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Mi, 00:01 Uhr
22.01.2020
Widerspruch gegen Baugenehmigung?

"Es gibt kein zurück mehr"

Bei der öffentliche Vorstellung des Bauvorhabens „Sportzentrum Am Göldner“ Sondershausen gab es bereits viele Fragen und vielleicht auch einen Widerspruch...


Der Baubeginn zur Sanierung des Sportzentrums „Am Göldner“ rückt näher. Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides und dem unmittelbar bevorstehenden Baubeginn organisierte heute Bürgermeister Steffen Grimm (pl) gemeinsam mit dem beteiligten Architekturbüro „Casparius Architekten & Ingenieure“ aus Erfurt eine Informationsveranstaltung.


Die Gaststätte „Am Göldner“, Am Sportzentrum von Sondershausen war voll, so groß war das Interesse und nicht nur Fußballanhänger waren gekommen, sondern auch Vertreter der Wirtschaft, von Behörden (Stadt, Landratsamt) und Stadträte und Anwohner waren gekommen.

Bürgermeister Grimm dankte allen, die mit der Vorbereitung der Sanierung beteiligt waren, wie Landratsamt und Stadtverwaltung und Bürger und auch den Sponsoren (WAGO,, Sonlux und die Stadtwerke) die Unterstützung bei der Umsetzung der Sanierung beitragen.

Die ersten beiden Gewerke (Baustelleneinrichtung und Abbrucharbeiten) wurden bereits zum Ende des Jahres 2019 öffentlich ausgeschrieben und sollen in der nächsten Sitzung des Stadtrates vergeben werden, so dass mit den ersten Bauarbeiten im Februar begonnen werden kann. Grimm: "Es gibt kein zurück mehr"


Thomas Rießland von der Stadtverwaltung gab zuerst einen Überblick, was sich in der letzten Zeit am Göldner getan hat, der immerhin rund 35 Jahre das Bild des Sports in Sondershausen darstellte. Aber die Nutzung hat Spuren hinterlassen und eine Sanierung sei unumgänglich gewesen.

In den letzten zwei bis drei Jahren hätte es viele Gespräch über die neue Gestaltung mit Nutzern (Sportvereine, Schulen) und Bürgern gegeben.
Er blickte nochmals auf den Oktober 2015, als es den Förderaufruf des Bundes gab. In der Konsolidierung als Stadt befeindend wären man froh gewesen, die 90 Prozent Förderung zu erhalten. Allerdings gab es zuerst eine Absage und erst Herbst 2016 wurde man als Nachrücker wieder ins Förderprogramm aufgenommen und es gab die Möglichkeit vier Millionen Euro Fördergeld zu erhalten.

Wegen des Fördermittelgebers musste es eine EU-weite Ausschreibung geben und es musste ein externer Planer eingesetzt werden, „Casparius Architekten & Ingenieure“.

Rießland machte aber auch klar, nicht alle Wünsche werden umgesetzt werden können, bei der Sanierung. Es mussten Eigenleistungen erbracht werden (Abbau Sitzschalen) und auch Sponsoren werden Leistungen erbringen. Über WAGO berichtete kn bereits, Sonlux wird bei der Beleuchtung unterstützen und die Stadtwerke bei der Heizung und auch das Landratsamt stellt 100.000 Euro zur Verfügung.

Ende 2021 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen werden, so Rießland.


Dann gab es die Vorstellung des Projekt durch die Vertreter des Architekturbüros, siehe auch Bildergalerie). Hier einige Stichpunkte zum Projekt der Sportanlagen.

- Die sportlichen Anlagen werden in der Lage nicht wesentlich verändert werden.
- Beim Kunstrasenplatz wird ein neuer Deckbelag aufgebracht werden, der frei von Mikroplastik sein wird.
- Der Rasenplatz wird eine automatische Bewässerung erhalten. Das sie mit Trinkwasser funktionieren wird, bemängelten Bürger in der Diskussion, aber die Mittel ließen keine anderen Varianten zu.
- Der Rasenplatz wird die letzte Baumaßnahme sein, weil über den alten Rasen Baufahrzeuge rollen werden.
- Nebenflächen werden gepflastert werden
- Beim Parken wird es barrierefrei Flächen geben.
- Die Laufbahn wird eine neue Nutzschicht erhalten und die Bahn 1 wird komplett wegen der Entwässerung neu hergerichtet.

Größere Veränderungen wird es bei den Gebäuden geben.

- Die Tribüne wird 470 Sitzplätze erhalten.
- Rund 2.000 Stehplätze wird es am Hauptplatz geben.
- Ein gesonderter Fanblock / Gästeblock wird nicht geschaffen. In der Liga, in der wir spielen wird es nur bei wenigen Spielen größeren Fangruppen geben. Nur wenn Geld übrig ist, wird über einen neue Fanblock entschieden werden.
- Diskus- und Speerwurfanlage verbleiben auf dem Rasenplatz. Auf dem Kunsrasen würden zu große Schäden entstehen.
- Kiosk, Vereinshaus, öffentliche WC-Anlge und Büros für Kreissportbund, Trainer, Platzwart usw. runden das Ganze ab.


Nach der Präsentation gab es eine muntere Diskussion und etliche Anfragen zu Laufbahn, Fanblock und mehr.
Ein Beschattung der Tribüne für die Zuschauerplätze auf der Leichtathletikanlage ist nicht enthalten und wurde in der Diskussion bemängelt. Zum Unterstellen bei Sonneneinstrahlung und Regen können nur Durchgänge in der Tribüne und ein kleines überhängende Dach der Haupttribüne genutzt werden. Bereits im Vorfeld der Planung hatte es Forderungen nach mehr Beschattung gegeben, weil bei Sportfesten die Kinder und Betreuer stundenlang in der Sonne stehen mussten.

Thomas Rießland bot an, ein mobiles Spanndach mit in die Feinplanung zu nehmen.

Als schon alle mit dem Ende der Veranstaltung rechneten, gab es durch einen Bürger aus der Cannabichstraße noch einen Paukenschlag. Er beklagte die hohe Belastung durch das Sportzentrum und er erinnerte an den Bebauungsplan von 1995, der noch nicht vollständig umgesetzt sei.
Akustisch leider schwer zu hören, störte wohl sogar die Startpistole und die Starterklappe bei Läufen. Aber auch die kommenden Belastung von Baufahrzeugen monierte er wohl.
Zusätzlich beklagte er die Raserei der Jugendliche und forderte ein Tempo-30 Zone. (Der Angriff auf die Jugendlichen rief Protest bei Bürgern hervor.)

Er kündigte einen Widerspruch gegen die Baugenehmigung an. Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Grimm will er den Widerspruch präzisieren. Der Bürger möchte einen ordnungsgemäße Planung.

Da auch Stadtrat Hartmut Thiele (CDU) angesprochen wurde (wegen der Nichteinhaltung des Bebauungsplans) konterte dieser. Die Belastung sei seid Jahren deutlich zurück gegangen, da wesentlich weiger Zuschauer kommen, als zu früheren Zeiten. Hier wird viel für den Sport getan. Mit der Sanierung des Göldners erhält die Stadt Sondershausen für die Sportler ein würdiges Sportzentrum, so Thiele, und erhielt viel Beifall für seine Würdigung des Projekts.

Abschließend bedankte sich Bürgermeister Grimm für das gezeigte Interesse und kündigte an, das wegen der Tempo-30 Zone erstmal Blitzermessungen im Bereich durchgeführt werden.

Im Prinzip hat der Bau bereits begonnen, denn die ersten Bauzäune liegen auf dem Göldner bereit.
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Widerspruch gegen Baugenehmigung? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Göldner (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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Kommentare

22.01.2020, 06.39 Uhr
PIMI | Paukenschlag ?
Einen ( Gegner) gibt es immer, der sich durch alles und jeden gestört fühlt. Meist liegt das Problem bei sich selbst. Und so gibt es dann Lärmgegner bei Kindergärten, Schulen, Flugplätzen oder wie hier am Göldner. Und dann kommt man mit dem Einwand Bebauungsplan von 1995 erst jetzt, wo die Bauarbeiten beginnen. Soll das etwa in einem Baustop über Jahre enden ? Da wünscht man sich lieber eine biologische Lösung des Grundproblems des ,,Einen"

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22.01.2020, 10.07 Uhr
Kobold2 | Jepp
um wieviel Veranstaltungen und Stunden der Belästigung im Jahr reden wir ?
Wie lange steht da Sportzentrum schon dort?
Jetzt ist es plötzlich nicht mehr zumutbar?
Bei der zunehmenden Verrohung der Gesellschaft, rückt Toleranz zunehmend in den Hintergrund.

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22.01.2020, 19.18 Uhr
tannhäuser | Wie lange...
...wohnt denn dieser Bürger schon hier oben?

Oder hat er die tollen Zweitliga- und Oberligazeiten mit riesigem Fanpotenzial bei Gästen wie Dynamo Dresden oder 1. FC Magdeburg verpasst?

Sich jetzt zu wehren macht ihn nicht zum Querulanten, sondern ist sein legitimes demokratisches Recht.

Aber die Frage ist erlaubt, ob er 1995 hier schon durch Anwesenheit glänzte oder erst vor nicht allzu langer Zeit sein Refugium in einer verschlafenen Provinz ohne Alltagslärm suchte?

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22.01.2020, 19.41 Uhr
PIMI | - an tannhäuser-
Gab schon genug Gewiefte, die am Rand von Flughäfen mit bekanntem Lärmpotenzial kauften und sich das Ganze dann mit Klagen vergolden lassen wollten, also nichts Neues dazu

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22.01.2020, 21.30 Uhr
tannhäuser | Stimmt schon ...
...aber der zu erwartende Lärmpegel und Zuschauerverkehr am neuen Alten Göldner lohnt sicher nicht, um in unmittelbarer oder entfernter Nachbarschaft im Garten vor oder hinter dem Haus einen Tümpel anzulegen und eine schützenswerte Froschspezies mit Tinnitus-Gefährdung und erhöhter Stressanfälligkeit anzusiedeln.

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