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Mi, 00:03 Uhr
08.01.2020
Kulturszene aktuell

Thüringer im Frühmittelalter

Die IdeenSchmiede Etzleben beendet die Trilogie zum Schatz der Thüringer. Dr. Christian Tannhäuser stellt das Leben der Thüringer im Frühmittelalter vor. Wann Sie den Vortrag hören können, erfahren Sie hier...

Im 2. und vor allem im 3. Jahrhundert wanderten ingwäonische Stämme, Angeln aus Jütland und Schleswig und Warnen aus Holstein und Mecklenburg, in den thüringschen Raum ein. Die Angeln siedelten überwiegend an Saale und Unstrut, auf Hainleite, Schmücke und Gotha. Ortsnamen auf -engel und -leben sind Zeugnisse einer anglischen Siedlung. Beispiele hierfür sind Feldengel, Kirchengel, und Westerengel sowie Andisleben, Wandersleben und Etzleben.

Die Unstrut war schon immer die Schlagader des Thüringer Reiches. Um 575 wurde die Unstrut Onestrudis genannt, im 7. Jahrhundert Unestrude, 994 Vnstruod. Der Name wird vom germanischen strodu hergeleitet, was Sumpfdickicht heißt. Der Name rührt daher, weil Auenlandschaften und die Hochwassergefährlichkeit typisch für die Unstrut waren. Erst mit dem Bau des Rückhaltebeckens von Straußfurt verlor die Unstrut ihre Unberechenbarkeit.

Nach Reinhold Anderts Lesung aus seinem Buch „Der Thüringer Königshort“ und Nils Ohls Romanschilderung des Endes des Thüringer Reiches in „De excidio“ laden wir nun zum letzten Teil der faszinierenden Geschichtsschreibung des Frühmittelalters in Mitteldeutschland nach Etzleben ein. Der Fachreferent Dr. Christian Tannhäuser vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Weimar berichtet am Mittwoch, den 29.01.20 im Dorfgemeinschaftshaus in Etzleben über das Leben, die Sitten und Gebräuche, den vorchristlichen Glauben und natürlich über den Untergang des Thüringer Königreiches.

Ausgehend von der Besiedlungsgeschichte zur Zeit des Leubinger Hügelgrabes, wo er über die derzeit noch durchgeführten Grabungen kurz informieren wird, über den Brückenkopf der Römer an der Griefstedter Furt schließt er den Bogen zur Entstehung des Thüringer Reiches.

Schwerpunkt und Hauptgebiet seiner Forschungsarbeit bildet aber die Lebensweise, die Philosophie und die eng mit dem Herrschaftssystem verknüpfte Besiedlungsgeschichte.

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Wo und warum bildeten sich Städte, wie wurde das Land bearbeitet, welche Maße machten einen Handel erst möglich, was waren die Exportschlager der Thüringer, welche Rolle spielte der Frauenberg in Sondershausen, was gab es zu Essen, welches Durchschnittsalter erreichte tatsächlich ein Thüringer im 5. Jahrhundert und wer war der wahre Gott? Wofür wurden die Thüringer geschätzt und warum gefürchtet? Spielte Etzleben auch schon eine Rolle, oder war es noch Quark im Schaufenster der Geschichte?

Eventuell erfahren wir auch neuste Erkenntnisse zum Standort des Königssitzes zum Zeitpunkt des Überfalls der Franken 531 und die unmittelbaren Folgen für unsere Region.

Ob sich Herr Dr. Tannhäuser auf Spekulationen zum vermeintlichen Versteck des Thüringer Schatzes einlässt, ist sicher auch von dem speziellen Interesse der Gäste abhängig.

Der Vortrag beginnt also am 29.01.20 um 19.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Etzleben und wird etwa 1,5 Stunden dauern. Während einer kleinen Pause wird auch eine kulinarische Versorgung sichergestellt. Es muss also keiner verhungern oder verdursten.

Wie in den letzten Jahren wird kein Eintrittspreis erhoben, aber wir bitten um eine Spende, die der Archäologie in Thüringen zu Gute kommen wird. Rechtzeitiges Erscheinen sichert auch einen guten Platz, da die Kapazität des Dorfgemeinschaftshauses in Etzleben begrenzt ist. Im Nachgang des Vortrages steht Herr Dr. Tannhäuser für spezielle Fragen zur Verfügung und kann sicher Anregungen für weiterführende Literatur machen.

Peter Keßler
Autor: khh

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