Di, 10:37 Uhr
07.01.2020
Ein Blick in die Statistik
150.000 Pflegebedürftige bis 2040
Die Zahl der Pflegebedürftigen (1) wird in Thüringen bis 2040 um fast 30 Prozent steigen. Die aktuelle Pflegevorausberechnung des Thüringer Landesamtes für Statistik auf Basis der 2. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung erwartet einen Anstieg der Pflegebedürftigen gegenüber 2017 um 34.000 Personen...
Zu diesem Zeitpunkt werden 59.000 Männer und 91.000 Frauen pflegebedürftig sein. Somit steigt die Zahl der betroffenen Männer gegen- über 2017 um 37,1 Prozent bzw. 16.000 Personen. Die Zahl der Frauen nimmt um 25,3 Prozent bzw. 18.000 Personen zu. Insgesamt werden 2040 voraussichtlich 8,1 Prozent der Thüringer Pflegeleistungen in Anspruch nehmen (2017: 5,4 Prozent).
Während die Zahl der Pflegebedürftigen unter 70 Jahren voraussichtlich um 23,1 Prozent bzw. 6.000 Personen sinkt, steigt die der hochbetagten über 80-jährigen Pflegebedürftigen hingegen erheblich um 61,0 Prozent bzw. 38.000 Personen an. Machten die Hochbetagten 2017 noch reichlich die Hälfte aller Pflegebedürftigen aus, steigt ihr Anteil bis 2040 den Berechnungen zufolge auf mehr als zwei Drittel.
Diese Entwicklung verläuft in den Kreisen Thüringens voraussichtlich unterschiedlich. Die geringste Zunahme der Pflegebedürftigen verzeichnen die Landkreise Altenburger Land (17,2 Prozent), Saal- feld-Rudolstadt (19,2 Prozent) und der Kyffhäuserkreis (19,5 Prozent). Der stärkste Anstieg wird im Weimarer Land (45,3 Prozent), im Saale-Holzland-Kreis (44,7 Prozent) und in der kreisfreien Stadt Weimar (41,1 Prozent) erwartet. Im Jahr 2040 werden je nach Kreis zwischen 5,1 und 10,6 Prozent der Bevölkerung pflegebedürftig sein.
Grundlage für die Berechnungen bildet die im Juli veröffentlichte 2. regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung (2. rBv). Die ermittelten Veränderungen bei den Pflegebedürftigen basieren ausschließlich auf der Entwicklung der Bevölkerung und ihrer Altersstruktur im Vorausberechnungszeitraum. Es wurde ein Status-Quo-Szenario berechnet, das für die künftige Entwicklung alters- und geschlechtsspezifische Pflegequoten des Jahres 20172) (Gebietsstand 1.1.2019) zugrunde egt. Für die Berechnung dieser Quoten werden Daten der Pflegestatistik genutzt. Ein möglicher me- dizinischtechnischer Fortschritt bleibt ebenso unberücksichtigt wie der mögliche Einfluss der steigenden Lebenserwartung auf die Pflegequoten.
Der zu beobachtende Trend weg von der stationären Pflege hin zur ambulanten Pflege und zu mehr Personen, die ausschließlich Pflegegeld empfangen, wurde in die Berechnungen nicht einbezogen, da aufgrund der Einführung der fünf Pflegegrade 2017 bislang keine Erfahrungswerte hinsichtlich deren Entwicklung vorliegen. Bei der Interpretation der Daten ist dies zu berücksichtigen.
1) Als Pflegebedürftige werden Personen erfasst, die aktuell Leistungen nach dem SGB XI erhalten.
2) Die Pflegestatistik wird als zweijährliche Statistik zum Stichtag 15.12. durchgeführt. Ab dem Berichtsjahr 2017 ersetzen fünf Pflegegrade das bisherige System der drei Pflegestufen, sodass sich die Pflegequoten erheblich verändert haben und vorherige Berichtsjahre nicht genutzt werden können.
Autor: redZu diesem Zeitpunkt werden 59.000 Männer und 91.000 Frauen pflegebedürftig sein. Somit steigt die Zahl der betroffenen Männer gegen- über 2017 um 37,1 Prozent bzw. 16.000 Personen. Die Zahl der Frauen nimmt um 25,3 Prozent bzw. 18.000 Personen zu. Insgesamt werden 2040 voraussichtlich 8,1 Prozent der Thüringer Pflegeleistungen in Anspruch nehmen (2017: 5,4 Prozent).
Während die Zahl der Pflegebedürftigen unter 70 Jahren voraussichtlich um 23,1 Prozent bzw. 6.000 Personen sinkt, steigt die der hochbetagten über 80-jährigen Pflegebedürftigen hingegen erheblich um 61,0 Prozent bzw. 38.000 Personen an. Machten die Hochbetagten 2017 noch reichlich die Hälfte aller Pflegebedürftigen aus, steigt ihr Anteil bis 2040 den Berechnungen zufolge auf mehr als zwei Drittel.
Diese Entwicklung verläuft in den Kreisen Thüringens voraussichtlich unterschiedlich. Die geringste Zunahme der Pflegebedürftigen verzeichnen die Landkreise Altenburger Land (17,2 Prozent), Saal- feld-Rudolstadt (19,2 Prozent) und der Kyffhäuserkreis (19,5 Prozent). Der stärkste Anstieg wird im Weimarer Land (45,3 Prozent), im Saale-Holzland-Kreis (44,7 Prozent) und in der kreisfreien Stadt Weimar (41,1 Prozent) erwartet. Im Jahr 2040 werden je nach Kreis zwischen 5,1 und 10,6 Prozent der Bevölkerung pflegebedürftig sein.
Grundlage für die Berechnungen bildet die im Juli veröffentlichte 2. regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung (2. rBv). Die ermittelten Veränderungen bei den Pflegebedürftigen basieren ausschließlich auf der Entwicklung der Bevölkerung und ihrer Altersstruktur im Vorausberechnungszeitraum. Es wurde ein Status-Quo-Szenario berechnet, das für die künftige Entwicklung alters- und geschlechtsspezifische Pflegequoten des Jahres 20172) (Gebietsstand 1.1.2019) zugrunde egt. Für die Berechnung dieser Quoten werden Daten der Pflegestatistik genutzt. Ein möglicher me- dizinischtechnischer Fortschritt bleibt ebenso unberücksichtigt wie der mögliche Einfluss der steigenden Lebenserwartung auf die Pflegequoten.
Der zu beobachtende Trend weg von der stationären Pflege hin zur ambulanten Pflege und zu mehr Personen, die ausschließlich Pflegegeld empfangen, wurde in die Berechnungen nicht einbezogen, da aufgrund der Einführung der fünf Pflegegrade 2017 bislang keine Erfahrungswerte hinsichtlich deren Entwicklung vorliegen. Bei der Interpretation der Daten ist dies zu berücksichtigen.
1) Als Pflegebedürftige werden Personen erfasst, die aktuell Leistungen nach dem SGB XI erhalten.
2) Die Pflegestatistik wird als zweijährliche Statistik zum Stichtag 15.12. durchgeführt. Ab dem Berichtsjahr 2017 ersetzen fünf Pflegegrade das bisherige System der drei Pflegestufen, sodass sich die Pflegequoten erheblich verändert haben und vorherige Berichtsjahre nicht genutzt werden können.
