie das mit dem Bundesnaturschutz vereinbar ist, kann mir mal vielleicht ein Jurist erklären!
Was hat der Possen mit dem Stausee in Kelbra zu tun?
Beides sind touristische Ziele, welche von nicht einheimischen Leuten mit wenig Ahnung von der Natur in unserer Region geschädigt werden. Dabei zerstören sie einen wichtigen Teil unserer wirtschaftlichen Infrastruktur.
Die Landräte (innen) der Landkreise schauen dabei zu!!
Wir sollten nicht zulassen, dass die Region in einen botanischen Garten für Ökoträumer verwandelt wird.
Unsere Natur ist ein kostbares Gut, welches es zum Nutzen von Mensch, Tier und Pflanzenwelt zu verteidigen gilt. Eine sinnvolle wirtschaftliche Entwicklung würde auch den Naturschutz mit Akzeptanz in der Bevölkerung weiterbringen.

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