Do, 10:27 Uhr
28.11.2019
Meldung aus der Wirtschaftswelt
Den Landwirten im Kreis drückt nicht nur ein Schuh
Bei der gestrigen Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes wurden etliche Probleme angesprochen und das Landratsamt hat Unterstützung angeboten...
Gestern fand im Vereinsraum des Sondershäuser Bergmannsvereins die jährliche Mitgliedsversammlung des Kreisbauernverbandes statt.
Neben Landtagsmitglied Stefan Schard (CDU) nahmen u.a. auch der Verwaltungsleiter des Landratsamtes, Veterinäramt, und Gästen aus Nordhausen und Erfurt (Bauernverband) teil. Verwaltungsleiter Dr. Heinz-Ulrich Thiele überbrachte die Grüße der Landrätin, die bei einem anderen Termin weilte.
Die Begrüßung der Gäste und Teilnehmer übernahm der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Dr. Wolfgang Peter. Er hielt anschließend auch den Rechenschaftsbericht des Vorstandes.
Neben den sechs Sitzungen das Vorstandes waren Landwirtschaftskonferenz, Erntegespräch und ein Forum mit der Kyffhäusersparkasse zum Thema Windenergie die weiteren Höhepunkte. Kein besonderes Thema war die Frage der anhaltenden Dürre in den letzten Jahren.
Schwerpunktthemen im letzten Jahr waren
- Nitratbelastung des Wassers
- bevorstehendes Biosphärenreservat und
- die Wahlen 2019.
Zum Thema Dürre verwies Dr. Peter auf das gesonderte Forum in der Cruciskirche von Sondershausen, kn berichtete ausführlich.
Beim Thema Information zur Bildung der drei Gewässerunterhaltungsverbände für die Region kam Dr. Peter zu einem der Schwerpunktthemen des gestrigen Abends, dass sich fast durch alle Diskussionen zog.
Dr. Peter forderte eine konkrete Abgrenzung der Gewässer der 2. und 3. Ordnung. Das sei wegen der Bearbeitung der Randstreifen von außerordentlicher Bedeutung.
Von den 11 sogenannten "roten Gebieten" Thüringens, hier ist die Grundwasserbelastung mit Nitrat sehr hoch, liegen sechs Gebiete teils auch im Kyffhäuserkreis.
Obwohl der Landkreis die geringste Tierproduktion in Thüringen hat (auf die Fläche bezogen) ist die Belastung hoch. Unklar ist immer noch warum.
Ein Ansatzpunkt ist die Belastung durch Klärschlamm der in einigen Gebieten bei Rekultivierungsmaßnahmen eingebracht wurde. Das deckt sich auch mit den Beobachtungen, denn in diesen Gebieten wurde kaum Dünger eingebracht und trotzdem steigt die Belastung immer noch an.
Eine weitere Forderung ist die Überprüfung der Grundwassermessstellen. Gerade wenn solche Stellen zu Nahe an Altlasten liegen, werden Belastungen den Landwirten angerechnet.
Verwaltungsleiter Dr. Thiele: Auch wenn der Landkreis nicht verantwortlich für das Messen der Nitratbelastung ist, bieten wir als Landkreis an, vermittelnd bei den Landesbehörden zu wirken.
In der Diskussion forderte Bernd Schlepper: Die Messstellen müssen überprüft werden. Es kann und darf nicht sein, dass wir für etwas bestraft werden, was wir nicht verursachen.
Ein weiteres großes Thema war die Frage des kommenden Biosphärenreservats in der Region. Für Dr. Peter steht west, es liegen entschieden zu viele Ackerfläche die teils schon Jahrhunderte lang bestehen, in den vorgesehen Flächen. Er befürchtet, hier wird den Landwirten vielleicht sogar noch vorgeschrieben, was man zu tun und zu lassen habe.
Es zeichnet sich ab, auch bei Gesprächen mit Vertretern bestehender Reservate, dass der Wert des Bodens deutlich sinkt. Beklagt wurde auch, dass sich viele Kommunen mit diesem Thema noch nicht ernsthaft beschäftigt haben, so zum Beispiel, was passiert mit den dort liegenden Gewerbegebieten.
In der Diskussion sprach sich Hartmut Thiele klar gegen das Biosphärenreservat in der jetzigen Form aus. Dabei verwies er auf auf Erkenntnisse der Gemeinde Geisa, die jetzt bei einer Abstimmung sich klar gegen so eine Ausweisung aussprechen würden. Die Stadt Sondershausen kritisierte er, dass man sich noch nicht offiziell zum Biosphärenreservat positioniert hat.
Kathrin Huke vom Thüringer Bauernverband informierte über die Veränderungen in der politischen Lage und verwies auf das Ausscheiden der Landwirtschaftsministerin Birgit Keller.
Unklar sei auch, wie es mit dem neuen EU-Kommissar (aus Polen) weitergeht, der erst gestern in sein Amt eingeführt wurde.
Auch müsse das Agrar-Paket der Bundesregierung noch besser ausgewertet werden.
Mit Blick auf das Biosphärenreservat sei völlig unklar, wie es dort u.a. beim Insektenschutz weitergeht.
Gerit Brockmann aus Roßleben-Wiehe informierte über die Sternfahrt der 215 Schlepper nach Berlin. Es geht um den Protest der Landwirte, dass ihre Arbeit nicht mehr genügend gewürdigt wird und sie auch noch zu den Buh-Männern beim Umweltschutz gemacht werden und sei quasi allein für das Insektensterben verantwortlich sein.
Sowohl Dr. Hartmut Peter, als auch Hartmut Thiele bekräftigten, dass die große Demonstration wichtig war, aber auch das Ergebnis sei wohl ernüchternd, so Dr. Peter, denn es zeichnen sich nicht gravierende Änderungen in der Agrarpolitik ab.
Gerit Brockmann übergab Landtagsmitglied Stefan Schard einen Forderungskatalog der Bewegung zur Weiterleitung an die zuständigen Stellen. Schard sagte eine sofortige Hilfe bei der Weiterleitung zu.
Zuvor hatte er sich als neues Landtagsmitglied vorgestellt. Aus der neuen Arbeit konnte er natürlich noch nicht viel Berichten, weil die konstituierende Sitzung des Thüringer Landtags erst Stunden her war.
Ich komme aus Greußen und war schon früh (Eltern) mit Problemen der Landwirtschaft vertraut gemacht worden (Einsatz auch in Argentinien). Zur Frage möglicher Koalitionen konnte er sich noch nicht äußern, sagte aber, wir müssen besonders bei Sachfragen zusammen arbeiten.
Schard bezeichnete die Landwirtschaft als ein Schlüsselwirtschaft. Die Diskrepanz zwischen Stadt und Land müssen abgebaut werden. Dafür will er sich einsetzen. Die Infrastruktur im ländlichen Bereich müsse klar verbessert werden. Auch in der Landwirtschaft zieht die Digitalisierung ein und auch hier braucht man schnelles Internet, um nur ein Beispiel zu nennen.
Die Landwirtschaft wird noch zu wenig geschätzt, stellte er kritisch fest, besonders mit Blick auf die nach unten führende Preisspirale bei Landwirtschaftsprodukten, welche die Bauern kaum noch "Luft" lässt. Zum Thema Biosphärenreservat sagte er, solange wir die Folgen nicht überblicken können, sollte noch nichts entschieden werden.
Autor: khhGestern fand im Vereinsraum des Sondershäuser Bergmannsvereins die jährliche Mitgliedsversammlung des Kreisbauernverbandes statt.
Neben Landtagsmitglied Stefan Schard (CDU) nahmen u.a. auch der Verwaltungsleiter des Landratsamtes, Veterinäramt, und Gästen aus Nordhausen und Erfurt (Bauernverband) teil. Verwaltungsleiter Dr. Heinz-Ulrich Thiele überbrachte die Grüße der Landrätin, die bei einem anderen Termin weilte.
Die Begrüßung der Gäste und Teilnehmer übernahm der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Dr. Wolfgang Peter. Er hielt anschließend auch den Rechenschaftsbericht des Vorstandes.
Neben den sechs Sitzungen das Vorstandes waren Landwirtschaftskonferenz, Erntegespräch und ein Forum mit der Kyffhäusersparkasse zum Thema Windenergie die weiteren Höhepunkte. Kein besonderes Thema war die Frage der anhaltenden Dürre in den letzten Jahren.
Schwerpunktthemen im letzten Jahr waren
- Nitratbelastung des Wassers
- bevorstehendes Biosphärenreservat und
- die Wahlen 2019.
Zum Thema Dürre verwies Dr. Peter auf das gesonderte Forum in der Cruciskirche von Sondershausen, kn berichtete ausführlich.
Beim Thema Information zur Bildung der drei Gewässerunterhaltungsverbände für die Region kam Dr. Peter zu einem der Schwerpunktthemen des gestrigen Abends, dass sich fast durch alle Diskussionen zog.
Dr. Peter forderte eine konkrete Abgrenzung der Gewässer der 2. und 3. Ordnung. Das sei wegen der Bearbeitung der Randstreifen von außerordentlicher Bedeutung.
Von den 11 sogenannten "roten Gebieten" Thüringens, hier ist die Grundwasserbelastung mit Nitrat sehr hoch, liegen sechs Gebiete teils auch im Kyffhäuserkreis.
Obwohl der Landkreis die geringste Tierproduktion in Thüringen hat (auf die Fläche bezogen) ist die Belastung hoch. Unklar ist immer noch warum.
Ein Ansatzpunkt ist die Belastung durch Klärschlamm der in einigen Gebieten bei Rekultivierungsmaßnahmen eingebracht wurde. Das deckt sich auch mit den Beobachtungen, denn in diesen Gebieten wurde kaum Dünger eingebracht und trotzdem steigt die Belastung immer noch an.
Eine weitere Forderung ist die Überprüfung der Grundwassermessstellen. Gerade wenn solche Stellen zu Nahe an Altlasten liegen, werden Belastungen den Landwirten angerechnet.
Verwaltungsleiter Dr. Thiele: Auch wenn der Landkreis nicht verantwortlich für das Messen der Nitratbelastung ist, bieten wir als Landkreis an, vermittelnd bei den Landesbehörden zu wirken.
In der Diskussion forderte Bernd Schlepper: Die Messstellen müssen überprüft werden. Es kann und darf nicht sein, dass wir für etwas bestraft werden, was wir nicht verursachen.
Ein weiteres großes Thema war die Frage des kommenden Biosphärenreservats in der Region. Für Dr. Peter steht west, es liegen entschieden zu viele Ackerfläche die teils schon Jahrhunderte lang bestehen, in den vorgesehen Flächen. Er befürchtet, hier wird den Landwirten vielleicht sogar noch vorgeschrieben, was man zu tun und zu lassen habe.
Es zeichnet sich ab, auch bei Gesprächen mit Vertretern bestehender Reservate, dass der Wert des Bodens deutlich sinkt. Beklagt wurde auch, dass sich viele Kommunen mit diesem Thema noch nicht ernsthaft beschäftigt haben, so zum Beispiel, was passiert mit den dort liegenden Gewerbegebieten.
In der Diskussion sprach sich Hartmut Thiele klar gegen das Biosphärenreservat in der jetzigen Form aus. Dabei verwies er auf auf Erkenntnisse der Gemeinde Geisa, die jetzt bei einer Abstimmung sich klar gegen so eine Ausweisung aussprechen würden. Die Stadt Sondershausen kritisierte er, dass man sich noch nicht offiziell zum Biosphärenreservat positioniert hat.
Kathrin Huke vom Thüringer Bauernverband informierte über die Veränderungen in der politischen Lage und verwies auf das Ausscheiden der Landwirtschaftsministerin Birgit Keller.
Unklar sei auch, wie es mit dem neuen EU-Kommissar (aus Polen) weitergeht, der erst gestern in sein Amt eingeführt wurde.
Auch müsse das Agrar-Paket der Bundesregierung noch besser ausgewertet werden.
Mit Blick auf das Biosphärenreservat sei völlig unklar, wie es dort u.a. beim Insektenschutz weitergeht.
Gerit Brockmann aus Roßleben-Wiehe informierte über die Sternfahrt der 215 Schlepper nach Berlin. Es geht um den Protest der Landwirte, dass ihre Arbeit nicht mehr genügend gewürdigt wird und sie auch noch zu den Buh-Männern beim Umweltschutz gemacht werden und sei quasi allein für das Insektensterben verantwortlich sein.
Sowohl Dr. Hartmut Peter, als auch Hartmut Thiele bekräftigten, dass die große Demonstration wichtig war, aber auch das Ergebnis sei wohl ernüchternd, so Dr. Peter, denn es zeichnen sich nicht gravierende Änderungen in der Agrarpolitik ab.
Gerit Brockmann übergab Landtagsmitglied Stefan Schard einen Forderungskatalog der Bewegung zur Weiterleitung an die zuständigen Stellen. Schard sagte eine sofortige Hilfe bei der Weiterleitung zu.
Zuvor hatte er sich als neues Landtagsmitglied vorgestellt. Aus der neuen Arbeit konnte er natürlich noch nicht viel Berichten, weil die konstituierende Sitzung des Thüringer Landtags erst Stunden her war.
Ich komme aus Greußen und war schon früh (Eltern) mit Problemen der Landwirtschaft vertraut gemacht worden (Einsatz auch in Argentinien). Zur Frage möglicher Koalitionen konnte er sich noch nicht äußern, sagte aber, wir müssen besonders bei Sachfragen zusammen arbeiten.
Schard bezeichnete die Landwirtschaft als ein Schlüsselwirtschaft. Die Diskrepanz zwischen Stadt und Land müssen abgebaut werden. Dafür will er sich einsetzen. Die Infrastruktur im ländlichen Bereich müsse klar verbessert werden. Auch in der Landwirtschaft zieht die Digitalisierung ein und auch hier braucht man schnelles Internet, um nur ein Beispiel zu nennen.
Die Landwirtschaft wird noch zu wenig geschätzt, stellte er kritisch fest, besonders mit Blick auf die nach unten führende Preisspirale bei Landwirtschaftsprodukten, welche die Bauern kaum noch "Luft" lässt. Zum Thema Biosphärenreservat sagte er, solange wir die Folgen nicht überblicken können, sollte noch nichts entschieden werden.












